Deutsche reißen sich um Schwarzgeld aus Zypern

29. März 2013 / Aktualisiert: 28. September 2017 / Aufrufe: 2.853

Bankiers aus aller Herren Länder – speziell auch Deutschland – reißen sich darum, die angeblichen russischen Schwarzgelder aus Zypern zu ihren Instituten zu transferieren.

Der Vorsitzende des Verbands der Bankangestellten Zyperns (ETYK), Loizos Chatzikostis, erhebt in seinem Interview mit der österreichischen „Wiener Zeitung“ am 26 März 2013 schwerste Anschuldigungen gegen Deutschland. Wie er betont, verfolgten und erreichten die Deutschen, das zypriotische Geschäftsmodell zu zerstören, und nun „reißen“ sie sich darum, dass das „russische Schwarzgeld“ von Zypern zu ihren Banken transferiert wird.

Herr Chatzikostis führt an, der Beschluss der Eurogruppe stelle einen schweren Schlag für den Bankensektor und die Entwicklung der zypriotischen Wirtschaft dar, und merkt charakteristisch an: „Wir gaben den anderen die Möglichkeit, uns zu erobern, die Deutschen wollten unser Geschäftsmodell zerstören und haben es getan.

Schwarzgeld wird auf deutschen Banken zu Weißgeld

Offensichtlich wird für Berlin das ‚Schwarzgeld‘ auf seiner Reise von Zypern nach Deutschland in der Luft auf magische Weise von seinen Sünden befreit und plötzlich ‚weiß‘„, meint bezeichnend der Vorsitzende des ETYK. Weiter kritisiert er den Beschluss der Eurogruppe über die Aufspaltung der Laiki-Bank in eine „gute“ und eine „schlechte“ Bank, da die Bank seines Erachtens überleben kann, und betont auch bezüglich der Cyprus Bank, sie könne trotz der Tatsache, die neun Milliarden Euro betragenden Schulden der Laiki-Bank übernehmen zu müssen, ebenfalls überleben kann.

Gleichzeitig bringt Loizos Chatzikostis seine Beunruhigung über die eventuelle Welle der Entlassung von Bankangestellten zum Ausdruck und merkt an, dass von keiner Seite irgendeine Studie über die Auswirkungen der Beschlüsse der Eurogruppe für Zypern vorausgegangen war. Jedenfalls beharrt – wie er anfügt – der Verband der Bankangestellten Zyperns darauf, dass es keine Entlassungen geben und die Reduzierung des Personals auf eine sozial akzeptable Weise mittels eines Programms des freiwilligen Ausscheidens geschehen wird, wie es im Fall der Postbank in Griechenland umgesetzt wurde.

Forderung nach Ausnahme der Rentenkonten von Zwangsabgabe

Was die Rentenkonten der Bankangestellten betrifft, führt er an, der ETYK fordere, dass für diese Konten nicht die Zwangsabgabe gilt, da beispielsweise bei der Cyprus Bank das konkrete Konto über 350 Millionen Euro verfügt, woraus 3.500 Beschäftigte einen Anspruch auf Rente haben, und ruft in Erinnerung, dass sowohl Staatspräsident Nikos Anastasiadis als auch der Präsident des Parlaments, Giannakis Omirou, versichert haben, die Rentenkonten der Bankangestellten würden nicht beeinträchtigt werden.

Nach Ansicht des Vorsitzenden des ETYK gab es in der Vergangenheit Fehler von Seite der zypriotischen Banken, da das gesamte System nicht auf stabilen Fundamenten ruhte, während die griechische Krise für Zypern ernsthafte Auswirkungen hatte und weiterhin hat, weil allein aus Zyperns Beteiligung an dem „Haircut“ der griechischen Verschuldung die zyprischen Banken 4,5 Milliarden Euro verloren.

(Quelle: Voria.gr)

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  1. Janz
    29. März 2013, 06:14 | #1

    Da zeigt sich mal wieder die hässliche Fratze zumindest der Banken. Wie immer wollen Sie von dem Leid anderer Länder profitieren. Wann fangen wir normale Bürgerm an, uns für die Verbrecher unserer Wirtschaft und Regierung zu schämen? Pfui Teufel!

