Euro-Austritt Griechenlands würde Austerität ohne Ende bedeuten

22. Mai 2012 / Aktualisiert: 24. September 2017 / Aufrufe: 3.149

Der international akkreditierte Ökonom James Kenneth Galbraith lastet speziell Deutschland das sture Beharren auf einer primitiven volkswirtschaftlichen Sparpolitik an.

Die Schätzungen jeder Art von Werten und Vermögensteilen würden zu der Stunde zusammenbrechen, in der die Inflation galoppieren und die Kaufkraft der Griechen zermalmen würde, während die Spareinlagen massenhaft in das Ausland „flüchten“ und die Liquidität des griechischen Marktes austrocknen würden. Griechenland befindet sich am Rand des Abgrunds, sein Absturz ist jedoch nicht unvermeidbar. Es reicht aus, sich darüber bewusst zu werden, dass auch seine Rettung durch den Euro erfolgt und es in diesem verbleibend darum zu kämpfen hat, die katastrophalen Politiken abzuwenden, welche das Land in die heutige Sackgasse führten.“

Für James Kenneth Galbraith sind die Dinge völlig klar: eben so dumm wie das Beharren auf der Austerität ist auch das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro. In einem exklusiven Gespräch mit der „Imerisia“ bringt der berühmte amerikanische Wirtschaftswissenschaftler seine Abscheu über die Haltung Deutschlands zum Ausdruck: „Es ist unglaublich, dass in Europa die primitive Idee vorherrscht, die strenge volkswirtschaftliche Disziplin und die Sparpolitik würden Griechenland in einen Aufschwung führen und das Vertrauen der Märkte in das Land und den Euro wiederherstellen.

Laut Herrn Galbraith verhüllt all dies die tatsächliche Erklärung des Verhaltens Deutschlands: nämlich seine Lust, Griechenland abzustrafen und es aus der Eurozone heraus zu drängen.

Ausscheiden aus dem Euro bedeutet Austerität ohne Ende

Das Verrückte ist, dass diese Perspektive auch in Athen Anhänger zu haben scheint! Wie Galbraith erklärt, stellt für Griechenland das Ausscheiden aus dem Euro in dem Sinn keine Option dar, als – sofern sein Problem die von der übertriebenen Sparsamkeit verursachte Katastrophe und Rezession ist – die Rückkehr zur Drachme oder einer entsprechenden neuen Währung in genau die selbe Lage führen würde: nämlich in eine endlose Austerität, die – wie er anfügt – von einer signifikanten Destabilisierung der Wirtschaft und der Gesellschaft begleitet werden würde:

Die Schätzungen jeder Art von Werten und Vermögensteilen würden zu der Stunde zusammenbrechen, wo die Inflation galoppieren und die Kaufkraft der Griechen zermalmen würde, während die Spareinlagen massenhaft in das Ausland „flüchten“ und die Liquidität des griechischen Marktes austrocknen würden.

Sogar auch der angebliche Vorteil, der sich für Griechenland mit seinem Ausscheiden aus dem Euro ergeben würde, sprich die Möglichkeit, seine Währung abzuwerten um die Wettbewerbsfähigkeit seiner Produkte zu stärken, wird laut Herrn Galbraith durch die Tatsache annulliert, dass die Exporte Griechenlands beschränkt sind und seine produktive Basis zu klein ist um das Fahrzeug darzustellen, welches das Land in den Aufschwung ziehen wird.

Auf der anderen Seite scheinen die Europäer über eine solche Entwicklung angesichts der Tatsache nicht besonders beunruhigt zu sein, dass die Kosten des Ausscheidens Griechenlands aus dem Euro vergleichsweise die geringsten jedes anderen Landes der Eurozone sind. Wie Herr Galbraith darlegt, verfolgte Europa außerdem während der beiden letzten Jahre eine konkrete Strategie, damit ihre Banken gedeckt sind, wenn es zu der Stunde des Falls der Fälle, also einem möglichen Ausscheiden aus dem Euro kommen würde.

Von Anfang an war ihr Ziel der Schutz ihres Banksystems und das Risiko für die Banken zu minimieren. Weitgehend haben sie es geschafft„, betont der amerikanische Wirtschaftsexperte und fügt an: „Das, worauf jedoch weder sie noch jemand anderes ein Antwort gegeben hat, ist ob das Ausscheiden Griechenlands ein Domino der Zusammenbrüche in der Eurozone initiieren wird. Der Euro kann das Ausscheiden beispielsweise Spaniens nicht verkraften.“ Wie er erklärt, ist folglich die wahre Frage nicht, ob Griechenland gerettet wird, sondern ob es in dem Euro überleben kann.

