Arbeitnehmer in Griechenland verlieren bis zu 50 Prozent ihres Lohns

18. Februar 2012 / Aktualisiert: 13. August 2017 / Aufrufe: 1.700

Arbeitnehmer des privaten Sektors in Griechenland verlieren infolge der Maßnahmen des aufgezwungenen neuen Sparpakets bis zu 50% ihrer monatlichen Bezüge.

Die Kürzung der Arbeitsvergütung um bis zu 50% und die Demontage der Pyramide der kollektiven Tarifverträge zählen zu den härtesten Maßnahmen, die in Griechenland während der letzten fünf Jahrzehnte ergriffen wurden. Infolge der neuen Sparmaßnahmen, welche Griechenland von der Troika bzw. speziell auch auf Betreiben Deutschlands zur angeblichen „Rettung“ des Landes aufgezwungen werden, verlieren ungelernte Arbeiter jährlich wenigstens drei Monatslöhne. Auf Basis von Branchentarifverträgen entlohnte Arbeitnehmer werden sogar bis zur Hälfte ihrer Bezüge einbüßen, während das Arbeitsrecht hinsichtlich der kollektiven Verträge in das Jahrzehnt von 1950 zurückfällt.

Mit den neuen Maßnahmen tritt das Kollektivrecht in den Hintergrund, vorangestellt werden die individuelle Verhandlung und der persönliche Arbeitsvertrag„, betont gegenüber der Zeitung „Vima“ ein Funktionär der politischen Führung des Arbeitsministeriums. Die Verhandlung auf persönlichem Niveau endet jedoch immer zu Gunsten der „stärkeren Partei„, die im vorliegenden Fall die Arbeitgeberseite ist. Mit der Umsetzung der Maßnahmen tritt unmittelbar der Umsturz des Allgemeinen Nationalen Manteltarifvertrags ein, während in spätestens 15 Monaten auch die Gesamtheit der Branchentarifverträge gekippt wird und die Löhne auf die Mindestgrenzen gedrückt werden.

Auswirkung der neuen Maßnahmen auf den Arbeitsmarkt

Zuallererst stellt die sogenannte „Rettung des 13. und 14. Monatslohns“ einen Selbstbetrug dar, wenn sie dem Prozentsatz der Senkung des Mindestlohns gegenüber gestellt wird. Mit der Umsetzung der Beschneidung des gesetzlichen Mindestlohns um 22% gehen auf Jahresbasis ungefähr drei Monatslöhne „verloren“, während der Verlust bei Streichung der „Zulagen“ (= Oster-, Urlaubs- und Weihnachtsgeld) zwei Monatslöhne betragen hätte. Mit dem neuen Moratorium werden die Mindestlöhne letztendlich um 22% gesenkt. Diese Senkung gilt für die Gesamtheit der auf Basis des Allgemeinen Nationalen Manteltarifvertrags entlohnten Arbeitnehmer, sprich ungefähr 15% der Beschäftigten.

Gleichzeitig zieht die Senkung der Mindestlöhne mit der nächsten Vorgabe des Moratoriums auch die höheren Löhne mit nach unten. Konkret wird ausdrücklich angeführt, dass die in Kraft stehenden Tarifverträge obligatorisch innerhalb eines Jahres, also spätestens im Februar 2013 auslaufen werden. Nach weiteren drei Monaten (sprich der fortan geltenden Dauer der „Nachwirkung“) wird dann folglich – sofern es keinen neuen Tarifvertrag geben wird – die Verhandlung auf persönlichem Niveau erfolgen, mit den Bezügen des Allgemeinen Nationalen Manteltarifvertrags als Basis. Außerdem bleiben nur die Zulagen für Position, Kinder, Qualifikation und die Gefahrenzulage erhalten.

Daher hängen die Verträge von ungefähr 2 Millionen Beschäftigten bereits jetzt in der Luft, weil ihre Branchentarifverträge entweder ausgelaufen sind oder „obligatorisch“ in einem Jahr auslaufen werden und die betroffenen Arbeitnehmer gezwungen sein werden, die Kürzung ihrer Bezüge auf persönlichem oder auf Unternehmensniveau neu auszuhandeln.

