Griechenland: 55000 Unternehmensschließungen und 195000 Entlassungen

15. März 2013 / Aktualisiert: 22. Juli 2013 / Aufrufe: 1.818

Der Dachverband der Freiberufler, Gewerbetreibenden und Kaufleute in Griechenland rechnet für 2013 mit 55.000 Unternehmensschließungen und 195.000 Entlassungen.

Trotz der Beteuerungen der griechischen Regierung über den baldigen Wirtschaftsaufschwung sind die Einschätzungen entmutigend, die am vergangenen Dienstag (12 März 2013) die Zentrale Dachverband der Freiberufler, Gewerbetreibenden und Kaufleute in Griechenland hinsichtlich des laufenden Jahres 2013 veröffentlichte.

Laut einer panhellenischen Erhebung des Instituts für Kleinunternehmen in Kooperation mit der Demoskopie-Gesellschaft MARC A.G. wird erwartet, dass 2013 mehr als 195.000 Arbeitsplätze verloren gehen, da in dem laufenden Jahr schätzungsweise 55.000 kleine und mittlere Unternehmen – davon 20.000 aus der Handelsbranche – schließen werden.

170.000 Unternehmen befürchten, 2013 schließen zu müssen

Ungefähr 170.000 Unternehmen (davon 64.000 in der Handelsbranche) erklären, der Gefahr der Schließung in den nächsten zwölf Monaten zu begegnen. Laut den Einschätzungen des Instituts für Kleinunternehmen (IME) des GSEVEE wird sich der Netto-Rückgang der Anzahl Unternehmen für diesen Zeitraum auf 55.000 (von denen 20.000 der Handelsbranche angehören) belaufen, und falls sich diese Einschätzungen bestätigen sollten, besteht die Gefahr des Verlusts von insgesamt 195.000 Arbeitsplätzen (Arbeitgeber, Selbständige, Arbeitnehmer). Hinsichtlich der verlorenen Arbeitsplätze werden die Verluste von Arbeitnehmer-Arbeitsplätzen 69.000 tangieren.

Die Wirtschaftskrise vertieft sich immer mehr und über 33% der kleinen und mittleren Unternehmer erachtet, dass es einen Aufschwung nicht vor 2020 geben wird. 45,2% der Unternehmer wiederum schätzen ein, im ersten Halbjahr 2013 keinerlei Investitionen vornehmen, während ein zusätzlicher Anteil in einer Größenordnung von 41,5% erklärt, zu einer Reduzierung der Investitionen schreiten zu werden.

Wie aus der Erhebung hervorgeht, kamen 2012 auf dem privaten Sektor auf jede Einstellung 4 Entlassungen, währen 6 von 10 Unternehmen erklären, im zweiten Halbjahr 2012 sowohl zur Reduzierung der Arbeitszeiten als auch zur Kürzung der Bezüge geschritten zu sein. Ebenfalls schritten 47,7% der über Personal verfügenden Unternehmen zu einer indirekten Senkung der Lohnkosten, indem sie die Arbeitsstunden oder Arbeitstage reduzierten, wogegen der entsprechende Anteil sich 2010 und 2011 auf „nur“ 30% belief.

Schließlich führt das Umfeld der „finanziellen Atemnot“, in der sich die Unternehmen befinden, jedes dritte Unternehmen dazu, nicht seinen Verpflichtungen entsprechen zu können. Konkret haben 33,8% Verbindlichkeiten an Lieferanten, 30% an Vermieter, Banken und DEKO, während 4 von 10 Beiträge an den OAEE schulden. Die Anzahl der Unternehmer, die Schulden an das Finanzamt haben, nahm sogar um 25% zu, während 2013 jedes zweite Unternehmen nicht seinen Verpflichtungen gegenüber dem Finanzamt entsprechen könne wird.

Die Erhebung erfolgte auf Basis der Befragung 1.201 sehr kleiner und kleiner Unternehmen (0 – 49 Beschäftigte), im Zeitraum von 21 bis 28 Januar 2013.

