Zwei-Klassen-Medizin in Griechenland

28. November 2012 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 1.589

In Griechenland ist die Zwei-Klassen-Medizin inzwischen Realität: immer mehr Neu-Arme werden von dem Zugang zu dem staatlichen Gesundheitssystem ausgeschlossen!

Die griechischen Patienten sind in zwei Kategorien geteilt worden: die (gesetzlich) Versicherten, welche Zugang zu dem staatlichen Gesundheitssystem haben (obwohl dieses zunehmend nicht einmal mehr elementare Bedürfnisse zu decken vermag), und jene, die ihre Arbeit und damit auch ihren Versicherungsschutz verloren und nicht das Geld haben, um sich behandeln zu lassen.

 Alle, die der zweiten Kategorie angehören bzw. in diese hineingerieten, sind inzwischen von dem ESY, also dem „Nationalen Gesundheitssystem“ ausgeschlossen, das ursprünglich geschaffen wurde, um alle einer medizinischen Versorgung bedürfenden Menschen unabhängig von ihrer jeweiligen wirtschaftlichen Situation zu versorgen.

Im Rahmen der neuen Realität der von der Troika aufgezwungenen „Memoranden“ werden im ESY nur noch jene Patienten behandelt, die zahlen können. Alle anderen finden die Türen verschlossen – mit allem, was dies mit sich bringt.

Ein tragisches Einzelschicksal – eins von vielen

Früher hatte sie einmal alles: ihre Familie, Bildung, ein Geschäftslokal, das sie vermietete, und zwei Häuser – eins als Hauptwohnung und Ferienhaus in einem der schönsten Gebiete Attikas – und vor allem ihre Gesundheit.

Heute fällt es ihr sogar schwer, ihr Leben zu fristen. Ihre beiden Häuser verfallen – sie sind weder zu vermieten noch zu verkaufen – und sind ihr inzwischen eine Last mit all den „Abzocken“, welche verhängt worden sind. Für das Ladenlokal an der Patision-Straße hat sie die Miete um 75% gesenkt, um nicht den Mieter zu verlieren, der sie derweilen „alle Jubeljahre“ bezahlt.

Ihr Sohn gab sein Studium in England wegen der wirtschaftlichen Lage auf, in die seine Familie plötzlich geraten war, und sie selbst wurde mit Krebs „geschlagen“. Vor ihr … Finsternis, im Moment wo ihr bewusst wird, keinen Versicherungsschutz und somit auch keine ärztliche und medizinische Versorgung zu haben.

Der Krebs muss warten …

Die 57-jährige Varvara Machera gehört der neuen gesellschaftlichen Klasse an, jener der Neu-Armen. Ihre Familie war wohlhabend. Sie selbst brauchte niemals zu arbeiten oder sich um etwas Sorgen zu machen. In der Vergangenheit durchlebte sie schöne und schwierige Augenblicke. Bisher begegnete sie jedoch keinem ernsthaften wirtschaftlichen Problem. Ihr Unglück ist, dass die finanziellen Schwierigkeiten mit einer ernsthaften Erkrankung zusammenfielen.

Sie werden sich fragen, warum ich niemals einen Versicherungsschutz hatte. Ich war nicht berufstätig, mein Mann verließ mich, als unser Sohn sechs Monate alt war, mein Vater und mein Großvater ließen mich niemals arbeiten und meldeten mich auch nicht als Beschäftigte an, um einen Versicherungsschutz zu haben, obwohl sie zwei gute Unternehmen hatten. Der Hauptgrund war aber wohl, dass ich nicht das war, was man „Klette“ nennt. Ich hatte es ihnen einige Male gesagt. Sie taten es nicht, ich beharrte nicht. Die Wahrheit ist, dass ich kein finanzielles Problem hatte und niemals glaubte, eins zu bekommen.

Ende September machte ich eine angebotene Mammographie. Die Ärzte sahen einen Knoten und in der einen Brust und sagten mir: „Schnell in den Operationssaal.“ Ich kam ins „Ntynan“, wo ich noch mehr als die Hälfte der Behandlungskosten schulde. Die Biopsie zeigte Bösartigkeit. Ich musste sofort eine Therapie beginnen. Ich habe sie jedoch aufgeschoben, weil ich kein Geld habe. Ich wendete mich an das Krankenhaus „Agios Savvas“, wo sie mir beschieden, dass die zu befolgende Chemotherapie jedes Mal ungefähr 2.500 Euro koste. Die Bestrahlungen sind preisgünstiger, jede ungefähr 45 Euro. Ich muss jedoch 25 machen. Ich sagte ihnen, erst einmal mit den Bestrahlungen zu beginnen, und sie antworteten mir, ich müsse bis Februar warten. Drei Monate sind jedoch viel Zeit für den Krebs.

