Dramatisches SOS der Unternehmen Zyperns

3. April 2013 / Aufrufe: 2.897

Infolge der Maßnahmen zur Sanierung des Bankwesens in Zyperns wurden zahllose Unternehmen praktisch über Nacht insolvent und sind von der Schließung bedroht.

Alle Unternehmen in Zypern schlagen Alarm und betonen, die Vernichtung des Marktes stehe vor den Toren. Sie erachten, dass mit der Schließung der Laiki Bank und den Regelungen, welche auf Basis der jüngsten Verordnungen der Zentralbank der Cyprus Bank aufgezwungen werden, die Unternehmen mit der Schließung konfrontiert sein werden. Die Unternehmer appellieren, zu Änderungen mit dem Ziel zu schreiten, Liquidität in den Markt zu leiten, bevor es endgültig zu spät sein wird.

Der neue Generalsekretär der Zyprischen Industrie- und Handelskammer (CCCI), Marios Tsiakkis, führte an, ein erster Blick auf die Anordnung der Zentralbank offenbare, dass nunmehr für jeden beliebigen Kontoinhaber das gesamte Guthaben blockiert ist, gleich ob er ein einfacher Bürger oder ein Unternehmer ist, und merkte an: „Wenn die Interpretationen aus der Verordnung wirklich diejenigen sind, die fast alle von uns wahrnehmen, ist eindeutig, dass von diesen Geldern, die mittels dieser Prozedur ‚geschnitten‘ werden, praktisch nichts in die Wirtschaft zurückfließen wird.

Unternehmen wurden über Nacht ihrer Liquidität beraubt

Marios Tsiakkis betonte: „Über die – ein abgesichertes Guthaben darstellenden – € 100.000 hinaus wird der ungesicherte Betrag entweder in Form von Aktien oder in Form einer vorläufigen Sperrung blockiert, um festzustellen, ob der Schnitt von 37,5% zur Deckung der Kapitalbedürfnisse ausreicht und den verbleibenden Rest auf ein Festgeldkonto zu leiten, und die übrigen 40% werden ebenfalls blockiert. Dies bedeutet Null-Liquidität für den Geschäftsbetrieb der Unternehmen. Die Unternehmerwelt wird außer Stande sein, Löhne zu zahlen oder Produkte einzukaufen usw.

Weiter brachte er die Ansicht zum Ausdruck, „dass auf die Weise, auf die sich die ganze Situation gestaltet, die Cyprus Bank die Unternehmen nicht bedienen können wird. Mit den unvorhersehbaren Folgen für den Markt werden die Probleme nicht nur nicht gelöst werden, sondern sich vervielfachen.“ Auch die Cyprus Bank werde unter diesen Gegebenheiten nicht funktionieren können, da sie kein Geld auf den Markt zu werfen vermögen wird, damit auch sie die geforderte Gewinnzone erreicht.

Hotels werden die Löhne nicht zahlen

Der Vorsitzende des Hotelier-Verbands Zyperns (ACTE), Akis Vavlitis, betont, das Ziel der Beschleunigung der Unterzeichnung der Kreditvereinbarung sei gewesen, dass es mit der Rekapitalisierung der Banken Liquidität auf dem Markt gibt. „Mit den Gegebenheiten, die wir heute vor uns finden, sind quasi beide großen Banken geschlossen worden„, meinte er und merkte an: „Es gibt Mitglieder von uns mit großen Hotelkomplexen, die auch mehr als 500 Personen beschäftigen und Schwierigkeiten haben werden, die Löhne des Monats März zu zahlen.

Akis Vavlitis erklärte, dass diese Hotels in den letzten Jahren voller Elan waren und etliche von ihnen mit den beiden zyprischen Großbanken zusammenarbeiteten. Nun seien sie wegen des große „Haircuts“ ihrer Guthaben in die Knie gezwungen worden. Er führte an, dass die Lieferanten keine Schecks mehr akzeptieren, um Produkte zu liefern. „Sie wollen, dass die Bezahlungen in bar erfolgen. Da jedoch ein Mangel an Liquidität herrscht, wie sollen die Hoteliers ihre laufenden Bedürfnisse bezahlen?

