Dramatischer Appell einer Schuldirektorin in Griechenland

14. März 2013 / Aktualisiert: 30. April 2017 / Aufrufe: 2.460

Die Direktorin einer Volksschule in Trikala in Griechenland appelliert in einem offenen Brief, sich der zum Teil unter unsäglichen Verhältnissen lebenden Kinder anzunehmen.

Äkaterini Nikolaidou, Direktorin der Volksschule Gomfi, bezieht sich auf unterernährte Schüler der Schulen der Region und appelliert, aktiv zu werden, bevor Hungeropfer zu beklagen sein werden …! In einem dramatischen Schreiben an alle Kollegen der Lehrkraft versucht Äkaterini Nikolaidou, mit konkreten Beispielen kleiner Kinder, die in den Schulklassen zusammenbrechen, die selbige Gesellschaft zu sensibilisieren.

Sie spricht von „… dem Anblick eines zum Skelett abgemagerten Kind im Alter von 6 Jahren, das nach vielen Tagen seines Fehlens in einem elenden Zustand in der Vorschule erschien. Abgemagert, kränklich, am ganzen Körper zitternd. Die Eltern des kleinen Jungen sind arbeitslos. Sie leben in einem Loch. Ihnen fehlt sogar das Brot. Sie hungern buchstäblich. Nachdem ich ihre Wohnung aufsuchte, stellte ich dies auch selbst fest. Es ist jedoch nicht nur dieser Junge, der unterernährt ist! …

Frau Nikolaidou verlangt unmittelbar die Intervention des Kollegiums der Lehrkräfte und die Aktivierung aller Träger der Region. Der vollständige offene Brief, der es wirklich wert ist, vollständig gelesen zu werden, wird nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben:

Kollegen – Kolleginnen

Der Bankrott und die wirtschaftliche Krise unseres Vaterlandes haben seit geraumer Zeit an unserer aller Tür geklopft und sind brutal, unerbittlich, heftig, unmenschlich in unser Leben getreten. Die Regierenden sehen uns als Nummern. Nur als Einnahmequelle. Würde, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung sind in ihren Köpfen und Handlungen inexistent. Sie investieren allein dort, wo sie Einnahmen und Gewinne abschöpfen können. Dort, wo die Resultate messbar sind. Für sie zählt die Bildung also nicht. Deren Resultate sind qualitativ. Sie sind nicht quantitativ. Die Bildung liegt nicht in ihren Zielen.

Seit etlichen Jahren sinken unsere Gehälter kontinuierlich. Wir sind die „leichte Beute“ unseres auf die Eintreibung von Steuern fixierten Staates. Auf der anderen Seite erfolgt eine systematische Abwertung unseres Werkes. Sie verlangen unsere Bewertung. Sie interessieren sich nicht für die Schulen, in denen es kalt ist. Für die Hungerlöhne. Für unsere kontinuierliche Weiterbildung. Für das Nichtvorhandensein eines sozialen Netzes, das uns in unserem schwierigen Werk helfen wird (Psychologen, Sozialarbeiter, Sprachtherapeuten usw.).

Ja, ich weiß, wie schwer wir mit unseren familiären Verpflichtungen über die Runden kommen. Mit der Zahlung der Steuern. Vor einigen Tagen wurde ich jedoch von einer befreundeten Vorschullehrerin über das Drama informiert, das sich in ihrer Klasse abspielte und abspielt, den Anblick eines zum Skelett abgemagerten kleinen Jungen im Alter von 6 Jahren, der nach vielen Tagen seines Fehlens in einem elenden Zustand in der Vorschule erschien. Abgemagert, kränklich, am ganzen Körper zitternd.

Die Eltern des kleinen Jungen sind arbeitslos. Sie leben in einem „Loch“. Ihnen fehlt sogar das Brot. Sie hungern buchstäblich. Nachdem ich ihre Wohnung aufsuchte, stellte ich dies auch selbst fest. Es ist jedoch nicht nur dieser Junge, der unterernährt wird. Noch viele weitere Kinder, die in Schulen und Vorschulen – hauptsächlich des Zentrums von Trikala – den Unterricht besuchen, leben unter dramatischen Umständen.

Meine Freunde, ich denke, dass die Stunde gekommen ist, unsere eigenen Probleme einmal bei Seite zu lassen und uns aufmerksamer diese Fälle „anzuschauen“. Wir sind keine einfachen Beamten, die ihre malerische Arbeit verrichten und es dabei belassen.

