Renten in Griechenland nur mit Steuer-ID und Versicherungsnummer

6. August 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 1.375

In Griechenland werden Renten nur noch an Empfänger zur Auszahlung kommen, die sich persönlich mit Steuernummer und Sozialversicherungsnummer ausgewiesen haben.

Ab Oktober 2012 werden in Griechenland die Versicherungskassen keinerlei Rentenleistung (Haupt- oder Zusatzrente) und keinerlei Zulage oder Beihilfe mehr auszahlen, wenn nicht die griechische Steuernummer (AFM) und die griechische Sozialversicherungsnummer (AMKA) der Rentner deklariert worden sind.

Mit einem Eilerlass, den am 01 August 2012 der Minister für Arbeit, Sozialversicherung und Fürsorge Giannis Vroutsis an alle Kassen schickte, setzt er eine Frist von zwei Monaten zur „Identifizierung“ der Berechtigten und der Leistungen und die Aktualisierung der elektronischen Archive, die anschließend zur Durchführung von Kontrollen zur Auffindung sowohl alle jener, die rechtswidrig Renten beziehen, als auch der Empfänger verwendet werden, welche die bezogenen Beträge nicht deklarieren.

Das konkrete Verfahren wird gleichzeitig zur Schaffung einer zuverlässigen elektronischen Datenbank bezüglich der Anzahl der Rentner und der genauen Höhe der bezogenen Renten führen und die Planung für die Kürzungen erleichtern, die sowohl bei den Hauptrenten als auch den Zusatzrenten anstehen.

Der Runderlass des Arbeitsministers

Auf Basis des in Rede stehenden Runderlasses sind die Kassen aufgefordert:

  • Umgehend alle elektronischen Archive zu schicken, die sie nicht bereits übermittelt haben, und obligatorisch um Sozialversicherungsnummer (AMKA) und Steuer-ID (AFM) zu ergänzen.
  • Die Rentner aufzufordern, zur Ergänzung der Sozialversicherungsnummer oder Steuer-ID persönlich vorstellig zu werden.
  • Umgehend die Zahlung der Rente an alle einzustellen, die innerhalb von zwei Monaten ab der Entsendung der Anmerkungen der Datenverarbeitungszentrale die Daten nicht angeben.

Um Verzögerungen (auch wegen der Urlaube im August) zu vermeiden, verlangt das Ministerium von den Versicherungsträgern detaillierte Informationen innerhalb der kommenden fünf Werktage und ruft in Erinnerung, dass alle Kassenvorstände, die den Anweisungen nicht folgen, sich mit Sanktionen konfrontiert sehen werden.

Schließlich wird zur Vermeidung der Entsendung doppelter Archive die IDIKA A.G. die ihr zur Verfügung stehenden Archive entsenden, und die Kassen, die sich eigener Mittel bedienen, werden ihre eigenen Archive entsenden (bereits abgeschickt worden sind die Archive von ETAA-TSMEDE, ETAA-Juristenkasse, ETAA-TSAY, ETAA – Abteilung für Notare, OGA, OAEE-TEWE, OAEE-TSA, OAEE-TAE, TEAIT-TEAYEK, TEAIT-TEAYFE, TEAIT-TEAYET, TEAPOZO, TEADY, ETAP-MME, ETAP-MME Zusatzkasse und IKA-ETEAM).

Die erhobenen Daten

Die Daten werden „angesichts der kritischen volkswirtschaftlichen Umstände und dazu verlangt, damit die Dienststellen der Datenverarbeitungszentrale des Finanzministeriums zu einem Datenabgleich mit dem Zweck schreiten, Beitrags- und Steuerhinterziehung zu bekämpfen„. Die Daten der haupt- und zusatzversicherten Rentner werden umfassen:

  • Sozialversicherungsnummer (AMKA)
  • Steuer-ID (AFM)
  • Vor- und Nachname
  • Name des Vaters Name der Mutter
  • Personalausweisnummer
  • Postanschrift
  • Bruttobetrag der Rente
  • Nettobetrag der Rente
  • entsprechende Steuer und einbehaltene Steuer

Das Hauptbestreben des Ministeriums besteht darin, das gesamte Spektrum der illegalen Renten aufzudecken, die doppelten und dreifachen Renten ausfindig zu machen, welche die gesetzlichen Zahlungsgrenzen übersteigen, sicherzustellen, dass alle Einkommen deklariert und besteuert werden, und schließlich festzustellen, ob alle Rentenleistungen auf rechtmäßige Weise gezahlt werden.

Ziel des Ministeriums ist, ab dem 01 Januar 2013 das Rentenzahlungssystem vollständig von „falschen“ Renten und finanziellen Verlusten saniert zu haben.

Erste Ergebnisse der bisherigen Stichkontrollen

Die ersten elektronischen Datenabgleiche und Stichkontrollen, die im Rahmen der forcierten vollständigen elektronischen Vernetzung der Versicherungsträger und der Datenverarbeitungszentrale erfolgte, brachten Rentner ans Licht, die keine Einkommensteuererklärung abgeben oder geringere Beträge deklarieren. Bei den Kassen der Wissenschaftler wurde ein Anteil von 5,5% der Rentner ausfindig gemacht, welche Rentenbeträge von über 6.000 Euro (jährlich) bezogen und dies nicht deklariert hatten, während ein Anteil von 12% geringere als die tatsächlichen Beträge deklarierte (siehe auch Über 1000 pensionierte Juristen in Griechenland vergaßen Steuererklärung).

(Quelle: Imerisia)

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