Finanzminister beteuert Sicherheit der Bankeinlagen in Griechenland

18. März 2013 / Aufrufe: 731

Nach mit dem spektakulären Cut aller Bankguthaben in Zypern beteuerte in Griechenland der Finanzminister erneut, die Einlagen bei griechischen Banken seien absolut sicher.

Der griechische Finanzminister Giannis Stournaras beteuerte zum wiederholten Mal, die Bankguthaben in Griechenland – einschließlich auch jener bei den in Griechenland aktiven drei zypriotischen Banken – seien absolut sicher. Der Finanzminister informierte den Premierminister bezüglich des Beschlusses der Eurogruppe, wobei auch die allgemeineren Entwicklungen in Zusammenhang mit diesem Thema untersucht wurden.

Was die in Griechenland aktiven drei zypriotischen Banken betrifft, betonte Herr Stournaras, die Konzipierung in Zusammenhang mit diesem Thema werde weitergeführt. Wie der Finanzminister am Vortag (16 März 2013) angeführt hatte, „sind von dem Beschluss in Zusammenhang mit Zypern die Guthaben bei den Filialen der zypriotischen Banken in Griechenland ausdrücklich ausgenommen und die Stabilität des griechischen Banksystems ist absolut gewährleistet„.

(Quelle: Voria.gr)

Relevante Beiträge:

  1. GR-Block
    18. März 2013, 18:00 | #1

    Vermutlich muss man diese Aussage sogar glauben.

    Sowohl in GR wie auch in CY musste der Staat zur Rettung ausländischer Ver-Spekulanten sich durch Annahme immenser EU-„Hilfskredite“ weiter verschulden. Während in GR der Staat sich verpflichtete diese Rettungsaktion von den laufenden Einkommen der Bevölkerung zu finanzieren (Gehälter, Renten…), greift man in CY auf die Bankeinlagen zurück. Das hat drei Vorteile:
    1. Bankeinlagen sind schon da und können beschnitten werden, ohne langwierige Kämpfe mit dem Volk.
    2. Die EU-Völker sehen direkt, dass ihre EU-Mitbürger geschröpft werden. Das beruhigt die Anti-Südländer-Gemüter.
    3. Außerdem werden Russen geschädigt. Das freut die Anti-Slawisten.

    Der Effekt ist jedoch der gleiche, nämlich der bailout von EU-Privatanlegern. Schlechte Spekulanten der FUKG-Staaten bekommen ihr Risikokapital vollständig ersetzt, als ob sie sich nicht verspekuliert hätten. (siehe arte-Bericht)


    In beiden Fällen bezahlen die Bevölkerungen aus ihrer Tasche und ihr Staat wird von der EZB gezwungen Kredite aufzunehmen, die sie nie zurückzahlen können. Nachdem die Ver-Spekulanten ausbezahlt wurden, wird das Ausbluten noch ein paar Jahre durchgehalten, bis der Staatsbankrott endlich zugegeben wird. Dann kommt es zum Schuldenschnitt und die „EU der Banken für Banken“ ist gerettet. Nur die Bevölkerungen haben weniger auf der hohen Kante und geringere Renten. Das explodierende Problem der Arbeitslosigkeit und Altersarmut interessiert nicht. Das kriegt in der übernächsten Legislaturperiode ein Anderer auf sein Kerbholz geritzt. Üblicherweise übernehmen das ehemalige, in den EU-Staaten gescheiterte Politiker.
    Warscheinlich wird man, quasi als Bad Bank, rechtzeitig Herrn Papandreou zum EZB-Chef machen. Seine Vorlesungen in Harvard und Yale passen jedenfalls thematisch ganz gut.

  2. windjob
    18. März 2013, 19:16 | #2

    Dass die Spareinlagen sicher sind hat die Politik in CY bis zuletzt auch behauptet. Und nun?
    Wann begreifen diese Politiker endlich und halten sich an die Bankmanager oder lassen mal ein paar Banken über die Klinge springen. Es ist unbegreiflich was hier mit den kleinen Leuten getrieben wird.

  3. CYR
    18. März 2013, 19:34 | #3

    2 Zitate:
    „Die Sparer in Zypern zahlen. Damit löst man die heutigen politischen Probleme Deutschlands auf Kosten künftiger »Bank Runs« in anderen Eurostaaten“, so fasst der belgische Ökonom Paul De Grauwe das Ergebnis des „Rettungsgipfels“ am Wochenende kurz und knackig zusammen.

    Die Folgen werden fatal sein. Im günstigsten Falle wird das Ergebnis des letzten Rettungsgipfels „nur“ eine schwere Rezession in Zypern sein. Im ungünstigsten Falle erleben wir in den nächsten Wochen eine neue, so noch nie dagewesene, Kapitalflucht aus den europäischen „Problemstaaten“, die den Auftakt einer neuer Eskalationsstufe der Eurokrise markieren könnte. Und wieder einmal waren es drei Deutsche, auf deren Mist die fatalen Fehlentscheidungen gewachsen sind: Angela Merkel, Wolfgang Schäuble und Jörg Asmussen. Von Jens Berger.

  4. Jäger
    18. März 2013, 20:46 | #4

    Wir müssen seit Jahren einen Soli-Beitrag für den Aufbau der ehemaligen DDR leisten und es ist nicht mehr als Recht, dass die CY-Bankkunden einen einmaligen Beitrag für die Rettung von CY bezahlen. Ist doch ganz logisch, oder nicht ?
    Zahlen denn bisher die CY-Bankkunden auf ihre Kapitalerträge Steuern? Wir zahlen 25% und in Zukunft wahrscheinlich noch mehr und alles zum Wohle auch von Europa.