(Quelle: To Pontiki, Voria.gr)

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  1. Luggi
    15. März 2013, 09:20 | #1

    Da haben Europas und Griechenlands Politiker wirklich ganze Arbeit geleistet. So konsequent, daß das Land total kaputt geht und im Prinzip längst stockpleite ist. Griechenland wird sich von diesem Vernichtungsschlag auf Jahrzehnte hinaus nicht mehr erholen und dauerhaft auf „Sozialhilfe“ angewiesen sein. Eine nur annähernde Rückzahlung der riesigen Schulden wird überhaupt nicht mehr möglich sein, leidtragend ist vor allem die heutige und nächste junge Generation, die großteils nicht mehr in ihrer Heimat existieren kann und sie aus wirtschaftlichen Gründen verlassen muß. Der Traum Griechenlands, zu einem wohlhabenden Staat innerhalb der Euro-Zone zu mutieren, ist jäh geplatzt, die Zukunft heißt: Kleinstagrarwirtschaft, Tauschhandel und ein Leben in archaiischer Weise.

  2. Jäger
    15. März 2013, 11:28 | #2

    „Die Anzahl der Unternehmer, die Schulden an das Finanzamt haben, nahm sogar um 25% zu, während 2013 jedes zweite Unternehmen nicht seinen Verpflichtungen gegenüber dem Finanzamt entsprechen könne wird.“

    Werden in Griechenland Steuern auf Verluste erhoben oder wie üblich Steuern nur auf Gewinne (Kosten, Löhne, Soll-Zinsen usw natürlich abgezogen). Hinzu kommt die Abführung der MwSt.

    Verstehe deshalb diese Aussage nicht.

  3. GR-Block
    15. März 2013, 14:09 | #3

    @Luggi
    Luggi, das mit den Schulden ist gar nicht so dramatisch, wie die gierigen Volksverhetzer Glauben machen wollen. Reale Kreditschulden GRs sind etwa 120% des BIP. Das läßt sich verkraften. Die übrigen vermutlich 70% (2013) sind reine Zinsschulden, also virtuell, und können schlicht gestrichen werden. Das kann die Regierung jederzeit tun. Allerdings werden die, die gerne Geld „arbeiten“ lassen, empfindlich weniger für’s Nichtstun „verdienen“ und deshalb wieder angreifen. Die EU ist eine starke Gemeinschaft und könnte die Angreifer (weil aus den eigenen Reihen) schnell zur Raison bringen.

    Bei seinem Staatsbesuch Anfang 2010 hatte Papandreou Merkel aufgefordert dies mit den deutschen „Angreifern“ zu tun. Die hatte aber Lobbyisten zu befriedigen, so dass die Bitte des Partners in den Wind geschossen wurde. Denn das was kurz danach folgen sollte, war viel lukrativer. Schon ein paar Wochen später „musste“ Papandreou die EU anpumpen.

    EU-Skeptiker in GR hatten Hochkonjunktur. Sie spekulierten, dass das genau der Deal war. „Wenn du um Hilfs-Kredite bittest, dann pfeiffe ich die Spekulanten zurück, sonst nicht.“ Am Ende wußte man nicht was schlimmer war, die angreifenden Spekulanten oder die Auswirkungen der Hilfskredite. Faktum ist, Staasschulden 2013: vermutlich 190% des BIP, trotz 28% Cut vor einem Jahr. Davon erhalten Banken mehr als die Hälfte (Zinsen) und Anbieter von Waren und Dienstleistungen nur den rest.
    Was lernen wir daraus? Wer in der Produktion arbeiten läßt ist out. Heutzutage läßt man Geld arbeiten. Das kostet keine teure Arbeitskraft. Die Lohnstückkosten konvergieren gegen Null. Wettbewerbsfähigkeit!

  4. Jäger
    15. März 2013, 16:03 | #4

    oh, welch verkehrte Denkweise.
    EU-Kredite an GR sind ja selbst wieder finanzierte Kredite. Bei Null % Zinssatz zahlen die EU Bürger die GR-Zeche für jahrelange Misswirtschaft und Korruption.

    Papandreou hatte 90% der vereinbarten Reformen nicht durchgeführt…toll.
    Und solch einer Regierung sollte man damals noch Vertrauen entgegen bringen?
    Viel zu viel Vertrauen hatte man GR entgegen gebracht…sogar beim Eintritt in die Eurozone 🙁

    Heute finde ich, das die neue Regierung tatsächlich die notwendigen Reformen angeht und dieses auch gegen den Widerstand vieler Gesellschaftschichten durchsetzen versucht.

  5. GR-Block
    15. März 2013, 17:31 | #5

    @Jäger
    Herr Samaras hatte Papandreou wegen seiner Zugeständnisse (Sie sagen nur 10%, OK) an die EU stürzen können, weil das Volk, trotz seinen Angst vor der Ungewissheit, eigentlich raus wollte. Vorher verweigerte er lange Zeit seine Unterschrift zu den ersten EU-Auflagen. Danach machte er kehrt und preschte in die gleiche Richtung. Warum vertraut die EU diesem Mann mehr? Vielleicht nur, weil er Ihnen jetzt nach dem Mund redet.

