Alle Überflüssigen mögen sterben – auch in Griechenland

1. August 2012 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 9.048

Die radikale Demontage des Gesundheitssystems in Griechenland bestätigt erneut die neoliberale Logik der volkswirtschaftlichen Sanierung zu Lasten der sozial Schwachen.

Es mag schwer zu glauben sein, jedoch ist die Praxis der Modernisierung und der Reformen, welche das neoliberale System (IWF, Weltbank & Co) umsetzt, zynisch simpel: Alle „Überflüssigen“ haben zu sterben.

Etwa so spart der Staat Geld, um es zu den Gläubigern – Zinswucherern zu leiten, etwa so laufen die wirtschaftlichen Ergebnisse ab. Außerdem aus diesem Grund erfolgt der entscheidende Schlag der Reformen, welche der IWF auferlegt, im Bereich der Gesundheit. Dort, auf dem Gesundheitssektor, haben die Interventionen unmittelbare Ergebnisse, da die außerhalb des Schirms eines staatlichen Gesundheitssystems befindlichen Menschen ganz einfach ohne Hilfe sterben.

Wehe denen, die krank werden …

Ein Blick auf die Sonntagsreportage der Zeitung „Vima“ (Anmerkung: gemeint ist die Ausgabe vom 22. Juli 2012) über die Situation im Bereich der Gesundheit in Griechenland mit dem Titel „Intensivstationen wegen Krise im Koma“ ist enthüllend:

  • Der Mangel an Materialien und Medikamenten zwingt die Verwandten, für die Behandlung der Patienten unabdingbare Verbrauchsmaterialien auf eigene Kosten zu kaufen.
  • Das Fehlen selbst auch billiger Verbrauchsmaterialien macht es Intensivstationen unmöglich, Notfälle aufzunehmen.
  • Der Ärztemangel auf Intensivstationen droht Betten, aber auch ganze Kliniken unbrauchbar zu machen.
  • Dem obigen Bild begegnet man in ganz Griechenland, sowohl in Krankenhäusern des Zentrums als auch in vielen Einrichtungen in der Peripherie und auf den Inseln Griechenlands. Zur selben Stunde kommen neue Kürzungen durch Zusammenlegungen von Kliniken und Krankenhäusern, deren Effektivität bereits bezweifelt wird.

Vielleicht kam also die Zeitung „Eleftheros Typos“ mit einem Artikel der Ausgabe vom 19 Juli 2012 (S. 16 – 17) zur rechten Zeit, um uns eine Untersuchung in Erinnerung zu rufen, die zeigt, dass der IWF überall wo er vorbeikommt auch auf dem Sektor der Gesundheit Trümmer hinter sich lässt.

  • Minderung der Lebenserwartung um 6 bis 7 Jahre.
  • Starker Anstieg bei Tuberkulose, Herzgefäßkrankheiten, psychischen Erkrankungen und Todesfällen!
  • In 21 Ländern des ehemaligen Ostblocks zeigte sich in dem Zeitraum 1991 – 2001, dass die Länder mit Kreditvertrag mit dem IWF eine um 16,6% höhere Sterblichkeit durch Tuberkulose im Vergleich zu anderen Ländern aufwiesen, welche Kürzungen durchführten, ohne sich einem Programm des IWF zu unterwerfen.
  • In Argentinien blieben in dem Jahrzehnt 1991 – 2001 unter dem IWF 48% der Bevölkerung von der ärztlichen und pharmazeutischen Versorgung ausgeschlossen, was zum Ergebnis hatte, dass die Todesrate der Bevölkerung für jedes Jahr der Anwesenheit des IWF um 5% zunahm, während 2002 die Besuche bei Psychiatern wegen Depressionen um 40% zugenommen hatten.

Wie soll man also dem kommenden Zeitraum nicht pessimistisch entgegen sehen?

(Quelle: To Pontiki)

  1. Peter Adam
  2. landbewohner
    1. August 2012, 09:37 | #2

    wenn die politik des iwf nicht faschismus in reinform ist, was dann?

