Deutschland und Österreich verdienen gut an Griechenland-Krediten

8. März 2012 / Aktualisiert: 24. August 2018 / Aufrufe: 3.918

Aus der Beteiligung an den Hilfskrediten für Griechenland haben Deutschland und Österreich bisher insgesamt hunderte Millionen Euro an Zinsen erzielt.

Laut einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Schriftstück des deutschen Finanzministeriums hat der deutsche Steuerzahler von der Hilfe an Griechenland bisher gut profitiert. Die griechische Regierung zahlte bis Ende 2011 für die Kredite in einer Gesamthöhe von 15,17 Milliarden Euro, welche ihr Berlin im Rahmen des ersten Hilfspakets gewährt hat, 380 Millionen Euro Zinsen an die deutsche Regierung. Gemäß dem besagten Schriftstück bewegt sich der Zinssatz der in Rede stehenden Kredite zwischen 3,423% und 4,528%.

Die deutsche Beteiligung an dem zweiten Rettungspaket für Griechenland in Höhe von 130 Milliarden Euro wird bis zu 37,8 Milliarden Euro erreichen. Wenn sich daran wie erwartet auch der IWF beteiligt, wird die deutsche Beteiligung jedoch entsprechend geringer ausfallen.

Auch Österreich verdient an den Krediten an Athen

Der Betrag der Zinsen, welche bis Ende Dezember 2011 Österreich für seine Beteiligung an dem Hilfspaket für Athen einnahm, beläuft sich auf 62,6 Millionen Euro. Wie am 06. März 2012 das österreichische Finanzministerium bekannt gab, hat die griechische Regierung diesen Betrag bis zum 31. Dezember 2011 an Österreich für seine bisherige Beteiligung an den Krediten an Griechenland mit 1,56 Milliarden Euro überwiesen.

In einem neulich gegebenen Interview hatte die österreichische Finanzministerin Maria Fekter die Tatsache unterstrichen, dass Griechenland die Zinsen regulär an Österreich überweist, und fügte an, dass die Zinsen von Griechenland weiterhin an Österreich überwiesen werden, das – wie sie charakteristisch anmerkte -„kein Geld verschenkt„. Ebenfalls hatte die Ministerin in Zusammenhang mit der „Hilfe“ an Griechenland die Realität eingestanden, nämlich dass Österreich bis heute auch nicht einen Euro an Griechenland verloren hat, und merkte an, dass Athen die Zinsen bisher fristgerecht entrichtet hat.

Die österreichische Finanzministerin hatte jedoch auch betont, dass mit der neulich von Brüssel beschlossenen Senkung des Zinssatzes für Griechenland die Einnahmen für Österreich beschnitten werden, was jedoch nicht bedeutet, dass es Geld verliert. Sie selbst jedenfalls „würde nicht sagen, dass Österreich an der Hilfe an Griechenland Geld verdient hat„.

Die Zinszahlungen seitens Griechenland für die an das Land gewährten Kredite hatte Frau Fekter auch in ihrer kürzlich gehaltenen Rede im österreichischen Parlament hervorgehoben und begegnete damit dem blindwütigen Widerstand der beiden rechtsradikalen Parteien der österreichischen Opposition (Freiheitspartei und Bündnis Zukunft Österreich) gegen die Fortsetzung der Unterstützung für Griechenland und deren energischen Forderungen, Griechenland aus der Eurozone auszuschließen.

(Quelle: Ethnos)

  1. Ariadne
    8. März 2012, 00:21 | #1

    Wer Kredite aufnimmt, muss Zinsen bezahlen. So geht es uns allen. Weder D noch A haben Griechenland gezwungen, sich bei ihnen zu verschulden. So funktioniert nun mal das kapitalistische System in dem wir leben. Den Einen gefällts, den Anderen nicht so sehr. Trotzdem haben wir – zur Zeit jedenfalls – keine andere Wahl. Die Griechen waren und sind ja völlig begeistert von diesem System, sonst wären sie wohl kaum der EU beigetreten bzw. wollen à tout prix im Euroraum bleiben. Wer A sagt, muss bekanntlich auch B sagen.