    Übrigens ist GR in der EURO-Zone wegen seines riesigen, durstigen Marktes. Es waren leider EURO-Politiker in Athen und Brüssel, die alle Augen zugedrückt hatten und durchmarschiert sind. Keinesfalls ist hier das Volk der Vorreiter. Das hatte schon zum EWG-Beitritt um seine Familienbetriebe gefürchtet. Und die Linke von KKE bis PASOK sah das ähnlich. Deshalb wählte der GR Selbständige mit großer Mehrheit den Sozialismus.

    Wie befürchtet wurden die Märkte der Familienbetriebe von einbrechenden Konzernen übernommen, ohne dass diese zum Ausgleich genügent Arbeitsplätze schafften. Die EU subventionierte diese Assymmetrie kräftig. Um das Problem zu kaschieren, wurden zur Abmilderung „Strukturprogramme“ aufgelegt. GR driftete nach und nach vom 1 und 2 Segment in den Service. Und selbst da waren griechische Betriebe nur Zulieferer für EU-Konzerne, z.B. im Tourismus. Gut bezahlte Jobs wanderten nördlich der Alpen. Die unternehmerische Luft wurde vorort immer dünner. Selbst Athener geschweige denn Brüsseler Lobbys konnte man nicht mehr unterhalten. Die Angreifer hatten die Preise verdorben. Die Korruption wurde auf europäisches Niveau gehoben. Jetzt konnte kein griechischer Unternehmer mehr mithalten 🙁

  6. Ingrid
    15. März 2013, 20:00 | #6

    Reformen im Finanzsystem – gerechte Steuerpolitik, Kontrollen – da wo sie sein muessen – ohne Chance auf Korruption. Reformen in der Sozialpolitik, sowie im Bildungssystem.
    Ein gesundes Preis-, Leistungsverhaeltnis.
    Und lasst die Familienunternehmen, Familienbetriebe leben.
    Oekotourismus mit Verwendung von ausschliesslich im Land hergestellten Guetern und Lebensmitteln.
    Das kann durchaus funktionieren. Dann kommen auch andere Investoren ins Land und die Wirtschaft kann wachsen.
    NUR DANN kann der Staat auch Steuern eintreiben.
    Das was im Moment gemacht wird, gleicht einem Todesstoss!
    Oder wie erklaert sich der griechische Staat, dass ein Arbeitsloser Steuern zahlen kann?????

  7. Ottfried Storz
    15. März 2013, 21:44 | #7

    @GR-Block:
    Ihre Behauptungen stehen diametral zu allen vorliegenden Fakten und Stastistiken:
    1) „Reale Kreditschulden GRs sind etwa 120% des BIP. (…) Die übrigen vermutlich 70% (2013) sind reine Zinsschulden“.
    Griechenland zahlte von 2003 bis 2010 im Schnitt ca. 5,5 Prozent Zinsen, d.h.rd. 3 Prozent p.a. mehr als das BIP-Wachstum. Seit Mitte 2012 zahlt Griechenland für seine Darlehen im Schnitt nur ca. 2 Prozent Zinsen. Die nach Schuldenschnitt gewandelten Darlehen sind noch Jahre zinsfrei, die Troika-Gelder kosten ca. 2 Prozent Zinsen. Die Annahme „70% Zinsschulden“ liegt daher extrem daneben.
    2) „Die Korruption wurde auf europäisches Niveau gehoben“.
    Griechenland lag bei der Korruption in den letzten 15 Jahren konstant an der Spitze in Europa, überholte zuletzt sogar Rumänien.

  8. GR-Block
    15. März 2013, 23:45 | #8

    @Ottfried Storz
    Ihr Punkt 2) entspricht dem sog. CPI der TI ist also kein Maß für Korruption. Bitte überprüfen Sie Ihre Quellen. Der CPI ist eher ein Stimmungsbarometer von Selbständigen. Die tatsächlichen Schmiergeldflüsse zu griechischen Amtsträgern haben damit rein gar nichts zu tun.
    Wenn man der Wahrheit nicht ins Auge sehen möchte, wird die Bekämpfung der internationalen Korruption immer nur ein Lippenbekenntnis bleiben. Hier vertraue ich den Einschätzungen der OECD. Ihre Empfehlungen weisen eindeutig auf die Geldquellen aus großen Konzernen.
    Sich allein auf die Kleinkriminallität griechischer Betriebe und Selbständiger zu stürzen ist eine kleinteilige populistische Maßnahme, die leider nur Energien bindet. Währendessen wildern die Großen weiter und zahlen ab und zu, wenn sie erwischt werden, eine harmlose Abfindung in Millionenhöhe wie SIEMENS.