  2. SchmidtAbout
    29. März 2013, 08:41 | #2

    Frei erfundene Quellenangabe? Weder über Goggle noch bei der “Wiener Zeitung” direkt lässt sich ein Artikel solchen Inhalts finden … aber eine gut ausgedachte Story ist immer noch viel besser als eine schlecht recherchierte!

  3. Juls
    29. März 2013, 10:34 | #3

    Da fehlen einem doch echt die Worte!!
    Wir wissen / ahnen ja allmaehlich, wie in etwa die Spielchen laufen, aber es gibt immer ein Treppchen hoeher … mir wird da nur noch uebel … am schlimmsten ist diese Machtlosigkeit!

  4. Schlaui
    29. März 2013, 11:28 | #4

    Ich selbst bin Deutscher, und verabscheue, dass was diese EU Bürokraten unter dem Druck der deutschen Regierung (nicht der Deutschen !) dort tun. Mir tut das unendlich leid, und ich hoffe, dass man versteht, dass das NICHT der Wille des deutschen Volkes ist.

  5. Sepp
    29. März 2013, 17:02 | #5

    Warum schämen? Die Leute sollten besser anfangen zu denken und dann richtig wählen! Auch den Griechen täte ein wenig mehr nachdenken auch ganz gut. Um zu erkennen wer eigentlich der Feind ist, sollte mann ein paar Schritte zurück treten um das ganze Bild zu sehen! Damit wäre dann allen gedient.

  6. Heinz
    29. März 2013, 19:03 | #6

    Wenn ich den Artikel richtig gelesen habe, steht da Folgendes:

    „Wie er betont, verfolgten und erreichten die Deutschen, das zypriotische Geschäftsmodell zu zerstören, und nun “reißen” sie sich darum, dass das “russische Schwarzgeld” von Zypern zu ihren Banken transferiert wird.“

    Im weiteren Artikel ist davon jedoch nicht mehr die Rede, sondern nur noch, dass z.B. Schweizer und Londoner Banken sich um die Gelder bemühen. Kein Hinweis darauf, welche deutsche Bank das gewesen und wie das abgelaufen sein soll.
    Was soll man als normaler Sterblicher von einer solchen Berichterstattung halten, die nur noch reißerisch daher kommt und ein hässlich verzerrtes Deutschenbild bedient. Ist das so gewollt?

    Ist das von diesem Blog so gewollt? Das kann ich mir nicht vorstellen.

  7. Bavaria
    29. März 2013, 20:04 | #7

    Wieder mal nur Behauptungen ohne Fakten. In dem gesamten Artikel wird Deutschland nur einmal erwähnt:“ Ein zypriotischer Rechtsanwalt mit russischen Klienten führt an, von europäischen Bankiers aus Gegenden wie Lettland, Schweiz und Deutschland “kontaktiert” worden zu sein, von denen einige versprachen, innerhalb von weniger als einer Stunde Konten eröffnen zu können.“
    Wenn mit dem Satz der Wahrheitsgehalt der Überschrift untermauert werden soll – dann ist mir auch klar, warum niemand begreift, dass es ohne Reformen nicht geht, und das die die jetzt in GR für die Fehler ihrer Eliten bluten müssen, von eben diesen Eliten weiter an der Nase herumgeführt werden. Durch eine Presse, die weder unabhängig ist, noch sich die Mühe macht zu recherchieren.

    • Team
      29. März 2013, 20:45 | #8

      @Heinz
      @Bavaria
      Ist nicht klar ersichtlich (> Quellenangaben), dass es sich um zwei Artikel (S. 1, S. 2) zwei verschiedener griechischer Medien handelt, die sich wiederum einerseits auf die Wiener Zeitung und andererseits die Financial Times berufen? Und warum werden wieder die Übersetzer angemeckert, anstatt sich bei den Autoren auszukotzen?

  8. GR-Gast
    29. März 2013, 20:41 | #9

    @Sepp
    Richtig wählen? Bald sind in DE Wahlen – mal sehen was danach passiert, wenn die gleiche Regierung wiedergewählt wird, die Auswahl ist dort auch begrenzt wenn man nicht Links oder Rechts wählen möchte und was dann wenn danach es bei uns auch nicht besser aussieht – sind dann auch die Bürger schuldig an dem Dilemma? In DE sind die Kommunen bis zum Anschlag verschuldet und Altersarmut ist auch kein Fremdwort mehr, ebenso Armut existiert in DE ebenso und die „Schere“ geht immer weiter auseinander,
    Wahlversprechen – die nicht gehalten werden, ist da auch der Bürger schuld?