  2. Damianos
    8. März 2012, 02:22 | #2

    Es steht auch nirgendwo, dass Griechenland sich deswegen beschwert hat. Es sollte nur auch gesagt sein, dass das Geld nicht verschenkt wird, sondern eben verliehen. Natürlich sollte man auch betonen, dass die verleihenden Staaten ein Riskio eingehen und daher Zinszahlungen legitim sind.
    Wenn sachlich und umfassend berichtet wird, bleibt für Polemik und Hetze wenig Platz.

  3. Steuerzahler
    8. März 2012, 02:50 | #3

    Wer Kredite aufnimmt, muss auch Zinsen zahlen. Die Höhe der Zinsen sind doch für Gr sehr günstig. Über den normalen Weg kann sich das Land schließlich nicht refinanzieren.
    Die einjährigen werden schon mit über 1000% bewertet!

    Wir Steuerzahler werden es schon bald bereuen, dass Merkel und Schäuble soviel Risiko eingegangen sind. Das wird uns noch gewaltig um die Ohren fliegen.
    Die Griechen haben getrickst und betrogen und unsere naive Regierung hängt ihren Vereinigten Pleitestaaten von Europa nach.

    Lesen Sie auch mal hier mit:

    Griechenland: Geheimer Deal mit Goldman Sachs löste Euro-Krise aus

    Die paar Millionen Zinszahlung gleichen das Risiko der Haftung und Bürgschaft über Hunderte von Milliarden nun mal nicht aus.

    Ich brauche keine Regierung, welche für mich Schulden macht. Ich übernehme auch die Schulden meiner Nachbarn nicht! Wieso sollte ich mich für die Schulden Griechenlands haftbar machen lassen??

    Der Euro hätte nie geschehen dürfen. Der Euro ist der Spaltpilz Europas. Der Euro vergiftet das europäische Klima!

  4. Andreas
    8. März 2012, 07:26 | #4

    Wollen die Griechen die Kredite denn umsonst erhalten? D.h. ohne Zinsen zu entrichten. Da wird es ihnen in Zukunft noch schwerer als ohnehin schon fallen, neue Geldgeber zu finden! J e d e r Schuldner muß Zinsen zahlen, Sie, ich – und somit auch die Griechen. Falls das nicht gewollt ist – einfach keine neuen Kredite mehr aufnehmen. Dann bin ich frank und frei und muß niemandem Rechenschaft ablegen! Und außerdem – glaubt irgendjemand allen Ernstes, dass Griechenland seine Kredite jemals tilgen, d.h. „zurückzahlen“, ja, sowas soll vorkommen, wird? Schon mal drangedacht? Es ist wie immer – die Griechen hören auf halber Stecke auf ( z.B. die Sache zu durchdenken). Aber Schuld sind trotzdem immer die anderen. Wenn mein Leben nur auch so einfach wäre …

  5. Gogler
    8. März 2012, 09:30 | #5

    So funktioniert halt Meinungsmache auf die billige Art. Weder hat Deutschland einen Budgetueberschuss und kann Geld verleihen, d.h. Deutschland nimmt einen Kredit auf, um einen anderen Kredit zu vergeben. Noch hat Griechenland einen Ueberschuss und kann daher Zinsen bezahlen, d.h. Griechenland macht neue Schulden, um alte Verbindlichkeiten mit Zinsen zu bedienen. Wer soll bitte sehr daran verdienen und dann auch noch gut? Hier wird Kreditwuerdigkeit verliehen. Eine Bank berechnet dafuer Avalprovision und hat auch Sicherheiten, da ja eine Ausfallwahrscheinlichkeit besteht. Welcher Sicherheiten haben Deutschland oder Oesterreich erhalten?

  6. V99 %
    8. März 2012, 10:07 | #6

    Der Zinssatz fuer Oesterreich wird sogar noch gesenkt. Dann wird sich noch indirekt beschwert?
    Warum kauft GR immer noch Waffen? Da waere an der richtigen Stelle gespart:
    http://derstandard.at/1330390693595/2010-Griechenland-kaufte-Waffen-fuer-eine-Milliarde-Euro
    Und uebrigens, diesmal warens hauptsaechlich die boesen Franzosen ;-D

  7. Monalisa
    8. März 2012, 10:36 | #7

    Von jemand anderem bekommt das Land doch keinen Kredit mehr. Sobald die Bürgschaften fällig und die Target 2 Salden ausgeglichen werden sollen/müssen kracht das ganze Euro-System zusammen. Schuld sind alle Schuldenmacher, aber Griechenland ist in dieser Disziplin Weltmeister. Heute ist wieder eine Stunde der Wahrheit. Mal sehen, ob die Einigung mit den privaten Gläubigern gelungen ist und wie?

