Swoboda beurteilt alle Maßnahmen der Troika in Griechenland als falsch

20. Juni 2012 / Aufrufe: 741

Hannes Swoboda, Vorsitzender der Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Europas, erachtet die Griechenland aufgezwungenen Maßnahmen als falsch.

Der Vorsitzende der Fraktion der Allianz der Sozialisten und Demokraten im Europäischen Parlament, Hannes Swoboda, drückte seine Einschätzung aus, dass die Griechenland auferlegten Maßnahmen nicht zur Lösung der Krise beigetragen haben.

In seinen Erklärungen in Lefkosia (Nikosia), wo er sich mit dem Präsidenten der Republik Zypern Dimitris Chrostofias traf, sprach er sich für die Angleichung der Maßnahmen aus, weil diese – wie er betonte – „falsch waren„. Wie Herr Swoboda äußerte, trugen viele der Maßnahmen für Griechenland zur Verschlimmerung der wirtschaftlichen Lage bei, und merkte an: „Was wir daraus lernen können ist folglich, dass die Troika, so wie wir sie wahrgenommen haben und wie sie agiert, häufig nicht hilfreich war.

Präsident Christofias appellierte seinerseits an Europa, Griechenland bei der Umsetzung der Reformen zu helfen, aber das Land auch atmen zu lassen.

Die griechischen Wähler haben eine klare Botschaft geschickt

Bezüglich des Ergebnisses der Wahlen in Griechenland betonte Hannes Swoboda, „die griechischen Wähler wählten auf eine Weise, mit der sie eine klare Botschaft schicken, dass sie in der Eurozone bleiben und eine stabile Regierung haben möchten. Die starke Stimme an die SYRIZA bedeutet jedoch auch ebenfalls, dass es eine Änderung in gesellschaftlichen Themen geben muss. Die Stimme ist ebenfalls auch mit der Demokratischen Linken in Kombination zu bringen. Es war eine klar europäische Stimme.“ Weiter führte er an, persönlich in Griechenland gewesen zu sein, während der Vorsitzende der Kommission und Andere sich nicht nach Griechenland begaben, um die Verhältnisse der Armut des Volkes zu sehen.

Ebenfalls erklärte Herr Swoboda seine volle Unterstützung der Position Zyperns und des Präsidenten Christofias, dass, falls Hilfe für die Banken benötigt wird, diese Hilfe sich wie auch im Fall Spaniens auf die Banken konzentrieren muss. Das Gebaren „ich gebe Geld und komme als Kolonialmacht ins Land, ist unannehmbar„, erklärte er und meinte hinsichtlich der Kolonialherrschaft, dass Zypern damit ausreichend Erfahrung gemacht habe. „Es geht um Hilfe, für eine Gemeinschaft, die gemeinsam die verschiedenen Themen erörtert, und wenn bezüglich der Banken Not besteht, dann wird die Hilfe für die Banken gewährt werden, ohne dass sich andere Themen einschleichen. Zypern führt viele der für die Wirtschaft notwendigen Reformen durch.

Für Griechenland„, fuhr er fort, „haben wir vereinbart, dass – gleich welche die Regierung oder die Opposition sein wird – ein kontinuierlicher Dialog zwischen ihnen existieren muss, damit es Stabilität und Reformen geben wird. Nach den Wahlen am Sonntag hoffen wir, dass in Griechenland alles gut verläuft, und ich bin sicher, dass das zypriotische Präsidium bei der Lösung der wirtschaftlichen Themen helfen und zusammen mit den Vorschlägen der französischen Regierung die wirtschaftliche Strategie nicht nur im Thema der Austerität, aber auch des wirtschaftlichen Aufschwungs geändert werden wird. Dies ist die Ansicht Zyperns und meiner Fraktion im Europäischen Parlament.

Dimitris Christofias: Helft Griechenland, Atem zu holen

Die europäischen Führer haben ernsthaft die Signale zu berücksichtigen, welche das griechische Volk mit seiner Stimme bezüglich der Memoranden und der Troika geschickt hat„, erklärte Zyperns Präsident Dimitris Christofias nach der Begegnung mit dem Vorsitzenden der Sozialisten im Europäischen Parlament, Hannes Swoboda.