Frau Machera wendete sich an die Ärztekammer Athen (ISA), in deren Rahmen eine Sozialpraxis betrieben wird. Von der Praxis verschafften sie ihr einen Termin im Krankenhaus „Sotiria“ für den kommen Mittwoch, um die Chemotherapie zu beginnen, ohne zahlen zu müssen. Jedoch sucht sie immer noch nach einem Zentrum, um umgehend mit Bestrahlungen anzufangen.

Bedürftige senden SOS

Jeden Tag besuchen hunderte Patienten sowohl die Sozialpraxis, die in der Geschäftsstelle der ISA untergebracht ist (Sevastoupoleos 113, 3. Stock), als auch die Sozialpraxis Ellinikou des Erzbistums (ehemalige amerikanische Kaserne Ellinikou, Eingang von der Allee Vouliagmenis).

In der Praxis sehen wir alltäglich wenigstens 100 Fälle. Dutzende Patienten mit onkologischen Problemen sind in der onkologischen Klinik des Krankenhauses Sotiria behandelt worden„, erklärt der Präsident des ISA, G. Patoulis, und fügt an, dass seit Februar bis heute die Praxis mehr als 13.500 Patienten besucht haben, welche ihren Versicherungsanspruch verloren haben.

Die meisten Patienten, welche die Sozialpraxis Ellinikou des Erzbistums aufsuchen, sind Menschen, die ihren Versicherungsanspruch verloren, entweder weil sie entlassen wurden oder weil sie ihr persönliches Unternehmen aufgaben. Es handelt sich um Menschen im Alter von 35 bis 45 Jahren, führte der Kardiologe und Leiter des Ärzteteams der Sozialpraxis des Erzbistums, Herr Giorgos Viachas an.

Die Sozialpraxis Ellinikou

Diese Menschen haben nach dem Verlust ihres Versicherungsschutzes keinen Zugang mehr zu den Diensten des Nationalen Gesundheitssystems, außer als „Notfälle“. Die Sozialpraxis Ellinikou des Erzbistums nahm im Dezember 2011 mit drei Ärzten ihren Betrieb auf. Heute sind 30 Ärzte der meisten Fachrichtungen, 25 Zahnärzte, acht Psychologen, fünf Reflexologen und fünf Apotheker freiwillig tätig.

Vor einem Jahr„, erinnert sich Herr Vichas, „kamen Patienten von mir zur IKA Agiou Dimitriou und sagten, nicht wiederkommen können zu werden, weil sie keinen Versicherungsschutz mehr hatten. Damals überlegten wir mit zwei meiner Kollegen, dass für diese Menschen eine Struktur geschaffen werden müsse. So tangierten wir den Bürgermeister von Ellinikou, der uns Räumlichkeiten für den Betrieb der Praxen überließ.

Schwangerschaft ohne Untersuchungen

Vor ungefähr zweieinhalb Monaten suchte die Sozialpraxis Ellinikou des Erzbistums eine Frau auf, die im siebten Monat schwanger war. Bis zu jenem Tag hatte sie keinen Arzt besucht, war keinen Untersuchungen unterzogen worden. Ihr Ehemann betrieb einen Laden. Als er ihn schloss, blieben beide ohne Versicherung. Glücklicherweise kam nach der Vermittlung der Sozialpraxis das Mädchen vor zwei Wochen kostenlos in einer Privatklinik kerngesund zur Welt.

Inzwischen sind es nicht mehr wenige Frauen, die nicht den erforderlichen pränatalen Untersuchungen unterzogen werden. Die Gefahr des Anstiegs der Geburtensterblichkeit ist existent„, erklärt der Direktor der 6. Entbindungs- und Gynäkologie-Klinik des Krankenhauses „Elena Venizelou“, Herr Giorgos Farmakidis.

Der Krebs muss auf unsere Menschlichkeit warten

Die erste Einweisung eines nicht versicherten Patienten in das Krankenhaus „Sismanoglio“ erfolgte am 21 November. Die Patientin leidet unter Brustkrebs und hat heftige Atemnot. „Ihr ist seit 2010 bekannt, dass sie Krebs hat, jedoch wurde sie in keinem öffentlichen Krankenhaus aufgenommen, weil sie nicht versichert ist und kein Sozialkrankenheft erhalten kann„, erklärt Herr Vichas. Und dies ist nicht der einzige Fall. „In die Praxis kommen Menschen mit einer Überweisung zur Chemotherapie in der Hand, von März. Bis Oktober war nichts geschehen. Die öffentlichen Krankenhäuser hatten sie abgewiesen.