  8. Maria P.
    8. März 2012, 10:53 | #8

    @Ariadne
    …es wäre aber auch sehr schön, wenn D, Zinsen zahlen würde, sowie sie sie kassiert….

  9. Maria P.
    8. März 2012, 11:03 | #9

    @V99 %

    Griechenland kauft NICHT JETZT Waffen! Sondern hat dies 2010 gemacht! Das war, ein nehmen und geben, :du kaufst Waffen und ich leihe dir ein wenig Geld! So würden mehrere „Geschäfte“ mit Griechenland gemacht! Natürlich hätte Griechenland auch sagen können: „Ihr könnt mich …..“

  10. 8. März 2012, 11:42 | #10

    Gute Profits mit Griechenlandkrediten? Dieses dumme Argument wird zwar immer wiederholt, wird aber deswegen nicht weniger dumm.

    Griechenland erhöht Monat für Monat seine Auslandsschulden. In den letzten beiden Jahren waren es rund 50 Mrd. EUR (netto). Ein erheblicher Teil der Neuverschuldung diente dazu, Zinsen zu bezahlen. Ergo: wenn Österreich an Griechenlandkrediten verdient, dann nur deshalb, weil es Griechenland das Geld geliehen hat, um diese Profits zu bezahlen. Anders ausgedrückt: je mehr Zinsen Griechenland zahlt, desto höher wird später der Kapitalausfall sein.

    Richtig ist allerdings, dass vor allem Deutschland sehr stark von der Eurokrise profitiert hat, weil dadurch seine Zinsen gesunken sind. Für 2011 war das angeblich ein Vorteil von fast 50 Mrd. EUR.

    http://klauskastner.blogspot.com/2012/03/take-look-at-greeces-foreign-debt.html

  11. Provi
    8. März 2012, 12:06 | #11

    @ Steuerzahler

    Da sollte wohl noch dieser Link hin:

    Griechenland: Geheimer Deal mit Goldman Sachs löste Euro-Krise aus
    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/03/39309/

  12. Jannis
    8. März 2012, 13:09 | #12

    Alles Politik ! Eine gewollte Krise ist für bestimmte Kreise leicht zu verursachen. Griechenland ist ein reiches Land und wird leider durch all die Korruption die dort (intern und extern)praktiziert wird daran gehindert sein Reichtum zu entfallten. Erst mal viele Kredite reinpumpen um an den vorhandenen Ressourcen mitbeteiligt zu werden. Oder hatt ein Land in der EU es jemals geschafft Schulden abzubauen ? es werden nur die Zinsen bedient und es wird gejubbelt wenn diesmal weniger neuschulden gemacht werden, bravo.

  13. muss sowas sein………
    8. März 2012, 13:29 | #13

    Denke, Hohn und Spott sind unangebracht,
    wenn andere die Zeche bezahlen „dürfen“ – die sie selbst nicht verursacht haben.
    Hatte die Normalbevölkerung von Griechenland die Wahl, zu entscheiden – für oder gegen den Euro?
    Ebenso in Deutschland?

    Wie bei einer Milchkuh, die kleinen Leutchen dürfen überhöhte Steuern bezahlen (Futter für die Kuh) und die „Milch“ bekommen diejenigen die die Krise hier verursacht haben,
    nicht diejenigen, die die „Kuh“ gefüttert haben.

    Also ich weiß nicht, wenn das bei Einigen zu Hohn und Spott verleitet, dann kann da von Mitgefühl wenig übrig sein.

    Hilfspaket für Griechenland? Eher für ein paar die davon profitieren –
    die anderen, die dürfen für die Hilfe bitter bezahlen, die sie nie bekommen haben.

