Millionenbetrug zu Lasten der IKA in Griechenland

10. März 2012 / Aktualisiert: 29. April 2018 / Aufrufe: 659

In Griechenland wurde ein Betrug mit fiktiven Krankenhausaufenthalten aufgedeckt, mit dem der Sozialversicherungsträgers I.K.A. um Millionen Euro geschädigt wurde.

Einen Millionenbetrug zu Lasten der Athener Geschäftsstelle Kallithea der Versicherungsanstalt IKA deckte die Polizei mit der Festnahme vier bei der Dienststelle beschäftigter Frauen und den Ehemännern zwei dieser Frauen auf, die unter anderem mit den Beschuldigungen der Unterschlagung. Urkundenfälschung, Geldwäsche usw. verhaftet wurden.

Wie bekannt wurde, stellten die in den Betrug verwickelten Angestellten zahlreichen Versicherten Belege über angebliche Krankenhausaufenthalte aus und beteiligten sie mit 20% an den Beträgen, welche sie der IKA für die „Behandlungen“ in Rechnung stellten. Das übrige Geld steckten sich die Bediensteten in die eigene Tasche und sollen auf diese Weise den Versicherungsträger um viele Millionen Euro geschädigt haben!

Die Ermittlungen begannen von der Abteilung für Leistungen, Register und Finanzen, und wie festgestellt wurde, strichen sich die in Rede stehenden Angestellten nach Abstimmung mit Versicherten tausende Euro für imaginäre Krankenhausaufhalte ein. Laut Informationen „akquirierten“ sie sogar Kunden, indem sie Bürger anriefen und fragten, ob sie Geld verdienen wollen.

(Quelle: Epikera Online)

  1. V99 %
    10. März 2012, 12:23 | #1

    Das zeigt wieder einmal mehr, wie wenig etliche Menschen in diesem Land an anderen interessiert sind und wie wenig ihnen ihre eigene Solidargemeinschaft Wert ist.
    Es wurden bei einer Hausdurchsuchung 960.000(!) Euro Bargeld sichergestellt, die in einer Babywindel Verpackung versteckt waren. Die Gesamtsumme des Betrugs wird auf 20 Millionen Euro geschaetzt! Und das in Zeiten, wo die Sozialkassen kurz vor dem Zusammenbruch stehen und viele Mitbuerger mangels Medikamenten leiden muessen. So viel ist Griechenland manchem „stolzen Griechen“ also noch „Wert“.

  2. Juls
    10. März 2012, 20:53 | #2

    @ V99% tja bei Geld setzt wohl das Gehirn aus ……. ich finde gar keine Worte dafuer, mit welcher Frechheit diese Leute die IKA betrogen haben … Ich frage mich bei solchen Summen nur, dass da keine Kontrollorgane taetig sind ….. diese Menschen gehen „ueber Leichen“ ich habe es zwar auch im TV gehoert, wurde eigentlich erwaehnt, wie das aufgeflogen ist?

  3. Ottfried Storz
    10. März 2012, 21:29 | #3

    Der Fall ist ein weiterer Beweis, dass das Controlling von Griechenlands ohnehin extrem hoch defizitären Sozialkassen IKA, OGA und OAEE bislang katastrophal war.

    Anfang Januar 2012 wurde bekannt, das für 63.500 Phantomrentner die Rentenzahlungen über 450 Mio Euro p.a. eingestellt wurden. Erstmalig hatte man Ende 2011 erfaßt, ob Rentnenempfänger überhaupt noch leben, siehe
    http://www.welt.de/wirtschaft/article13847333/Griechischer-Fiskus-entlarvt-63-500-Zombie-Rentner.html

    Umgelegt auf das BIP würden die 450 Mio p.a. in Griechenland für Deutschland 7 Mrd. Euro p.a. bedeuten. Über die letzten Jahrzehnte sind so zweistellige Milliardenbeträge unrechtmässig hinterzogen worden, die den hoch verschuldeten Kassen fehlen.