Erneute Senkung der gesetzlichen Mindestlöhne bis Juli 2012

Gleichzeitig verlangt die Troika auch eine erneute Senkung der Mindestlöhne bis Juli 2012, damit die Mindestlöhne in Griechenland … an die Löhne der wettbewerbsfähigen Länder angeglichen werden. Somit zeichnet sich die Möglichkeit ab, dass der (Brutto-) Mindestlohn die 566 Euro des entsprechenden Lohns in Portugal erreicht.

Die grundlegenden Regelungen des neuen Memorandums bzw. Moratoriums umfassen:

  1. Senkung des Mindestlohns des Allgemeinen Nationalen Manteltarifvertrags um 22%. Für junge Leute unter 25 Jahren wird die Senkung des gesetzlichen Mindestlohns sogar 32% betragen.
  2. Lohnerhöhungen werden über die gesamte Dauer des Programms eingefroren, während auch die automatischen Lohnzuwächse so lange eingefroren bleiben werden, bis die Arbeitslosigkeit unter 10% sinkt.
  3. Die maximale Geltungsdauer kollektiver Verträge beträgt drei Jahre. Die bestehenden Tarifverträge laufen spätestens innerhalb eines Jahres aus.
  4. Die Dauer der sogenannten „Nachwirkung“ (sprich die Verbindlichkeit ausgelaufener Tarifverträge) wird von bisher sechs auf fortan drei Monate reduziert.
  5. Nach Auslaufen der „Nachwirkung“ und sofern es keinen neuen Kollektivvertrag gibt, gilt als Berechnungsbasis der Mindestlohn des Manteltarifvertrags. (Quellen des Arbeitsministeriums versichern diesbezüglich, dass der Mindestlohn des Branchentarifvertrags und nicht des Allgemeinen Nationalen Rahmentarifvertrags gemeint ist.)
  6. Die einzigen Zulagen, welche erhalten bleiben, sind die Zulagen für Position, Kinder, Qualifikation und die Gefahrenzulage. In der Luft hängt die „Zulage für Verheiratete“ (= Familienzulage), für welche das Arbeitsministerium die Möglichkeit offen lässt, diese in die endgültige Regelung aufzunehmen.
  7. Die Möglichkeit zur einseitigen Anrufung der Schlichtungs- und Schiedsorgane wird abgeschafft, dagegen ist fortan ist die Zustimmung beider Seiten (der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer) erforderlich.
  8. Die Sozialleistungen werden gekürzt und außerdem von Einkommenskriterien abhängig gemacht werden.
  9. Abschaffung der Unkündbarkeit bei allen Staatsunternehmen (DEKO) und Banken.

Freier Fall der Löhne auf dem privaten Sektor in Griechenland

Die Senkung der Mindestlöhne und die Änderungen bei der Gesetzgebung über Tarifverträge führen auf dem privaten Sektor zu einem freien Fall der Löhne. Bezeichnend sind folgende Fälle:

  • Ein verheirateter Beschäftigter mit neunjähriger Dienstzeit hat gemäß dem Nationalen Manteltarifvertrag ein Anrecht auf monatliche Bezüge in Höhe von 1.037,13 Euro brutto. Infolge der horizontalen Kürzung um 22% sinken seine Bezüge auf 808,96 Euro brutto. Der konkrete Arbeitnehmer wird mehr als drei Monatslöhne verlieren.
  • Ein lediger Beschäftigter mit dreijähriger Dienstzeit hat gemäß dem Nationalen Manteltarifvertrag einen Lohnanspruch von 813,99 Euro brutto. Mit der Kürzung um 22% sinkt sein Monatslohn 634,91 Euro brutto.
  • Ein verheirateter Bankangestellter mit sechsjähriger Dienstzeit und Abitur hat einen gesetzlichen Lohnanspruch von monatlich 1.230 Euro brutto. Falls es keinen neuen Branchentarifvertrag geben wird, läuft er in Gefahr, sich mit einem Gehalt sogar auch auf dem Niveau des gesenkten Nationalen Manteltarifvertrags wiederzufinden.- sprich sich mit monatlich 751,24 Euro brutto abfinden zu müssen.

