Zunahme der Raubmorde in Griechenland um 50 Prozent

5. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 4.738

Die aktuellen Daten der Polizei in Griechenland für das erste Halbjahr 2012 weisen einen Anstieg der Raubmorde um rund 50 Prozent aus.

Laut den statistischen Daten, welche jüngst die griechische Polizei (ELAS) präsentierte, hatte jeder dritte der im ersten Halbjahr im ganzen Land verübten Morden den Raub zum Motiv, während es parallel einen Anstieg der Raubüberfälle und Einbrüche in Wohnungen gab.

In der Bekanntmachung der ELAS wird ebenfalls betont, dass die anteilmäßige Beteiligung ausländischer Täter hauptsächlich bei den Mordverbrechen mit Raubmotiv sowie auch bei den Diebstählen – Einbrüchen im Verhältnis zu ihrem arithmetischen Anteil an der Bevölkerung überproportional hoch ist.

Zunahme der Raubmorde um 50%

Speziell wurden im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 86 Morde verübt, von denen 24 mit dem Motiv des Raubes erfolgten. Im entsprechenden Vorjahreszeitraums waren insgesamt 83 Morde verübt worden, davon 16 mit dem Motiv des Raubes. Ebenfalls wurden im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 91 Mordversuche verzeichnet, gegenüber 60 Mordversuchen im ersten Halbjahr 2011.

Von den verübten 177 Morden und Mordversuchen des ersten Halbjahrs 2011 klärte die Polizei 129 Fälle auf.

Anstieg der Raubüberfälle in Wohnungen

Laut den Daten der ELAS erfolgten ab Januar bis einschließlich Juni 2012 in ganz Griechenland 3.093 Raubüberfälle, gegenüber 3.362 im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Ebenfalls wurden 162 versuchte Raubüberfälle verzeichnet, gegenüber 142 im Halbjahr 2011.

Wie in der Bekanntmachung angeführt wird, ist in bestimmten Fällen – wie bei Überfällen auf Banken und Poststellen – ein Rückgang zu beobachten, da im ersten Halbjahr dieses Jahres 51 derartige Überfälle erfolgten, gegenüber 100 im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Nach Kategorien aufgeschlüsselt erfolgten im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich zu dem selben Zeitraum des Vorjahres:

  • – 49 Überfälle auf Banken und Poststellen (ELTA)
  • – 17 Überfälle auf Wettannahmestellen / Agenturen des OPAP
  • – 35 Überfälle auf Tankstellen
  • – 113 Überfälle auf Supermärkte und Kurzwarengeschäfte
  • – 104 Überfälle auf Verkaufsgeschäfte
  • + 207 Überfälle in Wohnungen
  • + 1 Überfall auf Kioske

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum wurden in Attika 147 Raubüberfälle mehr auf Wohnungen und 6 Überfälle mehr auf Kioske verübt, während es in allen übrigen Fällen einen Rückgang gab.

In Thessaloniki war dagegen außer dem Anstieg bei Wohnungsüberfällen (fünf mehr) auch die Zunahme bei Banken und ELTA entsprechend (sechs mehr).

Ein Anstieg existiert auch bei den versuchten Raubüberfällen, da es im gesamten Staatsgebiet im Verhältnis zum Vorjahr 20 (davon 4 in Attika und 8 in Thessaloniki) mehr waren.

Was die Aufklärungsrate betrifft, wurden in dieser konkreten Kategorie von Straftaten  im ersten Halbjahr dieses Jahres 968 Fälle aufgeklärt, gegenüber 947 im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Diebstähle – Einbrüche

Bei der Anzahl der (offiziell aufgenommenen) Diebstähle – Einbrüche wurde allgemeinein Rückgang verzeichnet, da in dieser Kategorie im ersten Halbjahr 2.021 Straftaten weniger aufgenommen wurden als im ersten Halbjahr 2011, wobei es allein in Attika 1.698 weniger waren. Speziell bei den Wohnungseinbrüchen sowie auch hinsichtlich versuchter Einbrüche und Diebstähle wurde allerdings ein erheblicher Anstieg verzeichnet

Speziell wurden im ersten Halbjahr 2012 im ganzen Land 46.241 Diebstähle – Einbrüche verzeichnet, gegenüber 48.262 im entsprechenden Vorjahreszeitraum. In Attika erfolgten 26.729 Diebstähle und Einbrüche gegenüber 28.426 im Vorjahr, in Thessaloniki 6.163 gegenüber 6.159 im ersten Halbjahr 2011.

