Nachfrist für Ansässigkeitsnachweis für Steuerausländer in Griechenland

29. März 2013 / Aufrufe: 8.707

Die Frist für die Einreichung der Unterlagen zum Nachweis der beschränkten Steuerpflicht in Griechenland wurde bis Ende Juni 2013 verlängert.

Das griechische Finanzministerium verlängerte die Frist für die Einreichung der Unterlagen für den obligatorischen Ansässigkeitsnachweis natürlicher Personen, die im Ausland wohnen und in Griechenland nur für ihre dort erwirtschafteten oder festgestellten Einkommen der Besteuerung unterliegen.

Per Beschluss des Staatssekretärs im Finanzministerium, Georgios Mavrakis, wird die am 29.03 2013 ausgelaufene Frist für die Abgabe der Unterlagen, zu deren Einreichung die natürlichen Personen verpflichtet sind, die einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland deklarieren und nur für jene Einkommen der Besteuerung unterliegen, die sich in Griechenland ergeben (= beschränkte Steuerpflicht), bis zum 28.06.2013 verlängert.

Hoffnung auf ein „vereinfachtes“ Verfahren …

Derweilen werden mit dem Gesetzentwurf des Finanzministeriums über „Investive Wachstumswerkzeuge, Gewährung von Darlehen und sonstige Bestimmungen„, der bereits von dem griechischen Parlament verabschiedet wurde und in den kommenden Tagen im Regierungsanzeiger veröffentlicht werden wird, direkt im Gesetz die Bestätigungen und Bescheinigungen vorgesehen, welche von den Einwohnern verlangt werden, die deklarieren, nur für das aus Quellen in Griechenland erworbene Einkommen besteuert zu werden bzw. besteuert werden zu dürfen.

Unmittelbar nach der Veröffentlichung des in Rede stehenden Gesetzes wird ein Erlass des Finanzministers folgen, mit dem die weiteren Einzelheiten bezüglich der Umsetzung dieses vereinfachten Verfahrens bestimmt werden.

Für EU-Bürger wird jedenfalls auch weiterhin eine zentrale „Rolle“ dem Formblatt E 230 / E 2301 zukommen, dessen Ausstellung leider nach wie vor – speziell auch in Deutschland – auf erhebliche bürokratische Probleme trifft. Im Vergleich zu der von Seite der griechischen Behörden / Finanzämter ostentativ demonstrierten extremen Sturheit geht es allerdings eher um „Peanuts“; ob sich daran mit dem (anhängigen) Ministerialbeschluss etwas ändern wird, bleibt abzuwarten … .

Versäumnis führt zu unbeschränkter Steuerpflicht in Griechenland

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass auf Basis im Jahr 2012 ergangener Ministerialbeschlüsse sogenannte „Steuerausländer“ dem griechischen Finanzamt diesen Status der beschränkten Steuerpflicht fortan jedes Jahr mittels der fristgerechten (!) Einreichung entsprechender amtlicher Bescheinigungen nachweisen müssen. Geschieht dies nicht, wird automatisch von einer unbeschränkten Steuerpflicht in Griechenland für das gesamte weltweit erzielte Einkommen des Steuerpflichtigen ausgegangen, womit unter anderem auch die Veranlagung zur Einkommensteuer auf Basis der berüchtigten sogenannten „objektiven Kriterien“ (pauschale Kopfsteuer, Besitz diverser Güter, Wohnungsfläche, neuerdings auch Bankguthaben und -überweisungen usw.) zur Anwendung kommt.

Für 2012 (sprich die Einkommen des Jahres 2012, die mit der Einkommensteuererklärung 2013 deklariert werden) lief die Frist für die Abgabe der entsprechenden Unterlagen anfänglich am 31 Dezember 2012 aus (obwohl von vornherein feststand, dass sie von vielen Betroffenen definitiv unmöglich eingehalten werden konnte …) und wurde dann erst bis zum 29 März 2013 und nun bis zum 28 Juni 2013 verlängert.

(Quelle: Forologika Nea)

Relevanter Beitrag:

  1. Bavaria
    29. März 2013, 19:52 | #1

    Also ich hatte bei der Ausstellung des Formblatts keinerlei Probleme in Deutschland. Ausfüllen und an das zuständige Finanzamt schicken. Nach 2 Tagen wurde es mir mit den nötigen Stempeln und Unterschriften zurück geschickt – und fertig. Das Problem bei der ganzen Sache ist, das die Steuerberater und Steuerbürger in Griechenland nur sehr unzureichend über Änderungen informiert werden. Wenn ich nicht in diversen GR-Foren unterwegs gewesen wäre, hätte ich von der Nachweispflicht nichts erfahren und sämtliche Fristen verpasst.