Laut dem Koordinationsdirektor, Onkologe – Pathologe im Krankenhaus „Elena Venizelou“ und Vorsitzender des Berufsverbands der Onkologen – Pathologen Griechenlands, Herrn Nikos Malamos, wird mit einem Anstieg des Anteils der Menschen mit Krebsdiagnosen gerechnet, die keinen Versicherungsschutz haben und sich die – häufig sehr hohen – Kosten der Therapie nicht leisten können.

Wir sehen Menschen, die keine Versicherung haben, die nicht einmal fünf Euro haben, um nach Hause zurückzufahren„, führt er an. „Es ist unverständlich, dass ein Land als zivilisiert gilt, wenn es das Recht auf Heilung, auf Verlängerung des Lebens und auf Tod in Würde verweigert. Ärzten und Pflegern, das zu erbringen, was sie gelehrt wurden. Die Wohltätigkeit reicht nicht aus, um das Problem zu lösen …

(Quelle: To Vima)

KategorienGesundheitswesen
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  1. wilhelm vieten
    28. November 2012, 06:57 | #1

    Hallo,wieder habe ich als Deutscher auf Rhodos lebend einiges gelesen was mir säuerlich aufstößt.
    In Griechenland gibt es eine 3 Klassen Gesellschaft,nicht nur medizinisch gesehen,Punkt.
    Die gesetzlich Versicherten,die Nichtversicherten und die Barzahler,Punkt.
    Hätten diejenigen die ihren Arzt heute noch bar bezahlen können immer Ihre Steuer entrichtet,gäbe es weniger Leid,in allen Bereichen,Punkt.
    Ich kenne soviele Beispiele aus meiner Umgebung die ich hier aus gar nicht aufführen möchte.
    Jetzt werden wieder einige Besserwisser aufheulen,nur zu.Punkt

  2. Petros
    28. November 2012, 09:26 | #2

    Ne, Komma, klar, Komma, ein Deutscher, Komma, der sich in der Hochburg der Steuerhinterziehung, Komma, Geldwäsche und Schwarzgelder eingekauft hat, Komma, ist natürlich im exklusiven Besitz der absoluten Wahrheit und Weißheit, Komma, so wie bei Mercedes die uneingeschränkte Vorfahrt im Fahrzeugpreis einbegriffen ist. Punkt

  3. Peter Adam
    28. November 2012, 10:48 | #3

    Das ganze, in jeder Ausprägung, hat System. Das geht in jedem Land so, denn der Kardinalfehler ist das gesamte Schuldenbasierte Wachstum. Allerdings ist der Weg, das ganze zu bereinigen indem man bei den finanziell Schwachen kürzt was das Zeug hält, vollkommen falsch, denn es werden ja immer noch neue Schulden gemacht um ein gewisses Wachstum zu generieren, doch die Gelder die auf der anderen Seite eingespart (gekürzt) werden, dienen nur noch dazu die Anleihenhalter zu befriedigen. Wie eine echte Lösung aussehen könnte, vermag ich nicht zu sagen, jedoch, als gebürtiger Grieche blutet mir ob des ganzen Wahnsinns und des Festhaltens am Euro das Herz. Vielleicht sollte es endlich einen echten Ruck in der griechischen Gesellschaft geben, eine Einsicht, dass dieses unsägliche Klientelsystem unser Volk erst bis zu diesem Punkt gebracht hat. Leider sehe ich zur Zeit keine echte politische Alternative um die Entmündigung unseres Volkes durch die Hochfinanz, unter wohlwollender Hilfe der politischen Kaste, zu beenden.

  4. Lapalulli
    28. November 2012, 13:00 | #4

    @Peter Adam: „Vielleicht sollte es endlich einen echten Ruck in der griechischen Gesellschaft geben, eine Einsicht, dass dieses unsägliche Klientelsystem unser Volk erst bis zu diesem Punkt gebracht hat. Leider sehe ich zur Zeit keine echte politische Alternative…“

    Sie sind einer der wenigen Griechen, welche die Ursache und die Perspektive der Krise öffentlich auf den Punkt bringen. Selbstkritik ist nicht gefragt in Hellas. Es ist leicht, immer die Troika vorzuschieben. Aber es macht wohl ein besseres Gefühl. Das Schlimme: Nach der Bundestagswahl 2013 wird es wohl ziemlich bald einen Schuldenschnitt geben, der ebenso wie der letzte nichts bringt, solange kein Wachstum in Sicht ist. Der Hass der Völker in Europa aufeinander dürfte sich verstärken, die Lage für die aus welchen Gründen auch immer in die Misere geratenen Menschen dürfte sich weiter verschlechtern. – Beschämend und traurig.

