Zehntausende Firmenschließungen in Griechenland

29. Februar 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 2.967

In Griechenland wird mit zehntausenden Firmenschließungen im Jahr 2012 gerechnet, die unter anderem erheblich zum weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit beitragen werden.

In einer Untersuchung des Instituts für Kleinunternehmen, die von dem Zentralen Dachverband der Freiberufler, Gewerbetreibenden und Kaufleute in Griechenland (GSEVEE bzw. griechisch ΓΣΕΒΕΕ) präsentiert wurde, wird notiert, dass im Jahr 2012 wegen der erwarteten Schließung von rund 180.000 Unternehmen die Arbeitslosigkeit um weitere 240.000 Personen steigen wird.

Wie der Präsident des Dachverbands Dimitris Asimakopoulos betonte, befinden sich – in absoluten Zahlen ausgedrückt – von den 743.000 kleinen und mittleren Unternehmen des Marktes 180.000 (24,3%) Unternehmen im „roten Bereich“, während bei weiteren 200.000 Unternehmen (26,9%) die Wahrscheinlichkeit besteht, sich mit der Einstellung ihres Betriebs konfrontiert zu sehen. Zu den hoch gefährdeten Unternehmen (Anteil von mehr als 50%) zählen die Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten sowie auch jene, die einen Jahresumsatz von unter 100.000 Euro haben.

Ungewissheit und Liquiditätsmangel blockieren Investitionen

Laut Herrn Asimakopoulos lassen die allgemeine Ungewissheit und der Mangel an Liquidität jeden Gedanken an Investitionen dahinschwinden und in weite Ferne rücken. Um eine Wende dieser Situation zu bewirken, schlug die GSEVEE die Errichtung eines konjunkturorientierten „Zusatzmemorandums“ vor und betonte, dass die Wirtschaft und die Unternehmen „im Sumpf der Rezession steckengeblieben“ seien.

Bezüglich der trotz der Rezession hohen Preise der Produkte merkte er an, dass es in den Branchen, wo dies möglich war, eine Komprimierung gegeben habe, und betonte dazu, dass Griechenland zu einem hohen Anteil von importierten Produkten und Rohstoffen abhängig sei, was die weitere Senkung der Preise erschwere.

Zusammenfassend kommt die Untersuchung der GSEVEE zu folgenden Ergebnissen:

  • 42,1% der Unternehmen schlossen das Jahr 2011 mit Verlusten ab, wogegen nur 20,1% der Unternehmen Gewinne verzeichneten.
  • Auf jede Einstellung auf dem privaten Sektor kommen 7 Entlassungen, was im übrigen bereits auch in der Untersuchung von Juli 2011 verzeichnet wurde.
  • Es wird einen Umsatzrückgang von durchschnittlich 33% geben. Bei den Handelsunternehmen betrug im Dezember 2011 der Rückgang 31,2% im Vergleich zu Dezember 2010.
  • Es gab eine Zunahme der Unternehmen, welche die Arbeitsstunden und -tage reduzierten (37%), während 28,6% der Unternehmen die Bezüge der Beschäftigten senkten.
  • Mit hoher Sicherheit wird erwartet, dass im ersten Halbjahr 2012 etwa 43% der Unternehmen die Löhne und die Arbeitszeiten senken werden.

(Quelle: marketbeast.gr)

  1. 1. März 2012, 09:19 | #1

    Wo soll das noch hinführen ???

  2. Hennoch
    1. März 2012, 11:18 | #2

    In naher Zukunft wird es in der BRD nicht anderst sein, der Mittelstand wird abgewürgt und die Großindustrie verhätschelt. Als ich 1962 eine Lehre bagann, sagte in der Berufsschule unser Lehrer in der Gemeinschaftskunde: wenn man eine Nation in den Ruin treiben will, dann fördere die Industrie, und das Handwerk, sowie die herkömmliche Landwirtschaft stirbt. Wie wahr. Die Auflagen der Eurokraten sind vom Handwerk nicht mehr zu finanzieren und immer kommen neue unsinnige Vorgaben dazu. Die Knechterei nimmt kein Ende. Da schmipft man über das 3. Reich und das 4. ist voll im kommen und kaum jemand regt sich auf. Die Medien sind zu feige um das Volk im vollen Wahrheitsgehalt zu informieren. Man muß sich seine Informationen im Internet holen.

  3. Erich Schlapphut
    1. März 2012, 13:08 | #3

    @Hennoch

    Dem kann ich voll zustimmen.

    In der DDR wurde der Mittelstand durch politische Maßnamen auf ideologischer Basis vernichtet, was dabei herauskam ist bekannt. In der jetzigen BRD geschieht die Vernichtung durch nicht erfüllbare Auflagen und Umverteilung der Fördermittel. Deutschland als Rat- und Geldgeber für andere Länder wird im Interesse der Großindustrie andere Länder zu den gleichen mittelstandsvernichtenden Maßnamen zwingen.

  4. muss sowas sein………
    1. März 2012, 17:15 | #4

    …@Hennoch
    sehe ich auch so, diejenigen die arbeiten bekommen wenig Dank und Lohn,
    sie werden eher noch von obenherab beäugt,
    ältere Leutchen die sich für ihr Land einsetzten – werden belächelt und als „dimens“ bezeichnet.
    So wie in der Wirtschaft – die Kleinbetriebe werden ausgesaugt und mit immensen Steuern belegt, in den Ruin getrieben,
    jedoch die Großindustrien bezahlen kaum Steuern, wenn wir das im Verhältnis sehen.

    Wie soll ein Land auf die Beine kommen – wenn die wenigen Betriebe auch noch geschlossen werden?
    Da werden 130 000 000 000 Euro „zur Verfügung gestellt“ – und die Betriebe sterben,
    wie ist sowas zu verstehen, wenn man einem Land wirklich helfen will?

    Meiner Meinung nach geht das komplett nach hinten los (für die normale Bevölkerungsschicht), die Finanzwelt gibt mehr und mehr Geld, die Zinsen steigen ins unermeßliche und wie sollen das Menschen bezahlen, die keinen Arbeitsplatz haben – denn, die „Großen“ die wohl das meiste Geld einbehalten haben, denke von dort werden die wenigsten Steuern und Zinsen bezahlt werden.

    Griechenland ist ein sehr schönes Land –
    ich wundere mich langsam nicht mehr, warum die Normalschicht nicht so aufgeklärt wird,
    wie es sein müßte. Eher das Gegenteil passiert, es werden Hetze und Hohn gegen Menschen getrieben und Menschen werden gegeneinander ausgespielt,
    WARUM???
    Solange die Bestverdienende sich Dinge erlauben können, wo die Armen ins Gefängnis kommen, – wie kann man da noch von Vertrauen sprechen?

    Menschen die eine Vorbildfunktion haben und dennoch meinen, sie können mit Lug und Trug die Gemeinschaft betrügen, sollten5x so arg bestraft werden –
    als arme Menschen die vor den Containern stehen oder sich andersweitig an Lebensmittel bedienen, weil sie hungrig sind!

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