    Solange so lapidar mit Steuerschuldnern (im großen Stil!) umgegangen wird – auch in DE – denke da an die Steuer-CDs die im Umlauf waren und was passierte danach? Wo bleibt da die Kontrolle oder sind da auch die Bürger schuld? Alles Steuerausfälle die der kleine Bürger zu bezahlen hat, wie denn wenn kaum Arbeit vorhanden ist? Mit den 1-Euro Jobs in DE sicher nicht.

    Die Bevölkerung egal ob Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, … die ihr Erspartes verlieren und in die Armut gerät, wenn ich dann höre, auch diesmal wieder gibt es Transaktionen wo aus er Armut für die Reichen eine Unmenge an Geld fließt. Jubelt mir jemand eine z.B. 50-Euro-Schein unter, bin ich verpflichtet es zu melden und bekomme keinen Ersatz und die Banken, man transferiert es über deutsche oder andere ausländische Banken und das Geld ist „weiß“?

    Ich höre immer nur von „Bürgerpflichten“ – wie steht es da mit den Politikern die von der Bevölkerung vertrauensvoll gewählt und bezahlt werden, habe noch nicht gehört, daß sie am verhungern sind, kann mich ja auch täuschen …

  9. Ottfried Storz
    29. März 2013, 21:05 | #10

    Was soll man von einer angeblichen Quelle halten, die nicht mal die angegebene Zeitung kennt:
    http://www.wienerzeitung.at/suche/?date_min=01.01.2010&such=Chatzikostis

  10. KARIN MULLER
    29. März 2013, 22:52 | #12

    Selbst wenn da etwas wahres an dem Artikel dran sein sollte, so finde ich es unverschaemt, dass dauernt auf den „DEUTSCHEN“ rumgehackt wird. Die „Deutschen“, das sind nicht nur die Regierung und die Banken. Die „Deutschen“, dass ist auch das Volk und das hat mit diesen ganzen Anschuldigen gar nichts am Hut. Der Umgang in der EU miteinander wandelt sich immer mehr in Hass.

  11. Michael
    29. März 2013, 23:37 | #13

    Niemand, der noch ganz bei Trost ist, wird auf irgendeiner €uropäischen Bank mehr als 100T€ liegen lassen. Das ist die Lehre der Cypern-„Rettung“. Gerade deutsche Banken haben eine sehr dünne Eigenkapitaldecke. Mit dem Bankerraub auf Cypern wegen ausgefallener griechischer Staatsanleihen, dürfte die europaweite Kapitalflucht zur nächsten Bankenkrise führen, die auch in die deutsche Bankenwelt gewaltige Schneisen auf Kosten der Sparer schlagen könnte. Die Deutschen werden schon in Größenordnungen aus dem Euro geflohen sein. Die wollten nämlich im Gegensatz zu den Pleitestaaten diese UnWährung mehrheitlich nicht haben. Jetzt müssen auch noch ihre Spargroschen ins Exil, weil sie zur „Rettung“ europäischer Pleitebanken pfändbar würden.

    Das Kernproblem besteht darin, dass Griechenland nie in den Euro gedurft hätte. Das wurde dadurch verschlimmert, dass Griechenland im Euro bleiben wollte und so zu Tode „gerettet“ wird.

    Der Euro wird leider zum Spaltpilz zwischen den Völkern. Auch dank der Betrügereien Griechenlands. Das sind die Fakten.

  12. Barbarundi
    30. März 2013, 09:14 | #14

    @Team
    Hier geht es nicht um Anmeckern der Übersetzer, sehr wohl aber jener, die diese Artikel auswählen und als relevant auf ihren Blog stellen. Als Nachrichtenredakteurin bin ich jeden Tag damit konfrontiert Nachrichten a) auf ihre Plausibilität und b) auf ihre Relevanz zu prüfen. Ich weiß, jetzt kommt gleich das Argument: „Wir sind aber keine Nachrichtenagentur.“ das stimmt, aber sicher solltet Ihr Euch fragen, was Ihr dann mit diesem Blog beabsichtigt. Ich hoffe nicht, die ohnehin schon sehr belasteten Beziehungen zwischen Nord- und Süd in Europa noch weiter zu belasten. Denn eigentlich schätze ich Euren Blog sehr – auch als eine weitere Recherche-Quelle für meine Arbeit.