  4. iaourti iaourtaki
    10. März 2012, 22:19 | #4

    @Ottfried Storz
    Schön, doch solange keine Urteile darüber ergangen sind, heisst das nur, daß Geld veruntreut wurde oder einfach verschwunden ist, es sagt aber nichts darüber aus, wer denn das war; insbesondere, da es ja auch genügend Fälle von Angehörigen gab, deren Hinweis die Zahlungen zu unterlassen, einfach von Behörden ignoriert wurden.
    Wenn man dann noch weiß, daß in einem nicht unerheblichen Ausmaß davon Rentner betroffen waren, die in irgendwelchen einsamen, halb verlassenen Bergnestern jahrzehntelang ohne jedwede Angehörige lebten, stellt sich keinem einzigen Journalisten die Frage, wer denn nun die Knatter abgefaßt hat. Nimmt man obigen Fall als Hinweis – und solche Fälle hat es auch in Deutschland gegeben – ist davon auszugehen, daß das Geld in Behörden oder Banken veruntreut wurde; eventuell taucht das Geld sogar wieder geheimnisvoll auf und war dann plötzlich ein Rechenfehler.
    Zusätzlich ist zu bedenken, daß bei den eingestellten Zahlungen ungeklärt bleibt, ob wirklich alte Menschen überhaupt noch in der Lage sind, Anschreibungen der Behörden wahrzunehmen oder darauf zu reagieren; nun gut lecker verhungerte alte Leute wird man ja eh demnächst öfter mal finden.
    In dem Weltartikel ist auch mal wieder die Rede von „Zusatzrenten“ ohne zu erwähnen, was das ist – Riester? – ähnlich wie das 13. und 14. Monatsgehalt der Einfachheit halber nicht als Urlaubs- und Weihnachtsgeld übersetzt wird.
    Erinnert frappierend an vehemente Aufrufe, Geld aus der Matratze zu holen. Von angeblichen 45 Milliarden in den letzten zwei Jahren ist dabei die Rede, plus 19 Milliarden, die in England gelandet sein sollen. Mit keinem Wort wird darauf hingewiesen, daß man mit insgesamt 5 Sparpaketen massive Einkommensverluste zu verzeichnen hat und nicht nur die Oma, die arbeits- und einkommenslose Verwandtschaft zu versorgen hat, sondern auch Unternehmer bei weniger Umsatz Rechnungen bezahlen müssen,
    Für Ottonormalmichel liest es sich dann so, daß „die“ Griechen Geld haben und die böse Verwandtschaft auf Begräbnis verzichtet und abkassiert.
    Bisher sehe ich darin nur Erpressung und Propaganda.

  5. Ariadne
    11. März 2012, 10:57 | #5

    Ich staune immer wieder über den Einfallsreichtum gewisser Leute wenn es darum geht, abzukassieren und die Gemeinschaft zu betrügen.

  6. Andreas
    11. März 2012, 20:39 | #6

    Schon mal jemand von Euch darueber nachgedacht, wieviele ‚Normale IKA Versicherter‘ dabei mitgemacht haben muessen, um auf solche Summen zu kommen?
    Wenn man davon ausgeht, das die sich wohl kaum getraut haben duerften, alles auf ein paar faelle zu verteilen, sondern sagen wir mal so maximal 10.000 Euro auf einen fall angerechnet haben, dann muessen immerhin schon 100 dabei mitmachen um nur auf die erste millionen zu kommen. Es sollen aber doch eher etliche sein . . .
    In einer Gesellschaft in der auch Freunde einem raten, man solle sich doch die teure brille einfach durch die verwendung der jaehrlichen sehilfenbeihilfe fuer die gesamte familie finanzieren (wenn auch das baby + frau noch keine brille braucht) . . . Bin ich sicher, hat sich niemend ueber diesen willkomenen nebenverdienst beschwert.
    Diese gesellschaftliche akzeptanz solcher praktiken ist das eigendliche problem. Da helfen auch nicht die beitraege von solchen, die bei 63,000 phantomrentnern, ueber die paar einzelfaelle von tatsaechlich zu unrecht abgeschittenen rentnern jammern.

    Es ist immer wieder toll, hier freunde zu haben, die zum beispiel nicht fuer 550,- Euro als mani/paedikuere fuer 10 stunden 5-6 tage die woche arbeiten wollen, und genau von solchen gefeuert werden, die sich martialisch ueber die senkung des mindestlohnes aufregen.

    Was fuer ein land voller verschwoerungstheoretiker und unschuldslaemmer.