(Quelle: To Vima)

  1. Franz
    18. Februar 2012, 07:43 | #1

    Vision, Selbstkritik?

    Dieser Artikel reiht sich lückenlos in die Selbstbemitleidungsarie der Vergangenheit ein, Schuld sind immer die Anderen und die zwingen uns diese schmerzhaften Maßnahmen auf. Ich vermisse in dieser gesamten Entwicklung konstruktive Selbstkritik, denn niemand hat Griechenland in diese Situation gezwungen, es waren griechische Politiker und eine weit verbreitete Selbstbedienungsmentalität, die das Land so abgewirtschaftet haben. Es kamen nun mal von der griechischen Politik keinerlei Vorschläge für ein ernsthaftes Bemühen um Änderung, nein im Gegenteil, es wurde verzögert, ignoriert, endet in Beschimpfungen und rassistischen Beleidigungen. Übrigens eine gute Fremdenverkehrswerbung für die Türkei. Aber Griechenland muss diesen von „der Troika und vor allen Dingen Deutschland aufgezwungenen Weg“ nicht gehen. Nein, Griechenland kann auf der althergebrachten Art und Weise weiterwirtschaften (mit den entsprechenden Konsequenzen), es können im „öffentlichen Sektor“ weiter Zulagen für pünktliches Erscheinen zum Dienst, Kilometergeld für Lokführer und Busfahrer, Anwesenheitsprämien u.v.a. bezahlt werden. Den Beamtenapparat noch weiter aufblähen. Sicher auch das Bildungssystem noch mehr eklatant vernachlässigen. Natürlich auch die Verwaltungsvorschriften weiter verkomplizieren, so dass es irgendwann unmöglich wird private Investitionen zu tätigen. Es wird Zeit, dass sich überall im Land eine „Aufbruchstimmung“ zeigt, denn nur mit Jammern und Schuldzuweisungen kommt Griechenland nicht voran, es ist ein generelles Umdenken erforderlich, auch konstruktive Selbstkritik angefangen bei den Politikern, den Medien und der Bevölkerung. Weg von der Selbstbedienungsmentalität, hin zu einem modernen Staatswesen mit einer entsprechend effizienten und modernen Verwaltung, eine Stärkung und Verbesserung des Bildungsbereiches, selbstverständlich verbesserte Arbeitschancen für die gut ausgebildete und motivierte Jugend.

    F.W.

  2. janz
    18. Februar 2012, 11:15 | #2

    So wie den Griechen,wird es dem deutschen Volk in naher Zukunft dank der Politik unserer koruppten Regierung auch ergehen.Denn,die ohnmächtigen ,uninteressierten,teilweise beschränkten Bürger, sind trotz der permanenten Lügen,die uns von Merkel und Schäuble aufgetischt werden immer noch nicht bereit ,diese Sklaventreiber aus dem Land zu jagen.