  2. HJM
    30. März 2013, 12:34 | #2

    @Bavaria
    Würde mich sehr interessieren: welches Finanzamt und welches Formblatt (E 230)?

  3. Kostantinos
    30. März 2013, 13:31 | #3

    Das Formblatt müssen doch nur Griechen einreichen, die im Ausland und in Griechenland leben und in Griechenland noch Einkommen erzielen, oder?
    Oder gilt das für alle Griechen, die im Ausland leben?
    Da ich ja in Deutschland lebe und in Griechenland gemeldet bin, frage ich mich, ob ich nicht auch sicherheitshalber so ein Formular nach Griechenland schicken sollte.
    Kennt sich da einer näher mit aus?

  4. Bavaria
    5. April 2013, 20:23 | #4

    @HJM
    Ja, es handelt sich um das Formblatt E230, man kann es hier herunterladen:
    http://www.steuerliches-info-center.de/DE/AufgabenDesBZSt/AuslaendischeFormulare/Quellensteuer/Downloads_und_Links/025_Griechenland_Form_E230.pdf

    Mein zuständiges Finanzamt ist ein kleines Provinzamt in der Nähe von München. Ich habe telefonisch angefragt, ob die Bescheinigung möglich ist, habe dann alles ausgefüllt und hingeschickt. Nach 2 Tagen hatte ich das Formular mit Stempel und Unterschrift zurück.

    @ Konstantinos
    Wenn Du in Griechenland gemeldet bist, gehe ich mal davon aus, dass Du eine Ansässigkeitsbescheinigung vorlegen musst. Woher soll das Finanzamt denn sonst wissen, wo Du Dein Einkommen erzielst.

  5. Murkel
    10. April 2013, 11:15 | #5

    Hallo!
    Ich habe zu diesem Thema noch Fragen: wir (dt. Ehepaar, in D/ NRW berufstätig/ steuerpflichtig) haben seit Mitte 2012 ein kleines Haus in GR, was wir in den Ferien selbst bewohnen, nicht vermieten.

    1) Müssen wir die Erklärung auch abgeben? Was ist mit Übersetzung und Postille? (vor Ort wurde uns gesagt, dass wir beides brauchen,…) Wo können wir das machen lassenß
    2) Ich kann den link nicht öffnen und speichern. Wie komme ich noch an das Formular?

    Danke für eure Hilfe!

  6. Bavaria
    10. April 2013, 19:48 | #6

    @Murkel
    Ja, Ihr müsst die Erklärung abgebe, ansonsten müsst Ihr eine Steuererklärung machen. Ich verstehe nicht, warum Du den Link nicht öffnen kannst. Bei mir geht es. Suche einfach mal auf steuerliches-Info-Center.de nach Griechenland Form E 230.
    Eine Übersetzung ist nicht nötig, das Formular ist griechisch-englisch. Ein Beglaubigung hat mein zuständiges Finanzamt in Griechenland auch nicht verlangt, Unterschrift und Stempel des deutschen Finanzamts reichten.
    Viel Glück

  7. Murkel
    10. April 2013, 22:33 | #7

    @Bavaria
    Danke für deine schnelle Antwort!

    ich habe hier ein deutsch- englisches Formular; das müsste in griech. übersetzt werden und dann von ??? mit einer „Postille“ beglaubigt werden. So hat es uns unsere Steuerberaterin in Pylos erklärt.

    Ob unser Klein- Kleckersdorf- Finanzamt das mit engl-griech. akzeptiert und stempelt, zweifle ich an,…

    Warum haben wir die EU, wenn trotzdem alles so kompliziert ist 🙁
    Wüsste gern, wie andere Ferienhausbesitzer es handhaben, um etwas mehr Sicherheit zu haben.
    Gute Nacht

  8. Moppel
    10. April 2013, 23:23 | #8

    Bavaria :
    … müsst die Erklärung abgebe, ansonsten müsst Ihr eine Steuererklärung machen …

    Die Steuererklärung muss infolge des Immobilienbesitzes so oder so abgegeben werden, und zwar unabhängig von der Nationalität! E 230 dient allein dazu, ggf. als „Steuerausländer“ anerkannt und behandelt zu werden, da anderenfalls automatisch von einer uneingeschränkten Steuerpflicht in Griechenland ausgegangen wird.

