Troika verlangt Entlassungen und Lohnsenkungen in Griechenland

15. Dezember 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 1.039

Griechenland soll zu weiteren 150.000 Entlassungen auf dem öffentlichen Sektor und der Senkung der Mindestlöhne auf dem privaten Sektor auf 450 Euro schreiten.

Wie die ersten Begegnungen der EU-Kommissare mit den griechischen Ministern am vergangenen Montag (12.12.2011) zeigte, verlangt die Troika weitere umfangreiche Eingriffe auf dem öffentlichen und privaten Sektor in Griechenland.

Auf dem allgemeinen öffentlichen Sektor wird die Reduzierung der Beschäftigten um weitere 150.000 Personen bis 2015 gefordert. Schätzungen zufolge werden zur Erfüllung dieser Vorgabe selbst bei Forcierung der Zwangsfreistellungen und vorzeitigen Pensionierungen immer noch auch wenigstens 40.000 Entlassungen erforderlich sein.

In den nächsten zwei Jahren wird es keine regulären Pensionierungen mehr geben, da alle Pensionsberechtigten, die von der Regierung auf etwa 30.000 veranschlagt werden, bereits in die „Arbeitsreserve“ bzw. den Vorruhestand gezwungen worden sein werden. Nach Abzug von den 150.000 seitens der Troika verlangten Ausscheidungen verbleiben also immer noch weitere 120.000 Ausscheidungen.

Bis zu 80.000 Entlassungen auf dem allgemeinen öffentlichen Sektor

Ein optimistisches Szenarium und die Annahme zugrunde gelegt, dass sich die Pensionierungen in den beiden Jahren 2014 – 2015 auf dem Rekordniveau des Jahres 2010 bewegen werden, in dem rund 40.000 Ausscheidungen verzeichnet wurden (was im Vergleich zum Jahr 2009 einem Anstieg von 250% entspricht und hauptsächlich auf das geänderte Versicherungsgesetz zurückzuführen ist), könnten noch 80.000 Bedienstete in regulären Verfahren aus dem Dienst ausscheiden.

Auf Basis der Vereinbarung mit der Troika verbleiben jedoch weitere 40.000 zu streichende Stellen, um bis 2015 die Zielvorgabe zu erfüllen. In der Praxis bringt dies also eine entsprechende Anzahl von Entlassungen in den drei Jahren mit sich. Gewerkschaftsfunktionäre verbargen jedoch nicht ihre Sorge, dass die Welle der Entlassungen noch größer sein wird, da nicht damit gerechnet werden kann, dass die Pensionierungen das Niveau des Jahres 2010 erreichen werden.

Unter realistischen Einschätzungen ist dagegen von jährlich etwa durchschnittlich 20.000 Pensionierungen die Rede, welche Tatsache – sofern sie sich bewahrheitet – die Forderungen nach Entlassungen auf 80.000 erhöht.

Troika schweigt sich über Ergebnisse der „Arbeitsreserve“ aus

Bezüglich der Umsetzung der Maßnahme der „Arbeitsreserve“ hielten die Vertreter der Troika ihre Karten bedeckt. Sie nahmen einfach nur die von dem Ministerium gesammelten Daten entgegen und enthielten sich jeder Äußerung darüber, ob sie von den Ergebnissen der Maßnahme zufrieden gestellt sind.

Bis heute gab es gerade einmal knapp über 8.000 Ausscheidungen, von denen 90% freiwillige Kündigungen zur Pensionierung sind.

„Sie machten sich nur Notizen“, kommentierten Kreise des Ministeriums für Verwaltungsreform und merkten charakteristisch an, dass die Vertreter der Troika sich auf ein Kopfnicken beschränkten, als Minister Dimitrios Reppas sich für die Einbeziehung der Kündigungen aussprach.

Nach Abschluss der Übermittlung der Daten über die „Arbeitsreserve“ bis Weihnachten wird mit dem neuen Jahr auch die Antwort der Troika kommen. Falls entweder die Anzahl der 30.000 Freigestellten erfüllt worden ist oder nicht akzeptiert wird, dass auch die Kündigungen mitgezählt werden, könnte sich in den ersten Monaten des Jahres 2012 das Thema der Entlassungen eröffnen, um die geforderte Anzahl der Ausscheidungen zu erreichen.