  3. Rikafel
    1. August 2012, 09:51 | #3

    Der Zustand des Gesundheitssystem ist in der Tat desolat. Allerdings liegt das, wie in vielen bereichen, eher am Missmanagement, als an den Sparvorgaben. Zu diesem Schluß muß man kommen, wenn man die Zahlen zu den Länden Europas vergleicht.
    http://www.aok-bv.de/politik/europa/index.html
    Vor der Kriese: Polen 2,2 Ärzte auf 1000 Einwohner Italien 3,4, Österreich 4,7, Griechenland 6,0. Auch wenn in den letzten Jahren stellen nicht neu besetzt wurden, liegt Gr noch über dem Durchschnitt.
    Vom Ärztemangel ist in dem Krankenhaus (Athen), in dem meine Freundin arbeitetet nichts zu sehen. Arbeitsbegin um 10:00. Um 14:00 ist dann alles erledigt. Obwohl eine Kollegin, den ganzen Tag rum sitzt. Oder zum dritten mal den Resturlaub vom letzten Jahr nimmt.
    Daß das Geld nicht reicht, liegt zum Teil auch daran, daß die ND vor Jahren alle Ärzte, die schon eine bestimmte Zeit beim Staat arbeiten, zu Chefärzten gemacht hat, ohne weitere Qualifikation.
    Pro Arzt sind das im Jahr 30-50.000 € mehr (je nach Zahl der Dienste, die abgerechnet werden). Als Chefartzt stehen die auch nicht mehr für die tägliche Arbeit zur Verfügung.

    Auch bei den Medikamenten gäbe es Potential mehr Generika einzusetzen. (Von der Pharmaindustrie wird aber davor gewarnt „alles Billigprodukte aus Pakistan“). Das beim Einkauf von Medikamenten und medizinischen Gerät immer noch Fälle von Korruption gibt, ist angesichts der Folgen für die Patienten unerträglich. Es ist wohl eher die starkeke Lobby der Ärzte und Pharmaindustrie, die mit dem Leben der Patienten spielen.

  4. 1. August 2012, 10:25 | #4

    Für alle die es immer noch nicht begriffen haben. Wir befinden uns im rein profitorientieren, materialistischen sozialdarwinistischem System. Alles was nicht Rendite abwirft ist nicht lebenswert. Dies ist nichts anderes als eine geänderte Eugenic der Faschisten aus dem 2. Weltkrieg, und damit sind nicht nur die Deutschen gemeint. Denn diese menschenfeindliche Einstellung gab es bei allen Herrschern aller Polit- udn Wirtschaftssysteme.
    Die Amerikaner, die Briten, die Russen, die Chinese etc. haben so viel andersdenkende Menschen ermordet das man sie nicht zählen kann. Kapitalisten, Kommunisten, Sozialisten, Juden, Christen Moslem, sind sich da alle gleich. Sie töten, was ihnen nicht in den Kram passt. Kapiert das endlich.

  5. Holger Lippert
    1. August 2012, 11:02 | #5

    Eine Loesung gäbe es: Madame Lagarde und das brillante Dreigespann ein paar Tage statt ins getäfelte Büro ins gekachelte Sterbezimmer eines dieser Krankenhaeuser zu „bitten“ …

  6. Frank
    1. August 2012, 11:05 | #6

    Schon wieder: jammern statt Probleme lösen. Wenn man den IWF nicht im Land haben will, warum sorgt man dann nicht einfach dafür, dass er wieder gehen kann?

  7. Konstantin
    1. August 2012, 13:56 | #7

    Es war auch kaum was anderes zu erwarten. Die Geldhaie besonders die die hinter den Banken, Ratingagenturen, IWF oder EU stehen haben ein simples System.
    Erst bekommen alle günstige Kredite, dann werden die Zinsen hochgeschraubt und Zahlungsunfähigkeit droht. Dann wird Einfluß genommen in die Staatlichen Angelegenheiten, der Staat verarmt und muß privatisieren, also alles verkaufen was noch Geld einbringen würde. Dann kommen die Unternehmer und steigern die Kosten. Die Bevölkerung und der Staat veramt, Krankenkassenleistungen werden runtergeschraubt, Zinsen und Steuern erhöht. So kann langfristig alles sehr günstig eingekauft werden.
    Wer jetzt noch für EU und Euro ist, der ist auch dafür das die Verarmung verbunden mit Kürzungen aller Sozialleistungen sich weiterentwickeln kann.
    Lohndumping wird folgen und die Enteignung von Eigentum, weil die geforderten Steuern dafür nicht mehr gezahlt werden können.
    Es ist aber auch eine logischer Weg, wenn die Kapitalisten regieren bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke. Das wird noch alle EU Länder treffen, sägt doch gerade die USA kräftig an Deutschland damit der Euro schneller kippt und dann der Ausverkauf der EU schleunigst beginnen kann.