  • Wir können nicht mehr desinteressiert sein.
  • Wir können nicht mehr weiter warten.
  • Wir sind Lehrer, Erzieher, Pädagogen.
  • WIR SIND MENSCHEN!

Werden wir zulassen, dass diese Kinder vernichtet werden? Werden wir zulassen, dass die Zukunft unseres Vaterlandes verloren geht? Werden wir gleichgültig bleiben? Ich schlage in diesem Punkt einige Aktionen vor. Ich erachte jedoch, dass hier das Kollegium der Lehrer – Vorschullehrer unseres Bezirks eine maßgebliche und koordinierende Rolle spielen kann und MUSS. Ergo:

  1. In Zusammenarbeit der Direktoren – Lehrerkollegien hat mit absoluter Vertraulichkeit und Behutsamkeit eine erste Erfassung und Recherche von Informationen über alle Kinder zu erfolgen, die im wahren Sinn des Wortes hungern.
  2. Die Kollegien der Lehrer – Vorschullehrer sollen diese Daten sammeln, und im weiteren Verlauf ist eine Gruppe von Lehrern zu bilden, die bezüglich der kontinuierlichen Hilfe für diese Kinder Kontakt zu diversen Trägern und Organisationen aufnehmen kann. Sie können z. B. Kontakt zu großen Supermärkten, den Handelsverbänden, dem Apothekerverband, der Ärztekammer, der Kirche, der Direktion für den primären Bildungsbereich, der mobilen Einheit für psychische Gesundheit aufnehmen.

Jeder Einzelne von uns vermag allein NICHT die Last der Hilfe zu tragen, die es diesen unseren Mitmenschen zu leisten gilt. ALLE ZUSAMMEN jedoch, organisiert, können wir ein erfolgreiches und effektives Netzt für Leistungen, Pflege und sentimentale Stützung dieser Kinder schaffen.

Dies sind meine Vorschläge und Überlegungen. Ich warte jedoch auch auf Ihre.

VIELE KÖPFE – VIELE IDEEN

Hochachtungsvoll
Nikolaidou Äkaterini
Direktorin der Schule von Gomfi

(Quelle: TrikalaVoice)

Relevanter Beitrag:

  1. Jäger
    14. März 2013, 10:34 | #1

    Griechenland ist auf Grund von Betrug und Koruption seiner wohlhabenden Bürger in diese tiefe Kriese gefallen.
    Es wäre sehr gut durch Selbsthilfe-Organisationen die Not der armen und nicht schuldigen Menschen zu lindern.
    Aber bitte mit dem Selbstmitleid der Lehrer aufhören.

  2. Kostantinos
    14. März 2013, 11:59 | #2

    Da könnte ich nun vieles zu schreiben und eine Menge Schuldige dafür benennen. Allerdings schmerzt es nur noch solche Artikel zu lesen. Schande über die verantwortlilchen Menschen in Griechenland, die ihr Volk so ausbluten lassen und selbst davor keinen Halt machen, Kinder verhungern und Kranke ohne Medikamente sterben zu lassen.

    Meine Hochachtung gegenüber der Direktorin.

  3. Janz
    14. März 2013, 21:20 | #3

    Die Haupschuld an der Verelendung ganzer Völker hat unsere kalte, herzlose, Banken und Wirtschaftsbossen hörige Kanzlerin nebst ihren willfährigen Vasallen!

  4. GR-Block
    14. März 2013, 21:55 | #4

    Könnte das etwa das Ende der politischen Starre sein?

    „Dies sind meine Vorschläge und Überlegungen. ICH WARTE JEDOCH AUCH AUF IHRE.“

    Eine klare Ansage. Respekt Frau Rektorin. Die Nation braucht Lehrmeister wie Sie, keine Oberlehrer aus Berlin. Der griechische Staat fängt an, sich von unten zu reorganisieren. Und genau so muss es sein. Proteste außerhalb der Institutionen haben zwar ihre Bedeutung. Aber wirklich etwas bedeutendes bewirken, können nur Verantwortung tragende, die über den Rahmen ihrer Position hinaus tätig werden. Ich möchte DEN Vorgesetzten sehen, der sich traut vor dem Hintergrund unterernährter Kinder zu widersprechen. Er würde seine Position riskieren. Das Spiel mit der Macht ist in Krisenzeiten keine Einbahnstraße.