Der Vorsitzende des Verbands erachtete, dass auf Basis der heutigen Gegebenheiten die meisten Hoteleinheiten nicht schaffen werden, den Betrieb wieder aufzunehmen, weil keine Barmittel existieren. „Ich wundere mich, wie es ohne Liquidität einen Neustart der Wirtschaft geben wird„, fragte er sich und fügte an, „etliche Hotels haben Anzahlungen von Reiseagenturen erhalten, ihre Gelder auf die beiden Banken Cyprus Bank und Laiki überwiesen und zu diesem Zeitpunkt, in dem wir reden, keinen einzigen Cent mehr. Natürlich sind sie verpflichtet, die mit den Agenten unterzeichneten Verträge zu respektieren. Es wird einen Teufelskreis geben. Alle ist ausgetrocknet.

Auch die Unternehmen sitzen in der Falle

Der Vorsitzende des parlamentarischen Wirtschaftsausschusses, Nikolaos Papadopoulos, brachte seine Einschätzung zum Ausdruck, das Einzige sich ergebende Positive für die Unternehmerwelt sei die Verrechnung von Schulden mit Guthaben, wie es auch die verbietende Verordnung vorsieht, die das Provinzgericht von Nikosia erließ. Wie er ergänzte, „ist jedoch nicht klar, auf welche Weise diese Regelung erfolgen wird und was mit der Laiki Bank geschehen wird. In der Gesetzgebung, die in der vergangenen Woche von dem Parlament verabschiedet wurde, ist die Verrechnung von Verschuldung und Guthaben jedenfalls vorgesehen. Und die Zentralbank ist nicht berechtigt, die Gesetzgebung zu missachten.

Nikolaos Papadopoulos merkte an, die meisten Unternehmen arbeiteten mit den beiden großen zypriotischen Banken zusammen und scheinen heute in der Falle zu sitzen, da ihre über € 100.000 hinausgehenden Guthaben einen ‚Cut‘ von fast 100% erleiden werden. Leider ist alles im Fluss. Er kritisierte die Zentralbank Zyperns wegen des völligen Fehlens der Informierung der Öffentlichkeit.

Wir erwarten von der ZB seit einer Woche, den Leuten zu erklären, was mit ihren Guthaben und Schulden bei Cyprus Bank und der Laiki Bank sowie ebenfalls auch mit ihren Aktien geschehen wird. Wie die Verrechnung umgesetzt wird und wann sie ihr Geld bekommen, ist unbekannt. Die Leute verhalten sich verantwortungsvoll, die Zuständigen jedoch verantwortungslos.

Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses fragte sich, mit welchem Geld die Firmen agieren werden, die ihre Konten bei den beiden betroffenen Banken hatten. Er merkte an, dass mit den erfolgenden Regelungen nicht nur die Laiki Bank, aber auch die Cyprus Bank die Unternehmer und ihre Kunden im Regen stehen lässt, und brachte bezüglich des Beschlusses der Eurogruppe, die Cyprus Bank solle gerettet werden, die Einschätzung zum Ausdruck, der für die Cyprus Bank forcierte Plan werde diese nicht retten.

(Quelle: Imerisia.gr)

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  1. Klaus
    3. April 2013, 09:40 | #1

    Das stimmt allerdings.
    Ich finde ehrlich gesagt, dass der momentane Weg der absolut schlechteste ist!
    Vor diesem Hintergrund ist es für mich auch absolut unverständlich warum der erste Vorschlag gefloppt ist.

  2. Böse
    3. April 2013, 12:13 | #2

    Warum hatten die Bürger und das Parlament die erste Lösung einstimmig verworfen. Diese Quasi-Steuer hätten alle CY-Bürger ohne zu großen Schaden verkraftet. Die aktuelle Lösung ist untragbar und ich kann nicht verstehen, warum diese Folgen überhaupt nicht in der EU-Zentrale durchgespielt wurden.