  8. Fiktiv07
    1. August 2012, 19:56 | #8

    @Frank

    Das Problem ist global zu betrachten und nicht regional. Wenn wir ein Geldsystem haben, welches aus Schuldgeld bzw. Kredite Geld schafft und zudem darauf noch Zins erhoben wird, dann haben wir folgendes Problem als Beispiel ausgedrückt: man leiht 20 Menschen 100 Euro, also insgesamt verleihen sie 2000 Euro. Darauf der Zins, sagen wir 5 Prozent. Dann wollen wir von diesen 20 Leuten im nächsten Jahr die 2000 Euro plus 100 Euro zurück erhalten.

    Nun die Frage: woher sollen die 100 Euro kommen?? Und wenn das Geld so geschaffen wird … können die 100 Euro je zurückgezahlt werden? Natürlich nicht. Da ist es egal, von welcher Bank man sich das Geld leiht, denn Geld kommt nur durch diese in den Kreislauf.

    Also müssen diese 100 Euro wieder geliehen werden, nebst 5 Prozent Zins natürlich … und es geht Jahr für Jahr so weiter.Der exponentielle Zinseszinseffekt. Er bildet eine unendliche Reihe, die immer schneller anwächst, bedient werden muss. Die Geldschöpfung ist dabei in den Händen der Banken die – wichtig – in nicht(!) öffentlicher Hand liegen. Druckereien ja, als Augenwischerei, die Geld- bzw. Giralgeldschöpfung in den Banken mit teils staatlicher Bezeichnung (federal Reserve, bank of England, EZB), aber nicht unter staatlicher Kontrolle.

    Es ist völlig Wurscht, Schuldendienst zu machen oder nicht, IWF zu befolgen oder das Geld zum Fenster rauszu schmeissen … es verlangsamt oder beschleunigt nur den Prozess, an dem das Zinseszinssystem implodiert. Deutschland verlangsamt den Prozess mit immer mehr Effizienz, Produktivität. Doch irgendwann ist auch dort das Ende der Fahnenstange erreicht. Exponentielles Wachstum wie in unserem Geld- und Schuldsystem ohne Beschränkung nach oben gibt es nur in der Natur als entartete Körperzellen, auch KREBS genannt.

    Und ja, wen es als Erstes erwischt, der darf auch ruhig ein bisschen jammern. Wir folgen auch noch, werden nicht die Mathematik völig neu erfinden können.

    Bis es so weit ist können wir es alle besser wissen, und besser machen. Das Repertoire an Argumenten und Verschleierungsmöglichkeiten ist riesig, jeder darf sich daraus bedienen. Die Großen machen es uns ja auch vor. Immer her mit Durchhalteparolen, Vorurteilen und Fingerzeig auf Sündenböcke. Der konservative Block applaudiert und macht es wie die drei Affen: nichts sehen, nichts hören, bloß nicht zuviel denken.

  9. Frank
    1. August 2012, 21:24 | #9

    @Fiktiv07

    Danke für deine ausführlichen Ausführungen. Ich denke, so einfach wie du die Zusammenhänge darstellst, sind sie zum Glück nicht. Natürlich betragen die Schulden nach einem Jahr 2100 Euro. Aber in einer gesunden Volkswirtschaft hat die Inflation 3% davon aufgefressen und 2% holt man über Wachstum und Produktivitätssteigerung herein. Außerdem verlangt niemand von einer gesunden Volkswirtschaft den Kredit zurück. Nur die Zinsen will man zurück erhalten, denn der alte Kredit wird durch einen neuen abgelöst werden.