  5. LiFe
    18. März 2013, 22:37 | #5

    @ Jäger ja sicher bezahlen wir. Dafür streichen Familien Sonderunterricht für Kinder (Musikschule) ist ja nicht so wichtig. Wir schicken sie nicht ins Ausland, damit sie Sprachen lernen oder zumindest sich für andere Kulturen öffnen. Politiker haben es dagegen viel leichter. Sie können durch Nebeneinnahmen in Aufsichtsräten oder durch Vorträge halten ihre Gehälter aufbessern. Politiker müsste man sein und nicht Bürger.

  6. Tom
    18. März 2013, 23:00 | #6

    Vorsicht,
    Wenn ein Politiker, schwört, beteuert, dann ist Vorsicht angesagt.
    Sollte dann auch noch das Ehrenwort angeboten werden…..

  7. Tom
    18. März 2013, 23:04 | #7

    Antwort an Jäger
    25% auf die Zinsgewinne, nicht auf das Guthaben, ein großer Unterschied.

  8. Rikafel
    19. März 2013, 09:51 | #8

    Interessant wäre, welche Geschäfte die Banken in Not gebracht haben.

    4 Mrd. gingen beim griechischen Schuldenschnitt verloren. Investitionen in Staatsanleihen ist eigentlich keine hoch riskante Spekulation, bedroht nun aber das Land.

    Auf einen Teil der Einlagen zu verzichten ist bitter, hier sollte die Einlagensicherung bis 100.000 gelten.
    Wie hoch waren die Zinseinnahmen auf diese Einlagen in den letzten Jahren? Wäre eine Nachbesteuerung möglich?
    Wenn Banken Pleite gehen trifft das die Sparer viel härter, das war nach der Lehman Pleite und der Isländischen oder irische Bankenkriese deutlich zu sehen. Da haben auch Kleinsparer Weltweit Geld verloren. (Auch in den FUKG Ländern)
    Die beiden größten Banken Zyperns stehen nun auch vor der Pleite.
    Betroffen sind aber nicht nur die Bürger Zyperns. Nach den aktuellen Stand der Verhandlungen, bei dem Einlagen bis zu einem gewissen Betrag verschont bleiben, würden die Russen, die Ihr Geld in Zypern haben, mehr verlieren.

    Wünschenswert wäre es aus meiner Sicht aber, wenn die Eigentümer der Banken ihren Beitrag leisten, was nicht ganz einfach sein dürfte.
    Bei Bank of Cyprus ist das unter anderem der Russe Dmitri Rybolowlew
    Die Bank Hellenic gehört zu einem viertel der griechisch-orthodoxen Kirche

    Die Popular Laiki ist nach umfangreichen Staatshilfen inzwischen größtenteils verstaatlicht, und bedroht so den Staatshaushalt Zyperns.

  9. Rudi
    19. März 2013, 17:36 | #9

    windjob :
    Dass die Spareinlagen sicher sind hat die Politik in CY bis zuletzt auch behauptet. Und nun?
    Wann begreifen diese Politiker endlich und halten sich an die Bankmanager oder lassen mal ein paar Banken über die Klinge springen. Es ist unbegreiflich was hier mit den kleinen Leuten getrieben wird.

    Und was passiert mit den Guthaben, wenn die Bank zahlungsunfähig ist?
    Ich sage: Bankenrettung ja, aber dann dürften Banken keine Spekulationsgeschäfte mehr durchführen und Zinsen gehörten abgeschafft. Der Gebrauch des Geldes als Selbstzweck ist kriminell. Wenn das allen klar ist, sind wir ein Stück weiter. Andernfalls kommt es zwangsläufig zum Zusammenbruch, an dem wieder wenige Reiche verdienen und bei dem viele Arme dran glauben müssen.

  10. Götterbote2012
    19. März 2013, 18:21 | #10

    @Jäger

    Und wieviele Deutsche würden den Soli-Beitrag streichen, wenn es in ihrer eigenen Macht stünde? 99,99%! Sie vergleichen wieder Äpfel mit Birnen und anstatt über diese Ungerechtigkeit (inzwischen ist es eine große Ungerechtigkeit gegenüber vielen westdeutschen Kommunen) zu klagen und versuchen etwas daran zu ändern, nimmt der dumme deutsche Michel es einfach wieder hin und schimpft lieber über andere. Und in Wirklichkeit schwingt dabei immer nur der Neid in den Worten mit.

  11. Willi F. Gerbode
    21. März 2013, 09:35 | #11

    @Rikafel
    „Auf einen Teil der Einlagen zu verzichten ist bitter, hier sollte die Einlagensicherung bis 100.000 gelten.“ – Die Einlagensicherung kommt nur zum Tragen, wenn eine Bank pleite geht. Das soll hier ja erst verhindert werden. Aber denkbar wäre ja, Kleinsparer – müsste man erstmal definieren – von der Sonderabgabe auszunehmen, welche die zyprische Regierung ins Parlament gebracht hatte – und ebenso grandios wie vorhersehbar gescheitert ist.

    Danke für Ihre übrigen Ausführungen zum Thema. Kann ich voll unterschreiben.

    Sehr interessant dürfte sein, was bei den Verhandlungen von Anastidiadis in Moskau herauskommt. Die Euphorie hinsichtlich der russischen Hilfsbereitschaft dürfte sich wohl sehr schnell legen. Die russ. Banken verstehen ihr (kapitalistisches) Handwerk – nebenbei: die chinesischen, die auch immer mal wieder ins Spiel kommen, ebenfalls.

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