Die Wahrheit über den griechischen Schuldenschnitt

20. September 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 828

Die … Nummern lügen. Die Zahlen sagen die Wahrheit.

Trotz der systematischen Verdunklungsbemühungen, welche während der letzten beiden Jahre die „Nummern“ des inländischen politischen und medialen Systems unternehmen, stehen die Zahlen in einem direkten Zusammenhang mit der Realität, die bekanntlich beharrlich ist. Lassen wir uns also ein Auge auf die Zahlen und die Realität werfen.

Laut dem stellvertretenden Finanzminister Christos Staikouras also (und nicht etwa irgend einem … dahergelaufenen SYRIZA- oder – noch schlimmer – kommunistischen Ökonomen) stellt sich folgendes Bild dar:

  • Ende 2009 hatte der inländische Sektor – einschließlich auch der Griechischen Bank – Anleihen im Nennwert von 56.9 Mrd. Euro in seinem Besitz.
  • Zur selben Zeit hatten die ausländischen Banken und übrigen ausländischen Träger Anleihen im Wert von … 145 Mrd. Euro inne.

1. Folgerung: Wäre der berüchtigte Schuldenschnitt damals erfolgt, wären die Verluste in ihrer überwältigenden Mehrheit zu Lasten der ausländischen und nicht der griechischen Interessen ausgefallen.

Wie wir uns alle in Erinnerung zu rufen haben, zwitscherten jedoch damals die Regierung, Georgios Papandrou, Wirtschaftsminister Papakonstantinou und allgemein die Nummern des Systems, sie werden nicht erlauben, dass es einen Schuldenschnitt gibt, weil dies die Katastrophe der griechischen Wirtschaft sein wird. Und damals erfolgte kein „Cut“. Schauen wir, was genau geschah:

  • Ende 2011 hatte der inländische Sektor (Bank und Versicherungsträger) Anleihen im Nennwert von 86,2 Mrd. Euro in seinem Besitz, hatte also ungefähr 25 Mrd. Euro mehr aufgebürdet bekommen.
  • Die ausländischen privaten Interessenträger hatten zur selben Zeit ihre Exposition auf gerade einmal … 35 Mrd. Euro beschränkt, sich also von 110 Mrd. entledigt!

2. Folgerung: Während die stolze Regierung des Georgios Papandreou das Land rettete, gab sie den Gläubigern parallel die Zeit, ihre Züge vorzunehmen um die Verluste den griechischen Schultern aufzubürden. Weil offensichtlich all das, dessen sie sich entledigten, den griechischen Banken und den Versicherungskassen aufgebürdet wurde.

Das Resultat dieser politischen Entscheidungen zeigt sich inzwischen klar und offenkundig auf unserer aller Rücken: Die 11,5 Mrd. Euro, nach denen gesucht wird, damit die Finanzierung des Landes fortgesetzt wird, werden aus den Taschen der Beschäftigten, Arbeitnehmer und Rentner kommen. Wenn sich irgendwelche Naivlinge immer noch fragen, wohin diese Gelder fließen, brauchen sie sich nur zu fragen, wohin die vorherigen flossen.

Also alles, was von den Löhnen und Renten weggenommen wurde, alles was unsere Wuchergläubiger uns in den beiden letzten Jahren angeblich geliehen hatten und alles, was sich aus dem Ausverkauf ergeben wird, den sie vorbereiten. Die Gelder fließen an die Banken. Vorrangig und hauptsächlich an die europäischen und in zweiter Linie an die einheimischen Banken, die während der beiden vergangenen Jahre rund 200 Milliarden Euro an staatlichen Bürgschaften für ihre dauerhafte Rekapitalisierung eingesammelt haben. Also den Transfer ihrer Verluste auf die Schultern der Gesellschaft.

3. Folgerung: Hört nicht auf die … „Nummern“. Lest die Zahlen.

Quelle: To Pontiki
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Relevanter Artikel:

  1. V99 %
    21. September 2012, 11:17 | #1

    Man hoere und staune 🙂
    Die Maus-Zeitung hat doch tatsaechlich nach 4 Jahren teilweise verstanden, was wirklich gelaufen ist! Gratulaton von mir 😀
    Malt ruhig weiter Nazi Karikaturen in euere Maus-Zeitung, die Bangster lachen bestimmt herzlich ueber euch!

Kommentare sind geschlossen