Indymedia Athens zu der Abschaltung in Griechenland

13. April 2013 / Aktualisiert: 17. April 2013 / Aufrufe: 940

Die Zensur in der Epoche der Junta der Memoranden und des Kapitalismus … Sie wird es nicht schaffen, die Kontra-Information zu unterdrücken!

Wie bereits in einer kurzen Meldung berichtet, wurde in Griechenland an diesem Wochenende dem alternativen Informationsnetz Indymedia von der Leitung der Nationalen Technischen Universität Athen („Polytechnio“) der Zugang zum Internet gekappt und der Auftritt  athens.indymedia.org nebst der Radiostation „98fm radio“ außer Betrieb gesetzt. Der alternative Auftritt unter indymedia.squat.gr ist jedoch weiterhin erreichbar.

Ergänzend sei angemerkt, dass auf politischer Ebene wiederholt gefordert wurde, den Betrieb der Plattform auf den Servern der Universität zu unterbinden, und dies unter anderem mit dem Argument begründet, es könne nicht angehen, dass Strukturen einer staatlichen Bildungsanstalt für anarchistische Aktivitäten genutzt werden.

Die Administratoren der Plattform publizierten nach der „Abklemmung“ des Servers eine Bekanntmachung, die nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.

Die Zensur in der Epoche der Junta der Memoranden und des Kapitalismus … Sie wird es nicht schaffen, die Kontra-Information zu unterdrücken!

Die Geschichte ist alt … . Die Versuche der Zensur und Unterdrückung ebenfalls … . Beginnend von Anfragen Faschistoider im Pfuhl des Parlaments, über Drohungen und außergerichtliche Schreiben des OTE … manchmal offen unterdrückend und manchmal tückisch und unterirdisch mit Stromunterbrechungen an den Wochenenden und vor bedeutenden Aktionen … . All die Jahre seit 2008 bis heute haben sie nicht geschafft UND WERDEN AUCH JETZT NICHT SCHAFFEN, athens.indymedia zu schließen.

Diesmal stehen ein „Unternehmer“ und ein Direktor im Vordergrund. Ein skrupelloser Geldjäger, der mit unfassbaren Tricks ein großes Vermögen machte (Alafousos), und ein dahergelaufener und vorübergehender Typ, der dem Ausverkauf des Wissens zu Gunsten der Herren zustimmt. Ein „Akademiker“, der um sein schäbiges Gehalt und seine Privilegien zu retten nicht zögert, jede Bedeutung der Freiheit des Wortes, des freien Austauschs der Gedanken, genau jener Elemente zu unterlaufen, welche das gesellschaftliche Asyl etablieren, das wir auch – koste es, was es wolle – verteidigen werden. Dieser niederträchtige kleine Beamte kollaboriert jetzt mit den Mördern eines ganzen Volkes und wird Vorreiter in der Knebelung jeder sozialen und arbeitsrechtlichen Forderung und ignoriert dabei ostentativ die Unterstützung der Studentenverbände an die Medien der Gegeninformation. Diese Unterstützung nahm sogar auch die Form konkreter Resolutionen von den Studenten an … . Er hat also sein Gehalt verdient.

  • Heute ist also das Bedürfnis des Staates offensichtlicher denn je, seine Zähne zu zeigen, jede Form des Kampfes und des Widerstands zu unterdrücken (von der Unterdrückung der Arbeitskämpfe, der lokalen Umweltaktionen, der besetzten selbstverwalteten Lokalitäten), alles zu zensieren, was sich nicht seinen Gelüsten unterwirft oder die soziale Erniedrigung öffentlich macht, die wir alle heute durchleben, mit dem Ziel der Versklavung einer ganzen Gesellschaft.
  • Heute ist es für die Macht, die Herrscher, die Regierungs- und sonstigen Sprachrohre der Troika und der Memoranden erforderlicher denn je, dass die düstere Stimmung der Regime- und Regierungspropaganda vorherrscht, so wie sie von den Fernsehkanälen, der Presse und den Radiostationen des Regimes zum Ausdruck gebracht wird.
  • Heute ist es für den Staat mehr als erforderlich, dass jede freie Äußerung, jede freie Verbreitung radikaler und subversiver Ideen in der Hoffnung geknebelt wird, dem Widerstand all jener Einhalt zu bieten, die sich nicht stillschweigend dem Schicksal ergeben, das sie ihnen bereithalten.

Ihr oberstes Ziel, aber auch ihre vergebliche Hoffnung ist, jeden Versuch der Diskussion, Vision und Aktivität in Richtung einer unterschiedlichen – kämpferischen Organisation und Ausdrucksweise der Gesellschaft zu unterbinden und zu dekoordinieren. Sie werden es jedoch nicht schaffen, wie sie es auch in allen ihren vorherigen verzweifelten Bemühungen nicht geschafft haben.

athens.indymedia ist die Summe seiner User, all jener, die über den Klassen- und Gesellschaftskampf informieren und sich darüber informieren. So sehr sie sich also auch bemühen, sie werden es nicht knebeln. Zensur und Unterdrückung schüchtern uns nicht ein, sondern machen uns dagegen stärker. Als Administratoren-Team von athens.indymedia tun wir alles was möglich ist, damit die Bemühung um die Publizierung und Promotion der Kämpfe und des gesellschaftlichen Widerstands erhalten bleibt. Für die Stunde und bis wir wieder regulär ins Internet gehen, gibt es alternative Möglichkeiten des Zugangs zu Gegeninformation mittels der Website http://indymedia.squat.gr/, aber auch normal – also mit offener Verbreitung – über das Tor-Netz unter gutneffntqonah7l.onion.to.

Wir setzen unsere Bemühungen fort und sehr bald wird athens.indymedia.org wieder normal funktionieren. Wir werden fortfahren, das Recht auf Nutzung des öffentlichen Netzes einzufordern, und glauben unerschütterlich, dass alles beliebige Öffentliche der Gesellschaft und nicht der Macht, dem Staat und dem Kapital gehört. Wir werden ihnen nicht gestatten, sich an ihrer Unterdrückung zu erfreuen. Wir werden ihnen nicht gestatten, für immer die öffentlichen Ressourcen zu vergiften, die uns gehören! Wir werden nicht untätig zusehen, nicht schweigen und uns keiner Unterdrückung und keiner Zensur unterwerfen, sogar auch wenn dies bedeutet, dass wir „ins Exil“ gehen und fruchtbaren Boden an anderen Orten der Beherbergung suchen werden müssen.

Die Gegeninformation lässt sich nicht knebeln, nicht zensieren und nicht unterdrücken! Die Gesellschafts- und Klassenkämpfe werden nicht von verkauften kleinen Beamten und Unterdrückungsmechanismen zum Stillstand gebracht!

Das Team der Administratoren von Athens.Indymedia.org

(Quelle: Athens Indymedia)

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