  3. Peter Bauer
    3. April 2013, 15:03 | #3

    Ja ja, ein Haircut:
    Guthaben verschwinden. Aber wie sieht es mit den Schulden der Kunden dieser Banken aus?
    Wetten wir diese werden aufgewertet?

  4. Walter Born
    3. April 2013, 17:40 | #4

    Die Frage die sich mir aufdrängt ist diese: Wer wird hier eigentlich gerettet mit den 10 Milliarden und den zusätzlich einkassierten Geldern? Etwa diejenigen, die sich verzockt und aufs falsche Pferd gesetzt haben? Wo geht das ganze Geld konkret hin? Wohl zur Tilgung von Auslandschulden? Und diese die 10 Milliarden addieren sich dann wohl wiederum zu den Gesamtschulden, sodaß unterm Strich dem Land nicht geholfen wurde sondern nur dafür gesorgt das die Gläubiger bedient wurden. Mit den blockieren der Gelder wird man wohl die Wirtschaft vor Ort und in der Peripherie zum Stillstand bringen.

  5. murksel
    3. April 2013, 20:54 | #5

    Ich finde es ein Unding, dass in Europa derzeit die Steuerzahler, und jetzt auch noch Bankkunden, die Verluste aus den Casinospielen der hyperreichen Investoren übernehmen sollen. Die Rettungspakete für GR,PT und SP gehen doch fast zu 100% in den Schuldendienst über die Banken an die Superreichen.
    Es wird Zeit, dass dieser Finanzfaschismus beendet wird und wir wieder zur Marktwirtschaft zurückkehren. Das heißt jeder Investor kann die Gewinne einstecken und muss seine Verluste selber tragen!! Und nicht wie jetzt praktiziert wird, dass der Investor die Gewinne erhält und die Verluste bürdet er dem Steuerzahler oder Bankkunden auf. Das ist blanker Terrorismus der Finanzoligarchen!

  6. Böse
    3. April 2013, 23:21 | #6

    @murksel
    Geldgeschäfte laufen alle über Banken. Die CY Banken sind doch nicht wegen den „Superreichen“ in die Schieflage gekommen. Diese Banken hatten noch 2010 in GR-Staatsanleihen investiert was letztendlich zur Schieflage führte.
    Das tragische ist doch, dass selbst Staatsanleihen immer unsicherer werden.
    Wo soll man denn noch sein Geld anlegen, ist gar nicht so einfach hier eine sichere Lösung zu finden.
    Für mich persönlch ist das eine populistische Sache einfach bei den „Reichen“ und den Banken die Schuldigen gefunden zu haben.
    Es ist der Staat und seine „Diener“ welche den Schuldenberg stetig vergrößen.
    Früher gab es Währungsreformen (die letzte war die Euro-Einführung) und heute lässt man die Gläubiger von Bankguthaben oder Staatsanleihen ausbluten.

  7. Schnucki
    4. April 2013, 00:28 | #7

    @Böse
    Lt Rolf-Dieter Krause (ARD) hat wohl der Regierungschef was dagegen gehabt und das Ganze absichtlich falsch kommuniziert. Da Herr Anastasiades wohl eine Firma hat, die u.a. reiche Russen „berät“ war aus seiner persönlichen Sicht eine solche Regelung kontraproduktiv. Anschließend halt er sich verzockt….(gesehen bei: Anne Will Sendung vom 27.03.2013)

  8. GR-Block
    4. April 2013, 01:34 | #8

    Böse :
    @murksel
    Für mich persönlch ist das eine populistische Sache einfach bei den “Reichen” und den Banken die Schuldigen gefunden zu haben.
    Es ist der Staat und seine “Diener” welche den Schuldenberg stetig vergrößen.

    Es ist nicht populistisch festzustellen, dass an der Krise Reiche gewinnen und deshalb die Schuld tragen. Die Staatsdiener sind nicht schuld. Nein, sie tragen die Verantwortung dafür. Denn sie wurden vom ganzen Volk beauftragt zu regieren, haben sich aber in der Weltfinanzkrise um Hab und Gut einer Minderheit gekümmert, nämlich der Reichen. Im „Fall“ Griechenlands kam hinzu, dass die Reichen keine Griechen waren.