Nach Kategorien aufgeschlüsselt erfolgten im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich zu dem selben Zeitraum des Vorjahres:

  • – 2.382 Autoeinbrüche / -diebstähle
  • – 395 Taschendiebstähle
  • – 1.348 Einbrüche / Diebstähle in Verkaufsgeschäften
  • + 1.457 Wohnungseinbrüche / -diebstähle
  • + 71 Diebstähle in Massenbeförderungsmitteln
  • + 76 Einbrüche / Diebstähle in Kirchen

In Attika wurden 2.216 weniger Autoeinbrüche / -diebstähle, 371 weniger Taschendiebstähle, 1 Diebstahl weniger in Massenverkehrsmittel, 588 Einbrüche / Diebstähle in Ladengeschäften, 885 mehr in Wohnungen und 3 mehr in Kirchen verzeichnet.

Ein erheblicher Anstieg zeigt sich auch bei den versuchten Diebstählen – Einbrüchen, da im ganzen Land im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 2.760 erfolgten, gegenüber 2.513 im Vorjahr.

Bezüglich der Aufklärungen wurden im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 369 Fälle aufgeklärt als im ersten Halbjahr 2011.

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass im Bereich der sogenannten Kleinkriminalität (Eigentumsdelikte mit geringerem Sachschaden, Kleindiebstähle usw.) nicht zuletzt wegen der hohen „Anzeigengebühr“ zahllose Straftaten erst gar nicht angezeigt werden und folglich auch nicht in die statistischen Auswertungen einfließen(siehe auch Strafanzeige in Griechenland kostet 100 Euro).

Verhaftungen wegen Steuerhinterziehung und Schulden an den Fiskus

Auf dem Sektor der Bekämpfung der Steuerhinterziehung wurden im ersten Halbjahr 2012 im gesamten Staatsgebiet 642 Personen wegen Verletzungen der Steuergesetzgebung und Schulden an den Fiskus verhaftet. Es sei angemerkt, dass sich die entsprechenden Verbindlichkeiten auf den Gesamtbetrag von 1.058.963.406,66 Euro belaufen.

(Quelle: in.gr)

  1. V99 %
    7. August 2012, 18:02 | #1

    Wen wunderts, wenn mehrere hundert Millionen Euros in bar abgehoben und meist zu Hause unter der Matratze „gesichert“ wurden.
    Aber wegen der (fuer die Polizei und Statistik) „praktischen“ Anzeigegebuehr duerfte die Dunkelziffer viel hoeher liegen 😀
    Beeindruckend sind die Verhaftungen wegen Steuerhinterziehung. Woanders war zu lesen, dass 720 Personen 1,2 Milliarden Euro dem Staat schulden, wovon, komischerweise wie hier angegeben, 650 Griechen sein sollen. Hoffentlich kommt was von dem Geld zurueck!

  2. Chrisss
    8. August 2012, 00:32 | #2

    ….nicht nur die Anzeigengebühr: neuerdiongs muss man DNA-Proben abgeben bei einem Einbruch (!), damit die „Behörde“ den Dieb besser findet! Toller Trick,, was? Natürlich hat die „Behörde“ dann automatisch sämtliche DNAs aller Bekannten und Familienmitglieder, die jemals in der Wohnung waren (denn man muss ja den Einbrecher gegenchecken können. Leider kein Witz.
    Welcoom to Orwell 2012!

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