    Vor einigen Tagen erst haben sich die DE Banken die Taschen vollgestopft mit einem Milliardenkrediten zum Zinssatz von „1“ Prozent – da ist es wahrhaftig ein gutes Geschäft, Milliarden für einen vielfachen Zinssatz als „Hilfspaket“ zu schnüren…….. – wie armseelig ist dieses Denken!
    Und – diese Zeche dürfen zu einem nicht allzu kleinen Teil ebenfalls mit die DE Normalbürger bezahlen, irgendwie sitzen die Normalschichten der Bevölkerungen doch – egal in welchen EU – Ländern – in einem Boot………

  14. manchmal
    8. März 2012, 13:53 | #14

    „Wenn sachlich und umfassend berichtet wird, bleibt für Polemik und Hetze wenig Platz..“

    korrekt!

    ansonsten, kann griechenland keine verreckungspakete gebrauchen. helfen geht anders, liebe selbsternannte helfer/innen. die griechen können überleben, wenn sie sich gegenseitig unterstützen und aussenpolitisch gut überlegt handeln. es geht für sie nicht nur darum weiterhin möglichst frei zu leben sondern auch um soziale gerechtigkeit im eigenen land . es gilt einige fehler zu korrigieren. fehler die auch andere länder getan haben und tun. diesbezüglich sind sie nicht besser oder schlechter als sie. allerdings ist offensichtlich die welt schlagartig sehr viel gefährlicher geworden. die zeit drängt.

  15. Sokrates
    8. März 2012, 15:46 | #15

    Merkwürdiger Blog. Ich bin weg.

    Griechenland wünsche ich selbstverständlich ALLES GUTE.

  16. Nestor Machno
    8. März 2012, 16:31 | #16

    Wenn man ein Auto oder irgendeinen Scheiss bei Saturn auf Raten und ohne Zinsen bekommt, regt sich kein Arsch auf, aber wenn’s um „die“ Griechen geht, dann sind Zinsen völlig normal.
    Es regt sich auch keiner auf, daß er für Überziehung 18 % berappt, während die Banken so gut wie keine Zinsen bezahlen, denn schliesslich sind es ja die Banken, die den Herrentouristen die Autos finanzieren, mit denen sie dann den Planeten in den Abgrund stürzen dürfen.
    Aber offensichtlich haben alle verinnerlicht, daß Zinsen als Gewinn angesehen werden – der „Schuldenschnitt“ ist eigentlich gar kein Schuldenschnitt, sondern nur ein Umtausch in länger laufende Papiere und damit schlichtweg eventuell weniger zu erwartender Profit – und nicht, daß Zinsen als Risikoausgleich bezahlt werden; da Profite aber nie vorausgesetzt werden können, kann man eh nur hoffen, daß diese faulen Säcke, die Geld für sich arbeiten lassen, alle pleite gehen oder sich bei Nutten Aids einfangen.

    Schliesslich wurde die DDR ja auch mit Schulden eingekauft – und zwar von Franz Josef Strauß. der kurz vor den Bundestagswahlen 1980 aus einem Nazianschlag auf das Oktoberfest ein RAF-Attentat konstruieren wollte und was ihm auch beinahe gelungen wäre, wäre der Attentäter dabei nicht auch verreckt (sogenannte „Wahlkampfbombe“)!

    Offensichtlich gibt es bereits einen ziemlich ausgeprägten Antihellenismus, der egal, was für Argumente, Hintergründe oder Meinungen auch kommen, nur eins kennt: Gegen Griechen!

    Dabei trinkt der deutsche Antigrieche wohl am liebsten beim Grauen Wolf – wie unser ehemaliger Hr. Wuff ja auch (Kreuzberg/Hasir mit Staatsbesucher Gül in einer türkischen Nazikneipe, aber dafür mußte der nicht zurück treten, das ist (Insel?)-Geschäft, haha) – ein Glück nur, daß die deutschen Nazis bisher noch zu sehr die Türken hassen, auch wenn’s da ja bereits bei gewissen Rockerclubs Vorboten gegeben hat.