Beschneidung der Bezüge auf dem privaten Sektor

Auf dem privaten Sektor verlangt die Troika die Senkung des Mindestlohns (derzeit 751 Euro brutto) auf … portugiesisches Niveau, als etwa 450 Euro. In Griechenland beläuft sich der gesetzliche Mindestlohn derzeit auf 751 Euro brutto. Die Troika verlangt jedoch die Senkung auf das Niveau anderer peripherer Wirtschaften wie Portugals, wo der gesetzliche Mindestlohn 450 Euro beträgt.

Ebenfalls auf dem Tisch verbleibt – trotz der Dementierungen – die Abschaffung des „13. und 14. Gehalts“ (sprich des Weihnachts- und Urlaubsgeld), da die Vertreter der Troika bei ihren Begegnungen das Thema … mündlich stellen, also es nicht offiziell als Forderung anführen, jedoch substantiell beharrlich Interventionen fordern.

Die Troika ist auch nicht mit der Unterzeichnung des dreijährigen nationalen Manteltarifvertrags einverstanden, der für 2012 Lohnerhöhungen von 1,7% vorsieht, und verlangt – wie von den Gewerkschaften betont – im Prinzip dessen Abschaffung und schlägt seit dem vergangenen Oktober die Aufnahme eines von dem Arbeitsministerium initiierten Dialogs zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vor.

Das Thema der weiteren Senkung der Arbeitskosten auf dem privaten Sektor war Gegenstand der Begegnung des Stabs der Troika mit dem Generalsekretär des Arbeitsministeriums A. Stratinakis und dem Sekretär des Trägers der Arbeitsaufsicht (SEPE) Michalis Chalaris am Montag (12.12.2011). Am Mittwoch (14.12.2012) erfolgte ein Treffen des Arbeitsmisters G. Koutroumanis mit dem Stab der Troika über die Zusatzrenten und Sozialleistungen stattfinden.

Reduzierte Löhne für Berufsanfänger und junge Arbeitnehmer

Der Mindestlohn des globalen nationalen Manteltarifvertrags (EGSSE) ist jedenfalls inzwischen mit zwei Bestimmungen „aufgebrochen“ worden. Mit einer bereits verabschiedeten Verfügung sind gesetzlich niedrigere Löhne für bis zu 25-jährige junge Arbeitnehmer vorgesehen, die mit befristeten Verträgen zum Erwerb „beruflicher Erfahrung“ eingestellt werden – und zwar auch selbst als „Freiberufler“.

Die gesetzliche Regelung bietet den Unternehmen die Möglichkeit zum Abschluss von „Berufserfahrungsverträgen“ nicht nur für unqualifizierte junge Arbeitnehmer (wie das Gesetz des Ministers Loverdos vorsah, bei Festsetzung der Entlohnung auf 80% des Mindestlohns des EGSSE), sondern auch für junge Arbeitnehmer mit einer anfänglichen Ausbildung, die entweder ihre Ausbildung abgeschlossen haben oder sich im Stadium des Erwerbs eins Abschlusses befinden, ohne sich obligatorisch bei der Arbeitsbehörde (OAED) als arbeitslos gemeldet zu haben.

Ebenfalls wird mit einer anderen Regelung unter Umgehung der gesetzlichen Löhne verfügt, dass unabhängig von Beruf und beruflichen Qualifikationen die Entlohnung von Personen, die in aus Programmen des „Unternehmensprogramms zur Entwicklung des menschlichen Potentials“ (EPANAD) finanzierten Programmen gemeinnütziger Beschäftigung bei berechtigten Trägern nicht gewinnorientierten Charakters beschäftigt werden, auf 25 Euro täglich und jedenfalls nicht mehr als 625 Euro monatlich festgesetzt ist.