  13. windjob
    30. März 2013, 10:50 | #15

    Erstmal will ich klar recherchierte Beweise sehen. Anders glaube ich dies absolut nicht. Ausserdem ist derzeit der gesamte Kapitalfluss in der Hand der cypriotischen Regierung. Für mich ist dies ein absoluter Schmarrn und wieder mal ein Beweis, dass es nur darum geht Deutschland schlecht zu machen

  14. Heinz
    30. März 2013, 15:10 | #16

    @Team

    Nun, da haben Sie einen leeren Sack gedroschen. Ich bezog mich ausdrücklich auf die Berichterstattung und habe definitiv geschrieben, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass das vom Blog so gewollt sein kann.
    Ich habe also auf die Presse gedeutet und nicht auf Sie.

    Etwas weniger Dünnhäutigkeit wäre manchmal sicher nicht schlecht.

  15. Dimi
  16. GR-Block
    30. März 2013, 22:52 | #18

    @KARIN MULLER
    Richtig. In jedem Volk gibt es Normalbürger, Privatwirtschaft (Banken/Industrien) und Politik. Leider wollen wir immer nur dann zwischen diesen unterscheiden, wenn es um uns selbst geht. Das gleiche tun wir aber nicht, wenn es um ein konkurrierendes Volk geht.

    Nachdem die Krise sich zeigte, haben das die Griechen am eigenen Leibe erleben müssen, als sie vor dem Athener Parlament demonstrierten. Es waren fast auschließlich ihre deutschen EU-Mitbürger, die ihnen in den Rücken fielen, indem sie die Krise rassistisch erklärten. Damit waren die EU-Normalbürger miteinander beschäftigt und die Privatwirtschaft konnte „ihre“ Politiker unbemerkt aktivieren.

    Leider ist es ihnen gelungen, die Schulden der Politik (z.B. in GR) oder der Privatwirtschaft (z.B. in SP) auf massiven Druck der EU aber auch der nationalen Parlamente schließlich auf die Völker zu verschieben. In GR über die Einkommen, in CY über die Sparguthaben. In diesem Zusammenhang sollte man bedenken, dass es am allermeisten Geld in den EU-Großmächten zu verschieben gibt. Deshalb sollte man auch dort die Einkommen und Guthaben der Normalbürger im Gegensatz zu den Schulden der Privatindustrie genau beobachten.

    Selbstverständlich sind Bankenländer wie England, Luxemburg, Schweiz, Zypern… interessant für Leute die Geld waschen wollen. Natürlich ist D mit seinen 380 Mrd € jährlicher Schattenwirtschaft ein Hauptkunde für solche Länder. Natürlich verwahrt sich Ministerpräsident Junker davor, diese Rolle seines Landes an den großen Nachbarn im Osten zu verlieren, dem er mit Recht Hegemonialbestrebung unterstellt.

    Natürlich muss man die Frage stellen, warum das deutsche Volk so unüberlegt „seine“ Privatwirtschaft politisch unterstützt. Natürlich fragt sich jeder Europäer, warum die deutschen Mitbürger mit ihnen konkurrieren. Warum haben sie erlaubt dass die Raubritter gerade mit den kleinsten Volkswirtschaften begannen? Wann werden sie begreifen, dass die größten Völker (in F, UK, G) in Kürze auch bezahlen werden.

  17. giaoýrti giaoyrtáki
    31. März 2013, 01:37 | #19

    Den meisten „Russen“, denen hier das Geld durch Piraten geplündert wird, sind nebenbei in Wirklichkeit Pontos- und andere Griechen mit russischem Pass und wenn das alles wirklich Mafiagelder gewesen wären, dann wäre das ganze nie passiert. Schliesslich rettete die Mafia nach Lehman das Kapital, insbesondere die korsische soll dabei ganz nett ins Geschäft gekommen sein und über 30% der Investitionen in Deutschland kommen von der (italienischen) Mafia; natürlich interessiert das auch niemand, solange „Schwarzgelder“ nur abgeführt werden.
    Ansonsten könnte jetzt was ganz anderes passieren, die Mafia könnte ihre Killer aus Rache losschicken oder „terrorristische“ Gruppen ausrüsten und zu einigen ganz großen Schlägen ausholen.

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