Mit dem Euro ist Schluss!

7. April 2013 / Aktualisiert: 22. Juli 2013 / Aufrufe: 4.280

Die Einschränkung des freien Kapitalverkehrs in Zypern hat praktisch dazu geführt, dass der Euro dort weniger wert ist als in einem anderen Land.

Die Zyprioten – und alle, die ihre Gelder in Zypern hatten – haben bereits das erlebt, was bedrohend in der Atmosphäre der Eurozone schwebt. Es gibt fortan zwei Arten von Euro. Anders gesagt hat der Euro, der in Zypern in Umlauf ist, einen anderen Wert. In diesem Sinn kann man begründet annehmen, dass wir entweder zur Schaffung einer Eurozone der zwei Geschwindigkeiten oder in ihre Auflösung geführt werden.

Guntram Wolff, stellvertretender Direktor des europäischen Think Tanks Bruegel in Wirtschaftsthemen, führt an, „der freie Kapitalfluss zwischen den Banken unterschiedlicher Länder ist das signifikanteste Charakteristikum der Währungsunion. Wird dieser Verkehr eingeschränkt, ist der Wert des Euro auf dem Konto einer zyprischen Bank weniger wert als der (Euro), der auf ein Konto bei einer Bank eines anderen Landes eingezahlt worden ist. Praktisch bedeutet dies, dass der zyprische Euro kein Euro mehr ist. Mit der Einführung von Beschränkungen in der Bewegung von Kapital schaffte die Europäische Zentralbank praktisch eine neue Währung.

1 € in Zypern ist weniger wert als 1 € in einem anderen Land

Karl Whelan, Wirtschaftsprofessor an der Universität von Dublin, mit Amtszeiten bei dem Fed, der Zentralbank Irlands und Mitglied eines speziellen Sachverständigen-Teams, welches den Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments berät, schreibt: „Die den zyprischen Banken auferlegten Einschränkungen bedeuten, dass – während der Euro nominell die Währung Zyperns bleibt – 1 Euro in Zypern nicht den selben Wert mit 1 Euro irgendwo anders hat.

Etwa so mögen sich das Todesröcheln des Euro oder gemäß einer anderen Lesart die Wehen der Geburt einer neuen Situation in der Eurozone anhören. Dennoch dürfen wir uns, gleich ob es sich um das Ende des Euro oder die Schaffung des abgewerteten Euro handelt, in dem uns betreffenden Part keinen Illusionen hingeben: Das durch die Memoranden und Kreditvereinbarungen bereits an Händen und Füßen gefesselte Griechenland wird die Scheidung ungeheuer teuer bezahlen (und zahlt bereits).

(Quelle: To Pontiki)

  1. 7. April 2013, 11:29 | #1

    Ein Land, indem die Menschen mit ihrem Eigentum nicht tun können was sie wollen, oder in dem ihr Eigentum nicht mehr sicher ist, das ist keine Demokratie, das ist kein Rechtsstaat, das ist überhaupt kein Staat, das ist Willkührherrschaft, das ist Despotie.

  2. Ottfried Storz
    7. April 2013, 12:47 | #2

    Immer die Übertreibungen und Theatralik:
    In Zypern ist vorübergehend der freie Kapitalverkehr eingeschränkt, d.h. nicht unmöglich, sondern nur kurzzeitig eingeschränkt. Dies betrifft zudem nur Zypern mit seinen 0,9 Mio Einwohner.
    Die EURO -Region ist jedoch fast 400 Mal grösser (340 Mio Einwohner).
    Dann „Todesröcheln des Euro“ zu schreiben, ist maßlose Übertreibung und eine vollkommene Verkennung der Kleinheit und extrem geringen Bedeutung Zyperns.

  3. Rudi
    7. April 2013, 13:51 | #3

    Genau betrachtet wird doch nicht der Euro gerettet. Gerettet werden die Gläubiger überschuldeter Banken, von denen sicher die meisten das Risiko kannten. Von Anfang an hätte man überschuldete Banken, wie jedes andere Unternehmen auch, einfach pleite gehen lassen sollen. Hätte man soziale Härten, wie Kleinsparereinlagen und Renten abgefedert, Deutschland wäre heute nicht der Buhmann.

  4. CYR
    8. April 2013, 15:34 | #4

    Als Insider kann ich allen in GR und Zypern nur Raten Ihr Geld aus den griechischen und zypriotischen Banken abzuheben.
    Was viele nicht wissen, Hast du Geld auf der Bank bist du Gläubiger der Bank.

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