    Wie weit dieser Antihellenismus verbreitet ist, möchte ich nicht spekulieren, es ist schlichtweg geistige Brandstiftung und wenn irgendwelche griechischen Restaurants, Häuser oder Firmen brennen sollten, wird die antifaschistische Linke dieses Pack zur Verantwortung ziehen und sicherlich nicht mit irgendwelchen Spakenblockaden.
    Macht nur so weiter

    Vielleicht covert ja mal wer diesen alten Hit und übersetzt den Text, damit wenigstens Musiker nicht hungern müssen:

  17. iaourti iaourtaki
    8. März 2012, 19:26 | #17

    @Jannis
    Wer so was dann Verschwörung nennt, sollte dann auch mal überlegen, ob Alexis auf Befehl erschossen wurde, Gründe dazu wären einige zu erwägen: Hungerstreik von 80-90% der Gefangenen, die riesigen Feuer, daß damals bereits die Immobilienkrise in Griechenland Spuren hinterlassen hatte, wird auch gerne im deutschsprachigem Ausland übersehen und wenn man sich überlegt, daß die Kids damals auch angefressen waren, weil ihre Eltern und Großelltern Hypotheken für Nachhilfe aufnehmen mußten, ganz zu schweigen von der 700 Euro Generation und dann kommen so Vögel wie Thomsen und meinen noch mehr Prekariat und am besten für die Patrone steuerfreie 100-400 Eurojobs, während längst Tageslöhnertum Realität ist.
    Die Vertuschung hat ja u.a. deshalb nicht geklappt, weil seine Mutter wie eine Löwin gekämpft hatte und deshalb auch wichtige Zeugen nicht einfach in der Klapper gelandet sind.
    Sollte allerdings wirklich was dran sein, daß Griechenlands Pleite ganz bewußt angesteuert wird, wäre die Vermeidung von Drachmaeinführung trotz allem ein kleiner Erfolg und denke selbst KKE würde nicht von heute auf morgen aus dem Euro aussteigen.

  18. Michael
    8. März 2012, 20:48 | #18

    Soweit bekannt, mußte Griechenland Mitte der 90-er 25% Zinsen und vor der Euro-Aufnahme 10% Zinsen zahlen. Das zeigt doch das wahre Ausmaß der griechischen Komödie ganz gut. Nebenbei hat Griechenland seit dem Eurobeitritt auf Kosten auch der Deutschen viel viel zu geringe Zinsen zahlen müssen. Das ist der Grund, warum es jetz bankrott ist, obwohl es in den Euro-Mitgliedsjahren jährlich 10Mrd. € (deutsche) Subventionen bekam und dann noch mit 110 Mrd. € (bei überragendem Anteil der Beschimpften und Beleidigten) erstgerettet wurde. Ob es eine Zweitrettung gibt, steht zwar noch in den Sternen, aber wer sich mit Geld auskennt wird wohl Drachme ahoi jubilieren.

    Als Deutscher würde ich dem Euro trotz aller Freundschaft zu anderen Völkern, keine einzige Träne nachweinen. Im Gegenteil, der Tag, an dem der Euro endlich zerbricht, hieße bei mit Tag der Befreiung.

  19. Rico Coracao
    9. März 2012, 05:01 | #19

    tschuldigung , ich hab die Griechen echt lieb, aber die Schulden werden doch nie zurückgezahlt und im Target2 stecken auch noch 520 Milliarden Euro fest.. also wer da verdient sind erstmal nicht -die- Deutschen , denn wir werden hier nur noch beschissen (Niedriglöhne, Zeitverträge = Keine Zukunftsplanung möglich) und die Schulden werden niemals zurückgezahlt, ein paar Jahre die Zinsen, ja gerne.. aber das war`s dann 😀
    Und denkt dran: Ihr habt wenigstens die Sonne, hier haben wir 5 Monate Winter und danach Regen und vielleicht 3 Wochen Sommer.. im Endeffekt werden alle Völker in Europa verarscht, wir sollten uns die Schuldigen nach einem Totalcrash vorknöpfen , aber ich glaube , die Leute vergessen zu schnell.. leider

