Griechenland und Zypern in der neuen Welt

23. März 2013 / Aufrufe: 1.128

Nach den Experimenten in Griechenland wurde nun auch Zypern zum Versuchslabor, in dem die Reaktionen auf die Konfiszierung der Sparguthaben gemessen werden.

Sie setzten uns die Pistole an die Schläfe„, erklärte der zypriotische Finanzminister. Was wird wohl jemand mit der Pistole an der Schläfe zu verhandeln haben? Diese Umstände verweisen auf Gespräche mit Banden, die an der Aufteilung ihres Wirkungsbereichs interessiert sind und sich dabei der Taktik der „schwarzen Witwe“ der Mafiosi Chicagos zu Beginn des 20. Jahrhunderts bedienen.

Was ist denn nun eigentlich Zypern? „Ein kleines Versuchslabor„, meint Jacques Attali. Ein Labor ist auch Griechenland, zur Ausübung der brutalsten Form der Austerität an der Gesellschaft mittels der Kürzungen der Löhne und Renten sowie der Arbeitslosigkeit. Nun ist auch Zypern ein Labor, wo die Reaktionen aus dem „Haircut“ der Bankguthaben und speziell jener der Kleinsparer gemessen werden.

Erpressung und zweierlei Maß der EZB

Der Katalysator in dem Zypern genannten Reagenzglas ist jedoch die Erpressung mittels der Liquiditätsblockade der Europäischen Zentralbank (EZB) gegen die zypriotischen Banken ab dem Morgen des kommenden Dienstags. Im Vorliegenden ist festzustellen, dass die EZB zweierlei Maß anlegt, da sie im Fall der BNP Paribas und anderer europäischer Banken, die analoge Schwierigkeiten hatten, nicht dermaßen hart und anspruchsvoll war.

Warum dies? Weil die EZB ihre Unabhängigkeit verloren hat, wie die französische Zeitung Le Monde anmerkt. Sie ist also zu einem Organ Berlins geworden. Um ein weiteres Mal zu belegen, dass die Europäische Union und die Eurozone nicht mehr Zusammenschlüsse gleicher und solidarischer Partner, sondern Zonen sind, die sich unter der engen Kontrolle Deutschlands befinden.

Der deutsche Autoritarismus wird natürlich hinter einer angeblich protestantischen Moralpredigt und der Schulmeisterei an die ungezogenen, kriminellen und „faulen“ Europäer des Nordens versteckt, die mittels der deutschen, aber auch anderer europäischer Medien verbreitet werden. Über Zypern sagten und sagen sie weiterhin sogar, bei seinen Banken würden „schwarze Gelder gewaschen“. Wenn dies stimmt, muss das selbe neumoralische Wirtschaftsdogma der Deutschen auch auf Luxemburg, Malta, die Schweiz, aber auch die selbige Deutsche Bank angewendet werden, die Geschäfte mit den Steuerparadiesen der verschiedenen Kaimaninseln betreibt.

Wird das geschehen? Sicherlich nicht. Die zypriotische Wirtschaft muss einfach „zerstört“ werden, damit Zypern unterworfen wird. Es ist kein Zufall, dass Deutschland auf dem „Haircut“ der Bankguthaben beharrt und jeden anderen Plan – wie den des Solidaritäts-Investitionsplans – ablehnt.

Spiel um Kontrolle und Einfluss in der südöstlichen Ägäis

Was wollen also die Deutschen, Russen und Amerikaner in der Region? Die Antwort ist simpel: Das Erdgas. Obama führt Gespräche mit den Israelis, die zu einer Vereinbarung mit der Gazprom über die Nutzung der verschiedenen Kohlenwasserstoff-„Felder“ in der Region gekommen sind. Der Präsident des russischen Kolosses, Alexei Miller, befindet sich in Griechenland, da er sich für die DEPA (Öffentliche Erdgasgesellschaft Griechenlands) interessiert, die das zypriotische Erdgas nach Europa befördern wird. Der neue Präsident Chinas wird seine erste reise nach Moskau machen. Die Kommission, sprich die Deutschen befinden sich bereits in der russischen Hauptstadt.

Unter dem Strich wird in dem Becken des südöstlichen Mittelmeers zwischen den Mächten des Planeten ein Spiel der Kontrolle und des Einflusses gespielt, mit Fernziel den Energiereichtum. Das selbe geschieht auch in Afrika und auf der gesamten Welt, da das Alleinherrschaftsimperium der USA nicht mehr besteht.