  3. V99 % (ex Apateonas)
    18. Februar 2012, 14:09 | #3

    Der Artikel beschreibt die wirtschftliche Wunschsicht, die aber von der realen Entlohnung, seit Jahren, Welten weit entfernt ist. Es wird in vielen privaten Unternehmen schon lange kein regelmaessiger Lohn mehr bezahlt. Und ueber den Satz „Ein verheirateter Beschäftigter mit neunjähriger Dienstzeit hat gemäß dem Nationalen Manteltarifvertrag ein Anrecht auf“ kann ich nur laut lachen 😀
    Ich habe hier noch NIE einen Betrieb erlebt, der bereit war mir eine auf meine ueber 20 jaehrige „Dinestzeit“ angemessene Entlohnung zu bezahlen! Die meisten Angestellten im privaten Sektor, werden, wenn sie nicht mit irgend jemand in der „Chefetage“ vervettert, verschwaegert und sonst irgendwie in den „A…“ gekrochen sind, weit unter den ihnen zustehenden Bezuegen entlohnt. Meine persoenliche Erfahrung besteht zu 90% darin: Wenn du keine Ahnung von deinem Job hast, oder gar aus einer voellig anderen Branche kommst (!), macht nichts so lange du mit jemand wichtigem Verwandt oder bekannt bist :-D.
    So wurde z.B. in einem groesseren renommierten technischen Betrieb, mit mehr als 100 Angestellten, den Servicetechnikern ein ehemaliger Cateringarbeiter als Abteilungsleiter vorgesetzt. Warum ? Bekannter vom Chef. Wo anders wurde prinzipiell nur der Mindestlohn bezahlt und Ueberstunden bar auf die Hand um so die noetigen Abgaben zu umgehen. So viel zur von mir selbst erlebten griechischen Realitaet und ich koennte noch etliche weitere Geschichten dazu erzaehlen. Also summa summarum, werden die Arbeiter nach der Einfuehrung der oben genannten „Sparmassnahmen“ endgueltig als Sklaven gehalten. Ja ja ich weiss jetzt kommt wieder einer der mir sagt „das ist woanders (D etc.) genau so“, wir sind hier aber im Griechenland-Blog !

  4. iaourti iaourtaki
    18. Februar 2012, 16:06 | #4

    Ich halte es für empfehlenswert – auch wenn das Baby bereits im Brunnen liegt, kann es immer noch los strampeln und schwimmen lernen – die Begriffe 13. und 14. Monatsgehalt als das zu übersetzen, was es ist, nämlich Urlaubs- und Weihnachtsgeld!
    Obwohl ich trotzdem nicht verstehen kann, warum die Leute die Propaganda einfach so übernehmen, nicht nach fragen, was ist das eigentlich und selbst sog. Gewerkschaftern und Hartz-IV-Demokraten das überhaupt nicht auffällt. Das ist dieselbe Chose, wie, daß die einen von „Sozialschmarotzern“ und „Transferunion“ faseln und die anderen glatte 2 Jahre einfach nicht erwähnen, daß es in Griechenland offensichtlich keine Sozialhilfe gibt; weshalb auch dieses Wort „Transfer“ Schwachmatismus hoch 17 ist und nebenbei: Renten zu bekommen hat eigentlich mit Sozialstaat wenig zu tun, das sind schlichtweg Versicherungen, für die man bezahlt.
    Das hätte schon längst passieren müssen und hätte einer Menge Hetzern den Wind aus den Segeln genommen, auch wenn sie sich dann was anderes überlegen wie, „ich kriech auch kein Weihnachtsgeld“.

  5. iaourti iaourtaki
    18. Februar 2012, 16:44 | #5

    Hier ist ein ganz guter Artikel darüber, wie das alles zusammen passt zur Politik des Genossen der Bosse, Gerhard Schröder, also Hartz IV, Agenda2010, Sklavenhändler, Zwangsselbstständigkeit, Prekariat, etc als Blaupause für ganz Europa: ALLE GEGEN ALLE!
    http://www.taz.de/Aus-Le-Monde-diplomatique/!87370/

  6. KClemens
    18. Februar 2012, 19:20 | #6

    iaourti iaourtaki :
    Hier ist ein ganz guter Artikel darüber, wie das alles zusammen passt zur Politik des Genossen der Bosse, Gerhard Schröder, also Hartz IV, Agenda2010, Sklavenhändler, Zwangsselbstständigkeit, Prekariat, etc als Blaupause für ganz Europa: ALLE GEGEN ALLE!
    http://www.taz.de/Aus-Le-Monde-diplomatique/!87370/

    mit verlaub, es ist nicht alle gegen alle. es ist deutsche niedriglohn- und entrechtungspolitik für alle.