  20. elgreco
    9. März 2012, 10:34 | #20

    @ Michael

    Soweit bekannt hatte Griechenland vor der Einführung des EURO eine Weichwährung. Da sind hohe Zinsen, um einer Abwertung durch Gelddruck entgegenzutreten, normal. Diese hohen Zinsen waren für den Staat eine kleinere Belastung, als die jetzigen, den diese konnten durch Gelddruck gut beherrscht werden. Nun gibt es den EURO, dort gibt es keine unterschiedlichen Abwertungen die kompensiert werden müssen. Daher die niedrigen Zinsen. Zur Euro Einführung hatte der Staat wissentlich 105 % Staatsschulden , die wurden bis 98 % gedrückt und 2007 lag die Schuldenquote immer noch bei 105%, und raten sie mal was es danach für Ereignisse gab. Hätte der Staat einen Durchschnittszins von etwa 3 % lege die Schuldenquote in Griechenland heute bei unter 90%.
    Und noch eines, wenn ich das schon lese, „nebenbei hat Griechenland seit dem Eurobeitritt auf Kosten auch der Deutschen viel viel zu geringe Zinsen zahlen müssen.“
    Deutschland ist das Land was auf kosten der anderen am meisten profitiert. Aktuell, dank der Krise hat Deutschland Milliardeneinsparungen, durch die niedrigsten Zinsen seiner Geschichte, die ein vielfaches dessen sind was die Eurorettung den Deutschen Steuerzahler kostet. Deutschland ist der größte Profitör der Krise, und vielleicht haben wir auch deshalb noch eine Krise, zuzutrauen ist es.
    Der Handelsüberschuß den Deutschland jedes Jahr stolz präsentiert ist Gift für andere Staaten. Eine Gemeinschaftswährung funktioniert nur dann wenn es ein Ausgleich gibt. Deutschland verkauft gerne seine teuren Waren nach Europa aber einkaufen tut es nur billig Waren außerhalb von Europa, zu lasten seiner Partner.
    Euro ist eine Gemeinschaftsprojekt und gehört nicht allein den Deutschen, das scheint bei einigen noch nicht angekommen zu sein.

  21. Sapounakis
    9. März 2012, 10:37 | #21

    100 € an Griechenland verliehen, in 10 Jahren ca. 80 € Zinsen eingenommen, dann auf 70 € verzichtet: wo ist das angebliche Geschäft?
    Da bekomme ich auf jeden Fall auf einem Anlagekonto mehr.
    Aber immer diese Wirrköpfe, die nicht 1 u. 1 zusammenzählen können und bei denen immer nur die Anderen die Schuld haben. Leider neigen wir Griechen dazu.
    Nicht „die da Oben“ sind allein schuld!
    Klar, die haben das angezettelt, aber wir haben bei jeder Wahl nur zu gerne auf die Geschenke und die Lohn- und Rentenerhöhungen gehört und brav die Verbrecher gewählt, im Geheimen wohl wissend, das das alles so nicht weitergehen kann. Jeder von uns hat versucht sein “ Fensterchen “ zu finden.
    Jetzt träumen viele wieder von der Drachme – dass dann unsere Situation aber katastrophal werden wird ist ihnen nicht klar.

  22. V99 %
    9. März 2012, 11:02 | #22

    @ Maria P.
    Dann luegen also alle Zeitungen?
    „Die Schweiz exportierte 2010 Kriegsmaterial im Wert von 3,6 Millionen Franken (2,99 Euro) nach Griechenland, wie aus den Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft hervorgeht. 2011 stieg die Zahl auf 5,8 Millionen Franken.“
    http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/03/07/International/Griechenland-Eine-Milliarde-Euro-fuer-Waffen

    „Doch Mosialos sagte wohl nicht die Wahrheit. Denn Anfang Dezember 2011 brach eine Expertenkommission des Generalstabs in die USA auf, um die Panzer zu begutachten. Sie sollten aus den mehr als 1000 Alt-Fahrzeugen die 400 besten auswählen. Zwar wollen die USA die Panzer – Stückpreis: über sechs Millionen Dollar – kostenlos abgeben. Dennoch könnte die Beschaffung für die Griechen teuer werden. Allein der Transport aus den USA dürfte zwischen fünf und acht Millionen Euro kosten. Einen zweistelligen Millionenbetrag würde es kosten, die eingemotteten Panzer wieder einsatzbereit zu machen. Und ihr Betrieb wird ebenfalls gehörig ins Geld gehen, denn die Gasturbine, die den M1A1 Abrams antreibt, verbraucht ein Drittel mehr Treibstoff als die Dieselmotoren vergleichbarer Panzer.“
    http://www.derwesten.de/politik/griechenland-geht-waffen-kaufen-id6298078.html

  23. Ariadne
    9. März 2012, 11:53 | #23

    So, so, GR kauft also wieder Panzer. Ob das Geld für die entsprechende Munition schon zur Seite gelegt wurde? Nicht, dass diese Panzer dann wieder verrosten, weil das Geld für die Munition fehlt! Die Geschichte scheint sich zu wiederholen…!
    Warum gehen Griechen deswegen nicht auf die Strasse?