  7. antifa
    12. März 2012, 03:44 | #7

    @Andreas
    Irgendwann reicht es mal mit dieser faschistischen Hetze aus dem Propagandaministerium mit absolut lächerlichen durch nichts bewiesenen Zahlen. 63000 Lügen, um die Menschen mit schlechtem Gewissen zu erpressen und der ausländischen Propaganda Möglichkeiten zu noch widerlicher Hetze zu ermöglichen.
    550 Eurodollar geteilt durch 200-240 Stunden macht einen Hammer Stundenlohn. Wer derartige Jobs ablehnt, hat vollkommen recht, denn wenn es irgendwie anders geht, begeht man wenigstens keinen Klassenverrat.
    Nur sind ja dann offensichtlich eine ganze Menge anderer Leute nicht deine Freunde, und zwar die, die gezwungen sind, als Tagelöhner zu arbeiten – womit in der Realität die dreisten Vorschläge von IWF-Marschall Thomsen nach 100-400 Euro-Jobs – natürlich für die Unternehmer steuerfrei und ohne Hartz4! – bereits längst überholt haben.

  8. antifa
    12. März 2012, 03:49 | #8

    @Ottfried Storz
    450 Millionen? Warum war dann so’n Theater wegen fehlender 329 Millionen?

  9. Heinz
    13. März 2012, 13:29 | #9

    Ein gesamtgesellschaftliches Problem. Die oben haben sich im großen Rahmen bereichert, die unten waren leider auch nicht besser, halt nur mit „kleineren“ Beträgen zufrieden. Aber: Kleinvieh macht auch Mist.

    Mir tun alle diejenigen leid, die wirklich ehrlich sind und den Staat nicht beschissen haben. Das sind die einzigen Dummen.

    Jeder Andere sollte jeden Morgen in den Spiegel schauen und sich selbst ins Gesicht sagen, dass er so ehrlich ist, wie er behauptet. Hält er dem Blick stand, ohne mimische Reaktion, ist es gut. Die anderen sollten einfach den Mund halten und sich bessern.

  10. Anna Z.
    15. März 2012, 10:15 | #10

    Hier noch ein paar Lügen und verdrehte Zahlen:
    Rund 800.000 Versicherte sollen den Kassen der griechischen Sozialversicherung Geld schulden. Die Ausstände sollen sich auf 11 Mrd. Euro belaufen. Das gab
    Arbeitsminister Jorgos Koutroumanis am Dienstag bekannt. Seiner Ansicht nach seien von den Ausständen maximal 7 Mrd. Euro einzutreiben. Dem Minister zufolge würden lediglich 54 % der Freiberufler regelmäßig ihre Versicherungsbeiträge an ihre Kasse OAEE abführen. Bei der Agrarversicherungskasse OGA würden 62 % der Versicherten regelmäßig ihre Beiträge zahlen.
    Koutroumanis teilte außerdem mit, dass sich mittlerweile ein schwarzes Loch in Höhe von 2,5 Mrd. Euro durch die Auszahlung von Renten und Zulagen an Menschen ergeben habe, die keinen Anspruch darauf hätten. Die Zahl der Griechen, die Zulagen erhalten, beliefe sich auf 250.000. Von ihnen hätten etwa 20 % keinen Anspruch darauf. Zudem seien an 40.000 Menschen unberechtigter Weise Rentenbeiträge gezahlt worden.
    Übrigens wurden heute 5 Geister aus der IKA Kalithea dem Haftrichter vorgeführt, aber nicht von den Ghostbusters. Manch einer schreibt hier Dinge, die mich sehr an ältere Äusserungen von Giorgos Karatzaferis erinnern.

  11. Ariadne
    15. März 2012, 16:37 | #11

    @Anna Z.
    Interpretiere ich Sie richtig, dass 20% von 250’000 Renten- und Zulagenbezüger ungerechtfertigt diese Zahlungen erhalten? Dann wären das schon mal 50’000 in absoluten Zahlen. Dazu kommen nochmals die 40’000, an die unberechtigter Weise Rentenbeträge gezahlt wurden. Macht zusammen 90’000 illegale Rentenbezüger! Über wieviele Jahre wohl im Durchschnitt?
    Und das treibt die Griechen nicht auf die Strasse?

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