  9. Ottfried Storz
    4. April 2013, 10:39 | #9

    Die Lage erinnert mich an Griechenland, wo Normalbürger, Geringverdiener und Kleinunternehmen mit Abstand am stärksten betroffen werden. Kein Wunder jedoch, ist die aktuelle Regierung Zyperns doch eine Ansammlung ehemaliger Banker und Steueranwälte, deren Focus auf internationale „Steueroptimierer“ und Geldanleger zweifelhaften Rufs liegt. Selbst Präsident Anastasiades betreibt eine der bekanntesten Steuerkanzleien Zyperns.

    Zehn Milliarden EU-Hilfsgelder fliessen nach Zypern. Klingt wenig, bedeutet aber rd. 10.000 Euro je Einwohner ! Das Geld dient zur Refinanzierung auslaufender Anleihen, aber auch für neuen Kreditbedarf des Landes wegen zu hoher Ausgaben und fallender Einnahmen.

    Die 10 Milliarden bedeuten Solidarität von Europa für ein Land, für die Solidarität ein Fremdwort ist. Denn „Steueroptimierung“ für Reiche und Unternehmen auf Kosten anderer EU-Staaten und Osteuropa war seit Jahrzehnten DAS Geschäftsmodell in Zypern. Zypern hat über Jahrzehnte allen anderen Staaten in Europa jährlich Milliarden an eigentlich in anderen Staaten Europas zu versteuernden Zinsen und Gewinnen wegschnappt. Denn Zypern lockt mit lächerlichen 10% Unternehmens- und Körperschaftsteuer und sogar 0% für Welteinkommen von Offshoregesellschaften. Wichtig auch: Zypriotische Behörden informieren ausländische Steuerverwaltungen auch bei Nachfragen nicht.

  10. Heinz
    4. April 2013, 17:43 | #10

    @Ottfried Storz
    Und dann wundern sich manche Foristen darüber, weshalb das andere Europa stinksauer ist und kein Interesse mehr daran hat, solche Zustände zu akzeptieren.
    Mann muss nicht besonders blöd sein, hier einfach so weiter zu machen, wie bisher. Aber es erleichtert die Sache sicherlich ungemein. Oder?

  11. GR-Block
    4. April 2013, 18:43 | #11

    @Ottfried Storz
    Mir ist nicht klar worin da der Vorwurf liegt. Die Tatsache, dass die Standortfaktoren am Schnittpunkt dreier Kontinente und die gute Einbindung im „Commonwealth of Nations Zypern“ eine hervorragende Stellung in der Finanzwelt gibt, kann kein Argument gegen seine Wirtschaftsmoral sein.

    Wer in Zypern eine Firma gründet, bekommt, anders als wo anders, keine steuerlichen Hindernisse in den Weg, solange er Arbeitsplätze schafft. Allerdings gibt es auch keine Hilfen in Form von jahrelanger Steuerfreiheit bei Firmengründung. Riskante Bussinesspläne werden also nicht gefördert. Firmengründer, die nur Start-up-Förderung abgreifen wollen sind nicht willkommen. Auch gibt es keine Marktverzerrungen, wie sie auschließlich in den großen Industriestaaten über sog. „Forschungs- und Entwicklungsförderung“ praktiziert werden, um direkte Staatssubventionen für die Privatwirtschaft als gemeinnützig zu kaschieren. Ebenso gibt es wenig Briefkastenfirmen, wie sie z.B. deutsche Unternehmer bevorzugen, um Geld zu waschen. Hier gibt es einen hohen Bedarf von 350-400 Mrd. € pro Jahr (nur aus D).
    Das zyprische Bankengeld ist seit vielen Jahrzehnten nichtzuversteuerndes arabisches Ölgeld und englisches Bankengeld. Seit ein paar Jahren sind die Russen im Vormarsch, deren Steuern vergleichbar anderer Staaten, also doppelt so hoch wie in Zypern, sind.
    Für das „Wegschnappen“ europäischer Steuereinnahmen von Zinserträgen sind zyprische Banken nur wenig verantwortlich. Das erledigen die bekannten schwarzen €-Löcher innerhalb und außerhalb der EU.