  24. admin
    9. März 2012, 13:07 | #24

    Wird es nicht langweilig, immer wieder olle Kamellen aufzuwärmen?
    USA bieten Griechenland 400 Kampfpanzer M1A1 Abrams an

  25. aphs
    9. März 2012, 16:32 | #25

    Mein Herz blutet. Sind wir wirklich so schlecht? Wenn ich an Griechenland denke, denke ich an die Gastfreundschaft der Menschen, das blaue Meer, die Kultur und das Essen. Dann erst denke ich an die Wirtschaftskrise.
    Wie konnte es soweit kommen? Jahrelange und gedultete Steuerhinterziehung und Korruption hinterlassen nun tiefe Wunden. Das 2-Parteien System, welches Jahrelang Leute ausgebeutet hat und trotzdem von allen unterstützt, gewählt wurde, hat versagt. Doch welche Alternative gab es. Ich könnte nur die KKE nennen, die Kommunistische Partei Griechenlands. Doch eine kommunistische Partei wählen. Dann doch eher nicht. Somit war der Grundstein für das Dilemma gelegt. PASOK und Nea Dimokratia waren jahrelang abwechselnd die führende Partei. Der ganze dazugehörige Clan hat davon profitiert. Davon haben dann wieder die Parteien profitiert. Unbestritten. Ich frage mich heute allerdings wer hat überhaupt zu diesen Clans gehört? Ich wüsste nicht wie Leute, welche ich kenne von diesem System hätten profitieren sollen. Es gibt immer Leute welche versuchen Steuern, Mwst. zu hinterziehen und Leute im engeren politischen Umfeld, welche Geschenke und Aufträge durch Vitamin B erhalten.
    Ich kann Euch garantieren, dass man mittlerweile beim Kauf eines Kaugummis am Kiosk eine Quittung mit ausgewiesener Mwst. bekommt. Somit bleibt das Problem der Steuerhinterziehung, welches nur mit einem effektiven System geändert werden kann. Da sollte man Hilfe annehmen/bieten.
    Dann ist da noch ein weiteres wichtiges Thema. Die Wirtschaftskraft Griechenlands. In diesem Link ( http://ahk.de/fileadmin/ahk_ahk/GTaI/griechenland.pdf ) sind alle wirtschaftlichen Daten. Daraus ergibt sich dass Griechenland sehr wohl wirtschaftlich unabgängig werden kann und eine Industrie besitzt. Die Reformbereitschaft der Griechen muss aber durchaus da sein. Das 2-Parteien System muss gebochen werden. Leute müssen anfangen zu lernen, dass es positives für den Staat und für das Volk bringt, Steuern zu zahlen. Dies stellt meiner Meinung nach das grösste Problem dar.
    Soweit zu den Griechen. Ich bin der Meinung, dass das Griechische Volk nun jedoch ausgebeutet wird. Es kann keine Hilfe sein, das Land kaputt zu sparen, bzw. Geld nach Griechenland zu senden, womit dann wieder Schulden bezahlt werden. Horrende Zinsen auf die Kredite zu verlangen kann auch keine Hilfe sein. Eine echte Hilfe wäre, die Wirtschaft zu unterstützen, womit dann schliesslich alle etwas davon haben: Weniger Arbeitslose, Mehr Einnahmen beim Staat, Tilgung der Schulden mit eigenem Geld. Exporte müssen Importe übersteigen, damit ein aktiver Prozess stattfinden kann. Industrie muss gestärkt werden, sprich in erneuerbare Energien und in den Tourismus muss investiert werden. Es sei noch zu erwähnen dass die Banken welche Griechenland momenan das Geld zu 4% leihen das Geld von der EZB quasi zu 0% erhalten.

    Leider haben es unsere Medien fertig gebracht aus einer Wirtschaftskrise eine Kulturkrise zu machen und das ist für mich persönlich das schlimmste daran.