Griechenlands Überleben in der Eurozone droht an Deutschland zu scheitern

Die von ihm selbst gegebene Antwort lautet „JA“. Es muss allerdings damit aufgehört werden, dass die ganze Last der Angleichung abstrafend auf die Schultern der schwächsten Seite fällt: nämlich der Länder der Peripherie. Laut Herrn Galbraith erklang der beste Vorschlag, den er zur Rettung Griechenlands und des Euros gehört hat, von den Lippen eines griechischen Professors:

  • Die Staatsverschuldung der Mitgliedsländer der Eurozone wird in eine europäische Verschuldung umgewandelt, welche die Mitgliedstaaten zu Zinssätzen tilgen, die zu diesem Zweck die Europäische Zentralbank gewährleistet.
  • Die Banken werden unter europäische Kontrolle gestellt (hinsichtlich der Rekapitalisierung, Kontrolle und Leitung wird sie also die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität – EFSF übernehmen).
  • Die Europäische Investitionsbank wird im Rahmen der Aufstellung eines ambitionierten Konjunkturplans für Europa genutzt, der als Basisachsen die Investitionen in Infrastrukturen und die Ausbalancierung der innereuropäischen Wettbewerbsfähigkeit haben wird.

Zu den obigen Punkten, denen Herr Galbraith im übrigen absolut zustimmt, fügt er noch einen weiteren an:

  • Schaffung eines europaweiten Versicherungssystems, von dem er annimmt, dass es sehr viel effizienter als die jeweiligen nationalen Versicherungssysteme sein und eine katalytische vereinigende Auswirkung auf die Europäische Union haben würde, so wie es auch die „Panamerikanisierung“ des Versicherungssystems in den USA in den 30er Jahren hatte.

Vorschläge gibt es, betont der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler. Das, was – wie er meint – derzeit fehlt, ist der politische Wille hauptsächlich von Seite Deutschlands, dessen Regierung „als alleinige Priorität die Bedienung der Gläubiger“ zu haben scheint. Die Deklarationen Berlins wiederum über eine weitere Vereinigung Europas sind – wie er anfügt – verfehlt. Sie fokussieren sich auf langfristige Perspektiven wie die Schaffung eines europaweiten Finanzministeriums, einer einheitlichen volkswirtschaftlichen Politik und sogar auch einer europäischen Regierung. Unterdessen und „bis all dies realisiert ist, wird der Euro jedoch auseinandergefallen sein …„.

Who is Who

James Kenneth Galbraith ist für die wenigen Fälle stellvertretend, in denen der Sohn nicht im Schatten des Vaters verschwindet. Als Sohn einer „Legende“ der Wirtschaftswissenschaft, sprich John Kenneth Galbraith, schlug er den selben Weg wie sein Vater ein und tut sich von dem Lehrstuhl der Universität von Texas als einer der berühmtesten Volkswirtschaftler der USA und Spitzenvertreter des „linken“ Denkens in der Wirtschaftswissenschaft hervor. Er gilt weltweit als Autorität in Themen der Ungleichheiten und ist Mitglied des Exekutivkomitees der 2011 gegründeten Weltunion der Wirtschaftswissenschaftler. Sein letztes Buch erschien neulich unter dem Titel «Ιnequality and Instability: A Study of the World Economy Just Before the Great Crisis» im Verlag Oxford University Press.

(Quelle: Imerisia)

  1. 22. Mai 2012, 09:42 | #1

    Der EURO und EUROtopia sind gar nicht auf Humanismus und soziale Gerechtigkeit ausgelegt. Das liegt alleine in den politischen Zielen der selbsternannten Eliten und dem falschen Geldsystem. Das Chaos, das Elend, die Entrechtung der Menschen in Europa ist nicht ein Symptom einer angeblich falschen Politik einzelner Politiker oder Staaten sondern deren Sinn. Es gibt wie immer wenige Gewinner, und viele Verlierer. Die wenigen Gewinner, die nicht in der Öffentlichkeit stehen lachen sich täglich kaputt, wie einfach es ihnen die Menschen machen sich ausrauben und gegeneinander ausspielen zu lassen. Wenn Griechenland eine andere Politik will muss es eine eigene Politik machen, und zwar als souveräner Staat. Ebenso wie alle anderen Menschen in anderen Staaten. Die Menschen wollen keinen Krieg, kein Atom und keinen Euro. UNd sie wollen keine zentralistische Planwirtschaft. Wenn Griechenland nicht Nettoempfänger wäre, sonder alleiniger Nettozahler, wie Deutschland im Moment gingen die Menschen nicht für mehr Solidarität auf die Strasse, sondern um diesen unsozialen Transfer von fleissig auf reich zu beenden.