(Quelle: in.gr)

  1. Stavros Vlachos Schweiz
    15. Dezember 2011, 08:28 | #1

    Wo ist der griechische Stolz geblieben ! Lasst Euch das NICHT gefallen ¨Raus aus der EU und wieder selber von neuem beginnen ! Ihr endet so in Knechtschaft und Armut !
    Schaut in den Spiegel und dann die Ärmel hoch und auf gehts !
    Kämpft um Eure wunderbare Heimat und denkt an die Zukunft aber in FREIHEIT und nicht unter dem EU-JOCH !
    GRIECHENLAND kann das!

  2. White Tower
    15. Dezember 2011, 14:57 | #2

    Bei allem Verständnis für Sparmaßnahmen , aber ich erkenne weder eine Verwaltungsreform noch eine Strukturreform.

    Ich sehe nur ein langsames „ausbluten“ lassen des Landes ohne fundiertem Konzept.

    Leider sind jene Personen welche Ahnung von der Neuausrichtung eines Staates hätten , aus unterschiedlichsten Gründen nicht bereit einen so verantwortungsvollen Job zu übernehmen , und jene welche sich derzeit „vielleicht“ bemühen , sind zu schwach und/bzw. überfordert und den Aufgaben nicht gewachsen.

  3. Greekrabbit
    15. Dezember 2011, 21:54 | #3

    wie soll man in Griechenland mit 450 EURO mit 12 jahresgehältern überleben ???
    bei preisen so wie in österreich oder deutschland ???
    allein die neuen aufgezwungen steuern kosten einen monatslohn……..
    das ist kein langsames ausbluten sondern regelrecht schlachtung des
    griechischen volkes …….. :o(

  4. Apateonas
    15. Dezember 2011, 22:37 | #4

    Mich würde mal interessieren, mit welcher Begründung eine „Senkung der Mindestlöhne auf dem privaten Sektor auf 450 Euro“ gefordert wird. Das ist schon sehr unverschämt!

    @White Tower
    Das „ausbluten“ kann man auch anders erklären:

    http://www.ftd.de/politik/europa/:am-fiskus-vorbei-das-griechische-betrugssystem-40-40-20/60142736.html

    Ansonsten sehe ich das ganze genau so:

    White Tower :Leider sind jene Personen welche Ahnung von der Neuausrichtung eines Staates hätten , aus unterschiedlichsten Gründen nicht bereit einen so verantwortungsvollen Job zu übernehmen , und jene welche sich derzeit “vielleicht” bemühen , sind zu schwach und/bzw. überfordert und den Aufgaben nicht gewachsen.

    Damit deckt sich das hier aus obigem Link:
    „Die OECD hatte alle 14 Ministerien untersucht. In einer Studie rügte sie dann, es gebe weder eine Vision über das Reformziel noch eine Kontrolle für die Umsetzung, kaum Kommunikation innerhalb der Behörden und ein kompliziertes administratives Beziehungsgeflecht ohne jegliche Koordination.“

  5. miks
    16. Dezember 2011, 08:49 | #5

    griechenland wird es schaffen!lasst doch die anderen reden! die griechen gibt es seit 5000jahere und jetzt soll so ein mikrige krise alles kaput machen??? kopf hoch und nach vorne !!!!

  6. Stavros Kourtidis
    16. Dezember 2011, 11:15 | #6

    Am liebsten mag ich es, wenn einige sich dann auch beschweren, dass wir Griechen aus unserem Land ausziehen müssen um in deren Heimat nach Arbeit zu suchen. Man hätte vorsorgen sollen und nie erlauben sollen das so viel von den EG Geldern in die Taschen Korrupter Politiker fließen. Warum wählte das Volk überhaupt immer dieselben? Man wählte Namen die in Skandalen und Betrügereien verwickelt waren, immer und immer wieder. Ich würde auch bis zum letzten Pfennig klauen, wenn man mich jedes-mal wiederwählen würde.

  7. Elgreco
    16. Dezember 2011, 11:25 | #7

    @ Apateonas

    In Griechenland gibt es viele Bereiche die leider vernachlässigt, falsch laufen etc.. Die dem Land eine bessere Entwicklung immer im weg stand. Das weiß jeder und da muß sich endlich auch was bewegen.
    Aber ist das der einzige Grund für die jetzige Krise. Trägt Griechenland alleine schuld ?
    Ich denke in den Punkten sehe ich einiges anders als sie. Ich bin immer für eine offene faire Diskussion.
    Aber eine einseitige ( Sündenbock ) Diskussion ist nichts anderes als Polemik.

