300 Euro Strafe für Aussetzung von Haustieren in Griechenland

22. Januar 2013 / Aufrufe: 1.383

Die Stadtgemeinde Larisa in Griechenland ahndet die Aussetzung von Haustieren fortan mit einer Geldstrafe in Höhe von 300 Euro.

Wie der stellvertretende Oberbürgermeister der Stadtgemeinde Larisa in Thessalien, Vasilis Batziliotis,  bekannt gab, wird die Kommunalpolizei fortan empfindliche Geldstrafen gegen alle verhängen, die ihre bis kürzlich geliebten Haustiere aussetzen. Herr Batziliotis merkte an, die geltende Gesetzgebung sehe eine Geldstrafe von bis zu 300 Euro für jedes Tier vorsieht, das jemand „adoptiert“ und dann aussetzt, und dass die einschlägigen Methoden zur Auffindung des Besitzers existieren.

Die Besitzer von Gesellschafts- bzw. Haustieren müssen versuchen, die unkontrollierte Vermehrung wenn nicht völlig zu unterbinden, so zumindest einzuschränken. Wenn der Besitzer eines Tieres dessen Gesellschaft nicht (mehr) wünscht, schuldet er in Zusammenarbeit mit Tierschutzverbänden, für seine Adoption zu sorgen und hat es nicht auszusetzen und damit das Problem der streunenden Tiere zu steigern“, erklärte der stellvertretende Bürgermeister.

Es sei angemerkt, dass seit 2004 bis heute das Werk des kommunalen Hundeasyls beneidenswert ist, da es 4.000 Tiere behandelt und 1.745 Tiere sterilisiert hat, während ebenfalls 726 ausgewachsene Tiere und 1.565 Welpen adoptiert wurden. Im übrigen sieht die einschlägige Gesetzgebung vor, dass die Gemeinden und Kommunen speziell streunende Hunde, die nicht als gefährlich (sprich „bissig“) eingestuft werden, sterilisieren und wieder dort aussetzen müssen, wo die Tiere aufgegriffen wurden.

(Quelle: OnLarisa,gr)

  1. Wildkatze
    22. Januar 2013, 14:37 | #1

    Na, das wurde aber auch Zeit. Diese Praxis kann ich nur zur Nachahmung in ganz Griechenland empfehlen!

  2. V99 %
    22. Januar 2013, 23:38 | #2

    Zu wenig und zu spaet, und wohl kaum kontrollierbar. Vor wenigen Jahren tummelten sich Meuten von bis zu 11 ausgesetzten Hunden vor meinem Fenster in Athina! Das beruht auf dem (Aber~) Glauben, dass ein moeglichst grosser Klaeffer eine wirkungsvolle Alarmanlage sein soll, wobei gerne vergeesen wird, dass es sich um ein Lebewesen mit speziellen Beduerfnissen handelt, das auch noch die Unverfrohrenheit besitzt, taeglich essen, trinken und Gassi gehen zu wollen. Nee, da bleib ich dann doch lieber bei meiner (fast) Beduerfnisfreien Alarmanlage …

  3. Maria P.
    23. Januar 2013, 10:58 | #3

    @V99 %

    Nicht alle Hunde die man auf die Strasse sieht, sind „ausgesetzt“. Das sind Tiere die sich mit der Zeit „vermehrt“ haben sowie (fast) alle andere Lebewesen es auch machen! Daher kann passieren, dass vor deinem Fenster 11 Hunde sich „versammelt“ haben oder hat man sie extra da hingebracht? Bist du vielleicht vom Tierschutzverein? Das würde dann „Sinn“ machen.

  4. Ingrid
    23. Januar 2013, 17:10 | #4

    HILFE FUER HAUSTIERE DRINGEND ERFORDERLICH – Ich besitze einen wunderschoenen tollen Langhaarschaeferhund, der hier im Dorf total traumatisiert ausgesetzt wurde. Er wurde offentsichtlich geschlagen, war handscheu und hat mich einfach adoptiert. Wohlgemerkt er mich, nicht ich ihn. Seit 5 Jahren lebt er zusammen mit zwei anderen Hunden bei mir.
    Zudem fuettere ich mehrere Strassenhunde in unserem und im benachbarten Dorf.
    Seit letztem Jahr sind bei uns im Dorf 7 Hunde vergiftet worden, 2 starben an mit Naegeln und Glasscherben versetztem Futter. Mehrere wurden erschossen!!!
    Es waere zu schoen, wenn die Gemeinden mit solchen Verordnungen in ganz Griechenland Tierfreunde unterstuetzen wuerden, den Tieren zu helfen, die von anderen gequaelt und verstossen wurden.