    Mit dem 28%-Cut (=107 Mrd €) der griechischen Staatsschulden ist der EU ein doppelter Coup gelungen. Sowohl griechische wie auch zyprische Banken haben auf einem Schlag ihre Liquidität verloren und können lokalen Unternehmen keine Kredite mehr anbieten, um z.B. die seit über einem Jahrzehnt vermuteten und heute nachgewiesenen Öl- und Gasvorkommen auszubeuten.

    Es wäre vernünftiger gewesen, wenn die EU-Troika die Partnerländer auschließlich mit frischem Geld für die mittelfristige Ausbeutung dieser Bodenschätze (nicht ihrer Bevölkerungen) ausgestattet hätte. Dann hätten alle Seiten noch weit vor 2020 davon profitiert. Nun sind wir aber keine Partner sondern Gegner, wenn es um Bodenschätze geht. Da sind die Regeln anders. Geht es aber um die Rettung des €, also westeuropäischer Banken und deren Zockerkunden, dann müssen die Südvölker „solidarisch“ sein, also bluten. Westeuropäische Völker hingegen sorgen dafür, dass ihre Kapitalisten zu billigen Geld über die sog. „Hilfskredite kommen, um anschließend in die Südmärkte zu „investieren“.

    Finanzimperialismus, da hilft nur eine Währungsreform, gepaart mit dem Auschluss aller 3 FUKG-Staaten aus dem Binnenmarkt. Dann erholt sich die EU sehr schnell. Und die Wirtschaftsmotoren wären CY und GR. Die EU ein mehrheitsfähiges Mitglied der OPEC. Na wie wär das 🙂

  12. GR-Block
    4. April 2013, 20:14 | #12

    @Heinz
    Diffamieren Sie bitte nicht Ihre Feudalherren immer dann als dumm, wenn sie zu Ihren Ungunsten entscheiden. Die machen das schon ganz clever, damit Ihr Hass auf unschuldige gelenkt wird.
    Die Zocker wundern sich, wie leicht es war, sein Risikokapital zurückzubekommen. Sogar mit Gewinn: die Kredit-Zinsen in D sind im Keller und liegen z.T. unter denen der Sparguthaben! Nachdem das alle geschluckt haben, wird wohl in Zukunft das Zocken in der EU als konservative Anlage bezeichnet werden, während Beiträge in die Rentenkasse als Venturekapital charakterisiert werden müssen.

    Moment mal, versucht D mit seiner „korrupten“ Zinspolitik etwa russische Investoren anzulocken, die Kredite in D aufnehmen und gleich wieder anlegen sollen? Ist das nicht ein Perpetuum Mobile 4. Art?

  13. Ottfried Storz
    4. April 2013, 22:42 | #13

    @GR-Block:
    Mein Vorwurf ist, das der neuen Regierung das Vermögen von Kleinkunden und Kleinunternehmer relativ egal ist. Deshalb ja auch der Vorschlag der Regierung, auch die unter 100.000 Euro-Einlagen an der Bankensanierung massiv zu beteiligen. Um Potenzen wichtiger war der Regierung hingegen die geringsmögliche Schädigung der Auslandsinvestoren.

    Zyperns Banken boomten lange. Aber nicht, weil sie angeblich am (Zitat) „Schnittpunkt dreier Kontinente“ lagen. Wenn das ein Vorteil sein soll, haben die xx anderen Offshore-Paradiese in den Karibikstaaten und Kanalinseln ja verloren, liegen sie doch nur an einem Kontinent ….

