Krebskranke in Griechenland sind verzweifelt

10. März 2013 / Aktualisiert: 27. Januar 2019 / Aufrufe: 2.502

Infolge der radikalen Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem in Griechenland müssen immer mehr Krebspatienten ihre Therapie aus eigener Tasche bezahlen oder abbrechen.

Wir sind verzweifelt, wir sterben … Was der Krebs nicht schafft, bringt der Staat fertig …

Wenn Du diese Phrasen hörst, die mit der Stimme der Verzweiflung von Menschen ertönen, die jeden Tag einen Kampf um ihr Leben liefern, fühlst Du mehr Zorn und Ärger als Trauer. Und dies, weil gegenüber einem unsichtbaren Feind, den das selbige Gesundheitssystem schafft, der Krebs sehr klein erscheint.

Dies betonten die Vorsitzenden der Liga der Krebskranken Griechenlands (OKE), Persefoni Mitta, und des Verbands Krebskranker – Freiwilliger – Freunde – Ärzte, Zoi Grammatoglou.

Krebskranke müssen monatlich bis 3.000 € für Medikamente aufbringen

Krebskranke ersteigen alltäglich ihr eigenes „Golgatha“, da sie abgesehen von der verfluchten Krankheit aufgefordert sind, bis zu 3.000 Euro zu bezahlen, um sich ihre Medikamente zu beschaffen, oder sich in verschiedene Balkanländer zu begeben, um billige Kopien zweifelhafter Qualität zu kaufen, oder 3 und 4 Monate in der Warteschlange auszuharren (ein für ihre Gesundheit oftmals verheerender Zeitraum), damit sie ihre erforderlichen Bestrahlungstherapien machen.

Und all dies, weil in der Epoche des Memorandums in den Regalen der Krankenhäuser die erforderlichen Präparate fehlen, es an Personal mangelt und die Geräte – eins nach dem anderen – außer Betrieb gesetzt werden. Was Frau Mitta betonte, ist wirklich schockierend.

In den Regalen der Krankenhäuser fehlen die erforderlichen Medikamente, und wenn wir uns an den EOPYY wenden, erhalten wir keine klaren Antworten. Um uns die Medikamente von den privaten Apothekern zu beschaffen, müssen wir 2.000 – 3.000 Euro bezahlen„, merkt die Vorsitzende der OKE an, um hinzuzufügen: „Es gibt viele, die sich nach Bulgarien, Rumänien und nach Skopje begeben um billige Medikamente zu kaufen, die Kopien von der griechischen Behörde für Medikamente (EOF) nicht zugelassener Präparate sind und sogar auch aus Uganda stammen können.

Das Thema hatte neulich ebenfalls der Vorsitzende der Liga der Krankenhausärzte (OENGE), Dimitris Varnavas, gestellt, der betont hatte, dass etliche Krebskranke gezwungen werden, sich nach Bulgarien und Istanbul zu begeben um sich Platin zu beschaffen, welches das billigste chemotherapeutische Medikament ist.

Tragisch ist auch der in dem Thema der Bestrahlungsbehandlungen herrschende Zustand. „Die Patienten warten sogar bis zu 3 und 4 Monate, um Bestrahlungstherapien unterzogen zu werden, und dies, weil es einen dramatischen Personalmangel gibt und die Bestrahlungsgeräte eins nach dem anderen wegen Defekten ausfallen„, betonte Frau Mitta und fügte an: „Derzeit sind die Apparaturen im Theagenio und im Papageorgiou defekt, mit dem Ergebnis, dass viele Patienten sich auf der Warteliste befinden. Gewisse Leute verstehen nicht, dass selbst nur eine Woche der Unterbrechung den Krebs widerstandsfähiger macht.“ Der Epilog all dessen, was uns die Vorsitzende der OKE sagte, ist ein „Messerstich ins Herz“: „Wegen dieses ganzen Zustands sind die Krebs-Sterbefälle angestiegen. Was die Krankheit nicht schafft, bringt der Staat fertig. Wir sind verzweifelt, wir sterben.

Bis zu vier Monate Wartezeit für Bestrahlungen

Auf die in vielen Fällen mehrmonatigen Wartezeiten für eine Strahlentherapie bezog sich auch die Vorsitzende des Verbands der Krebskranken – Freiwilligen – Freunde – Ärzte (KEFI), Zoi Grammatoglou. „Die Wartezeiten für eine Strahlentherapie erreichen häufig bis zu 3 oder 4 Monaten. Der Grund ist hauptsächlich der Personalmangel in den öffentlichen Krankenhäusern„, betonte sie fügte an: „Die Krebskranken begegnen auch anderen großen Problemen. Manche beispielsweise, die kleine Unternehmen betrieben und diese schließen mussten, können keine Versicherungsbeiträge zahlen, erhalten somit keine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung und gelten als nicht versichert. Wenn diese Menschen in ein Krankenhaus eingeliefert werden, benötigen sie allein für ihre Krankenpflege 1.000 – 2.000 Euro.

(Quelle: Vradyni, S. 9)

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  1. GR-Gast
    10. März 2013, 12:25 | #1

    Es blutet einem das Herz, wenn man diese 2-Klassengesellschaft sieht, diejenigen die am rechten Platz sitzen werden immer reicher und diejenigen die mit der Hände Arbeit sich ihr Brot verdienten, die werden ausgeblutet und dafür reicht es nicht mal mehr für Medikamente wenn grade solche Patienten, Eltern wie Kinder, am Rande der Verzweiflung durch solch eine Krankheit stehen.
    Ausbeutung und Unterdrückung werden unter Vorspiegelung von Schuldverträgen (die sie selbst gar nicht verschuldet haben) zum Kavaliersdelikt,
    Menschlichkeit, Gemeinsamkeit – diese Werte sind verkümmert und völlig „unmodern“,
    wodurch wurden denn die Reichen so reich – grade weil die ärmeren Leutchen für sie arbeiteten, ist das das Dankeschön indem sie völlig unterdrückt und ausgeblutet werden?

  2. Janz
    10. März 2013, 12:57 | #2

    Das alles, ist die Schuld der Verbrecher der Banken und unserer erbärmlichen Politik.Das diese blutsaugenden Knechte der EU.überhaupt noch ruhig schlafen können,(aber nicht mehr lange)erstaunt mich.Irgendwann,werden Sie sich nur noch untertage raustrauen.Und das ist gut so!

  3. LiFe
    10. März 2013, 20:00 | #3

    Warum erfährt man derartige Tragödien im Griechenland-Blog? Warum erfährt man derartige Tragödien nicht in TV-Programmen? Man würde am liebsten sämtliche Gebühren für öffentliche Programme in Spenden umwandeln.

  4. Ausgenz
    10. März 2013, 21:03 | #4

    Wenn eine IKA-Mitarbeiterin über Jahre hinweg unbemerkt IKA-Gelder in Milionen-Höhe auf eigene Konten überweisen konnte, zeigt, dass bei Buchführung und in der Kontrolle dieser großen Versicherungsanstalt einiges im Argen liegt. Wie konnte es angehen, dass weiterhin der Bürgermeister von Saloniki über mehrere Jahre keine Beiträge für die 5000 Mitarbeiter an die IKA abführte, ohne dass es zum großen Aufschrei bei der IKA gekommen ist? So etwas muß doch auffallen. Es wird wohl noch viel mehr solcher krimineller Vorgänge geben. Die bittere Rechnung und Konsequenzen müssen nun die Kranken tragen. Bleibt zu hoffen, dass die Führungsstrukturen innerhalb der IKA überarbeitet werden und unfähige Führungskräfte abgelöst werden.

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