Deutsche haben nicht einen Euro für Griechenland gegeben

8. Oktober 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 1.531

Panos Kammenos erklärt unter Berufung auf Altbundeskanzler Schmidt, der deutsche Steuerzahler habe keinen einzigen Euro für Griechenland gezahlt, und fordert von Angela Merkel die Herausgabe der Listen Christoforakos.

Der Parteivorsitzende der Unabhängigen Hellenen (ANEL), Panos Kammenos, betonte unter Berufung auf Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der deutsche Steuerzahler habe keinen einzigen Euro für die griechische Wirtschaft gegeben, und erklärte angesichts des anstehenden Besuchs der Bundeskanzlerin am kommenden Dienstag (09 Oktober 2012) in Athen unter anderem, Angela Merkel solle die „Listen Christoforakos“ mitbringen.

(Anmerkung: Michalis Christoforakos war einer der Protagonisten in dem Griechenland betreffenden Part der Siemens-Schmiergeldaffäre und entzog sich durch seine unter dubiosen Umständen erfolgte Flucht nach Deutschland dem Zugriff der griechischen Justiz.)

Erklärung des Parteivorsitzenden der ANEL, Panos Kammenos

Der ehemalige deutsche Bundeskanzler, Herr Helmut Schmidt, sagte, die deutschen Steuerzahler haben keinen einzigen Euro für die griechische Griechenland gegeben, und das ist die Wahrheit. Die griechischen Steuerzahler jedoch haben mehr als 80 Milliarden Euro aus harten Steuern gegeben, die sie nicht weiter zu zahlen vermögen.

Der Besuch der Frau Merkel hat vor allem von der griechischen Flagge begleitet zu sein, welche wir alle auf unseren Balkonen hissen müssen um ihr zu demonstrieren, dass Griechenland ein national souveräner Staat ist und nicht über seine nationale Souveränität verhandelt, nicht Befehlen der Bankiers unterliegt.

Wir werden sie am Nachmittag um 18:00 Uhr vor der deutschen Botschaft mit der Parole erwarten, erst die Listen Christoforakos zu bringen, erst jene zu enthüllen, welche die gekauften Politiker bezahlten, erst den Besatzungskredit und die Reparationen zu zahlen, und danach können wir gleichberechtigt verhandeln.

(Quelle: in.gr)

  1. f96
    8. Oktober 2012, 17:08 | #1

    s.g. Herr Kamnmenos,

    man muss wissen, dass Herr Schmidt ein alter Mann ist der die Realitäten nicht mehr richtig einschätzen kann.

    f96

  2. Heinz
    8. Oktober 2012, 21:07 | #2

    @f96

    Es gibt tatsächlich Menschen, die mit über 90 Jahren mehr Verstand haben, als viele, zu viele mit 40 Jahren. Und Helmut Schmidt hat ja auch recht. Bis jetzt ist nicht ein Euro aus deutschen Kassen nach Griechenland geflossen.

    Vielleicht sollten wir Helmut Schmidt sehr viel öfter zu hören bekommen. Unser deutscher Wirtschaftsminister kann ja zu diesen Themen mangels Kompetenz nichts beitragen.

  3. Götterbote
    8. Oktober 2012, 23:53 | #3

    @Heinz
    Volle Zustimmung!!!

  4. Gemanos
    11. Oktober 2012, 19:55 | #4

    Mein lieber Heinz und Götterbote,
    dass der deutsche Steuerzahler bis jetzt nicht mit einem Cent belastet wurde, ist leider eine Mär. Es muss nämlich für einen Belastung nicht immer direkt Geld fliessen. So musste z.B. die Firma Merck einige Millionen durch den Schuldenschnitt abschreiben, da Griechenland Medikamente mit Staatsanleihen bezahlt hatte. Die Firma Merck hatte somit einen Verlust, der den steuerlichen Gewinn beeinflusst. Mit der Folge, dass der Staat weniger Steuer erhält und die Aktionäre einen geringere Dividende. Stellt dies keine Belastung darstellt?

  5. Kahlenberg
    11. Oktober 2012, 22:01 | #5

    So wird den Deutschen Sand in die Augen gestreut, und dazu ist sich nicht einmal der Altkanzler zu schade !
    Was an der Aussage stimmt, ist einzig und allein die Tatsache, dass es keine „Steuergelder“
    waren, die nach GR geflossen sind. Wie denn auch ?
    Steuergelder können nur aus einem laufenden Haushalt entnommen werden und das muß extra beschlossen werden. Deutschland hat keinen Topf, auf dem steht „Steuergelder“, aus dem man sich beliebig bedienen kann. Deutschland ist nicht einmal in der Lage, einen ausgeglichenen Haushalt zu erstellen, sondern braucht selbst jährlich Nettokredite. Für außerordentliche Hilfen ist nur ein kleiner Topf vorgesehen mit der Aufschrift „Katastrophenhilfe“. Griechenland ist zwar eine Katastrophe, allerdings keine Naturkatastrophe, wie für diesem Fonds vorgesehen.
    Nun wartet Griechenland auf die dritte Tranche des Hilfsfonds.
    Ergo gab es bereits 2 andere Tranchen und die waren nichts anderes als BARGELD. Die erste kam von EU/IWF, die 2. vom EFSF.
    Ja, wo kam dann der deutsche Bargeld-Anteil denn her ?
    Die Gelder für den EFSF werden in Deutschland über die „Deutsche Finanzagentur“ bereitgestellt, die auch die Gelder für die Bundesschatzbriefe am Markt einsammelt. Alleiniger Gesellschafter ist der Bund. Somit sind die Gelder für Griechenland durch Kredite am Kapitalmarkt eingesammelt worden, wofür der Bund gerade steht.
    Aber wir wissen ja: Griechenland wird alles zurückbezahlen, dafür verbürgt sich Samaras persönlich.
    1. Prognose: Zum Todeszeitpunkt von Samaras ist noch nicht alles zurückbezahlt. Die persönliche Bürgschaft für den Rest kann er dann aus dem Jenseits managen.
    2. Prognose: Da die Griechen ihr Geld, wo es geht, selbst ins Ausland schaffen, sieht man das unerschütterliche Vertrauen der Griechen in ihre Zukunft. Kein Zweifel, die Gelder kommen zurück, allerdings wohl eher auf griechische Konten.

  6. Bimbo
    11. Oktober 2012, 22:43 | #6

    @Kahlenberg
    3. Prognose: Einsteins These, das Universum könne sich im Gegensatz zu der menschlichen Dummheit letztendlich doch als „nicht unendlich“ erweisen, trifft zu.

  7. Heinz
    11. Oktober 2012, 23:03 | #7

    @Gemanos

    Das gilt natürlich auch für jeden deutschen Unternehmer, der seine Rechnungen nicht bezahlt. Schlecker hat auch einen ziemlichen Schuldenberg hinterlassen. Wenn wir so argumentieren wollen, werden wir irgendwann bei Adam und Eva landen.

    Im Übrigen ging es hier um direkte staatliche Hilfen, also bitte nicht um die Ecke argumentieren.

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