    Die Reorganisation von oben ist 5 Jahre lang von der Troika verhindert worden. Hellas blutet aus und drei Ministerpräsidenten wollten es nicht beenden. Sie befinden sich bis heute im Interessenskonflikt zwischen EU-Konzernen und dir, dem griechischen Volk, im Interessenskonflikt zwischen ihrer kriminellen Vergangenheit und der Zukunft eurer Kinder. Jetzt aber klagen deren Lehrer an und beginnen sich zu formieren.

    „Frau Nikolaidou verlangt UNMITTELBAR die Intervention des Kollegiums der Lehrkräfte und die Aktivierung ALLER TRÄGER der Region.“

    Hört, hört, eine τρικαλιώτισα hat die Leine der Sturmglocke ergriffen und droht mit Revolution. Nein, keine Geschichte wiederholt sich auf die gleiche Weise. Dieses Mal erschauern die 300. Und sie brauchen dringend einen Sündenbock. Armer Akis, die alten Kampfgefährten in Athen werden dir nicht einmal eine Gedenktafel gönnen. Du wirst als Εφιάλτης denunziert in die Geschichte eingehen.

    Hellas geht nun gegen die vor, die sie mit Dreck bewerfen, um von ihrer Schuld abzulenken. Und wieder ganz nah am Puls des geschundenen Volkes, seine Eliten. Ärzte und Pädagoginnen an vorderster Front, Staatsanwälte und Richter sichern die Flanken.
    Die Luft wird heißer, die Atmosphäre knistert. Sie spürt einen ihr wohlbekannten Schauer im Körper aufsteigen. Aber noch wartet Hellas gebannt und lauscht in die Ferne auf ihr Zeichen … da … still … όπου νά’ναι θα … aaah. Furchtbar … diese Albträume. Ich sollte aufhören, soviel im Griechenland-Blog zu lesen.

  5. LiFe
    14. März 2013, 23:30 | #5

    Über Hauptschuld braucht kein Mensch diskutieren. Dass Banken und Spekulanten Abzocker sind, das weiß mittlerweile ein jeder. Es muss etwas getan werden. Wo bleiben Engagements? Was macht die Society? Sie kann ihre Augen nicht länger verschließen und so tun, als ginge ihr das Elend ihres Landes und Mitbürger nichts an. Sie könnte so langsam darüber nachdenken, wie sie sich nützlich machen könnte. Sie könnte Stiftungen gründen und Programme mit Künstler und andere wichtige Perönlichkeiten entwickeln. Sowie Galas zu Spendenzwecke veranstalten. Gibt es überhaupt Aktivitäten in diese Richtung? In einer zivilen Gesellschaft trägt jeder eine Mitverantwortung und setzt sich für Schwache ein. Sonst ist man kein Mensch. Es muss zumindest etwas in diese Richtung passieren.

  6. Jäger
    14. März 2013, 23:37 | #6

    @Janz
    Ich meine, dass diese Ansicht zu kurzsichtig ist. Wenn ich auch Banken-Bonis sowie andere übertriebene Bonis sehr verurteile und absolut unmoralisch finde, sind diese nicht die Ursache der Verelendung ganzer Völker. Die Völker selbst mit ihren Strukturen und ihren mächtigen Clans tragen wohl selbst die meiste Schuld in ihrem eigenen Land.
    Herzlos sind doch die Bürger, welche betrügen, Kapital verstecken und dann die Schuld bei den anderen suchen. Aber es ist doch viel einfacher, die Kanzerlin für die jahrelange Mißwirtschaft in Eurem sehr schönen Land verantwortlich zu machen. Erkennt doch endlich einmal, dass Ihr selbst die Pleite verursacht habt und niemand anders.