  2. Gabriele Niggenaber
    22. Mai 2012, 11:18 | #2

    Das will der ESM auch.
    Ich halte es für fatal, denn es würde bedeuten, dass, mehr als ohnehin schon, hier schlecht wirtschaftenden Staaten und deren alles verzockende Banken Tür und Tor für weitere uferlose Neuverschuldungen geöffnet werden. Übrig zur „Ablasszahlung“ dieser unbegrenzten Schulden bleibt am Ende das Land, das noch nicht Konkurs angemeldet hat: nämlich DEUTSCHLAND!
    Wir sehen ja schon im Länderfinanzausgleich innerhalb Deutschlands, dass diese Art des „Lastenausgleichs“ absolut nicht funktioniert.
    Wieso sollten Länder innerhalb Europas sich plötzlich verantwortlich gegenüber den Ländern fühlen, die perverserweise das Steuergeld ihrer Bürger für die Begleichung fremder Schulden veruntreuen?
    Ich bin absolut dagegen. Es kann nicht klappen und wäre gegen die Menschenrechte und das Eigentumsrecht eines jeden Bürgers gerichtet, der sein schwer verdientes Geld von der Politik hierfür buchstäblich gestohlen bekommt!

  3. armer Grieche
    22. Mai 2012, 11:41 | #3

    Lieber Herr Galbraith,

    warum sollten alle europäische Länder, die einen halbwegs angemessenen Haushalt haben für Griechen, Italiener, Spanier und Portugiesen die in der Vergangenheit auf Pump lebten die Zeche (Euro-Bonds) zahlen? Erklären Sie dies bitte einmal den Bürgern jener Länder, die seit Jahren auf Lohn- und Rentenerhöhungen verzichten mußten, denen die Lebensarbeitszeit um Jahre erhöht wurden, denen die Urlaubszeit verkürzt und die Arbeitszeit erhöht wurden! Sollen diese Bürger auch noch die Zinsen für die Politik auf Pump zahlen?
    Vielleicht sollten Sie sich zuerst einmal um die tollen Verhältnisse in Ihrem eigenen Land kümmern, bevor Sie Ihre Abscheu über die Haltung Deutschlands zum Ausdruck bringen!

    Zu Ihrer Kenntnis: Den Deutschen ist es laut Grundgesetz verboten die Schulden eines anderen Landes zu zahlen!

  4. Flassbeck
    22. Mai 2012, 15:12 | #4

    Schade, dass es immmer noch Menschen gibt, die die wirtschaftlichen Zusammenhänge nicht verstehen. Das liegt vor allem an der einseitigen deutschen Medienberichterstattung, die die Gehirne ihrer Leser wäscht und international nur noch belächelt wird.
    Kleiner Crash-Kurs in Volkswirtschaft: Die Rentenkürzungen und Reallohnstagnationen sind von Berlin so gewollt! Deutschland betrieb jahrlelang eine Deflations- und Lohndumpingpolitik, die weit unter den obligatorischen Vorgaben der EZB lag. Dadurch wurde die deutsche Exportwirtschaft ausgebaut, zu Lasten einer völlig maroden Binnenwirtschaft. Und diese Export(vize)weltmeisterschaft wurde auch noch bejubelt! Lächerlich! Dumm nur, dass 50% der deutschen Exporte in die Eurozone gehen, also genau in die Länder, die man durch seine Niedriglohnpolitik totkonkurriert hat. In Deutschland gab es einmal ein wunderbares Gesetz, das außenwirtschaftliches Gleichgewicht forderte, aber das gilt schon lange nicht mehr – Schröder und Merkel sei „dank“.
    Zur Zeit diskutieren deutsche Eliten darüber, – ich zitiere – wie man die „Hegemonialmacht Deutschlands durch ein griechisches Protektorat und eventuellen militärischen Einsatz in Europa ausbauen kann.“ Was kommt als Nächstes? Die Ausrufung des Vierten Reichs?!