    Zinsen sind nicht zwangsläufig wie ein Krebs, sondern können auch eine gesunde Symbiose sein, wie in der Natur, wo ein erfolgreicher Parasit seinen Wirt gesund hält und nicht umbringt.

    Was mich an der griechischen Politik so sehr stört, ist, dass man die Probleme nicht an den Wurzel anpackt. Es wäre doch für Griechenland ein Leichtes und auch gerecht, das fehlende Geld bei den Reichen einzutreiben und die zu hohen Kosten zu verringern, indem z.B. der Beamtenapparat verringert, das Gesundheitswesen aufgeräumt wird usw.

    Und ehrlich gesagt … ich habe nicht das Gefühl, dass derzeit von der Türkei eine extrem starke Bedrohung ausgeht. Warum nicht die Ausgaben für das Militär um die Hälfte reduzieren?

    Stattdessen sollen nur die Schulden im Ausland abgeladen werden und der kleine Mann, die Arbeiter und die Rentner in Deutschland für Griechenlands Schulden aufkommen.

    Es soll mich niemand falsch verstehen. Ich möchte gerne den armen griechischen Menschen helfen. Aber die Hilfsgelder, die zur Zeit an Griechenland gehen, helfen doch nur den Reichen, weiter reich zu bleiben.

    Ich kann es einfach nicht verstehen, warum Griechenland gegenüber den Plünderern im eigenen Land so rücksichtsvoll ist?

  10. Schulz
    2. August 2012, 09:10 | #10

    Liebe Kommentatoren, das alles können Sie ausfühlich bei Marx nachlesen, der hat das wiss. analysiert. Und da wären wir wieder beim Klassenkampf, dieses Wort traut sich heute keiner mehr zu sagen, dieser ist aber allgegenwärtig. Wir denken alle wir hätten eine moderne Welt, weil wir ein paar nette techn. Spielsachen haben. Das kap. Wirtschaftssystem ist das selbe wie vor 150 Jahren, nur effizienter. Endweder die Völker Europas begreifen das und fegen das Bankensystem mit Ihren perversen Hintermännern weg, oder wir gehen unter. Nur und scheint man auch nicht zu begreifen – ohne Revolution geht das nicht.
    Es kann eine gerechte und vor allem menschlichere Gesellschaft geben, man muß es aber wollen und vorallen man muß es tun.

  11. Medely
    2. August 2012, 11:45 | #11

    @frank

    Interessante Vorstellung, dass sie glauben, dass nur „die Reichen“ Schuldtitel im Allgemeinen und griechische Staatsanleihen im Besonderen besitzen. Wissen sie wieviel private wie staatliche Schulden in Europa so freischwebend rumwabern? 12 Billionen Euro, gemäß Herrn Prof. Sinn. Also 12000 Milliarden Euro. Das müssen daher also schon verdammt reiche Reiche sein, diese elenden, dreimalvermaledeiten „Reichen“ aber auch. Und die sollen dann auch noch so hochintelligent gewesen sein, vor der Euro-Krise(vor 2008) griechische Staatspapiere zu läppischen 2% bis 3% Anno(Ja, tatächlich. Nur so! niedrige Zinsen waren das.) mit einer Laufzeit von 10 plus „X“ Jahren gekauft zu haben? Meinen sie echt, die wär’n so blöd gewesen? Doch kaum, sonst wären sie ja wohl nicht so mega-reich geworden.

    Nene. Wenn, dann investieren die Reichen ihr Geld direkt in ihre eigenen Unternehmen, die sie schon besitzen oder in neue, die sie dazukaufen und die viel-viel mehr Rendite abwerfen als solche langweiligen „Witwen- und Waisenpapiere“(Anleihen). Oder sie kaufen sich Top-Immobilien, oder sie legen ihr Geld in Kunst an, oder in fruchtbare Agrarflächen, oder, oder, oder.