    Hier mal ein nett gemachtes Video bei Youtube :

    http://www.youtube.com/watch?v=Ny-8LFJMnBg

  8. Der Patriarch
    16. Dezember 2011, 12:20 | #8

    @Stavros Vlachos Schweiz

    Zum Thema „Wo ist der griechische Stolz geblieben „

    Wo war der stolze Grieche als er bewusst und wie immer korrupt über seine Verhältnisse lebte?? Stolz und Ehre ist bei den meisten Griechen durch „ Gier frisst Hirn“ ersetzt worden. Nach meinen Erfahrungen ist den Griechen und ich meine damit alle Bevölkerungsschichten der Gemeinschaftssinn vollkommen abhanden gekommen – (wenn er je vorhanden war??). Immer geht es nur um des Griechen private Befindlichkeiten, nie ums große Ganze. Sich aus der Verantwortung auf Kosten anderer zu stehlen kann jeder. Meiner Meinung nach ist jeder in Griechenland lebende Grieche für den heutigen Zustand mitverantwortlich. Die Mehrheit hat sich auf freiem Willen für diese System entschieden. Gelebte Demokratie bedeutet aus Fehlern zu lernen und jeder Zeit für einen Neuanfang bereit zu sein. Nur Fehler machen aus Sicht der stolzen Hellenen immer die Anderen.

  9. miks
    16. Dezember 2011, 17:23 | #9

    @Der Patriarch
    was hat der stolz mit der krise in griechenland zu tun? es leugnet niemand die mißstände in gr. doch stolz bin ich trotzdem auf mein land,mit oder ohne geld!

  10. Beobachter
    16. Dezember 2011, 19:32 | #10

    Machen wir uns doch nichts vor. Griechenland braucht Hilfe und dies vor allem im Bereich des Aufbaus einer effizienten, schlanken und schnellen Verwaltung. Hier MUSS es Hilfe von den Ländern annehmen, die diese bereits aufgebaut und damit auch gute Erfahrungen gesammelt haben. Nur so wird es möglich sein, für ausländische Investoren und für ausländisches Kapital attraktiv zu werden. Eigentlich hat Griechenland exzellente Voraussetzungen: eine strategisch sehr gute Lage und Rohstoffreichtum. Doch es scheitert an Betonköpfen, die wohl immer noch korrupten osmanischen Strukturen anhängen, weil sie sich durch sie selbst bereichern können. Wenn erst der Muff aus den Verwaltungen geblasen wurde, kann hier wirklich was Neues entstehen – und das bedeutet auch Arbeitsplätze. Jedes Unternehmen zieht weitere Unternehmen und Forschungseinrichtungen an. Ich hoffe, dass die griech. Bevölkerung das endlich begreift und sich jetzt wirklich vereint und zusammensteht. Es kommt auf gegenseitige Unterstützung an, auf Nachbarschaftshilfe. Nur so kann man sich aus dem Loch ziehen, in das man hineingeraten ist. Schlimm wäre es, wenn Griechenland von Innen heraus zerfällt. Solange die Menschen ohne Mißgunst zusammenstehen, gibt es Hoffnung.
    Insgeheim hoffe ich auch, dass Europa nicht nur fordert, sondern endlich auch mal liefert und Investitionsprogramme auflegt. Dazu muß auf die Betonköpfe in den etablierten Parteien endlich mal ordentlicher Druck ausgeübt werden, damit bsplsw. Flächen schnell zur Ausschreibung kommen und ein Unternehmer nicht erst jahrelang warten und von Pontius zu Pilatus laufen muß um seine Genehmigung zu bekommen.