Welche Position werden jedoch wir Griechen und Zyprioten in dieser neuen Welt haben? Werden wir „Sklaven“ oder frei und würdevoll sein? Das „Nein“ der Zyprioten zeigte jedenfalls, dass es eine Alternative gibt.

Quelle: Die neue Welt und wir
Autor: Jorgos Papasotiriou
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Relevante Beiträge:

  1. Roland
    23. März 2013, 09:31 | #1

    Durch Schrumpfung (und teilweise Zerschlagung) zypriotischer Großbanken, haben sich die Großbanken der EU einiger unbequemer Konkurrenten entledigt.
    Es könnte sich aber um einen Pyrrhus-Sieg handeln. Denn: Geht diese Vernichtungs-Konkurrenz innerhalb der EU weiter, fliegt sie über kurz oder lang auseinander.

    Zypern und Griechenland sollten den Anfang machen und einfach Tschüss sagen.

  2. Catalina
    23. März 2013, 10:03 | #2

    Genau so ist es!! Wird Zeit, dass endlich viel mehr Leute begreifen, was „gespielt“ wird und wer welche Rolle dabei spielt.

  3. Franz
    23. März 2013, 15:40 | #3

    Berlin ist immer Schuld, oder doch die betreffenden Länder wie u.a. Cypern und Griechenland selber?

    Der Autor sollte sich einmal mit dem Gebilde EU, Eurozone und deren Entscheidungsträger und Gremien vertraut machen, dann würde er nicht so einen Senf von sich geben. Ursächlich für die Krise in Griechenland war nicht die EU, respektive Berlin, sondern die Misswirtschaft geprägt durch Selbstbedienungsmentalität (sozialer Selbstbedienungsladen), Korruption, eine überbordende Verwaltung und nicht zu vergessen eine unglaubliche Vetternwirtschaft. Das selbe trifft auch auf Cypern zu. Dies sind nur einige Dinge von vielen anderen Ursachen, die dazu beitrugen, dass die Länder an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gelangten.
    Ich vermisse in diesem Artikel „selbstkritische und ausgewogene Betrachtungsweise“, aber das ist wohl nicht des Autors Stärke, statt dessen Populismus pur, Schuld sind immer die Anderen und vor allen Dingen, schüren von Deutschfeindlichkeit. Sicher ist dies einfacher, als eine kritische Auseinandersetzung mit dieser komplexen Thematik, Schulden sind nun einmal zu begleichen und der Schuldner ist nun mal nicht in der dominanten Position, dies ist eben Fakt.
    Mal darüber nachdenken bevor ich die neoimperialistische Keule schwinge.

  4. Böse
    23. März 2013, 16:10 | #4

    Ich verstehe nicht, warum nun CY die Rentenfonds in Spiel bringen. Wid die Maßnahme nicht alle Bürger belasten auch die Armen?

  5. windjob
    23. März 2013, 16:57 | #5

    Wer bitte zwingt den Zypern irgendwelche Kredite anzunehmen. Es ist ein souveräner Staat und kann machen was er will. Wenn ich mein Geld verzockt habe kann ich auch nicht zu meinem Nachbarn gehen und um Hilfe bitten. Kann ich schon aber er wäre blöd diese zu gewähren.
    Ständig auf Deutschland als schuldigem rumzuhacken ist einfach. Letztendlich war es die cyprische Regierung die die Sonderabgabe abgelehnt hat und jetzt wieder einführen will. Wenn ein Geschäftsmodell nicht funktionier, dann muss man es ändern.

  6. Moppel
    23. März 2013, 17:19 | #6

    @Böse
    Die Kassen sind so oder so „dran“: ihre Rücklagen sind bei zypriotischen Banken angelegt und auf jeden Fall von dem Einlagen-Schnitt betroffen. Dieser Umstand ist natürlich auch der Kommission bekannt … und völlig schnuppe, wie sich bereits in Griechenland zeigte, wo den Kassen durch den „Haircut“ bewusst der Gnadenschuss verpasst wurde.
    Im Fall eines Einlagenschnitts wären die betroffenen Gelder der Kassen also endgültig weg, worüber sich aber niemand aufzuregen scheint. Für den Rettungsfond würden die Rücklagen dagegen – zumindest theoretisch – nur „ge- / beliehen“ werden, dagegen wird jedoch Sturm gelaufen: Die verlogene Scheinheiligkeit kennt eben einfach keine Grenzen!