Wir achten dies Botschaften„, meinte Dimitris Christofias, verglich das griechische Volk „mit einem Ertrinkenden, der sich zu retten versucht“ und appellierte an die Europäer, Griechenland dabei zu helfen, die Reformen umsetzen, aber zur selben Zeit – wie er betonte – auch atmen zu können. Ebenfalls brachte er seine Erwartung zum Ausdruck, Griechenland werde zum Wohl der Griechen, der Zyprioten, der Eurozone und ganz Europas bald eine Regierung erhalten.

(Quelle: in.gr)

  1. Kel
    20. Juni 2012, 12:14 | #1

    Griechenlands Politiker sollten schnell sein. Jetzt glauben die europäischen Politiker noch Mrd. verteilen zu können.
    Doch der Telegraph meldet bereits einen Ankauf von Spanien und Italiens Anleihen in der Höhe von 600 Mrd. Pfund (http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/9343049/Debt-crisis-Spain-and-Italy-to-be-bailed-out-in-600bn-deal.html). Und Deutschlands Zinsen steigen, weil es natürlich klar ist, das das ebenfalls hochverschuldete Deutschland keinesfalls die bankrotten Club Med-Staaten subventionieren kann.
    http://diepresse.com/home/wirtschaft/eurokrise/767336/Deutschland-geraet-ins-Visier-von-Hedgefonds
    Jetzt muss nur mehr der chinesische(und der anderer Schwellenländer) Markt einbrechen, dann haben die Deutschen mehr als genug mit sich selber zu tun.

    Oder wie es ein amerikanischer Hedgefond-Manager öffentlich sagte: „Natürlich ist es Unsinn zu glauben, Deutschland und kleinere nördlichen Staaten könnten auf Dauer die bankrotten südlichen Staaten stützen. Sie werden einfach mituntergehen“

  2. Michael
    20. Juni 2012, 12:25 | #2

    Stimmt, die Maßnahmen waren ALLE nicht nur falsch, sondern verbrecherisch. Griechenland hätte schon vor Jahren durch Nichtgewährung neuer Kredite auf fremde Kosten zum Euroaustritt gezwungen werden müssen. Im Lissabon – Vertrag steht NO Bailout. Die Maastricht – Kriterien hat GR nie eingehalten. Alternativ hätte es aus eigenem Antrieb sparen können. Die Troika hätte überhaupt kein Recht die Rettung Griechenlands vor der Pleite zu betreiben. Es ist unglaublich, dass die EU diese unglaublichen Mißstände bis 2009 unter den Teppich kehren durfte und niemand die Verantwortlichen zur Rechenschaft zieht. Die kollektive Verantwortungslosigkeit der Politiker und Zentralbanker wird nicht straffrei bleiben. Die Wahrscheinlichkeit, dass die „Rettungen“ in €uropa auf mittlere Sicht zum Bürgerkrieg führen wird, dürfte kaum unter 75% liegen. Damit werden die wirklich Geknechteten zum Ausdruck bringen, was sie von Sozialismus halten.

    Unser einziger Griechenland-Urauber ist zurück. Er zeichnete ein sehr negatives Bild von den griechischen Menschen. Es sieht nicht so aus, als wenn es richtig wäre den Griechen zu helfen. Im Gegenteil.

  3. V99 %
    20. Juni 2012, 12:47 | #3

    Diese Beurteilung ist das gute Recht des Hr. Swoboda. Ob es nicht auch populistisch ist sei mal in den Raum geworfen, zumindest wird es einige freuen. Ich freue mich mit 😀

  4. unglaulich
    20. Juni 2012, 15:47 | #4

    „Leider war es notwendig, diese Garantien zu geben, aber erstens ist dieses Geld ja nicht vorhanden und zweitens würde es, wenn es eingefordert werden würde zu einer echten Wirtschaftskatastrophe kommen. Aber die mit dieser Summe verbundenen Signale der Sicherheit waren notwendig. Aber grundlegende Reformen des Finanzsektors müssen folgen und (sic!) Ähnliches zu vermeiden.“

    Das ist die Meinung eines östereichischen Lokalpolitiker.
    Copy und pasted von Wkipedia.
    In diesem Kontext ist auch der Rest der Ernsthaftigkeit bezüglich der Umsetzbarkeit seiner Aussagen zu betrachten.

    Das sind Worthülsen, nichts anderes – hilft weder Griechenland noch den Rest Europas weiter.

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