    @Murkel
    Sofern im Jahr 2012 der eigentümliche Erwerb (!) der Immobilie erfolgte, ist außer der obligatorischen jährlichen Einkommensteuererklärung (E 1) in diesem Jahr (2013) auch die Immobiliendeklaration (E 9) fristgerecht einzureichen, anderenfalls wird es früher oder später dicken Ärger geben.

  9. Barbarundi
    11. April 2013, 00:21 | #9

    @ Moppel
    Keine Steuererklärung wenn der Lebensmittelpunkt im Ausland liegt und dort auch das Einkommen erzielt wird. Das gilt auch in Griechenland und zwar seit April 2011. Ich habe seite 2011 keine Steuererklärung mehr abgegeben und bisher keinerlei Probleme. Grundlage ist das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen D und GR, das allerdings bis 2011 von Griechenland weitestgehend ignoriert worden war.
    @ Murkel
    Mein Finanzamt ist auch nur eine kleine Klitsche. Trotzdem haben sie das Formular anstandslos akzeptiert. Ich würde Dir raten, das Formular von der Seite zu nehmen, die ich verlinkt habe, es entspricht den griechischen und den deutschen Anforderungen.

    • Team
      11. April 2013, 01:31 | #10

      @Barbarundi
      Grundbesitz in Griechenland bringt [nach dem derzeitigen (!) Stand der Dinge] automatisch die Verpflichtung zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung in Griechenland mit sich. Wer etwas Gegenteiliges behauptet und verbreitet, ist entweder falsch informiert oder legt es böswillig darauf an, andere Leute vorsätzlich in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen (und ja, das ist kein Witz, es gibt mehr solcher Typen als sich ein geistig gesunder Mensch schwanen lassen mag!).

      Im April 2010 wurde (jedoch NICHT rückwirkend, sondern mit Wirkung erst ab 2011) die mit einer vorherigen Novelle zum Steuergesetz vorgesehene globale Anwendung der sogenannten „objektiven Kriterien“ (Kopfsteuer, Einkommensindizien usw.) auf Steuerausländer revidiert, sofern letztere in Griechenland keine sonstigen realen (!) Einkommen erzielen.

      Anfänglich wurden von den griechischen Finanzämtern Nachweise wie z. B. Reisebelege, Wohnsitzbescheinigungen, Lohnabrechnungen, Stromrechnungen usw. akzeptiert oder aber auch mehr oder weniger willkürlich gefordert, um den Status des Steuerausländers an- / ab- / zuzuerkennen. Auf Basis einer Ende 2012 ergangenen Verordnung muss dieser Status fortan alljährlich einheitlich und schlüssig (also u. a. – jedoch nach Ermessen des zuständigen Finanzamts ggf. nicht ausschließlich – mittels des Formulars E 230) nachgewiesen werden. Ein klärender Ministerialbeschluss steht an, bisher jedoch nach wie vor aus.

      Nachfrist für Ansässigkeitsnachweis für Steuerausländer in Griechenland
      Neue Steuerfallen in Griechenland
      Hinweis für Besitzer einer Immobilie in Griechenland

  10. Barbarundi
    11. April 2013, 08:57 | #11

    @ Team
    Warum gleich mit dem großen Hammer? Ich möchte niemandem schaden, im Gegenteil. Ich habe über meine Erfahrungen berichtet. Mein griechischer Steuerberater hat mir – zu seinem großen Bedauern – mitgeteilt, dass er künftig kaum noch was an mir verdienen wird, weil ich keine Steuererklärung abgeben muss. Er wird sich doch nicht mutwillig um Einkünfte bringen. Da ich selbst sehr erstaunt über den Kurswechsel der griechischen Behörden war, habe ich mich auf die Suche gemacht, und folgendes gefunden:
    „Das Paradoxe, dass natürliche Personen nach Vorschriften der Vermuteten Einkommens besteuert werden, sofern Sie eine Steuererklärung abgeben, obwohl sie nicht in Griechenland wohnen und kein Real-Einkommen beziehen wurde mit Art 21 § 3 a) des Gesetzes 3943/2011 korrigiert, mit welchem Art 18 gr. K.F.E. geändert wurde.“
    Mit anderen Worten: Wer keine Steuererklärung abgegeben hatte, wurde auch nicht mit Einkommensnachweisen behelligt. Die einzige Voraussetzung ist, dass man sich beim Finanzamt für Ausländer in Athen registriert. Im übrigen war ich vor ein paar Monaten in meinem Finanzamt in Kavala, um eine elektronische Steuernummer zu beantragen. Der Beamte hat sich meinen Steuerfall angesehen und nichts gesagt. Wäre da was auszusetzen gewesen, hätte er das doch sich kommuniziert, oder?