  11. Apateonas
    16. Dezember 2011, 21:59 | #11

    @ Elgreco
    Danke für das Video! Die grundlegenden Fakten darin sind mir durchaus bekannt.
    Ich habe nie behauptet, daß es einen einzigen Grund für die Eurokrise, in Form von Griechenland, gibt. Selbstverständlich tragen andere eine Mitschuld, insbesondere auch die von den Banken erpresste Regierung Merkel. Ich habe in GR schon einiges gesehen und würde behaupten, daß viele kleinere und mittlere Unternehmen auf jeden Fall hart arbeiten müssen, um zu überleben. Leider habe ich auch oft sehen müssen, wie unfähig, inkompetent und faul staatliche Stellen und Behörden sind. Das größte Problem im Land, ist aus meiner Sicht, immer noch die Korruption und Schattenwirtschaft und, was ich am schlimmsten finde, die Uneinsichtigkeit weiter Teile der Bevölkerung auf diesem Gebiet. Die schlimmsten „Verbrecher“ auf diesem Gebiet sind eindeutig viel Ärtzte, in Anbetracht des Eides, den sie geleistet haben.
    Was die von mir erwähnte Rüge der der OECD angeht, trifft die Schuld zum einen die TROIKA und zum anderen die amtierende griechische Regierung.

    @ Der Patriarch
    Das stimmt Leider, was die Vergangenheit betrifft. Was die Zukunft angeht liegt es beim Volk!

  12. Der Patriarch
    17. Dezember 2011, 19:45 | #12

    @ Apateonas
    @ Der Patriarch
    Das stimmt Leider, was die Vergangenheit betrifft. Was die Zukunft angeht liegt es beim Volk!

    Zur Zukunft Griechenlands möchte ich nur soviel sagen. Es ist nicht damit getan einem Ackergaul den Sattel eines Rennpferdes aufzuschnallen und dann zu glauben man könnte Rennen damit gewinnen.

  13. Bernd
    19. Dezember 2011, 18:32 | #13

    Es ist erschütternd zu lesen

    Folge der Wirtschaftskrise – Suizidrate in Griechenland steigt

    Und wenn die Troika und ihre Vasallen nun noch tiefere Einschnitte verlangen, was unterscheidet diese von Mördern?

  14. 1453
    20. Dezember 2011, 00:14 | #14

    Ich kann absolut nicht nachvollziehen, das die Griechische Regierung da noch mitmacht! Die Sparpaktete sind offensichtlich dafür Gedacht, dass die Banken ihr Geld wiederbekommen. Mehr nicht! Es dient dem Land nichts, sondern nur den Banken die Griechenland Geld geliehen haben!

    Die Troika war von Anfang an ein Witz!

  15. Elgreco
    20. Dezember 2011, 10:40 | #15

    @1453
    Haben wir den noch eine Griechische Regierung, die das Interesse des Griechischen Volkes vertritt ??? Haben wir überhaupt noch irgend welche Rechte, die bei anderen Souveränen Staaten selbstverständlich sind ? Möglich ist viel, aber dazu braucht es auch Politiker/Verantwortliche, die im Interesse des griechischen Volkes handeln ( im eigenen Land und außerhalb) und da sehen ich leider keinen. Viele Staaten wie die Argentinier, Russen waren in einer ähnlichen Situation und haben es vor der Griechenland – Krise richtig gemacht. Die Spanier machen es zur Zeit richtig, sie entlasten ihre Wirtschaft damit sie mit Wachstum aus der Krise rauskommen und Arbeitsplätze schaffen.

  16. Ottfried Storz
    20. Dezember 2011, 13:36 | #16

    „Die Banken“ erhalten nur ohnehin 50 Prozent ihrer Gelder zurück, das geht in der griechischen Presse fast unter.
    Nach allen relevanten Statistiken ist die Verwaltungseffizienz katastrophal, das Unternehmenklima war immer miserabel, die Lohnstückkosten (d.h. Löhne in Relation zu hergestellten Gütern) international viel zu hoch. Es kann gar nicht mehr so weitergehen. Selbst wenn:

    Eine Alternative zur Troika ist, keine Neukredite mehr zu erhalten und auslaufende Altkredite nicht zu bedienen. In Folge könnte Griechenland nur gegen Vorkasse im Ausland einkaufen.
    Die griechischen Banken würden wohl fast ausnahmslos insolvent werden, die Einladen wären weg. Neukredite an Bürger oder Unternehmen wären auf Jahre nicht mehr möglich. Gehälter an Beamte und öffentliche Angestellte könnte Griechenland nur noch anteilig (30-60 Prozent) und verspätet bedienen.

