Mit Griechenland geht es voran, mit den Griechen nicht

27. März 2013 / Aktualisiert: 28. September 2013 / Aufrufe: 1.508

Obwohl Griechenland offiziell bestätigt wurde, sich auf dem richtigen Weg zu befinden und Fortschritte gemacht zu haben, geht es den Griechen schlechter denn je.

Es ist schon verwunderlich, wie die internationalen Organisationen die Kriterien formulieren, auf deren Basis sie die Länder und deren wirtschaftliche Leistungen bewerten. Sicher sind die Indizes nicht mehr als nur Zahlen, reflektieren jedoch auch eine gewisse Wahrheit – oder sollten es zumindest.

In einem Griechenland mit 26% Arbeitslosigkeit stellt es eine Top-Nachricht dar, wenn der Vertreter des Kommissars Oli Rehn seine Anerkennung bezüglich des wirtschaftlichen Kurses des Landes und der tiefen Reformen ausspricht, die es „durchzusetzen“ geschafft hat. Durchzusetzen gegen wen? Vielleicht gegen irgendwelche unsichtbaren Feinde des Landes? Leider nicht, trotz ihrer Notwendigkeit wurden und werden die Reformen innerhalb eines gewaltsamen Zeitplans durchgesetzt, der diejenigen, denen die Reformen helfen müssten, in vielfältige Sackgassen führt: die Griechen.

Manhattan wurde für Glasperlen und Whisky verkauft …

Substantiell und praktisch sprechen alle von Arbeitslosen, die 1,5 Mio. Personen der Bevölkerung Griechenland übersteigen – und beziehen sich natürlich auf die aktive Bevölkerung. Anstatt dass also diese potentiellen Arbeitskräfte mittels ihrer Steuerabgaben und Leistungsfähigkeit die Bemühung des Landes unterstützen, bleiben sie weiterhin arbeitslos. Am Rand der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.

Das Unglück ist, dass es in der allgemeinen „Euphorie“ Europas über den positiven Kurs Griechenlands auch nicht eine einzige zuversichtliche Maßnahme zur Schaffung neuer Arbeitsplätze gibt. Die Anziehung von Investitionen erfolgt hinter geschlossenen Türen und unter Bedingungen, welche an Schwellenmärkte und nicht an ein entwickeltes Mitgliedsland der OECD erinnern. Lassen wir uns in Erinnerung rufen, dass die Indianer Nordamerikas die gesamte Fläche des heutigen Manhattans für einige Perlen der Ketten der europäischen Kolonisten und ein paar Flaschen Whisky verkauft hatten.

Die selektive Optik der Troika und allgemein der internationalen Organismen bezüglich des Kurses des Landes birgt ernsthafteste Gefahren für die Zukunft einer ganzen Generation. Wie kann es angehen, dass die Troika sich tagelang damit beschäftigt, wie viele Raten für die anhängigen Verbindlichkeiten an den Fiskus eingeräumt werden können, und zu keinerlei Erklärung bezüglich der ungeheuren Anzahl der Arbeitslosen schreitet? Ob die Schrumpfung des Arbeitskräftepotentials Teil des Memorandums ist? Das mag vielleicht sogar sein – außerdem hat es ja scheinbar so wie so niemand kontinuierlich gelesen, womit in den kommenden Jahren die Überraschungen andauern können.

Wird Griechenland ohne Griechen überleben können?

Die Anzahl der Arbeitslosen und ihre kurzfristige dynamische Reduzierung muss fortan eine grundlegende Säule des griechischen Programms sein. Außerdem ist es auch aus makroökonomischer Sicht die einzige sichere Weise zur Erhöhung des BIP, der Abgaben und der Steuereinnahmen. Wenn Griechenland mehr exportieren soll, muss es Arbeitsplätze für Menschen sicherstellen, die ihm helfen können, mehr zu produzieren. Wenn Griechenland mehr Tourismus benötigt, muss es Anreize geben, damit die erforderlichen Personalstrukturen in der Lage sind, der erhöhten Nachfrage zu entsprechen.

Obwohl wir jedoch so viel über so viele andere Themen zu hören bekommen, bleibt an dem Tisch der Diskussionen und Verhandlungen die Arbeitslosigkeit der große Abwesende – ein unsympathischer Verwandter, den die meisten ignorieren möchten. Die Lösung des Problems der Arbeitslosigkeit stellt fortan keine Option mehr dar – sie ist eine zwingende Notwendigkeit.