    PS. Die Ansässigkeitsbescheinigung ist natürlich obligatorisch.

  11. Murkel
    18. April 2013, 16:35 | #12

    Ob unser Klein- Kleckersdorf- Finanzamt das mit engl-griech. akzeptiert und stempelt, zweifle ich an …

    Upps, da habe ich unserem Finanzamt aber Unrecht getan! Sie hatten sogar das korrekte Formblatt E 230 vorrätig. Ich hatte es nicht doppelseitig ausgedruckt und habe erfahren, dass es vorgeschrieben sei, die Angaben auf EINEM Blatt zu machen. Also: alles abgeschrieben und in 15 Min. hatte ich die Stempel 🙂 Der Finanzbeamte sagte, ich benötige keine Apostille mehr. Weiß jmd. dazu etwas Genaueres?

    Danke.

  12. adepo
    23. April 2013, 23:17 | #13

    Kann mir jemand sagen ob das Abkommen für alle anderen europäischen Staaten gilt, oder nur für Deutschland.
    Holland, Österreich, Schweiz, ….. wie siehts da aus?
    Gilt das Formblatt für alle EU – Länder?
    Hab auch Probleme mit dem Download.

  13. Götterbote
    24. April 2013, 13:05 | #14

    @Bavaria
    Sie werden in Deutschland genauso wenig über Änderungen informiert. Es obligt in der Pflicht eines jeden Bürgers, sich entsprechend zu informieren.

  14. Christina
    25. April 2013, 01:31 | #15

    @Götterbote
    Es gibt einen entscheidenden Unterschied: In Deutschland ist es ausdrücklich Aufgabe der Finanzämter, die Steuerpflichtigen im Sinne der Gesetze zu beraten. Entsprechend ist, in der Regel, das Dienstleistungsverständnis in den Behörden. Davon sind griechische Finanzbeamte noch Lichtjahre entfernt.

  15. Götterbote
    25. April 2013, 13:23 | #16

    @Christina
    Es mag sein, dass Sie in Deutschland im Finanzamt eine Beratung erhalten, aber die Qualität der Beratung ist meist sehr zweifelhaft, da die Beamten selbst keinen Durchblick mehr über den Gesetzessdschungel haben. Bleibt auch die Frage, ob diese Verpflichtung auch im griechischen Gesetzbuch zu finden ist. Wenn nicht, ist es nun einmal auch nicht die Pflicht eines Beamten, zu beraten.

  16. Schewe
    13. Mai 2013, 15:15 | #17

    Hallo,
    weiß jemand, ob es etwas Neues in bezug auf die Apostille auf dem Formblatt E 230 gibt? Muss sie nun sein oder nicht?
    Danke für Hinweise.

  17. Schewe
    5. Juni 2013, 10:33 | #18

    Hallo,
    gibt es wirklich keine neuen Infos? So langsam läuft ja die Frist ab … Es wäre schön, den einen oder anderen Tipp zu lesen, wie ihr eure Bescheinigungen abgegeben habt 🙂
    Danke!

  18. Elisabeth
    15. Juni 2015, 21:39 | #19

    Hallo, zu der Abgabe der Ansässigkeitsbescheinigung habe ich im Nachhinein eine Frage. WER bitte nimmt sie an. Habe sie in Deutschland problemlos bekommen, nur in Griechenland wollte sie niemand. Beim Finanzamt bekam ich die Auskunft, ich solle sie dem Steuerberater geben und dieser wiederum meint, ich solle sie verwahren, das Finanzamt käme auf mich zu (wie wohl bei anderen Nachweisen, die hier und da verlangt werden) und würde danach fragen. So habe ich nun in den letzten Jahren die Ansässigkeitsbescheinigungen gesammelt. Irgendwie ist das seltsam.

    Zur Abgabe der Einkommensteuererklärung sagte mir jetzt (5/2015) mein Steuerberater auch, dass ich nicht mehr zur Abgabe dieser Erklärung verpflichtet sei, da ich keinerlei Einnahmen in GR habe. Habe das auch hier gelesen, traue aber „dem Braten“ nicht so recht.

    Ich bin im Finanzamt für Ausländer bzw. Auslandsgriechen in Athen registriert.

    Für eine Auskunft wäre ich sehr dankbar.

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