  17. Elgreco
    21. Dezember 2011, 09:59 | #17

    Der Griechische Staat zahlt jährlich 15 Milliarden Euro Zinsen, diese sollen sich ohne Schuldenschnitt bis 2014 auf 19 Milliarden Euro erhöhen. Ohne die Zinsbelastung hat der griechische Staat jetzt schon ein ausgeglichenen Haushalt ( Einnahmen/Ausgaben : ca. 50 Milliarden)
    Appropo 50 Prozent Schuldenschnitt, was sich gut als Schlagzeile verkaufen läßt, sind in der Realität, gemessen an den Gesamtschulden nicht einmal 13 Prozent.
    Die neuen Anleihen werden voraussichtlich mit 6 Prozent verzinst ( Banken wollen zur zeit 8 Prozent, der Staat bietet 4.5 Prozent an ), was gegenüber den alten Anleihen min. ein Aufschlag von 1.5 Prozent bedeutet ( Alte Papiere haben eine Verzinsung von 4,5 Prozent ). D.h. Die Verluste der Banken werden durch ich höheren Zinsen kompensiert. Hinzu kommt ein 30 Milliarden Packt zu Stützung der Banken, wo anteilhaft der griechische Staat auch drauf zahlt. Und griechische Banken müssen ja auch noch gerettet werden. Langfristig gesehen, stehen die Banken besser da als jetzt.

    Das Land muß aus der Krise wirtschaftlich rauswachsen und sein Potentiale nutzen. Das sich der Staat auch ändern muß bestreitet keiner. Dazu bedarf es eine Griechische Regierung, die das Interesse des Griechischen Volkes vertritt und nicht inländische oder ausländische Klientele! Maßnahmen müssen sein, vor allem im Staatsapparat, aber die aktuellen treiben den Staat erst recht in den Ruin ( Staatseinanhmen vor der Krise bei etwa 65 Milliarden eure) . Und ich behaupte das ist beabsichtigt.

    Vor allem viele einflußreiche Stimmen in Deutschland (Politik), wollten das Land schon vor über 5 Jahren , also vor der Krise, aus der NATO und der EU, am liebsten rausschmeißen, mit der Begründung. Griechenland gehört nicht zum abendländischen Kulturkreis. Das sagt schon viel aus finde ich, vor allem rückblickend wie über Griechenland in Deutschland berichtet wurde. Das war eine einzige Hetzkampnge.

    Hier noch ein paar Fakten zum nachdenken und recherchieren :

    Griechenland hat zwischen 1996-2010 75 Milliarden + Zinsen für Schweres Kriegsmaterial ausgegeben
    ( Internationales Recht, Rolle der NATO/ EU, Profitöre )
    z.B. Siemens, Ferrostall Affäre
    Europäische Entscheidungen die zu lasten des Griechischen Staates gingen.
    Keine Subventionierung für Tabak, statt dessen Tabak aus Brasilien, wo zum anbau Regenwald abgeholzt wird
    Fördergelder für Industrie aus Griechenland, die ihre Produktion nach Rumänien und Bulgarien verlagern
    Europäisches Asylsystem, die zu lasten weniger Staaten geht.

    Finanzkrise auch in Griechenland . Der Staat bekam mit 105 Prozent Staatsverschuldung den Euro wissentlich.
    Die schulden wurden bis 2006 auf 98 Prozent gesenkt. Erst ab 2007 explodieren diese und nicht nur in Griechenland.

  18. 1453
    25. Dezember 2011, 17:15 | #18

    @ Elgreco, da sagst du was 😀
    Die Regierung feiert sich selber und das Land geht unter! Unglaublich das es noch keine Revolution gab! Bin gespannt wann dem Volk entgültig der Kragen platzt und die Bastille gestürmt wird!

    Griechenland braucht ein Industrialisierungsprogramm und vor allem die muss es sich auf den Abbau der Erdschätze konzentrieren! Die direkten Nachbarn schaffen das doch auch !!!

