Bankkonten des Akis Tsochatzopoulos in Griechenland gesperrt

14. April 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 623

Auf Anweisung der Staatsanwaltschaft wurden in Griechenland die Bankkonten des ehemaligen Ministers Akis Tsochatzopoulos und vier seiner Mitangeklagten gesperrt.

Die Vorsitzende der Staatsanwaltschaft des Landgerichts, Eleni Raikou, erteilte die Anweisung zur Blockierung der Bankkonten des ehemaligen Verteidigungsministers Akis Tsochatzopoulos und seiner vier Mitangeklagten in der Sache der Legalisierung von Einkünften aus illegaler Aktivität (sprich unter anderem der Schmiergelder, die von der deutschen Ferrostaal für die Bestellung von U-Booten gezahlt wurden, siehe auch Ehemaliger Verteidigungsminister in Griechenland wegen Geldwäsche verhaftet).

Die Staatsanwältin verlangt in ihrer Verfügung die Blockierung aller in Griechenland geführten Bankkonten der fünf Angeklagten, gegen welche der Sonderuntersuchungsrichter wegen des Verdachts der Fluchtgefahr Haftbefehle erließ. Neben dem ehemaligen Minister, der zu dem Fall am orthodoxen Ostermontag (16 April 2012) aussagen wird, betrifft die Blockierung der Bankkonten:

  • Nikos Zigras, Vetter des Akis Tsochatzopoulos, der laut dem Bericht der Staatsanwaltschaft als „rechte Hand“ des ehemaligen Ministers gilt.
  • Evfrosyni Lampropoulou, Buchhalterin und Vertreterin in Griechenland der drei Offshore-Gesellschaften (u. a. der TORCASO), die dem ehemaligen Minister zugerechnet werden.
  • Giorgos Sachpatzidis, der in Immobilien-Transaktionen zwischen der TORCASO und dem Vatopedi-Kloster involviert und Unternehmer und Hauptaktionär der Fussball-AG PAOK ist.

Die drei vorstehenden Angeklagten werden am kommenden Dienstag (17 April 2012) vor dem Untersuchungsrichter aussagen.

Der Beschluss zur Blockierung der Konten betrifft auch Aristerios Ikonomidis, der am orthodoxen Kardonnerstag (12 April 2012) nach seiner Aussage vor dem Untersuchungsrichter in Untersuchungshaft genommen wurde und Hauptaktionär einer Gesellschaft ist, die seit 2001 in Erscheinung tritt, an dem Haus in der Straße Dionysiou Areopagiti Reparaturen ausgeführt und ebenfalls die Eigentumswohnung in der Straße Dinokratous im Bezirk Kolonaki an die Tochter des ehemaligen Minister verkauft zu haben. Der Angeklagte soll die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen bestritten und argumentiert haben, dass sich im Verlauf der Untersuchung seine Unschuld erweisen werde.

(Quelle: in.gr)

  1. Juls
    14. April 2012, 16:53 | #1

    Tja und wann kommt der damalige CHEF von Tsochatzopoulos dran…….der Herr Simitis? Der hat doch sicher das letzte Wort an allen „geschaeftlichen“ Vorgaengen gehabt…..solange der nicht dran ist und noch andere Herren , ist das Ganze hier eine Farce fuer den Wahlkampf……

  2. White Tower
    14. April 2012, 21:56 | #2

    @Juls
    Wahlkampftheater trifft sicher auch teilweise zu . . . jedoch denke ich , daß der „üble Geruch der Korruption“ bis in hohe Ebenen in die Poltik anderer Staaten reicht und von dort wird Herr Simitis mit Sicherheit „geschützt“.

  3. iaourti iaourtaki
    15. April 2012, 01:52 | #3

    @Juls
    Könnte sein, doch trotzdem finde ich es panne, ständig weiter zu treten. Immerhin passiert ein bischen was; ich mein was erwarten denn all Leute, ob „Sparmaßnahmen“ oder neoliberale Lohndrückerei, als wenn das von heute auf morgen Resultate bringt. Lasst sie doch einfach mal in Ruhe.
    Und die 8 Millionen sind ja nur ein kleiner Teil von den 256 Millionen, die Ferrostal für die paar U-Boote geschmiert hat, dagegen war Siemens Vorschule; nicht umsonst hatte Ferrostal die weiteren U-Boote, die jahrelang weiter durch die Presse gingen, längst gecancelt, weil kein Vorschuß kam.
    Viel interessanter wäre, ob irgendeine Partei im Wahlkampf darauf hinweist, daß Papandreou das verschärfte Vermummungsgesetz vergessen hat abzuschaffen. Immerhin war es dieses Versprechen, außer den blühenden Lohnlandschaften, das ihm am meisten Stimmen eingebracht hatte, weil die Vorläuferregierung im Prinzip ja nur Neuwahlen einberufen hatte, weil sie mit den Spätfolgen der Dezemberrevolte nicht zu Rande kam: u.a. Stadtguerilla. Wenn damals die europäische Öffentlichkeit davon mit bekommen hätte, dann würde ihnen heute das Wort „Bürgerkrieg“ im Halse stecken bleiben. Zu hoffen bleibt, daß – weil ja auch Info eine Ware ist – immer mehr griechische mehrsprachige Journalisten eine Chance bekommen.
    Ich mein, Bürgerkrieg? 2009/10 gab es mindestens vier komplett bewaffnete Gruppen, die alleine über 300 Anschläge gebaut haben und dann noch mal hunderte Gruppen, die wie die Guerilla Diffusa in den 70er in Italien oder in den 80er in Deutschland aktiv waren. Trotzdem: Bürgerkrieg war damals eigentlich nicht im Horizont und heute noch viel weniger,

  4. Juls
    15. April 2012, 16:39 | #4

    was passiert denn da gross??

    Ich finde es einfach „schmierig“ jetzt im Wahlkampf ein paar Sachen hochzupuschen, die gleich nach dem Wahltag wieder unter den Teppich gekehrt werden, weil doch im Grunde die mesiten Politiker damit drinnen stecken und darum haelt doch jeder die Hand ueber jeden, damit es ihn nicht selbst trifft……es wird doch jetzt schon offen darueber gesprochen, dass diese „Angelegenheit“ schon abgeschrieben wurde……wie das beim Parteienwechsel doch immer so schoen geschieht……sagt die ND zur PASOK laesst du mich in Ruhe, dann lasse ich auch dich in Ruhe und umgekehrt…….und schon sind alle „Schandtaten“ abgeschrieben……und der Teppich ist doch soooo gross…..da passt noch viel unter…..

Kommentare sind geschlossen