  7. Böse
    23. März 2013, 20:50 | #7

    Was mich als Außenstehender auch interessiert ist, wie können die CY-Banken über 4% Zinsen auszahlen? Woher kommen diese relaiv hohen Zinserträge der Banken zustande?

  8. GR-Gast
    23. März 2013, 21:41 | #8

    Angefüttert und dann mit einem Wertverfall bei Immobilien, Autos, Grundstücke, usw. abgezockt, war doch klar, daß die Bürger ihre Raten nicht bezahlen können, wenn sie mit immer mehr und höheren Steuern, die zum Teil vorher gar nicht gab, belegt wurden.
    Egal ob sie sich aus dem Müllcontainer ernähren müssen, sie kein Geld für Medikamente haben und es Kinder gibt die am verhungern sind, ist das eine moderne EU – wo doch alles so viel besser werden sollte, wie es den Bürgern erzählt wurde?
    Der große Coup – die Staaten verschulden sich durch die sogennten Hilfspakete und ihnen wird diktiert wie sie ihren Staat zu führen haben,
    ich hab die Befürchtung, daß kein Staat der Schulden hat über seine eigenen Bodenschätze und Staatsvermögen verfügen kann, da ebenso – wie im Kleinen die Bürger verarmt wurden- , der verschuldete Staat durch die EU Großmacht sich an all den Staatsschätzen bedienen kann und wird.
    Deshalb hoffe ich, daß die Rechnung nicht aufgeht, die Bürger der verschiedenen Staaten aufzuhetzen und sie somit „blind und ängstlich“ zu machen,
    im Gegenteil, die Bürger jeden Staates sollten sich zusammenschließen, dann ist die Gefahr „versklavt“ zu werden weitaus weniger vorhanden.

  9. Ottfried Storz
    23. März 2013, 22:59 | #9

    Schreiben alle Medien in Griechenland und Zypern so meinungsvoll, frei von Fakten und Tatsachen? Zitat: „Die zypriotische Wirtschaft muss einfach “zerstört” werden, damit Zypern unterworfen wird.“ „Was wollen also die Deutschen, Russen und Amerikaner in der Region? Die Antwort ist simpel: Das Erdgas.“
    Belege für diese Behauptungen fehlen jedoch. Kann es auch nicht gebgen: Deutschands „Erdgasindustrie“ ist die im internationalen Vergleich sehr kleine Wintershall. Sie hat jedoch keinerlei Interesse an Engagements im Süden oder Südosteuropa. Ohnehin hätte sie gegen weltweit ca. 30 grösseren Erdgasfirmen keine Chance. Auch Deutschlands „Großbanken“ sind im internationalen Vergleich klein, selbst die Santander (Spanien), Crédit Agricole (Frankreich) oder vier (!) britische Banken haben höhere Bilanzsumme, als die grösste deutsche Bank (Deutsche Bank).
    Warum will denn keiner in Griechenland / Zypern begreifen, dass die 16 anderen EURO-Staaten einfach kein Interesse haben, erhebliche Milliardenbeträge für zyprische Banken zu verschenken, deren Einlagen überwiegend aus Nicht-Euro-Ländern stammen?

  10. LiFe
    23. März 2013, 23:51 | #10

    @ GR-Gast
    Das Fatale an der ganzen Sache ist, dass jenen, die immer bodenständig geblieben waren und sich nicht vom Konsumrausch haben hinreißen lassen, alle Vorsichtsmaßnahmen und Weitsichtigkeit nichts genutzt haben werden, sollte es schlimmer kommen. Das steht in der Bibel: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten. Ich sage mir als Trost: Wer meiner Familie und mir was antut, der kommt nicht in den Himmel!

  11. Rudi
    24. März 2013, 05:59 | #11

    Mich würde ja nur mal interessieren, wo das ganze Geld hin ist? Es sieht ja so aus, dass die zypriotischen Banken deshalb so hoch verschuldet sind, weil sie zypriotische Staatsanleihen gekauft haben. Was hat Zypern damit gemacht? Haben die Banken wirklich gedacht, sie bekommen das Geld vom Staat wieder mit sattem Zins zurück? Oder glaubten sie von Anfang an, die Rest EU wird dafür gerade stehen? Also wo ist die Kohle hin? Vielleicht weiß es ja der Admin?