    Statt Vermögen und Finanzgeschäfte zu besteuern, wird von den unteren Einkommen Lohndisziplin verlangt. Dieses deutsche Modell soll in der ganzen EU Schule machen.

    wenn man sich dann noch die figuren anguckt, die z.b. die hartz-reformen erfunden haben, greift man in einen sumpf und tango-korrupti mit gekauften damen aus brasilien, die mit sicherheit nicht als tanzlehrerinnen engagiert waren.

    und schröder, hartz und rürup (erfinder der gleichnamigen rürup-rente) kommen aus dem gleichen niedersächsischen sumpf wie unser ganz frisch zurückgetretener bundespräsident wulff. ohne gelder von maschmeyer oder anderen zwielichten vertretern der elite scheint man in deutschland kaum noch karriere machen zu können.

  7. Michael
    18. Februar 2012, 19:58 | #7

    Die griechische Drachme wäre von der Kaufkraft ca. 0,6 $ (nicht €). Wenn die Griechen und auch die Spanier (Peso wäre 0,86 $) und Portugiesen (Escudo läge bei 0,71 $) nicht erkennen, dass sie schlicht nicht wettbewerbsfähig sind, kann ihnen letztlich niemand helfen. Sie müssen ihre Preise drücken. Einen Teil kann man durch Wechselkursdrückung machen, aber 0,6, 0,71 oder 0,86 ist etwas viel verlangt. Das bedeutet, die Lohnstückkosten senken. Sie können nicht ernsthaft glauben, dass die restlichen europäischen Länder ihre Steuern und Sozialabgaben erhöhen, weil man an der Peripherie glaubt, im Euro bleiben zu dürfen ohne dafür Gegenleistungen bringen zu müssen. Ein ziemlich guter Spareinfall der Griechen wäre, ihr Rüstungsbudget für ein paar Jahre auf Null zu senken. 5% BIP seit 10 Jahren für Rüstungsimporte, da kann es keinem Griechen wirklich gut gehen. Schmeißt den Amis ihre Kampfflugzeuge, den Deutschen ihre Panzer und U-Boote, den Russen ihre S-300-Raketen und den Franzosen/Italiener ihre Kriegsschiffe vor die Füße. Gebt den Schrott zurück und sagt, die Kaufverträge sind annulliert. Das ändert die Verschuldung enorm. Nur für den Fall, dass ihr wissen wollt, warum es euch nicht gut geht, obwohl ihr jedes einzelne Euro-Jahr vor der Krise 8 Mrd. € offizielle und nicht weniger inoffizielle Subventionen bekommen habt. Das sind doch wohl Rechenaufgaben, die sogar ein Türke mühelos lösen könnte. Also bitte, jetzt mal Butter bei die Fische. Macht euch an die Arbeit und hört auf in Selbstmitleid zu zerfließen. Geht erst mal mit euren Politclowns in Klausur, bevor ihr über unsere nur nachdenkt. Wir können mit unseren irgendwie leidlich leben, ihr mit euren offenkundig nicht mehr.

  8. Heinz
    18. Februar 2012, 20:05 | #8

    Gab es diese Diskussion eigentlich schon vor der Krise? Denn wenn ich hier richtig lese hatten die meisten Menschen keine geordneten Arbeitsverhältnisse, sondern waren auf viel „Goodwill“ angewiesen. Ist das ein Zustand, den man lethargisch ertragen muss? Wie wär’s denn damit: Das griechische Volk in seiner Mehrheit wendet sich endlich mal vehement gegen die, die diesen Staat nur als Gelddruckmaschine für den eigenen Geldbeutel benutzt haben und den Staat dahin brachten, wo er heute steht. Das waren sicher nicht die Deutschen oder Franzosen. Wieso nimmt man einfach zur Kenntnis, dass die grandios Vermögenden nie Steuern bezahlt haben? Ich höre immer wieder, dass die Griechen ein stolzes Volk seien. Gut so. Nur, wo bleibt hier die Selbstachtung, wenn ich mich so in die Dinge ergebe? Einfaches Beispiel für diese dümmliche Inkonsequenz: Der Umgang mit den Schwarzbauten. Hundertausend Ausnahmen und Sonderregelungen, eben wie bisher auch schon. Liegt wohl daran, dass zu viele da selbst Dreck am Stecken haben.

