Eldorado Gold droht mit Rückzug aus Griechenland

25. März 2013 / Aufrufe: 1.430

Wegen der heftigen Proteste gegen ihre Goldminenprojekte in Chalkidiki und Thrakien droht die kanadische Gesellschaft Eldorado Gold mit einem Rückzug aus Griechenland.

Die kanadische Eldorado Gold lässt die Möglichkeit ihres Rückzugs aus Griechenland offen und führt die Proteste gegen die Ausnutzung der Goldminen in Chalkidiki und Thrakien auf kleinpolitische Interessen und Faktoren der lokalen Gesellschaften zurück.

Die Frage ist, ob wir als Land eine reine und methodische Investitionslandschaft gestalten. Wenn es diese gibt, wird die Firma bleiben„, erklärte Petros Stratoudakis, geschäftsführender Vorstand der Hellas Gold, auf einschlägige Fragen im Rahmen einer Pressekonferenz der Eldorado in Athen antwortend und fügte an: „Das Land und die Regierung streben nach Investitionen. Ich habe jedoch Vorbehalte, ob sie Investitionen und zwar einer solchen Größe handhaben können.

Herr Stratoudakis stellte klar, sich nicht auf die Anstiftung der Proteste durch politische Parteien zu beziehen, da – wie er sagte – sich unter den Protestierenden Mitglieder aller Parteien befinden. „Es würde von Bedeutung sein, dass die Proteste von Vorschlägen begleitet werden„, führte er an und meinte, „all diese Jahre hörte ich nur sterile Verweigerung und Katastrophengerede„. Weiter vertrat er, an den in letzter Zeit erfolgten Demonstrationen gegen die Investitionen seien die selben – herbeigebrachten – Personen beteiligt gewesen.

Steuereinnahmen, Arbeitsplätze und … Arsen und Zyanid

Die Vertreter der Gesellschaft präsentierten die Wirtschafts- und Umweltdaten der Investitionen in Chalkidiki und Thrakien und betonten unter anderem, dass die Gesamtinvestitionen der Gesellschaft in Griechenland in den nächsten fünf Jahren 1 Mrd. Dollar übersteigen und zu einem Anstieg der Exporte aus der Produktion von Gold, Kupfer, Blei, Silber und Zink um 1 Mrd. Dollar pro Jahr führen werden. Die Einnahmen des Fiskus in den nächsten 20 Jahren aus direkten Steuern werden auf 1,6 Mrd. Euro geschätzt, während die direkten und indirekten Arbeitsplätze 5.000 erreichen werden.

Weiter vertraten sie, strengere Umweltregeln im Vergleich zu der europäischen Gesetzgebung anzuwenden. Wie sie erklärten, werde in Chalkidiki kein Zyanid verwendet werden, während das Arsen in der Geologie der Region existiere. In Thrakien existiere dagegen kein Arsen, sondern die Verarbeitung beinhalte Zyanid (Natriumzyanid) in niedrigeren als den gestatteten Konzentrationen.

Der Wert der in Chalkidiki entdeckten und in der Studie über Umweltinvestitionen umfasst Erzvorkommen wird auf 11 Mrd. Dollar geschätzt, jedoch kann der Gesamtwert der Vorkommen in dem Gebiet doppelt so hoch, als um 20 Mrd. sein. Entsprechend wird der Wert der entdeckten Lagerstätten in Thrakien auf 1,5 – 1,6 Mrd. Dollar veranschlagt.

Firmen spielen Warnungen vor Umweltschäden herunter

Die Studie über Umweltinvestitionen für die Minenbetriebe auf der Halbinsel Chalkidiki wurde im Juli 2011 genehmigt, während für Thrakien der Antrag anhängig ist. „Die Regierung sagte, sie werde die Studie erneut untersuchen, wir warten auf den Beschluss des Umweltministeriums„, erklärte Herr Makropoulos, Direktor der Goldminen von Thrakien, und merkte an: „Es ist Thema des Beschlusses der politischen Führung des YPEKA (= Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel), ob die Investition fortschreiten wird oder nicht.

Schließlich spielten die Firmenvertreter die Anschuldigungen der Professoren der Aristoteles-Universität Thessaloniki herunter, welche Umweltgefahren aus der Verwertung in Chalkidiki betonen, und meinten, dass diese Beschuldigungen nicht auf wissenschaftlichen Studien beruhen, sondern Kommentare zu Studien darstellen, welche Professoren der selben Universität, aber auch der Universitäten von Ioannina, Athen, Kreta und der Nationalen Technischen Universität Athen („Metsovion“) anfertigten.

Verwaltungsgerichtshof erachtet Umweltfolgen für „unwesentlich“

Der Oberste Verwaltungsgerichtshof (StE) sprach sich derweilen trotz heftiger Proteste für die Fortsetzung des Betriebs der Goldminen bei Kassandra / Chalkidiki aus und erachtet die eventuellen Folgen für die Umwelt als „nicht signifikant“. Die 5. Kammer des StE befand, die Betriebsanlagen befinden sich praktisch außerhalb des Schutzgebietes Natura und jegliche Auswirkungen seien somit unwesentlich.

Die Kammer wies mit ihrem Beschluss Nr. 110/2013 somit die beantragte Aufhebung des Ministerialbeschlusses vom 26.07.2011 ab, mit dem die Umweltbedingungen für die Arbeiten zur Installation der Goldminen der Hellas Gold bei Kassandra und die Rodung der Flächen für die Lagerung von Abbauschlämmen / die Einrichtung von Schlammteichen genehmigt wurde. Das StE hatten acht Umwelt-, Kultur-, Frauen-, Landwirtschafts- und Fischereiverbände aus Chalkidiki angerufen, wogegen für die Geltung des angefochtenen Ministerialbeschlusses die Gesellschaft Hellas Gold, das Arbeitnehmerzentrum von Chalkidiki und der Verband der Bergbauunternehmen interveniert hatten.

In der Urteilsbegründung wird angeführt, die Minen- und Erzanlagen befinden sich außerhalb geschützter Zonen des Natura-Netzes und nur eine Fläche von ungefähr 0,24 Hektar im Gebiet von Olympiada, wo die vorläufige Lagerung der Schlämme vorgesehen ist, werde während der ersten Jahre des Betriebs des gesamten Projekts wiederhergestellt werden, und das Gebiet sei in der Umweltstudie sogar als „unfruchtbar“ ausgewiesen worden. Das Gericht führt ebenfalls an, es sei eine Einschätzung der Auswirkungen des umstrittenen Projekts erfolgt, auf deren Basis keine signifikanten Auswirkungen erwartet werten, und es werde auch keinerlei Eingriff in das „Ökotop 9180“ geben.

Im Umkehrschluss bestätigt das Gericht also, dass der Betrieb der Goldminen in einer der nicht zuletzt wegen ihrer natürlichen Schönheit populärsten touristischen Regionen Griechenlands – sprich auf der Halbinsel Chalkidiki – sehr wohl zu Umweltschäden führen wird, im Rahmen der bestehenden formalen Bestimmungen jedoch keine Sanktionen zu befürchten sind!

(Quelle: Newsbeast.gr, Zougla.gr)

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