  5. Werner Ernst
    22. Mai 2012, 16:02 | #5

    @Flassbeck
    Nicht die Deutschen haben zu wenig verdient, sondern sehr viele EU-Mitgliedsländer zu hohe Lohnabschlüsse durchgepaukt. Totkonkurriert? Wo sind denn die ernsthaften Konkurrenten für Maschinenbau, Elektrotechnik, Fahrzeugbau? In Portugal? Bulgarien? Eher nicht.

    Was passierte mit der Wochenarbeitszeit und dem Renteneintrittsalter in Frankreich? Und wozu hat das letztendlich geführt? Lässt sich alles nachlesen.

    Angesichts der deutschen Facharbeiterlöhne von Lohndumping zu sprechen, ist absurd. Dass wir dringend einen flächendeckenden Mindestlohn brauchen, um im Niedriglohn-Segment die Lasten von der Gemeinschaft (durch staatliche Hilfszahlungen) auf die Unternehmen umzuschichten, steht dagegen für mich außer Frage, ist aber eine völlig andere Baustelle.

    Die Binnenkonjunktur in Deutschland ist nach wie vor auf Rekordlevel, Export hin oder her. Wie sieht das gleich wieder bei den Nachbarn aus?

    All die gutgemeinten Ratschläge von Experten aus dem Ausland übersehen ein entscheidendes Detail: Euro-Bonds, so wie sie andauernd gefordert werden, also praktisch eine unbegrenzte Bürgschaft der deutschen Steuerzahler für andere EU-Mitgliedsstaaten sind in Deutschland schlicht verfassungswidrig! Hier wird also nicht von uns das „vierte Reich“ ausgerufen, sondern schlicht von außen die rechtliche und politische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland in Frage gestellt!

    Bin mir aber sicher, dass Mutti auch hierfür etwas einfällt. Am Ende zahlt der deutsche Michel. Das fördert die europäische Idee ungemein.

  6. H.Ewerth
    22. Mai 2012, 17:12 | #6

    Im Wesentlichen hört man hier immer das Gleiche. Die Euro-Krise – daran sind ein paar Defizitländer Schuld, Südeuropa genannt. Deren Staatsschulden ufern aus, die Zinsen explodieren. Ein klares Weltbild, klare Verantwortliche; ein klares Rezept: Wer zu viel ausgibt, muss halt sparen. Die gute deutsche Hausfrauenmentalität. Doch bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass die unterstellte Gleichung hohe Schulden gleich hohe Zinsen nicht aufgeht. USA, Deutschland, Japan – dort steigen wie in anderen Ländern die Schulden, doch die Zinsen sinken. Aber, man muss es immer wieder betonen, die Staatsschulden sind deswegen erheblich angestiegen, weil die massive Verschuldung von Privatinvestoren (Banken) übernommen wurde, die sich verspekuliert hatten – nicht aufgrund eines Staatsschlendrians. Dafür gibt es eine andere Schieflage, die nicht nur Südeuropa, sondern auch Frankreich immer weiter in die Krise rutschen lässt: das Verschieben der Wettbewerbsfähigkeit im Korsett der Europäischen Währungsunion (EWU). Deutschland als größte Volkswirtschaft in Europa hat durch seine Lohndumping und Subvention Politik die Wettbewerbsfähigkeit massiv untergraben. Dies rächt sich nun. Sollte Deutschland diesen Fehler, alles nieder zu konkurrieren nicht wieder zurück nehmen, gibt es auch keine Lösung. Deutschland ist Mitverursacher dieser Krise.

  7. Ariadne
    22. Mai 2012, 18:47 | #7

    @H.Ewerth
    Ich lese und höre immer nur noch Verschuldung, Verschuldung, Verschuldung. Die ganze Welt ist verschuldet. Wer sind eigentlich die Gläubiger? Von wem kommen all die Billionen? Wem gehören sie?

  8. Ariadne
    22. Mai 2012, 18:56 | #8

    @Flassbeck
    Als nächstes kommt der ESM! Wenn die Euroländer und deren Bevölkerung dann diesen Betrug endlich bemerken, wird es zu spät sein. Da könnte dann ein militärischer Einsatz gegen die betrogenen Euro-Bürger durchaus Realität werden.