  12. GR-Gast
    24. März 2013, 12:02 | #12

    @ LiFe
    Gebe Ihnen recht wie in all Ihren anderen Kommentaren.
    Diejenige, die bodenständig sind und sich nicht vom Konsumrausch hinreißen ließen, konnten sich gar nicht vorstellen, daß es Menschen mit so einem üblen Denken überhaupt gibt, die über Leichen gehen – hauptsächlich um den eigenen Egoismus zu frönen, das war so eine üble und gegen jede Moral verstoßende Falle, die sie sehr teuer bezahlen mußten und wohl noch lange müssen.
    Deshalb hoffe ich, daß sie sich nicht vor lauter Zorn zu Dingen hinreißen lassen, wo sie dann gerichtlich (und das nach dem Recht was wir „im Namen des Volkes“ nennen) auch noch verantworten müssen, im Gegenteil – aufstehen und sich dagegen wehren, deshalb glaube ich, daß dies nur möglich ist, wenn sich die Bürger der „verarmten“ Länder nicht zerstreiten, sondern ein „Miteinander“ dagegen.

  13. LiFe
    25. März 2013, 11:14 | #13

    @ GR-Gast Vielen Dank für ihre Empathie. Es ist unweigerlich, dass kreative Menschen mit guten Konzepten und Projekte für menschenwürdiges Wachstum zu „Zorn“ neigen, wenn sie über Medien erfahren, wie „andere“, „hochrangige Persönlichkeiten“ die Allgemeinheit über Jahre getäuscht haben. Ohne Skrupel und Reue.

  14. Frank
    26. März 2013, 14:57 | #14

    Das Empfinden der Wahrheit aus Sicht Griechenlands und Zyperns ist aber schon verwunderlich: Banken sind pleite, das heißt das ganze eingezahlte Geld ist weg. Verzockt. Nun füllt die EU die leeren Kassen wieder auf, so dass 70% oder sogar all das verzockte Geld doch wieder an die Einzahler ausgezahlt werden kann. Dieses Auffüllen leerer Kassen bezeichnen Griechen und Zyprioten aber als Konfiszieren, Diebstahl, Raub, Nazitat, etc.

    Ich sags ja, merkwürdige Sicht der Dinge….

  15. LiFe
    26. März 2013, 17:57 | #15

    Das Goethe-Institut in Zypern wurde befragt wie die Menschen in Zypern gegenüber Deutschland empfinden und es besteht, so lautete die Antwort überhaupt keine Abneigung gegenüber Deutschland. Die Sorgen, die die Zyprioten haben mit den Banken haben werden in Zypern mit den Sorgen der Bochumer mit Opel verglichen. Keiner weiß, wie es weitergehen soll.

  16. CYR
    26. März 2013, 19:08 | #16

    @Frank
    Viel merkwürdiger finde ich, dass im Fall Irlands dessen Banken Hilfszahlungen erhalten haben, ohne großes Brimborium. Noch viel merkwürdiger, warum hat die EZB nicht eingegriffen als die zyprischen Banken klamm wurden. In den USA, Japan, Schweiz und GB geht das doch auch. Und am merkwürdigsten: warum hat die Hypo Real Estate über 100 Milliarden EURO Hilfe von der Bundesregierung bekommen, ohne eine monetäre Gegenleistung von ihr zu forden?

  17. HJM
    26. März 2013, 19:32 | #17

    Es lohnt doch nun wirklich nicht, sich über Herrn Papasotiriou zu echauffieren. Ich habe von ihm noch nie etwas gelesen, in dem er die Realität nicht seiner Sicht der Dinge anpassen würde. Das ist auch viel bequemer als der umgekehrte Weg.

  18. Götterbote2012
    26. März 2013, 19:42 | #18

    @Frank

    Das Geld ist nicht „weg“, es haben jetzt nur andere.

  19. Ottfried Storz
    26. März 2013, 20:34 | #19

    @CRY:
    Die Beispiele sind mit Zypern nicht vergleichbar: Irland stemmte den Großteil „ihrer“ Bankenrettung auf Kosten immenser Staatsverschuldung (BIP-Schulden 2007 nur 24,8%, 2011 108,2% !) selber. Zudem lagen auf irischen Konten ganz überwiegend Gelder aus dem EURO-Raum. In Zypern hingegen sind fast die Hälfte der Bankeinlagen von außerhalb des Euro-Raums.
    Die Bundesregierung erhielt für die Kreditgewährung und Sicherheitenübernahme von den Hypo Real Estate-Eigentümern „das Unternehmen“. Die Hypo Real Estate (HRE) war hochgradig „systemrelevant“, sie war der mit Abstand grösste Finanzierer von gewerblichen Immobilien in Deutschland. Außerdem lagen zwischen HRE-Unterstützung und Zypern fünf Jahre „Erfahrungszeitraum“. Mittlerweile weiß man, dass nicht jede Bank ohne Rücksicht auf die Kosten der Steuerzahler gerettet werden muss.