  26. iaourti iaourtaki
    11. März 2012, 00:22 | #26

    @admin
    Fast wie das letzte Panzergeschäft, das immer wieder auftauchte, außer in den aktuellen Zahlen. Längst hatte diesen Deal nämlich der deutsche Lieferant storniert, weil es keinen Vorschuß gab. Und das mit den Amipanzern war doch eh eine Ente http://derstandard.at/1317019866266/Athen-dementiert-Panzerdeal-mit-den-USA

  27. Heinz
    13. März 2012, 13:43 | #27

    @elgreco

    Es ist einfach beschämend, wenn uns „normalen“ Deutschen, die wir griechische Produkte lieben und kaufen, die wir in Griechenland sehr oft Urlaub machen, wenn also uns vorgeworfen wird, wir würden auf Kosten anderer Länder, auch der Griechen, leben. Das ist frech und unverschämt.

    Und uns dann noch unseren Handelsüberschuss vor zu werfen, nur weil wir in bestimmten Bereichen die besten Produkte der Welt anbieten, die fleißigsten Mitarbeiter in den Firmen haben, das ist schon äußerst infam.

  28. CYR
    13. März 2012, 14:46 | #28

    @Heinz
    Ja und weil es einen deutschen Handelüberschuss gibt. Gibt es in Griechenland Schulden. Das ist die Regel der doppelten Buchführung. Das Haben des einen ist das Soll des anderen. Und witzig dabei ist das sie das benutzen um dt Produkte zu kaufen wie Autos, Panzer, Waffen und sonst so ein Kram, den normalerweise kein Mensch braucht. Und wenn du noch mehr lachen willst. Damit Griechenland überhaupt diese Produkte kaufen konnte haben die erstmal Kredite erhalten von dt Banken. Auf Kosten der Allgemeinheit wie höhere MWST und Sozialabgaben, Reduzierung der Feiertage, Lohnverzicht.
    Aber dafür darf man Fleißig sein und in den nächsten Jahren sogar mehr mit einer klaren Auusicht auf Lohnverzicht …

  29. iaourti iaourtaki
    13. März 2012, 21:29 | #29

    @Heinz
    Nun denn, dann kauf dir eine Flasche Tsipouro oder laß dir Kalamatagrass schenken und rauch dich schlau. Was, bitteschön, hat denn Kritik und Analyse bzgl. BRD mit den „fleissigen Mitarbeitern“ zu tun, wobei Produktivität ja vor allem daher rührt, daß Computer und Roboter keine Maschinensteuer zahlen müssen. „Die besten Produkte“ anbieten kann man ja meist auch nur, weil man seine Rohstoffe von korrupten Diktatoren bezieht und bei verschärfter Krise wird sich das dann auch erledigen. Dann merkt man vielleicht, daß Essen nicht aus dem Kühlregal kommt und verhungert innerhalb von 14 Tagen, weil man sich nicht selber darum gekümmert hat und wie es sein kann, daß 80 Millionen von 300.000 Landwirtschaftsarbeitern versorgt werden. Ich mein, ich hab kaum „nationale Identität“, trotzdem würde ich mich freuen, wenn Deutschland im Eishockey Weltmeister wird, aber wenn man nicht rafft, daß es einen Unterschied zwischen Bonzen und Arbeitern gibt, insbesondere wo erstere ihr Geld eh im Ausland haben und sich mit diesen Pfeifen auch noch identifiziert, da hakt dann was. Ich kann ja verstehen, daß man aus Zeitnot und Bequemlichkeit nur die Massenmedien zur „Information“ nimmt, aber, wenn ich mich mit was auseinandersetzen will, von dem ich eigentlich nicht so den großen Plan habe, dann check ich mal andere Quellen. Ich kann mich noch an das Geheule wegen Opel erinnern, es gab sogar mal einen kleinen Boykott, weil Samsung mit den Arbeitern in ihrem Berliner Werk Scheisse baute, aber jetzt ist wieder alles easy und der Mist wird weiter gekauft. Und, wenn dann Deutschland auch endlich abkackt, sind natürlich nicht die Bonzen schuld.
    Kalamatagrass könnte man doch auch mal als Produkt in Betracht ziehen, wenn schon die NATO dafür sorgt, daß weiter Heroin aus Afghanistan kommt; braucht man dann ja eh billig, um den Perspektivlosen nach der Revolte was anzubieten und wahrscheinlich ist das auch der Hauptgrund und nicht „Taliban“.

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