  9. Willi F. Gerbode
    17. März 2013, 13:40 | #9

    @GR-Block
    „Warum vertraut die EU diesem Mann mehr? “ – Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass die EU Samarás vertraut. Für die EU ist Samarás lediglich das kleinere Übel. Wohl niemand hat Samarás die 180-Grad-Wende vom Verweigerer der Auflagen und Brutus Papandreous zum Verfechter erneuter Krediteannahmen und der damit verbundenen Memoranden vergessen. Die Eu sieht die Alternative: Tsipras, der ja exakt Ihre Position vertritt – inkl. der Argumentation in Sachen „tatsächlicher“ Verschuldung.

    Die Ursache dafür, dass die Griechen Samarás mit relativer Mehrheit gewählt haben, liegt darin, dass sie den Euro wollten und trotz Ablehnung der Person des ND-Chefs ihn ihrerseits als vermeintlich kleineres Übel gewählt haben. Tsipras hatte bei deutlich mehr Wählern Sympathien als die Wahlergebnisse zeigen. Viele konnten und können aber nicht einschätzen, wie er als Regierungschef klarkommen würde.

    Vom griechischen Markt zu sprechen, als sei er vom Volumen her interessant für die großen Player der EU (Deutschland, frankreich und Italien) geht an der Wirklichkeit vorbei. Wenn ich es recht erinnere, gehen z.B. 1,4 Prozent des dt. Exports nach Hellas.

    Ihre Position zu den tatsächlichen Schulden GRs verkennt die Konsequenzen einer Weigerung GRs die Schulden inkl. der bisher aufgelaufenen Zinsen zurückzuzahlen. Der internationale Finanzmarkt wäre GR auf unabsehbar lange Zeit versperrt.

  10. GR-Block
    17. März 2013, 17:06 | #10

    Merkel vertraut Samaras, dass er besser als der Amerikaner Papandreou im Sinne deutscher Banken entscheidet. Die „relative Mehrheit“ in GR hat die Drohung aus Berlin vor der Wahl ernst genommen und hat sich nicht an der Wahl beteiligt (38%). Die Griechen wurden massiv eingeschüchtert nicht links zu wählen. Deshalb glaubt heute die Mehrheit, dass die ND und PASOK zwar schlecht sind, aber Samaras der einzige von der EU akzeptierte Kandidat ist. Und damit haben sie ihre politische Situation exakt richtig erfasst. Nur der deutsche Bürger ist nicht fähig einfachste politische Zusammenhänge ohne nationalistische Brille zu sehen. DIESES deutsche Verhalten hat den zweiten Weltkrieg in Erinnerung gebracht. Abermals hat D in GR die Rechte nach vorne geschoben.

    Bitte vermeiden Sie mich politisch einzuordnen. Wir kennen uns nicht, deswegen wird es nicht klappen.

    Ich glaube Sie verkennen, wie die Gewinnspannen deutscher Konzerne an der Süderweiterung sind. Es geht nicht nur um Export. Es geht auch um die Vernichtung griechischer Konkurrenz auf anderen EU-Märkten. Bedenken Sie nur wie hoch die „investierten“ Schmiergelder in griechische Amtsträger war. Diese Milliarden haben sich tatsächlich mehrfach gerechnet.

    Jeder der behauptet GR hätte etwas von den „Hifskrediten“ erhalten verkennt, dass französische und deutsche Banken mit diesem Geld versorgt wurden. Faktum ist das GR seit 5 Jahren keine Kredite erhält. Das Land durchlebt genau die Situation, dass der internationale Finanzmarkt für GR gesperrt ist. GR hat sich verpflichtet nur EU-Gelder anzunehmen, die zudem eigentlich gar nicht in GR ankommen. Dazu gab es jüngst aus deutscher Sicht diesen aufschlussreichen arte-Beitrag, der bewusst GR ausgeklammert hatte, damit anti-GR Ressentiments in der Bevölkerung die Aussage des Berichts nicht verwässern konnten:


    Die Aussage: die EU refinanziert schlechte Investoren aus F und D, anstatt sie bankrott gehen zu lassen. Griechische Banken müssen dafür ihren guten Namen hergeben. Ist das jetzt Kapitalismus oder Kommunismus? Aber Sie scheinen sich da besser als ich auszukennen.