  5. Ingrid
    23. Januar 2013, 17:21 | #5

    @V99 %
    Wie meinen Sie das? Wenn man keine Zeit hat fuer einen Hund und ihn nur an die Kette legt, haben Sie Recht!~
    Aber „zu wenig, zu spaet, kaum kontrollierbar“ kann ich so nicht gelten lassen.
    1. Zu wenig? Jeder Hund, der gerettet werden kann, ist es wert. Es kann nie zu wenig sein!!
    2. Zu spaet ist es nie im Leben. Man kann immer einen Anfang, es Besser machen !!!
    3. Tierschutzgesetze gibt es schon Jahre, auch in Griechenland. Leider wurde man bisher meist immer belaechelt oder fuer verrueckt erklart, wenn man sich fuer die ausgesetzten Tiere einsetzte. Mit so einer Gemeinde, wie Larisa sieht das schon anders aus.
    Und ist sehr wohl zu kontrollieren, wenn die Leute auch hinschauen!!!

  6. V99 %
    23. Januar 2013, 20:28 | #6

    @ Ingrid
    Danke fuer die Eigeninterpretation.. oder besser einafch den Artikel lesen.
    Zu wenig = 300€ Strafe
    Zu spaet = Es besteht schon seit Jahren die Notwendigkeit fuer ein Umdenken, wie es in anderen Laendern schon in den 70igern stattgefunden hat.
    Nicht kontrollierbar = Das Aussetzen
    Schoen wenn sie auf dem Dorf leben, in der Stadt sieht die Realitaet leider anders aus.

    @ Maria P.
    Es handelte sich um ausgewachsene Exemplare, die leider keine Alters-Kennzeichnung trugen. Vom Tierschutzverein bin ich nicht, was aber nicht bedeutet, dass ich mich, wenn moeglich, um beduerftige Tiere kuemmere. Ich habe bis jetzt 3 Katzen und zwei Hunde gerettet. Was heissen soll, teils grossgezogen, bis ich sie in eine bessere, sprich laendliche, Umgebung, uebergeben konnte.

  7. GR-Block
    24. Januar 2013, 11:10 | #7

    Es ist eher ein modernes, städtisches Phänomen, dass die Menschen sich über streunende Tiere aufregen. Zu Großmutters Zeiten war das auf dem Lande ein Normalzustand. In der Stadt bedeutet das allerdings auch größere Gefahren für die Gesundheit.
    Leider sind die Tierfänger und Tierasyle in griechischen Städten notorisch unterbesetzt. Auch ist die Vermittlung von unerwünschten Tieren nicht organisiert. Das geht, wenn überhaupt, fast nur privat.
    In einer modernen (städtischen) Gesellschaft gehört selbverständlich das „Entsorgen“ unerwünschter Kuscheltiere dazu. Wenn die Vermittlung nicht klappt, dann wird das Tier getötet (eingeschläfert, euthanasiert…). Bei uns in D sind das zehntausende pro Jahr, die gegen das Tierschutzgesetz, auf Wunsch durch Tierärzte getötet werden. Wieviele „unerwünschte“ in der Forschung sinnvoll verarbeitet werden, ist nicht abzuschätzen. Dort werden die meisten der 3.1 Mio Versuchstiere pro Jahr professionell gezüchtet.

  8. Ingrid
    24. Januar 2013, 16:25 | #8

    @ V99 %
    o.k. zu wenig, da geben ich Ihnen recht, habe ich wohl was falsch interpretiert.
    Aber zu spaet ist es wirklich nie. Es ist ein Anfang, wenn Gesetze in Gemeinden geachtet und Strafen verhaengt werden. Denn diese Gesetze gibt es schon sehr lange. Aber es kuemmerte keinen. Seit 21 Jahren kuemmere ich mich um Strassenhunde und habe ernsthafte Bedenken die Gemeinde bei uns um Hilfe zu bitten, wenns mal zu viele sind. Denn es werden immer noch Vergiftungsaktionen in Auftrag gegeben, um so “ das Problem zu loesen“.
    Es ist schwer zu kontrollieren, stimmt. Aber je mehr Menschen hinschauen und die Gemeinde taetig wird, desdo groesser ist die Chance dieser Unart das Handwerk zu legen.
    Tierfeinde, gewissenlose Menschen, Sadisten wird es immer geben.
    LEIDER!