  7. GR-Gast
    15. März 2013, 00:36 | #7

    @Jäger
    Herzlos sehe ich diejenigen an, die zum Betrügen gradezu eingeladen werden, wenn sie über das „genügende Kleingeld“ verfügen und im Gegensatz ein Normalbürger wegen einer Kleinigkeit jahrelang in den Knast wandert.
    Wie oft kaufen sich Reiche frei – wir wissen wohl nur über die Spitze des Eisberges Bescheid – oder werden erst gar nicht angeklagt.
    Jeder Kleinbetrieb macht bankrott wenn die Zahlen nicht stimmen, im Gegensatz werden die Großbetriebe steuerlich begünstigt und bevor sie in bankrott gehen, werden sie mit Steuergeldern „entlastet“!
    Nagt einer, der bei der EU mitverantwortlich ist an den Knebelverträgen, am Hungertuch – so wie es Kinder und der Norbmalbevölkerung ergeht, die Idee „freies Europa“ sollte für alle gelten und nicht nur für Großverdiener die anscheinend nicht mal soviel Herz besitzen, daß sie genügend für ihre Mitbürger übrig haben, daß diese nicht hungern müssen. Das wäre wohl das mindeste, was sie für ihre Mitbürger tun könnten – müßten und sollten!

  8. GR-Block
    15. März 2013, 03:36 | #8

    @Jäger
    Kein Mensch interessierte sich für die Kanzlerin, bevor die beispiellose Rassenhetze in den deutschen Medien losgetreten wurde, als die Griechen vor ihrem Parlament demonstrierten. Es war für uns alle ein Schock, zu erleben, wie der Rassismus gegen das griechische Volk in den deutschen Köpfen plötzlich wie ein Geschwür wucherte, als ob es schon immer latent auf seine Chance gewartet hätte.
    Was GR zuerst aus den Medien, dann über das Internet da engegenschwappte, war eine braune, ekelhafte Woge, die über viele Monate nicht enden wollte. Erst als man Hakenkreuze und deutsche Fahnen verbrannte, reagierten die Deutschen zunächst schockiert und verstummten dann endlich. Es war ein Befreiungsschlag, der deswegen seine Wirkung tat, weil er undifferenziert und brutal erfolgte. Seit dem ist GR aus den Schlagzeilen. Und das ist gut so.

    Wer sich die Mühe macht und eine kleine Statistik der Schlüsselwörter zur Beschreibung der Finanzkrise in Google anlegt, der wird sich wundern, was da alles ausgekotzt wurde. Mit welcher Selbstverständlichkeit rassistische, nationalistische, genetische Erklärungsversuche fast ausschließlich aus D gepostet wurden, läßt einem an der deutschen Fähigkeit zweifeln, jemals zu anderen Nationen ein natürliches und friedliches Verhältnis aufzubauen. Die Völker haben mit Schrecken erkannt, dass D in der EU eine EM sieht, in der ein brutaler Wettbewerb angeheizt wird. Und um Medaillien zu ergaunern wurde im eigen Lager sogar Doping legalisiert (siehe Drucksache 13/617).

  9. Juls
    15. März 2013, 09:23 | #9

    @ Gr-Block

    hier stimme ich vollkommen mit Dir ueberein … man merkt eindeutig, Deine Sachkenntnisse
    der Lage in Griechenland.

    Danke!

  10. Jäger
    15. März 2013, 11:13 | #10

    An GR-Gast und GR-Block
    Ich lebe seit 40 Jahre in Deutschland und kenne deren Mentalität in etwa so gut wie die anderer europäischer Länder.
    In den Medien werden sehr oft um hohe Einschaltquoten oder hohe Auflagen zu erzielen extreme Beispiele mit Schlagwörtern kundgetan. Nein die Wirklichkeit sieht doch ganz anders aus.
    Sehr oft werden für eigene persönliche Zustände und Lebenssituationen andere Menschen und Gesellschaften dafür verantwortlich gemacht.

  11. LiFe
    15. März 2013, 12:22 | #11

    Man kommt damit nicht weiter über Rassismus zu debattieren. Rassisimus ist und bleibt eine Dummheit, die mit Vernunft nicht zu besiegen ist. Hier ist eine Schulleiterin, die sich mutig an die Öffentlichkeit wendet und Mißstände und Nöte anprangert. Wie kann man handeln? Wie kann man Lebensbedingungen verbessern und Armut bekämpfen? Umdenken und Solidarität mit Bedürftigen sollte in einer zivilen Gesellschaft groß geschrieben werden. Entweder sind wir Europa oder wir laufen Gefahr uns wieder zu spalten.