Das Beunruhigende ist natürlich, dass der „positive“ Kurs der Wirtschaft nicht das tatsächliche Bild der Bevölkerung reflektiert und die Arbeitslosigkeit ein äußerst klares Indiz dafür ist. Ob Griechenland wohl ohne die Griechen überleben können wird?

(Quelle: Sofokleous10.gr)

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  1. 27. März 2013, 06:04 | #1

    In China verdient ein Arbeiter der Autos baut 150Euro und in Deutschland 3.000Euro bei gleicher Qualifikation.

    ALLES nivelliert sich jetzt. Das nennt sich Globalisierung und Darwinismus!

    Es gibt zuwenig Arbeitsplätze also kommt eine „Bevölkerungs-Reduktion“!

  2. Roland
    27. März 2013, 08:47 | #2

    Da die Griechen offensichtlich nicht in der Lage sind, ihre Regierung und die korrupte Oberschicht zum Teufel zu jagen und sich vom dem EURO zu verabschieden, haben sie langsam kein Mitleid mehr verdient.
    Selber schuld.

  3. Bernd Luge
    27. März 2013, 18:42 | #3

    Ohne eigene griechische Währung kommt Griechenland nicht nach oben.

  4. Roberta
    27. März 2013, 19:37 | #4

    @Roland
    Haben Sie die Adresse des Teufels? Dann bitte ich um Bekanntgabe. Ausser der griechischen Regierung und der korrupten Oberschicht sollten wir noch einige andere Profiteure anderer Nationalitäten dorthin schicken, am besten mit prall gefüllten Euro-Koffern !

  5. Markos
    27. März 2013, 20:09 | #5

    @Roland

    Das ist einfach absurd und sowas von unmenschlich, auch die Griechen sind Menschen wie alle andere, und ich glaube nicht das alle Griechen für diese schlechte Lage verantwortlich sind. Politiker, Ärtzte, Reeder, Großunternehmer und korrupte Staatsbeamte, würd ich eher sagen, und nicht die einfachen Arbeiter, kleinen Beamten, Schüler usw.
    Denkst du wirklich dass die Griechen dies nicht wollen? Die Regierung und die korrupte Oberschicht dafür bezahlen zu lassen? Okay, allmächlich tut sich etwas, dennoch gibt es noch vieles zu tun. Ich glaube, das griechische Volk demonstriert schon genug, doch diejenigen, die die Macht haben, lassen sich auch nicht so leicht unterkriegen … Diese Oberschicht steckt mit den europäischen Politikern doch unter einer Decke … als ob es nur Griechenland derzeit schlecht ergeht, seht euch mal Spanien, Italien, Portugal und nun auch Zypern an … hier wird ganz Südeuropa langsam in den Ruin getrieben.
    Kaputt sparen ohne gute Arbeitsplätze zu schaffen wird nichts bringen, auch wenn die Korruptheit nicht mehr existiert.

  6. Roland
    28. März 2013, 08:47 | #6

    @ Markos

    Was hält die Griechen davon ab, endlich eine Revolution zu machen ?
    Hat das Volk dort keinen Mumm ?
    Gejammert ist doch genug.

  7. Roditisa
    28. März 2013, 10:53 | #7

    @Roland
    Niemand braucht Ihr Mitleid. Man kann damit keine Kranken heilen, keinen Hunger stillen, keine kalten Füße wärmen. Wenn Sie helfen möchten, kontaktieren Sie die griechische Gemeinde in ihrer Nähe und fragen Sie, wo Sie Medikamente, Lebensmittel und Kleidung abgeben können.

    Oder muss man sich Ihre Hilfe auch „verdienen“? Was soll mein chronisch kranker Nachbar Ihnen als Gegenleistung geben? Einen Terroranschlag auf Samaras?

  8. Roditisa
    30. März 2013, 13:11 | #8

    @Roland
    Ich schätze mal, das Volk weiß zu gut, dass Revolutionen selten zu demokratischen Verhältnissen führen. Man hat hier die Erfahrung eines Bürgerkrieges und einer Diktatur bereits in jüngerer Geschichte sammeln dürfen. Eine Revolution würde ziemlich sicher ganz schnell zu einem Militärputsch führen. So was braucht hier keiner, dann lieber Regierungen, die korrupt aber abwählbar sind. Angesehen davon vernichten gewalttätige Auseinandersetzungen alles, was in einem Land noch wirtschaftlich funktioniert. Lieber langsamer Wandel, als blinde Vernichtung.

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