  11. Ronald Richter
    18. März 2013, 15:12 | #11

    Hallo,

    erschlagen Sie mich wenn Sie wollen, aber ich werde den Eindruck nicht los, dass einfach zu viele Unternehmen in Griechenland nicht überlebensfähig sind, wenn sie beginnen Steuern zu zahlen und für ihre Angestellten Sozialabgaben abzuführen.

  12. Gast
    18. März 2013, 22:27 | #12

    @Jäger
    Die meisten Selbstaendigen in Griechenland haben Probleme mit zahlungsunfaehigen Kunden und verspaeteter Bezahlung fuer ihre Leistungen. Besonders saeumig ist der Staat selbst. Es gibt also viele Unternehmen, die auf dem Papier Gewinne machen, aber deren Bankkonto schwer ueberzogen ist, weil man eben seit 2 oder 3 Jahren auf die Bezahlung von wichtigen Kunden wartet. Rein theoretisch koennten diese Unternehmen ihre Steuern bezahlen, aber faktisch haben sie kein Geld.

    Ausserdem bekommen die Unternehmen keine Kredite mehr von den Banken, weil der Geldfluss ins Stocken geraten ist. Die kleinen Betriebe haben kaum Handlungsspielraum, um Engpaesse oder saisonale Flauten zu ueberbruecken.

    Die dauernden Aenderungen bei den Steuern, bzw. deren wiederholte Erhoehungen und Erfindung von Zusatzabgaben haben zusaetzlich die Planung des Geschaeftsjahres obsolet gemacht. Man weiss heute am Jahresanfang nicht, welche neuen Steuern auf den Betrieb zukommen werden. So war z.B. die Immobiliensteuer fuer manche Laeden ein Gnadenstoss, weil der Wert der Immobilien nicht auf der Basis des aktuellen Marktwertes berechnet wurde, sondern aufgrund des Marktwertes von 2011 (als also die Preise um einiges hoeher lagen).

    Die Abgaben fuer Sozialleistungen sind ausserdem, gemessen an dem, was erwirtschaftet wird, recht hoch. So muss ein Unternehmen fuer einen einfachen Arbeitnehmer 200 Euro im Monat abfuehren, und der Arbeitnehmer selbst die gleiche Summe. Der Mindestlohn liegt knapp unter 400 Euro. Fuer den Arbeitnehmer ist es attraktiver, schwarz zu arbeiten und einen Teil der Summe, die sonst fuer die Sozialversicherung draufginge draufzubekommen, weil die Versicherungstraeger sowieso kaum Leistungen bringen.

  13. Willi F. Gerbode
    19. März 2013, 09:26 | #13

    @GR-Block „Bitte vermeiden Sie mich politisch einzuordnen. Wir kennen uns nicht, deswegen wird es nicht klappen.“

    Es ist für einen studierten Politikwissenschaftlicher nicht allzu schwierig Ihre politische Position zu ermitteln. Außerdem braucht man dazu wohl nicht jemand persönlich zu kennen. Die Statements und Reden von Politikern sind ja wohl die wichtigste Basis für eine Würdigung ihrer programmatischen Haltung und Einordnung.

    Sie selbst stecken in Ihrem Beitrag die gesamte dt. Bevölkerung in eine Kiste (ohne sie in toto zu kennen) und bezeichnen sie als nationalistisch. Das ist ein ähnliches Vorurteil wie die pauschalisiernde Aussage, Südländer seien faul, wie sie hier in D von den einschlägigen Dumpfbeuteln geäußert wird, die geistesverwandt mit den Leuten von Chrýssi Avgí sind.

    Noch eine Anmerkung zu den statistischen Daten, die Sie verwenden. Sie beziehen sich gern auf die der OECD. Die Basis der OECD-Statistiken für GR sind die Meldungen der gr. Statistikbehörde ELSTAT, die z.B. was die Handelsbilanz anbelangt nicht gerade zuverlässig sind, weil sie seit kurzem einfach die Ölimporte ausklammern (mit einer einer statistik-technischen Begründung, die nicht nachvollziehbar ist) und so die Leistungsbilanz insgesamt verfälschen – ich vermute, akzeptiert von EUROSTAT.

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