  12. GR-Gast
    15. März 2013, 14:51 | #12

    Ist es nicht möglich, Nachbarn von bedürftigen Familien zu mobilisieren oder Menschen die gerne helfen wollen, jeder ein paar Euro oder Lebensmittel gibt um es den kranken und hungernden Familien zukommen zu lassen, das dürfte doch nicht so ein riesengroßes Problem sein.
    Zuschauen (oder wegschauen) wie Kinder oder Kranke verhungern ist doch so ziemlich das Unmenschlichste was es gibt. Oder die notwendigen Medikamente zu organisieren um noch schlimmeres Leid zu verhindern.
    Zum Beispiel eine Anlaufstelle, Lehrer oder andere staatliche Mitarbeiter, die wissen wo das größte Leid ist, um das zu verteilen, das von Mitmenschen gerne abgegeben werden kann.

  13. GR-Block
    15. März 2013, 15:43 | #13

    @LiFe
    Sie haben Recht.
    Nur zum Punkt Europa noch dieses. Wir sind uns durch den Binnenmarkt zu Nahe gekommen. Nicht die Völker sondern die Privatwirtschaften. Da der Kontakt ohne irgendwelche Vorkehrungen stattfand, passierte das, was mit zwei verbundenen Luftballons passiert. Dem einen geht die Luft aus, der andere wuchert. Deshalb muss der Binnenmarkt zumindest vorübergehend zurückgenommen und neustrukturiert werden. Jeder Partner muss für sich Bilanz ziehen. Dann kann man, wenn es sich rechnet, wieder aufeinander zugehen. Stattdessen haben wir begonnen uns gegenseitig der Böswilligkeit und Unfähigkeit zu beschuldigen.

    Dabei hat sich eigentlich nur unser selbsterrichtetes Finanzsystem verselbständigt. Wir haben die Kontrolle verloren. Dieses dem kleinen GR anzulasten, war ein politischer Fehler. Die wahrern Schuldigen haben die Gelegenheit ergriffen, um von ihrer finanzpolitischen Unfähigkeit abzulenken. DAS hat die Atmosphäre vergiftet.
    Fast jeder in der EU wußte damals, dass GR am allerwenigsten das System zu beeinflussen vermöchte. Schließlich kam GR erst dazu, als die EWG längst ihre starren Strukturen hatte. Erst jetzt aber mit der Katastrophe scheinen alte Strukturen hinterfragt zu werden, wie z,B. die gewaltigen Agrarsubventionen, die letztendlich den Mittelmeerraum aber auch Afrikaner und Südamerikaner benachteiligen.

    Wegen solcher Maßnahmen hat die EU in der Welt ein ethisches Defizit gegenüber den Chinesen. Im Gegensatz zu denen, sehen wir wie ein von Existenzängsten geplagtes Monster aus, das immer mehr in sich hineinfrisst, um größer und bedrohlicher auszusehen und dabei nicht davor zurückschreckt, selbst ins eigene Fleisch zu beißen.

  14. GR-Block
    15. März 2013, 16:38 | #14

    @Jäger
    Verzeihen Sie Jäger, wenn ich Sie hart angegangen sein sollte. Natürlich haben Sie Recht. So mancher Jounalist berücksichtigt in seinen Artikel nur den reißerischen Erfolg nicht dessen Wahrheitsgehalt.
    Trotzdem müssen wir uns in D die Frage stellen, warum gerade hier diese Leute dami Erfolg haben. Treffen die etwa den Nerv des Germanen. Oder hat es etwas mit Zeitgeist zu tun. Schließlich haben wir ja die Agenda 2010 über uns ergehen lassen. Jetzt erwarten wir dasselbe von den EU-Partnern, um kampfbereiter für den chineschischen Feldzug zu sein.

    Nur, außer in D, gibt es nirgends Lohnreserven, an denen wir für „unsere“ Konzerne ein Stück abschneiden könnten. Die Troika hat das in vollkommener Fehleinschätzung versucht. Jetzt sagt sie trotzig „weitermachen, bis uns was besseres einfällt“.
    Seien wir doch nicht feige. Bekennen wir, selbst unsere Profis verstehen das System EU-Binnenmarkt nicht. Der EURO hätte den Markt vereinfachen sollen. Stattdessen aber hat er seine Schwächen deutlich herauskristallisiert und katastrophal verstärkt.

    Was jetzt in GR passiert, stellt die demnächst erwartete Altersarmut in D weit in den Schatten. Wieso billigen wir „unseren“ Konzernen und Banken solche Gewinne zu, wo sie doch früher oder später die EU verlassen werden?

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