Kirche will zur Rettung Zyperns beitragen

21. März 2013 / Aufrufe: 475

Die zypriotische Kirche will mit ihrem immensen Vermögen zur Rettung der Wirtschaft des Landes beitragen, damit es ohne ausländische Hilfe auf eigenen Füßen steht.

Bei einem persönlichen Treffen des zypriotischen Staatspräsidenten Nikos Anastasiadis mit Erzbischoff Chrysostomos präsentierte das Oberhaupt der zypriotischen Kirche dem Präsidenten einen Vorschlag zur Stützung der Wirtschaft des Landes durch die Kirche. Den Präsidentenpalast verlassend erklärte Herr Chrysostomos, Wege zum Ausgang aus der Krise vorgeschlagen zu haben.

Konkret schlug der Erzbischof vor, dass die Regierung zur Auflage einer Anleihe schreitet, die auf Anweisung des Erzbischofs die Klöster, die Bistümer und die kirchlichen Einrichtungen Zyperns zeichnen werden. Das Oberhaupt der zypriotischen Kirche erklärte, dass das gesamte Vermögen der Kirche verpfändet werden könne, welches – wie der Erzbischof charakteristisch betonte – immense Dimensionen habe, und als Gegenleistung werde sie Obligationen erhalten. Das Volk und die Kirche werden diese Anstrengung unterstützen.

Rettung des Bankwesens mit Vermögen der Kirche

Zusätzlich versicherte Herr Chrysostomos, das gesamte Kirchenvermögen stehe dem Staat zur Verfügung, damit das Bankensystem nicht zusammenbricht und Zypern ohne die Hilfe der Ausländer auf seinen eigenen Füßen stehen wird. Laut dem Erzbischof sagte Staatspräsident Anastasiadis zu, dass ein Sonderausschuss den Vorschlag bearbeiten werde.

Von dem überraschenden Besuch des Erzbischoffs beim Präsidenten der Republik von Zypern wurde anfänglich angenommen, es stehe mit seiner möglichen Intervention beim Patriarchen Kyrillos bezüglich russischer Hilfe für Zypern in Zusammenhang, jedoch war dies letztendlich nicht nötig, da der zypriotische Präsident in kontinuierlichem Kontakt mit der russischen Regierung steht.

(Quelle: in.gr)

  1. Ottfried Storz
    21. März 2013, 13:14 | #1

    Eine weitere Anleihe – egal zu welchem Zinssatz – würde die zu hohe Staatsverschuldung weiter erhöhen. Darum jedoch geht es nicht.
    Zypern muss rd. 6 Mrd. IN CASH als Sanierungsbeitrag beibringen, um akut 10 Mrd. weitere Krediite plus zukünftig weitere zu erhalten. Diese 6 Mrd. können eigentlich nur durch sehr hohe akute Sondersteuern oder einem 8,5% Rettungsbeitrag aus den Geldanlagen reinkommen.

  2. Roland
    21. März 2013, 16:43 | #2

    In Zypern steht ein ganzes Volk zusammen und schlägt die Troika zurück. Bravo !
    Was ist bloß in Griechenland los ?
    Sind die Griechen feige geworden ?

  3. GR-Block
    21. März 2013, 18:07 | #3

    Was hier aus des Erzbischofs Mund kam, ist wirklich Gold wert. „Nomen est omen“ würde sein lateinischer Kollege sagen.

    „Die zypriotische Kirche will mit ihrem immensen Vermögen zur Rettung der Wirtschaft des Landes beitragen, damit es ohne ausländische Hilfe auf eigenen Füßen steht.“

    Das ist der demokratische Wille des Volkes und sein gewählter Bischoff vertritt ihn. Diese uralte griechische Tradition der Wahl seines επίσκοπος (=Bischoff, wörtlich Aufseher, Supervisor) hat von Hellas über den Hellenismus, von der römischen Besetzung über das Byzantinische Kaiserreich, von der osmanischen Unterdrückung bis in die europäische Bevormundung all die Jahrtausende überlebt.
    Nur selten aber tritt es deutlich hervor, wie z.B. in dieser Situation. In der lebendigen zyprischen Demokratie demonstriert das Volk seine Macht, weil jeder Gewählte prinzipiell wieder abgewählt werden kann (Erster unter Gleichen). Das gilt für den politischen, wie auch den pneumatischen Führer (das hat nix mit heißer Luft zu tun).

    „… überraschenden Besuch des Erzbischofs beim Präsidenten der Republik von Zypern…“

    Insofern ist der „in Rede stehende“ Besuch für einen Zyprer nicht wirklich überraschend.

    „… Intervention beim Patriarchen Kyrillos … letztendlich nicht nötig, da … Kontakt mit der russischen Regierung …

    Nein! Alte, ehrwürdige Netzwerke, wenn auch mit noch so dünnen Weben geknüpft, zeigen oft nachhaltigere Wirkung als neue, kurzlebige Fast-Food-Freundschaften. Die arrogante EU soll nicht glauben, das „kleine“ Große Zypern wäre mit allen seinen Fasern ausschließlich mit ihr verwirkt.
    Da gibt es immer noch Hellas, da gibt es die Orthodoxie (Oh Gott, meine atheistische Seele blutet!) und da gibt es den Commonwealth of Nations (mit seinen Banken). Wer weiß, vielleicht sogar bald die OPEC… Und was zum Teufel wollte der Ökumenische Patriarch vorgestern bei der Papsteinführung??? Zum ersten Mal seit 1054!

    Hey Goldmund, willst du nicht Βαρθολομαίος und Franciskus einladen das 13. Konzil (welch eine Zahl!) in Zypern abzuhalten? Vielleicht auf einer Ölplattform von GASPROM? Ich bin ganz sicher, товарищ Кирилл macht bestimmt mit.

  4. LiFe
    21. März 2013, 18:46 | #4

    In Zypern geht es um Gasvorkommen. Es wird darüber diskutiert, auf wessen Hoheitsgebiet es sich befindet und wem Lizenzen gegeben werden. Wann wird es endlich öffentlich bekannt gemacht. Immer geht es um Bodenschätze!

  5. philhelene
    22. März 2013, 00:12 | #5

    „ohne auslandische Hilfe?“ Also auch ohne die 10 Mrd aus dem übrigen Europa? Ok, dann ist ja alles wieder gut.

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