  9. Fiktiv07
    22. Mai 2012, 20:03 | #9

    gute Frage! Jemand der mal über den Tellerrand schaut statt sich in die gegenseitige Hetze und Schuldzuweisung einzureihen. Ursache ist unser Zins- und Zinseszinssystem nach dem Vorbild der FED. Die Fed ist eine PRIVATE Bank unter staatlichem Deckmantel. Niemand weiss wer wirklich dahinter steckt bzw. Eigentümer ist. Laut dem federal Reserve Act ist es ihr erlaubt aus Schulden Geld zu drucken, d.h. durch Kreditvergabe Geld zu generieren. Dabei gewährt sie sich aus ihrem „Luftgeld“ Zinsen welche bedient werden müssen und zwar…vom Staat,den Bürgern. Jedes Jahr mehr, exponentiell steigend, eine stetige Umverteilung von unten nach oben (Zinsabschläge für die Schuldner welche den Banken der Fed gutgeschrieben werden). Heute ist diese Bank ein ganzes Geflecht, und andere müssen sich anschliessen oder gehen unter. Es gibt lediglich verschiedene Namen der Banken, die aber im Grunde ein die gleiche,im gleichen System sind. Darum rettet die Politik die Banken, hängt an deren Tropf, und wir Völker werden zusehends gegeneinander ausgespielt um die wirkliche Ursache nicht zu erkennen. Was fast unbegreiflich ist…es funktioniert! Wie man am Beispiel Griechenland sieht. Das Geld unten wird immer knapper und jeder beschuldigt jeden,nur nicht den der alles von unten nach oben absaugt.

  10. Michael
    22. Mai 2012, 20:26 | #10

    Sozialismus ist definitionsgemäß die Diktatur des Proletariats. Diesen neuen Sozis schwebt die Diktatur der Schuldner vor. Das wird niemals aufgehen. Niemand borgt jemandem Geld, der nicht garantiert, das bis zum Datum xyz zurückzuzahlen. Es ist ja wohl naheliegend, dass derjenige, der Geld verborgt, einen Risikoaufschlag fordert, den Zins. Ansonsten kann man Gold als Geld nehmen. Niemand oder die allerwenigsten hätten je welches.

    @Ariadne #7
    Das kann man doch ausrechnen. Wenn sich Lieschen Müller 100% Geld borgt und darauf 6,75% Zins mit Zinseszins zahlt, sind die 100% Geld nach etwas über 10 Jahren w, wie weg, ohne dass Lieschen Müller was gekauft hätte. Offen bleibt eine Rechnung über 100% Geld. Das passiert in der Realität auch und dann wird Hilfe Rezession, Wachstum muß her geschrien. Es ist also eine Frage der Zins- und Schulden- und Wachstumsbeträge, wann das passiert. Da noch „Wachstum“ durch allerlei Benefizprogramme zu fordern ist etwas dümmlich. Die neuen Schulden werden zwar gern verkonsumiert, schaffen aber niemals Wachstum, wenn damit Importe finanziert werden.

    Das geborgte Geld kam von der Zentralbank und fließt als Zins zurück zur Zentralbank.

    Es muß echtes Wachstum her. Das bedeutet, das in Umlauf gekommene Geld muß in inländische Investitionen für neues Wachstum fließen. Alles andere entfacht nur kurze Strohfeuer. Es macht nicht den geringsten Sinn Griechenland weiter free lunch zu bezahlen. Das Land muß auf das Maß seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit geschrumpft werden. Das regeln normalerweise Wechselkurse und die stehen im €uro nicht zur Verfügung. Deshalb hat ein Deutschbänker heute den G€uro als Zweitwährung vorgeschlagen. Dann gäbe es bald die I€uros, C€uros, P€uros, S€uros…. D€uros. Dann stünden wir genau an dem Punkt, an dem ein €uro funktionieren könnte, nämlich nach dem Prinzip frei floatender Wechselkurse an einem Anker. Den kann man als Kilo Mondgestein oder Gold definieren, zwischen den verschiedenen €uros würden die Verrechnungssalden jährlich mit genau dem Gold als Anker verrechnet.