    Bringt doch einfach mal die Dinge im Staat (Legislative, Exekutive, qualifizierten professionellen Beamtenapparat usw.) auf ein abendländisches Niveau (GR ist ja schließlich in der EU), dann wird das schon werden. Jammern und Heulen hat noch nie aus der Scheiße geholfen, und da steckt Griechenland tief drin. Jammerlappen und Heulsusen sollten sich öfter mal im Spiegel betrachten und dann gaaaaanz ehrlich zu sich sein.

    Nur zur Info: Ich bejahe die Hilfen für Griechenland.

  9. Ariadne
    18. Februar 2012, 21:20 | #9

    @iaourti iaourtaki
    In der restlichen EU allerdings enden Rentenzahlungen wie auch diesbezügliche Versicherungsleistungen mit dem Tod der Begünstigten. In GR aber werden diese Leistungen offenbar auch nach dem Tod weiter bezahlt. Wie lange? Bis ans Ende aller Tage? Oder sollte es da doch Limiten geben?

  10. Murksel
    19. Februar 2012, 12:30 | #10

    An alle die sich hier so aufregen. Zieht Euch warm an. Denn das was jetzt in GR passiert blüht uns allen. Wenn demnächst der ESM ratifiziert werden wird (deshalb mußte Wulff wohl weg, weil er als Jurist Bedenken hatte), dann liegt die Finanzhoheit der Unterzeichner (also D an erster Stelle dank Merkel und Schäuble) in den Händen des Gouverneursrates. Der wird die Transferunion von Nord nach Süd dann wohl durchziehen. Das bedeutet auch in D sehr schnell Steuererhöhungen, Rentenkürzungen, Lohnkürzungen , Maßnahmen ala GR also.
    Im Gespräch für den Vorsitz des Gouverneursrat ist Schäuble , als weiteres Mitglied Jean-Claude Juncker. Der Gouverneurrat soll sein Gehalt geheim selbst bestimmen in Millionenhöhe !! Die kleinen Europäer werden abgezockt für die Banken über die einzelnen Länder wie GR und der Gouverneursrat genehmigt sich derweil Millionengehälter !! Noch Fragen zu korrupten Griechen?
    Hier eine deutsche Analyse des ESM vom Steuerzahlerbund, Link:

    http://infokrieg.tv/wordpress/2012/02/17/warnung-an-mdbs-ii-der-esm-bank-vertrag-vom-steuerzahlerbund-in-klarem-deutsch-kommentiert/

    Warnung an MdBs (II): Der ESM-Bank-Vertrag vom

    Hier gibt es die Möglichkeit sich an einer Unterschriftensammlung gegen den ESM zu beteiligen.
    Initiiert worden ist dies von einem Prof. für Makroökonomie Bernd Lucke in Hamburg.

    Hier der Aufruf des Bündnis Bürgerwille:

    „Sehr geehrte Damen und Herren,
    mein Name ist Bernd Lucke, ich bin Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg. Ich möchte Sie auf das Bündnis Bürgerwille aufmerksam machen, dessen Sprecher ich bin.
    Das Bündnis Bürgerwille ist eine überparteiliche Sammlungsbewegung von Menschen, die der sog. Euro-Rettungspolitik kritisch gegenüberstehen. Derzeit führt es eine elektronische Unterschriftensammlung durch. Es haben sich bereits namhafte Persönlichkeiten aus unterschiedlichen politischen Richtungen und allen Bereichen der Gesellschaft angeschlossen: Unternehmer, Journalisten, Professoren, Künstler und Politiker.

    http://www.buendnis-buergerwille.de/index.php?id=123
    ———————————————————————————————————————
    Hier noch ein Abhandlung von ihm zu dem Thema ESM:
    http://www.wiso.uni-hamburg.de/fileadmin/wiso_vwl_iwk/paper/Hau_Lucke_Alternative_zum_Rettungsschirm_FAZ__16.9.11.pdf

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