  19. Ottfried Storz
    25. Dezember 2011, 20:48 | #19

    @Elgreco
    Deine Behauptungen sind hannebüchen, die genannten Zahlungen und Verbindungen in allen wesentlichen Punkten falsch.
    1) Warum ist der „50 Prozent Schuldenschnitt“ angeblich nur eine 13 prozenziger ?
    2) Neue Anleihene werden nicht mit 6 Prozent verzinst, sondern nur zu 3,5 Prozent, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Finanzkrise
    Also ein Zinssatz, der sogar unter den der alten Anleihen liegt.
    ie Verkleinerung des Staatsdienstes und angekündigte Privatisierungen von Staatsbetrieben
    3) Dass „einflußreiche Stimmen in Deutschland „ „Griechenland
    schon vor über 5 Jahren ….aus der NATO und der EU ….rausschmeißen“ wollen,
    ist blanker Unsinn. Bitte gebe doch hierfür mal einige Quellen an.
    4) Fördergelder gibt es nicht für Betriebsstättenverlagerung, sondern für Investitionen in bestimmte Länder. Das dies zum teilweisen Abbau von Betriebsstätten in den Industrieländern führte, traf alle Industrieländer. Gleiches gilt für den Abbau von Subventionen für Landwirtschaft. Z.B. erhielten die Hauptzuckerländer Deutschland und Frankreich die letzten Jahre Milliardenbeträge weniger. Na und ?
    <<<<<<<<<<<<<<<

    @1453:
    Angesichts der Position Nr. 1 in Korruption in Europa (nach Korruptionsindex), der
    ineffizientesten Verwaltung, der höchsten Staatsquote in der EU und mit der miserabelsten Industriepolitik gibt es jedoch wichtigere Prioritäten, als "Erdschätzeabbau" oder ein "Industriealisierungsprogramm".
    Jedes Programm hätte bei diesen Strukturen die Folge, das die Genehmigung Ewigkeiten dauern und Riesensummen für Bestechungen fehlinvestiert würden.
    Es ist ja nur logische Folge, das zwar reiche Griechen Unsummen die letzten Jahrzehnte einnahmen, diese Gelder jedoch ganz überwiegend NICHT in Griechenland anlegten oder investierten.
    DIESEM Griechenland mit DIESEN Strukturen leiht kein Kreditgeber Geld für ein "Industrieprogramm".

  20. admin
    25. Dezember 2011, 22:20 | #20

    Ottfried Storz :

    @Elgreco
    Deine Behauptungen sind hannebüchen … in allen wesentlichen Punkten falsch.

    Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

  21. Ottfried Storz
    27. Januar 2012, 15:25 | #21

    Übrigens gab es letzte Woche mehrere Meldungen, das Griechenlands -Regierung nicht mal die von der Troika geforderte Arbeitsreserve von 30.000 Staatsangestellten (von knapp 800.000 !) hinbekam. Nach mehreren Meldungen waren es nur 1.000 bis 2.000.
    Gleiches gilt für die Privatisierungen. Angestrebt waren 5 Mrd. im zweiten Halbjahr, erreicht wurden nach meinem Recherchestands nichts.
    Dieses Griechenland ist offensichtlich nicht reformfähig.
    Die Insolvenz und damit eine viel härtere Rezession ist somit nicht mehr aufzuhalten.
    Nachfolgend einer der Pressetexte zu den nur 1.000 Staatsangestellten:

    Griechenland fast pleite: Sparziele im öffentlichen Dienst ignoriert
    Athen braucht dringend frisches Geld, doch EU, IWF und EZB machen weitere Hilfen offiziell von der Umsetzung von staatlichen Sparmaßnahmen und einer Gläubigereinigung abhängig. Doch die Bilanz der Troika ist ernüchternd, denn abermals wurde so gut wie kein Versprechen durch Athen umgesetzt.
    Im öffentlichen Sektor wurden lediglich 1.000 statt 30.000 Stellen gestrichen, Privatisierungspläne scheitern an Unvermögen und Bestechung, in den Staatsunternehmen grassiert Misswirtschaft wie eh und je……….
    http://www.shortnews.de/id/939563/Griechenland-fast-pleite-Sparziele-im-oeffentlichen-Dienst-ignoriert

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