    Ungeachtet dessen ist Geld auf der Basis von Schulden, bei dem der Schuldner dem Gläubiger frech ins Gesicht sagt, er hätte ein Problem, wertlos. Der Gläubiger wird ihm sogar mit 100%-iger Sicherheit niemals nur eine Geldeinheit zusätzlich borgen. Im Gegenteil, er wird sämtliche Investments, soweit noch rettbar, zurückholen. Egal, mit welchem Verlust.

  11. Ariadne
    22. Mai 2012, 21:49 | #11

    @Fiktiv07
    Danke auch für Ihr Antwort. Dass die Federal Reserve eine private Institution ist, weiss ich. Aber kontrolliert diese tatsächlich das gesamte Welt-Finanzsystem? Wie hängt denn die EZB mit der Fed zusammen? Sind das nicht 2 konkurrierende Unternehmungen? Was hat z.B. die Piräus Bank mit der Fed zu tun? Ich dachte, die hängt – wie viele andere auch – am Tropf der EZB.

  12. Ariadne
    23. Mai 2012, 11:13 | #12

    @Michael
    Ich habe auch auf Ihren Kommentar geantwortet und mich für die Zeit, die Sie dafür „investiert“ haben bedankt. Zusätzlich habe ich aber auch ein paar, für manche Leute vielleicht unangenehme, Fragen aufgeworfen. Wenn man sich hier aber offensichtlich nicht systemkonform verhält, wird der entsprechende Kommentar ganz einfach nicht veröffentlicht. So etwas nennt man „öffentliche Meinungsbildung“ durch die Medien. Was wir vor allem brauchen – weltweit – ist eine freie Presse und freie Meinungsäusserung. Wer glaubt, dass wir so etwas hätten, der irrt sich gewaltig!
    P.S. Ich rechne damit, das natürlich auch dieser Kommentar gelöscht werden wird.

  13. Griechin62
    23. Mai 2012, 12:08 | #13

    @Fiktiv07

    „Das Geld unten wird immer knapper und jeder beschuldigt jeden,nur nicht den der alles von unten nach oben absaugt.“

    Danke! Sehe ich genauso.

  14. Ottfried Storz
    23. Mai 2012, 17:47 | #14

    Ich muß euch widersprechen: Die FED ist eindeutig eine Mischform zwischen Privat und Staat, mit de facto-Entscheidung durch den Präsidente. Das FED-Direktorium wird vom US-Präsidenten berufen, nicht gewählt. Der FED-vergleichbar in Europa ist das EZB. Die „Piräus Bank“ hat nichts mit der FED zu tun, jedoch extrem viel mit dem EZB.
    Die hohen Staatsschulden in Griechenland haben – wie auch in Spanien (die noch relativ niedrige Staatsschulden haben – fast nichts mit der Übernahme von Bankschulden aufgrund von „Verzockerei mit US-Immobilien“ zu tun.
    Das (Meinung Ewerth) „Deutschland als größte Volkswirtschaft in Europa hat durch seine Lohndumping und Subvention Politik die Wettbewerbsfähigkeit massiv untergraben“ hat, ist sachlich falsch. Was ist Lohndumping, was Subventionen zur Wettbewerbssteigerung ?!?
    Sachlich richtig ist, das die Lohnstückkosten von Griechenland, Portugal und Spanien sich seit einem guten Jahrzehnt massiv gegenüber allen OECD-Staaten verschlechtert haben. Diese Länder sind gegenüber 40 Ländern (und nicht nur gegenüber Deutschland) wenig wettbewerbsfähig.

  15. admin
    23. Mai 2012, 19:27 | #15

    @Ariadne
    Kommentare werden speziell dann unbesehen gelöscht, wenn nicht einmal die elementaren Hinweise und Regeln bezüglich der Abgabe von Leserkommentaren respektiert werden.

  16. Ariadne
    23. Mai 2012, 20:57 | #16

    @Ottfried Storz
    Ich teile Ihre Meinung, dass die Lohnstückkosten in GR viel zu hoch und damit auf dem internationalen Markt nicht wettbewerbsfähig sind. Statt das zu beheben, wird überall nach Wirtschaftswachstum geschrien. Aber was genau bedeutet denn „Wirtschaftswachstum“? Bedeutet es nicht, dass wir alle immer mehr arbeiten sollen? Und das, obwohl immer mehr Technologie im Bereich Arbeit eingesetzt wird? Ist es nicht das ungebremste Wirtschaftswachstum, das unseren Planeten immer mehr ruiniert? Wie lange noch kann es Wirtschaftswachstum geben, auf einem Planeten, dessen Ressourcen nicht mehr, sondern durch ständige Ausbeutung immer weniger werden? Wozu und warum brauchen wir eigentlich ständiges Wirtschaftswachstum? Wie bereits von Fiktiv07 erwähnt vermute ich, dass das mit dem Zins- und Zinseszins-System zu tun hat. Vielleicht würde es sich lohnen, das einmal heraus zu arbeiten. Viele Leute würden sich wundern über die Zusammenhänge.