  9. Wildkatze
    25. Januar 2013, 11:37 | #9

    Umso wichtiger ist es aber, dass diesen Tierfeinden, gewissenlosen Menschen, Sadisten das Handwerk gelegt wird und sie mit hohen Strafen belegt werden.
    Auch ich kümmere mich um ausgesetzte Hunde und Katzen auf meiner Insel. 2 Hunde + 2 Katzen wohnen mit mir zusammen, einen Hund mit gebrochenem Vorderbein habe ich zwecks OP in die Schweiz gekarrt und glücklicherweise dort eine Familie finden können, die ihn adoptiert hat. Ich fürchte allerdings, dass diese beschämende Situation nicht nur in GR zu finden ist. In der Schweiz werden alleine auf der Strasse laufende Hunde einfach sofort von der Polizei aufgegriffen und in ein Tierheim gebracht. Was dort aber dann mit ihnen passiert, falls sie nicht innert nützlicher Frist ein neues Zuhause finden, weiss ich nicht so genau. Die Tierheime habe ich mir schon angesehen. Dort geht es den Tieren gut. Einer meiner griechischen Hunde ist ein notorischer Ausreisser und wird immer wieder von der Polizei „verhaftet“ und in ein solches Tierheim gebracht. Dank Chip findet man mich dann, und ich muss den Hund im Tierheim – gegen eine happige Gebühr – wieder auslösen. Was aber mit den Hunden geschieht, die nicht mehr abgeholt werden?

  10. landei
    26. Januar 2013, 13:10 | #10

    Leider wird auch hier in Austria am Lande der plötzlich unliebsame Hund erschossen. Auch wenn die Erziehung eher mühsam ist, knallt man ihn ab.

  11. LiFe
    9. Februar 2013, 19:43 | #11

    Ich habe den Eindruck, dass die Menschen in Griechenland die Einführung einer Hundesteuer befürchten. Wissen wir, was morgen kommt? Somit haben die Hunde keine Chancen. Ein Mensch kann furchtbar grausam werden, sobald er sich existentiel bedroht fühlt. Ein Mensch ist nicht in der Lage Tiere zu beschützen. Hunde sind dagegen loyaler und beschützen Menschen. Unbedingt. Selbst wenn ein Hund in Obhut eines grausamen Halters geraten ist. Der Hund würde ihn schützen und retten geriet dieser in Gefahr. Es ist beschämend, wie Menschen sich gegenüber Tiere verhalten. Darin zeigt sich der Charakter eines Menschen. Chapeau @ Ingrid, dass du dich um die heimatlosen und schwächsten kümmerst. Ich kann mir vorstellen, dass du viel Zeit und (reden wir nicht davon) opferst. Chapeau!

  12. Ingrid
    9. Februar 2013, 21:43 | #12

    Die Einfuehrung der Hundesteuer waere fuer die Hunde in Griechenland das Schlimmste was passieren kann. Denn es gibt leider nicht viele Menschen hier, die dafuer Geld bezahlen wuerden. Lieber den Hund auch noch auf die Strasse jagen, wo es schon so viele gibt. Und statt Tierheime aufzubauen wuerden wieder Vergiftungsaktionen von den Gemeinden empfohlen, oder soll ich sagen:befohlen, werden. Natuerlich nicht offiziell, denn das ist ja „verboten“.
    @LiFe
    Vielen Dank. Deshalb liebe ich die Tiere mehr als die Menschen. Diese Ehrlichkeit, Solidaritaet, Treue und aufrichtige Zuneigung ist etwas Wunderbares.
    Das sollten sich die Menschen als Vorbild nehmen. Mit unserer „Intelligenz“ haben wir uns diese Eigenschaften groesstenteils abgewoehnt.
    Ich kenne genug Menschen hier, die trotz Wohlstand, die Strassenhunde mit Fuessen treten, jagen, mit Steinen bewerfen, quaelen, bewusst mit dem Auto anfahren, vergiften, erschiessen.

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