    Wenn indess jemand solche -im Prinzip- „mündelsicheren“ Staatsanleihen kauft, dann sind das zu 99% stattdessen (Lebens- und Renten-)Versicherungen, staatliche oder betriebliche Renten- und Pensionskassen, oder Staatsfonds(wie zB. der norwegische, der saudische oder auch der kuwaitische Ölstaatsfonds) oder Länder wie China, die ihre monetären Exportüberschüsse irgendwo parken müssen, oder Geschäftsbanken, die Anleihen kaufen, um sie als Sicherheiten für neue Kredite bei den staatlichen Notenbanken(EZB, FED) zu hinterlegen, oder auch Oma Krause, die ihre vom Munde absparten 5000 Euro, die sie ihren kleinen Enkelkinderchen hinterlassen will, in einem sogenannten „Rentenfonds“(Anleihefonds) angelegt hat, den ihr der freundliche „Bankberater“ von ihrer Sparkassefiliale Trudelingen-Dumplingen Nord wärmstens empfahl. Alle diejenigen, ja, die kaufen gewiss Staatsanleihen, aber gewiss NICHT!!! die „REICHEN“!!!

  12. Frank
    2. August 2012, 17:35 | #12

    Medely :
    @frank
    Interessante Vorstellung, dass sie glauben, dass nur “die Reichen” Schuldtitel im Allgemeinen und griechische Staatsanleihen im Besonderen besitzen.

    Nein, nein, da haben sie mich komplett falsch verstanden. Die Reichen in Griechenland, dass sind in der Tat die Unternehmer, die weiterhin keine Steuern zahlen, die weiterhin sich an ihrem unangetasteten Vermögen im Ausland erfreuen und das sind überbezahlte unfähige Beamte und Politiker, die alle weiterhin von keiner griechischen Regierung angetastet werden.

    Indem der Rest Europas Griechenland finanziell unterstützt, wird dieses kaputte System weiterhin aufrecht erhalten, anstatt es zum reinigendem Crash kommen zu lassen.

  13. otto
    2. August 2012, 21:52 | #13

    Deswegen gibt es ja dann immer Krieg, um all die Unproduktiven zu verheizen, das ist ja kein Geheimniss.

    Gruss Otto aus Kanada

  14. Roditisa
    3. August 2012, 10:51 | #14

    @Rikafel
    Hier auf der Insel haben wir wirklich einen Ärztemangel. Zufällig weiss ich, dass die psychiatrische Abteilung z.B. statt der 3 vorgeschreibenen Psychiater nur einen einzigen beschäftigt. Die anderen 2 Stellen sind seit Jahren ausgeschrieben, aber niemand will auf eine kleine Insel, wo man von Fortbildungen und kulturellen Angeboten komplett abgeschnitten ist. Gleiches gilt für andere Abteilungen. In den großen Stäten ist das natürlich anders.

    Was die Themen „Chefärzte“, „Korruption“ und „Medikamente“ angeht, haben Sie völlig Recht.

  15. Roditisa
    3. August 2012, 11:10 | #15

    @Frank
    Würden sie hier direkt an der Grenze zur Türkei wohnen, hätten sie gewiss einen anderen Eindruck. Es ist sehr unangenehm, wenn man plötzlich türkische Kampfflieger über dem Kopf hat, obwohl die da gar nicht hingehören, oder wenn der nette Fischer mal wieder erzählt, wie er in griechischem Gewässer von der türkischen Küstenwache vertrieben wurde…

    In Deutschland erfährt man kaum einmal über die Verletzungen der internationalen Abkommen, die von der Türkei so begangen werden, aber es ist Tatsache, dass die Türkei die griechische Grenze, so wie sie nach internationalem Recht festgelegt wurde, nicht anerkennt und dass weder die griechischen NATO-Partner, noch die EU sich beonders engagieren, die Türkei zur Anerkennung der Grenze zu bewegen. Grund für die türkischen Spielchen sind übrigens Erdöl- und Erdgasvorkommen in der Ägäis.

    Ein weiterer Grund für hohe Militärausgaben ist das Problem der enorm grossen Grenze. Griechenland hat so viele Inseln, dass die Grenzsicherung, zu der sich Griechenland innerhalb der EU verpflichtet hat, wirklich kaum zu bewältigen ist. Man braucht viele, viele Boote dafür. Die Anzahl der Flüchtlinge, die über die griechische Grenze versuchen, in die EU einzureisen ist enorm und für ein so kleines Land eine riesige Herausforderung. Ohne Militär ist das kaum zu schaffen. Würde Griechenland sein Militär schrumpfen, so wäre eine direkte Folge eine exponetielle Zunahme an Flüchtlingen in den anderen EU-Ländern.