  17. Peppina
    24. Mai 2012, 00:32 | #17

    @Ariadne
    Wenn ich das schon lese, kommt mir die Galle hoch. Nicht wettbewerbsfaehig und die Lohnstueckkosten zu hoch. Was denn noch? Ist Ihnen eigentlich bewusst, wie wenig die Menschen hier zum Leben haben? Anscheinend haben Sie zu viel und koennen es nicht begreifen. Wie war das? Mehrere Grundstuecke in etlichen Laendern? Habe ich das richtig in Erinnerung? Hier haben die Menschen nicht mal mehr eine Krankenversicherung und koennen – selbst wenn sie eine haben – die Rezepte nicht mehr einloesen. Ich hatte noch niemals Griechen betteln sehen … jetzt ist das der Fall. Sie sprechen von Ausbeutung und klagen staendig an. Warum?

  18. Peppina
    24. Mai 2012, 00:34 | #18

    @Ariadne
    Nun, er ist nicht geloescht worden, aber es ist mehr als peinlich, was Sie da von sich geben.

  19. nikos
    24. Mai 2012, 08:44 | #19

    ja,ja die ganzen experten!

  20. Climateatheist
    24. Mai 2012, 10:34 | #20

    @Admin
    Doch Admin, Du löscht meine Beiträge sehr gezielt und dies mit dem Hinweis, ich würde am Thema vorbei argumentieren. Das ist aber ganz offensichtlich nicht der Fall. Ich befasse mich sowohl mit dem jeweiligen Grund-Artikel als auch den inhaltlich falschen Kommentaren, die sich auf diese Artikel beziehen. Einige Grund-Artikel sind schlichte Propaganda (z.B. jener von Galbraith), während einige Kommentatoren offensichtlich nicht einmal die Basics der Volks- und Finanzwirtschaftslehre verstanden zu haben scheinen.

    Mich wundert nicht, dass Du meine Kommentare löschst, Admin. Mich wundert eher, warum Du hier öffentlich so tust, als seiest Du an dem Thema der Lösung des Griechenlandproblems interessiert. Denn IMHO bist Du das ganz offensichtlich nicht.

  21. Ariadne
    24. Mai 2012, 14:33 | #21

    @Peppina
    Da muss ich der admin auch mal recht geben. Es ist wirklich nicht nötig, auf jeden Kommentar zu antworten.

  22. admin
    24. Mai 2012, 16:25 | #22

    @Climateatheist
    Wir finden es überhaupt nicht amüsant, als Instant-Plattform für „Kuckucks-Blogs“ missbraucht und unter dem scheinheiligen Vorwand der „Meinungsäußerung“ systematisch mit Drittinhalten vollgemüllt zu werden – zumal es heutzutage praktisch jedem frei steht, sich mit einem eigenen Auftritt der Öffentlichkeit zu stellen und über Gott und die Welt auszulassen.

  23. Ariadne
    25. Mai 2012, 17:00 | #23

    „Euroaustritt würde Austerität ohne Ende bedeuten.“ – Und wer hier glaubt, dass ein Verbleib im Euro das nicht bedeuten würde? Ein Verbleib im Euro heisst u.a. Rückzahlung aller Schulden, weitere einschneidende Strukturmassnahmen bis zum St. Nimmerleins-Tag. Kein Grieche über 40 wird bei einem Verbleib im Euro jemals wieder „normale“ Zeiten in GR erleben. Ein Austritt würde auch bedeuten, den Gürtel ein paar Jahre enger zu schnallen. Aber ich schätze mal, dass das dann in 5 Jahren überstanden wäre. Wie Dirk Müller sagte: Die Angst vor dem Domino-Effekt ist die, dass GR sich nach einem Euro-Austritt wohl in 5 Jahren aufrappeln könnte. Da könnten sich dann manche andere Staaten überlegen, diesem Beispiel zu folgen. DAS will man verhindern!

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