  20. Frank
    26. März 2013, 22:49 | #20

    @CYR

    Die HRE hat meines Wissens keine Gelder von der EU erhalten. Deutschland hat deren Rettung allein entschieden und das Geld allein aufgebracht. Das ist in keiner Weise mit den zyprischen Banken vergleichbar. Innerdeutsche Angelegenheit so zu sagen.
    Wenn ich meinen eigenen Kindern Geld schenke kannst du davon auch nicht ableiten, dass ich anderer Leute Kinder genau so Geld schenken muss.

  21. CYR
    27. März 2013, 11:18 | #21

    @Ottfried Storz
    Irland stemmte den Großteil “ihrer” Bankenrettung auf Kosten immenser Staatsverschuldung (BIP-Schulden 2007 nur 24,8%, 2011 108,2% !) selber.

    Immer noch merkwürdig warum soll dann nicht das gleiche für Zypern gelten. Jetzt wird eine Bank abgewickelt die andere gestützt um den Preis einer hohen Staatsverschuldung. Wäre auch billiger zu kriegen nur mit einer hohen Staatsverschuldung.

    „Zudem lagen auf irischen Konten ganz überwiegend Gelder aus dem EURO-Raum. In Zypern hingegen sind fast die Hälfte der Bankeinlagen von außerhalb des Euro-Raums.“

    Das ist ein sehr gefährliches Argument. Anleger ausserhalb der EU fangen an, Vermögen aus dem EURO-Raum abzuziehen.

    „Mittlerweile weiß man, dass nicht jede Bank ohne Rücksicht auf die Kosten der Steuerzahler gerettet werden muss.“

    Warum rettet man nur die hälfte und nicht alle oder keinen? So nebenbei die Troika wollte alle Banken abwickeln lassen aber der Ministerpräsident Zyperns hat mit seinem Rücktritt gedroht wenn das passieren würde.

    Ihre Argumente zeigen dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Der EURO ist eine Gemeinschaftswährung keine deutsche Währung. Probleme in der Peripherie sind auch Probleme des Zentrums. Nichteuropäischer Anleger werden sich jetzt zweimal überlegen überhaupt Geldern in europäischen Krisenregionen zu investieren.

    Und noch was anderes ist passiert. Der freie Kapitalverkehr wurde in Zypern aufgehoben. Immerhin ein Kernrecht der EU. Daraus könnte ein anderes Krisenland ableiten den freien Güterverkehr sperren zu lassen. Für die Deutsche Wirtschaft wäre das eine Katastrophenszenario.

    Für den Fall wie Zypern gibt es einen Mechanismus ala ESM der für Hilfe bei Liquiditätsproblemen der Banken zuständig ist. Das wurde überhaupt nicht angesprochen. Schlimmer noch es wurde verhindert und verboten. Ausserdem sind die zypriotischen Banken nicht von alleine in Schieflage gekommen, sondern durch den 2012 Bailout Griechenlands. Die Krise in Zypern wird die Krise in Griechenland verschlimmern und das wird Rückwirkungen wieder nach Zypern haben.

    Das Kernproblem das ich sehe ist nicht eine Staatsschuldenkrise sondern eine fundamentale Währungskrise des EURO. Und solange das nicht verstanden wird sind alle diese Hilfen sinnlos und kontraproduktiv und nicht in den Griff zu kriegen.

  22. Stipsi Fan
    28. März 2013, 00:29 | #22

    Das wirklich Schlimme ist, dass über Staaten gesprochen wird wie über Menschen. Beurteilt wird nach BIP Verhältnis zu Schulden. Niemand interessiert sich für Menschen. Es ist dem Kapital gelungen, dass die Menschen sich schuldig fühlen. Die ganzen Milliarden gehen nur an Banken, die sich verzockt und ihren Eigentümern immensen Reichtum verschafft haben. Wir müssen aufstehen und diese Elite zum Teufel schicken. Schmeißt die A…….r von ihren Yachten. Seid achtsam.

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