    Ausserdem erklärt sich ein Teil der Militärausgaben aus teuren und schon länger bestehenden Verträgen mit Frankreich und Deutschland, die durch Bestechung der damaligen Minister unnütze und überteuerte Käufe von Kriegsmaterial vorsehen.

  16. Heinz
    3. August 2012, 12:06 | #16

    @Roditisa

    Als Leser dieser Zeilen fragt man sich natürlich schon, weshalb das griechische Militär so martialisch aufgerüstet hat, wenn es nicht einmal in der Lage ist, die „Übertritte“ der Türken sowohl in der Luft als auch auf dem Wasser zu verhindern. Dafür brauchts nun wirklich keine „Hochrüstung“. Aber vielleicht ist auch das Militär nur ein Spiegelbild der gesamten Gesellschaft. So oder So.

  17. Klus Lensch
    3. August 2012, 18:02 | #17

    Für die „Demontage des Gesundheitsystems“ ist nicht die Troika, sondern sind die Politiker selbst verantwortlich. Warum kürzen sie nicht mal bei der „Klientele“ – Beamte, Angestellte bei Staatsbetrieben, Militär usw. Geld ist da (Zitat Papandeou), nur man muß es mal von den Richtigen – d.h. notorischen Steuerhinterziehern, Baulöwen, korrupten Beamten, Reeder holen.

  18. Volker
    6. August 2012, 22:28 | #18

    @Konstantin
    Leider haben Sie Recht. Der Ausverkauf zu extrem niedrigen Preisen ist das Ziel von IWF und Co.

  19. 7. August 2012, 11:23 | #19

    @Roditisa
    Auch ich lebe in Sichtweite zur Türkei auf Samothraki. Nur habe ich in 15 Jahren nicht ein einziges Kampfflugzeug der Türken gesehen. Dafür einige griechische Jagdflieger, wobei das in den letzten Jahren auch immer weniger wird. Wahrscheinlich ist der Sprit zu teuer zum spazierenfliegen. Übrigens gibts es hier 50 Kampfpanzer welche sich, bis auf 1 – 2 Manöver im Jahr, hier kaputtstehen. Welchen Sinn 50 Panzer im Wert von rund 50 Millionen Euro auf einer kleinen Insel machen, erschließt sich mir nicht wirklich. Das einzige was die armen Soldaten hier nach den üblichen Grundwehrausbildungen lernen ist, wie man sich zu Tode langweilt. Also liebe Griechen, habt nicht so viel Angst vor den Türken und schrumpft die Militärausgaben um mindestens 50%.
    Aber das mit der Türkenphobie lässt sich wohl nie austreiben. Vernünftig ist das nicht.

  20. Frank M.
    7. Februar 2013, 21:37 | #20

    Wer frei sein will benutzt sein eigenes Geld und/oder versorgt sich selber! Es soll auf der Welt auch noch faire Partner geben, da könnte man sich mal umschauen. Allerdings kann man dann auch nicht so einkaufen wie man will (Rüstung)! Ich kann den Menschen nur empfehlen, nutzt die Chance und tretet aus der EU aus, und jagt Eure Abzocker zum Teufel! Jammern und Empörung ist der falsche Weg! LG

  21. peter
    15. März 2013, 22:40 | #21

    @EuroTanic
    genau so ist das.
    die eu ist im prinzip eine faschistiche vereinigung.
    und dieser schulz aus deutschland von den sozialdemokraten ist mit abstand der grösste faschist.
    und wenn man noch den eu vorstoss zur privatisierung des trinkwassers nimmt, dann wurde das nicht einmal von hitler, stalin, mao und anderen faschistischen grössen ins auge gefasst. ja die eu, sie wird uns noch das gruseln lernen.
    beste grüsse aus dominicana

  22. peter
    15. März 2013, 23:15 | #22

    @landbewohner
    in deutschland soll die NPD verboten werden. aber diese partei ist ein weisenknabe im vergleich zur EU. diese union gerät langsam in das fahrwasser des faschismus. und sie lässt im interesse des grosskapitals den kleinen mann verrecken. das beispiel ist ja gerade griechenland.

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