15000 Steuerbescheide wegen Auslandsüberweisungen in Griechenland

9. November 2012 / Aktualisiert: 27. September 2017 / Aufrufe: 1.539

In Griechenland begann der Versand von 15.000 Bescheiden an Steuerpflichtige, deren Auslandsüberweisungen nicht mit ihren deklarierten Einkommen in Einklang stehen.

Ab Anfang November 2012 begann in Griechenland die Versendung der Benachrichtigungen an 15.000 Steuerpflichtige, die mit ungerechtfertigten Abweichungen zwischen den beim Finanzamt deklarierten Einkommen und den von ihnen in der Periode 2009 – 2011 ins Ausland geschickten Überweisungen in die „Zange“ der Datenabgleiche gerieten. Den Großanlagern mit den ungemeldeten Einkommen droht nun eine Steuer von 45%.

Die 15.000 Steuerzahler sind auf der Liste mit den 54.000 natürlichen und juristischen Personen enthalten, welche Guthaben von insgesamt 22 Mrd. Euro zu ausländischen Banken „in Sicherheit“ brachten. Mit der Benachrichtigung, welche die 15.000 Anleger erhalten, werden sie aufgefordert, ergänzende Steuererklärungen abzugeben und die entsprechenden Steuern nebst den jeweiligen Versäumniszuschlägen zu entrichten.

Fiskus hofft auf Einnahmen in Höhe von 2 Milliarden Euro

Bei einer Ende Oktober 2012 erfolgten Konferenz im Finanzministerium wurde der rechtliche Rahmen festgelegt, auf dessen Basis die ergänzenden Steuererklärungen eingereicht werden, damit es keine Anzweiflungen seitens der Steuerpflichtigen gibt, welche Einkommen verheimlicht zu haben scheinen. Wer die Daten des Finanzministeriums in Frage stellt, hat zu beweisen, dass die ins Ausland gebrachten Gelder rechtmäßig erworben und besteuert worden sind, und muss dazu seine Steuererklärungen beibringen, aus denen hervorgeht, dass die fraglichen Beträge ordnungsgemäß deklariert und besteuert worden sind.

Einschlägigen Informationen zufolge belaufen sich die Überweisungen, die nicht durch die jeweils deklarierten Einkommen abgedeckt sind, auf 5 Mrd. Euro, womit der Fiskus darauf hofft, Steuern in Höhe von 2 Mrd. Euro einzunehmen.

Die Steuer wird auf Basis der Einkommensteuer-Staffelung und mit den Veranlagungssätzen ermittelt, die in dem Jahr galten, in dem die Einkommen verheimlicht wurden. Mit der erhaltenen Benachrichtigung werden die Betroffenen aufgefordert, innerhalb von 15 Tagen elektronisch mittels eines konkreten „Formulars“ eine ergänzende Einkommensteuererklärung für jedes Jahr einzureichen, in dem sich eine Abweichung zu den deklarierten Einkommen zeigt. In der Benachrichtigung wird angeführt, dass ein verzerrtes Verhältnis zwischen jährlich deklarierten Einkommen und Guthaben. Nach Abgabe der ergänzenden Erklärung wird von dem Finanzministerium eine angemessene Frist für die Abführung der Steuern für die nicht deklarierten Einkommen festgesetzt.

Zur selben Stunde hat die Sondereinheit für Wirtschaftsverbrechen (SDOE) die Öffnung von ungefähr 5.000 Bankkonten natürlicher und juristischer Personen beantragt, welche der Steuerhinterziehung verdächtigt werden. Wie jedoch aus dem Schreiben hervorgeht, welches der Staatssekretär im Finanzministerium, Giorgos Mavraganis, an das Parlament übermittelte, sind bisher gerade einmal 334 Überprüfungen abgeschlossen und die Ergebnisse zur Verhängung von Sanktionen an die zuständigen Finanzämter geschickt worden.

Griechenland hat mustergültiges Arsenal zur Geldwäsche-Bekämpfung

Auf Basis der offiziellen Daten des internationalen Trägers Financial Action Task Force gilt Griechenland seit Juni 2011 als besonders beispielhaft in Bezug auf die Effizienz des institutionellen „Waffenarsenals“ und die Organisation der Mechanismen zur Bekämpfung der Legalisierung illegaler Einkommen.

Der Leiter der nationalen Behörde für die Bekämpfung von „Schwarzgeld“, Panagiotis Nikoloudis, teilte dem Parlament in einer schriftlichen dem Parlament zugestellten Antwort mit, dass der Behörde im Jahr 2011 die Aufklärung von 162 Fällen der Wäsche „schwarzer Gelder“ gelang, die sie an die Justiz überstellte und dabei insgesamt 223.982.146 Euro blockierte.

(Quelle: Imerisia)

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