  5. GR-Block
    28. November 2012, 14:34 | #5

    @ Peter Adam
    „Leider sehe ich zur Zeit keine echte politische Alternative um die Entmündigung unseres Volkes durch die Hochfinanz, unter wohlwollender Hilfe der politischen Kaste, zu beenden.“

    Oh, es gab 2012 schon eine sich formierende Alternative. Als aber kurz vor den Wahlen die Gefahr für die etablierte Klientelwirtschaft sehr groß wurde, stand die Politikerkaste in Brüssel plötzlich auf den Bänken und drohte: “ wenn ihr unsere Lobbies aus eurem Parlament entfernt, dann machen wir euch platt“. Das hatte gesessen. Fast 40% ging nicht zur Wahl. Das undemokratische Wahlrecht verhalf einer Minderheit zur Mehrheit im Parlament und die Geschäfte gehen munter weiter. Nur die Einkommen werden gekürzt.

  6. CYR
    28. November 2012, 15:11 | #6

    @ Peter Adam
    Ohne Schuldenbasierten Wachstum würde es keine Gewinne geben. Das ist KEIN Kardinalfehler dass ist Marktwirtschaft (siehe Keynes). Früher berichteten die Nachrichten fast täglich über die amerikanischen Konsumenten wie viel sie ausgaben wollen und wie Ihre Kundenzufriedenheit ist . Daran hing (und hängt) die ganze Weltwirtschaft. Auch damals haben die US-Amerikaner nicht mehr verdient als anderswo aber deutlich mehr ausgegeben, bis zur bitteren Lehman Pleite.
    Aktuell ist die heutige Krise eine Akkumulationskrise, zu viel Geld in zu wenigen Händen die nicht richtig angelegt werden können. Dann trifft es sich richtig das man Pleiteländer wie Griechenland hat wo man noch einiges verdienen kann. Dumm nur das in Griechenland viel zu wenige Leute und Industrie gibt, die die Schulden abtragen können.

    Das Ergebnis sehen wir jetzt in der Zweiklassenmedizin. Apropos was passiert den z.Z. mit den ganzen Flüchtlingen in GR? Eigentlich ist das Land verpflichtet diese zu versorgen und zu verpflegen.

  7. Götterbote2012
    28. November 2012, 15:42 | #7

    @ Peter Adam
    „…Wie eine echte Lösung aussehen könnte, vermag ich nicht zu sagen,…“

    Dazu gibt es einige logische Theorien, welche die vorhandenen Problematiken in Luft auflösen (wohlgemerkt THEORIEN). Die einfachste besagt, dass der Staat das Geld druckt, dass er benötigt und durch entsprechende Aufträge (z.B. Straßenbau) in den Umlauf bringt. Er darf nicht mehr und nicht weniger drucken. Banken dürfen in dem System nur das an Kredit vergeben, was sie tatsächlich an Werten hinterlegt haben.

  8. tabascofan
    28. November 2012, 15:42 | #8

    @Peter Adam
    Wie eine echte Lösung aussehen könnte, bzw. wo die wirklichen Probleme liegen, haben Sie schon sehr richtig angedeutet: Klientelsystem, ausbeuterische Eliten, verantwortungslose Gewerkschaften, eine ineffiziente und weitgehend unwillige Verwaltung. Insgesamt wenig Interesse, etwas zu ändern. Nur ein Beispiel: etwa 150 geschlossene Berufe, von Hafenarbeitern bis Taxifahrern. Sollen jetzt endlich geöffnet werden. Aber erst 2015.
    Ich vermisse Demonstrationen gegen solche Missstände. Das Volk hat viel Macht, es sollte davon Gebrauch machen.

  9. Bluebird
    28. November 2012, 17:30 | #9

    @ wilhelm vieten

    Ganz so einfach ist es nicht. Auch wer eine Versicherung hat, muss bei manchen Behandlungen ( Zahnarzt, Gynaekologe und andere) bar zahlen, wenn man nicht Monate warten will oder kann, genauso ist es bei manchen Operationen. Wenn zum Beispiel Erblindung droht und man auf der Warteliste steht, dann geht jeder, der es NOCH kann in eine private Klinik und bezahlt, man bekommt auch eine Quittung, es ist fast egal, ob man eine Versicherung hat oder nicht, ausser im absoluten Notfall natuerlich und langwierige Krankheiten.
    Ausserdem lassen sich solche Kommentare immer gut von aussen abschiessen bezueglich nicht bezahlter Steuern usw. Und auch noch von Deutschen, die wohlbehuetet mit Auslandskrankenversicherung auf Kreta sitzen und SELBSTVERSTAENDLICH immer korrekt ihr ganzes Leben Steuern entrichtet haben.
    Etwas Mitleid und mehr Durschblick waeren wuenschenswert.