    Nach letzten EU-Daten gibt es in Zypern über 45.000 Offshore-Firmen, d.h. auf ca. jeden 20 Zyprioten ein. Auch ohne Arbeitsplatzschaffung gab es im Gegensatz zu den über 25 anderen EU-Staaten für diese keine Wertpapiergewinn- und Dividendensteuern, 10 % Kapitalertragssteuern, maximal 10% Unternehmenssteuern, vollständige Steuerbefreiung bei Teilhaberschaften etc etc
    Die 25 anderen EU-Staaten verloren durch Zypern jährlich Milliarden an Kapitalertragssteuern, Dividenden und Unternehmenssteuern. Warum sollten sie zur Rettung dieses sie schädigenden Systems mehr als 10 Mrd. Kredit geben ?

    Offshore-Gesellschaften bezeichnet man als „Gesellschaften ohne Produktion, minimaler Mitarbeiterzahl, aber extrem hoher Kapitalkraft“ in „küstenfernen“ (= „offshore“) Kleinstaaten mit extrem niedrigen Kapitalsteuern, große Geheimhaltung und minimaler Finanzmarktaufsicht .

    Laut EU-Angaben stammen die Bankeinlagen in Zypern ÜBERWIEGEND von Offshore-Gesellschaften (= d.h. ausländische Gesellschaften in Zypern) und dann erst Vermögen von Zyprioten.

  14. GR-Block
    5. April 2013, 02:47 | #14

    @Ottfried Storz
    „Mein Vorwurf ist, dass der neuen Regierung das Vermögen von Kleinkunden und Kleinunternehmer relativ egal ist.“ Stimme zu.

    „Deshalb ja auch der Vorschlag der Regierung, auch die unter 100.000 Euro-Einlagen an der Bankensanierung massiv zu beteiligen. Um Potenzen wichtiger war der Regierung hingegen die geringsmögliche Schädigung der Auslandsinvestoren.“ Vielleicht eine falsche Hoffnung, Russland zu gewinnen.

    „Zyperns Banken boomten lange. Aber nicht, weil sie angeblich am (Zitat) “Schnittpunkt dreier Kontinente” lagen. Wenn das ein Vorteil sein soll, haben die xx anderen Offshore-Paradiese in den Karibikstaaten und Kanalinseln ja verloren…“ Das sind Briefkasten-Paradise, nicht so CY. Dort sind Firmen wirklich mit Büros präsent.

    „Nach letzten EU-Daten gibt es in Zypern über 45.000 Offshore-Firmen, d.h. auf ca. jeden 20 Zyprioten ein. Auch ohne Arbeitsplatzschaffung gab es im Gegensatz zu den über 25 anderen EU-Staaten für diese keine Wertpapiergewinn- und Dividendensteuern, 10 % Kapitalertragssteuern, maximal 10% Unternehmenssteuern, vollständige Steuerbefreiung bei Teilhaberschaften etc etc“ Das Konzept hatte 25 Jahre lang gut funktioniert bis zum EU-Beitritt 2004. Der Binnenmarkt formierte sich. 2008 kam der EURO, dann wurde CY angegriffen, leider über GR.

    „Die 25 anderen EU-Staaten verloren durch Zypern jährlich Milliarden an Kapitalertragssteuern, Dividenden und Unternehmenssteuern.“ Ihre Angaben sind aus der Luft gegriffen. Niemand hat ein „Recht“ darauf in Zypern Geld zu verdienen. EU-Gelder liegen vor allem in anderen Ländern. Ausnahme UK. Um jährlich Mrd „Verluste“ zu produzieren, hätten europäische Steuerhinterzieher mehrere zig Mrd Schwarzgelder transferieren müssen. Laut einhelliger deutscher Meinung ist das aber nur Griechen möglich. (Ironie)

    „Warum sollten sie zur Rettung dieses sie schädigenden Systems mehr als 10 Mrd. Kredit geben ?“ Eben, genau diese Frage sollten Sie sich stellen.

    „Laut EU-Angaben stammen die Bankeinlagen in Zypern ÜBERWIEGEND von Offshore-Gesellschaften (= d.h. ausländische Gesellschaften in Zypern) und dann erst Vermögen von Zyprioten.“ Richtig. Die EU hat damit kaum was zu tun, will es aber unbedingt. Und daran werden Ihre Interessen, Herr Storz, nichts ändern. Dafür wird Frau Merkel schon sorgen.

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