  10. tabascofan
    28. November 2012, 19:07 | #10

    @Bluebird
    Auch wenn Sie es nicht glauben: Es gibt wirklich Menschen, die ihr ganzes Leben lang korrekt ihre Steuern bezahlt haben. Und die das auch völlig in Ordnung finden.

  11. GR-Block
    29. November 2012, 00:19 | #11

    @ CYR
    „Apropos was passiert den z.Z. mit den ganzen Flüchtlingen in GR? Eigentlich ist das Land verpflichtet diese zu versorgen und zu verpflegen.“
    Da gibt es keine Verpflichtung. Bisher wurden alle versorgt ob mit Versicherung oder kostenlos durch die Krankenhäuser. Die Troika hat jetzt darauf bestanden, dass nur noch Versicherte versorgt werden sollen. Das entlastet das Gesundheitssytem um 1 Mio illegaler Immigranten. Sobald sie krank werden, müssen sie das Land verlassen oder sich anmelden. In GR nennt man so etwas „herzlos“.

  12. Roditisa
    29. November 2012, 12:06 | #12

    @ wilhelm vieten
    Zu welcher Kategorie gehöre ich?: ich bin gesetzlich versichert und zahle dennoch bar, seit fast alle Ärzte auf Rhodos ihre Verträge mit den Kassen gelöst haben, bzw. am Tag 10 Kassenpatienten behandeln und wer danach kommt, zahlt bar. Wer Kinder hat, schafft es selten, zu den ersten 10 zu gehören, die als Kassepatienten durchkommen. Und wer Kinder hat, ist froh, wenn diese den Arzt nicht fürchten, wenn der Arzt einem nicht nach 2 Wochen die erste Probe mit künstlicher Säuglingsmilch aufdrängt und einem suggeriert, Muttermilch sei nicht gut für das Kind, wenn er das Kind nicht nackt 20 Minuten warten lässt, weil er telefonieren muss… Ich kaufe lieber Kleidung vom Flohmarkt, laufe, statt den Bus zu nehmen und schneide meine Haare selbst, damit ich zu dem Kinderarzt gehen kann, dem ich vertraue.

    Dass sie mir Steuerhinterziehung unterstellen, finde ich übrigens beleidigend.

    Aber da sie sich auf Rhodos so gut auskennen, werden sie mir natürlich versichern, dass es Familien wie die unsere schlicht nicht gibt.

  13. Bluebird
    29. November 2012, 17:19 | #13

    @ tabascofan
    Ich glaube es gern, denn ich bin auch einer von denen, die immer und in jedem Land meine gesamten Steuern bezahlt habe und immer noch in voller Hoehe bezahle. Die Deutschen sollen bitte nicht so selbstgerecht tun, als ob sie die besseren Menschen waeren. Erst gestern sah ich ein Interview mit dem Altkanzler Schmidt, der die Schwarzarbeit und damit den entgangenen Steueranteil beimDeutschen Fiskus auf mehrere Milliarden schaetzte.

  14. γιαούρτι γιαουρτάκι
    29. November 2012, 20:55 | #14

    Billigflieger nach Deutschland und ab ins Krankenhaus zur Rettungsstelle. Auch Unversicherte müssen dort behandelt werden. Rechnung kommt zwar hinterher, aber es gibt in jedem Krankenhaus Anlaufstellen vom Sozialamt. Hauptsache der Krebs wird behandelt.

  15. Roditisa
    30. November 2012, 22:39 | #15

    @ γιαούρτι γιαουρτάκι
    Das ist nicht so einfach. Ich habe in Deutschland schon Erfahrung in der Notaufnahme mit Ausländern ohne deutsche Krankenversicherung. Unkompliziert und unbürokratisch war das da sicher nicht und wenn die besagten keine Versicherung gehabt hätten, das wäre seeeeeeeeehr schwierig gewesen.

    Sogar als Deutscher ohne Krankenversicherung und Meldeschein ist es unheimlich schwer, an jemand zu geraten, der sich zuständig fühlt.

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