Griechenland und die Metöken der Europäischen Gemeinschaft

16. Dezember 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 1.227

Werden Griechenland und die übrigen peripheren EU-Staaten die neuen Metöken stellen, die Aufschwung und Wohlstand der dominanten Partner gewährleisten sollen?

Das Beharren der Gläubiger Griechenlands und speziell der Troika auf Maßnahmen und Politiken, die sich nachweislich als ineffizient erwiesen haben, trugen und tragen zweifellos dazu bei, das Land noch tiefer in den Strudel der Rezession und Verschuldung zu drücken. Besonders befremdlich erscheint in diesem Zusammenhang die Forderung, nun auch noch die gesetzlichen Mindestlöhne des privaten Sektors auf ein Niveau zu senken, das nicht einmal in Ländern der sogenannten Dritten Welt, geschweige denn in einem Mitgliedland der EU auch nur die Befriedigung elementarer Grundbedürfnisse wie Wohnung, Nahrung und Kleidung gewährleistet (siehe auch Troika verlangt Entlassungen und Lohnsenkungen in Griechenland).

Ein Artikel von Lori Keza (Λώρη Κέζα), der am 14. Dezember 2011 in der Tageszeitung „To Vima“ unter dem Titel „Arbeit, Gehorsam, Nahrung“ publiziert wurde und nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird, reflektiert Überlegungen, die inzwischen immer mehr (und im übrigen definitiv nicht nur) Griechen zu beschäftigen beginnen.

Arbeit, Gehorsam, Nahrung

Lasst es uns zugeben. Die meisten von uns haben keinen blassen Schimmer von Wirtschaft. Es müsste also jemand offiziell die Aufgabe übernehmen, eine Geschichte zu schreiben und sie uns zu erklären, so als ob wir kleine Kinder wären. Damit wir also verstehen, warum die Schrumpfung der Löhne auf 450 Euro den Aufschwung bringen wird. Damit wir verstehen, wie es mit einer Arbeitslosigkeit bei 30% ein Vorankommen gibt. Damit wir das Beharren auf der Reduzierung der öffentlichen Ausgaben verstehen, während sich die Mechanismen zur Einnahme der Steuern wieder lockern. Damit wir verstehen, in wessen Taschen die Profite der Wettbewerbsfähigkeit fließen.

Und bevor es lautet „und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“, stellen wir uns die Erzählung auf Attika und die Charaktere mit Rüstungen bekleidet vor. Wir werden uns an Aristoteles erinnern. Sagte nicht er, dass für den Wohlstand Bauernsklaven oder barbarische Nachbarn erforderlich sind? Für alle, denen die Definition des EFSF eben so schwer fällt wie die Beschreibung des Higgs-Bosons, gibt es die Zuflucht zur Geschichte. Aus ihr werden wir das Spiel der Gläubiger des griechischen Staates sowie auch ebenfalls die Nützlichkeit der Sklaven verstehen.

Wir können den Parthenon bewundern, weil unter dem Marmor tausende Sklaven zerquetscht wurden. Wir können die Trieren bewundern, weil in den Stollen von Lavrio bei der Förderung des Silbers Menschen starben. Die Drachme, die Währung war damals nicht etwas Fiktives, sie entsprach Reichtum. Nun könnte man sagen, dies seien Nativitäten all jener, die nichts von Makroökonomie verstehen. Und trotzdem, die Entsprechungen sind viele.

Wohlstand auf dem Rücken von Metöken und Sklaven

Wenn von der Dritten Welt und den tatsächlich billigen Arbeitskräften gesprochen wird, erinnern wir daran, dass auch in der Epoche der Klassik viele Kategorien von Personen mit eingeschränkten Freiheiten, mit unterschiedlicher Abstammung existierten. Wenn auch beispielsweise der Metöke nicht das Selbe wie der Sklave war, dienten jedoch alle zusammen dem Aufschwung der Epoche.

Noch eine Parallele: der Ausschluss von den politischen Entscheidungen. Aktuell wissen wir nicht, wie viele Griechen sich von der Regierung vertreten fühlen. Wir wissen nicht, wie viele erneut die Partei wählen würden, die sie 2009 wählten, wir wissen nicht, ob sie die Übereinkunft wünschen, wir wissen nicht, ob sie die Langzeit-Zähmung einer „Retortenregierung“ zugelassen hätten. Die Beteiligung der Bürger an all dem, was sich derzeit abspielt, ist nicht einmal fiktiv. Sie existiert nicht.

Glückliche Bankiers und unglückliche Menschen

Zusätzlich schwellen auch immer mehr Stimmchen an und verlangen, dass keine Wahlen erfolgen. Zuerst muss das wirtschaftliche Modell gelingen, das die Bankiers glücklich und die Menschen unglücklich macht. Es sei etwas unterstrichen: wir sagten nicht, dass wir nicht verschuldet sind, wir weigern uns nicht, die Schulden zurückzuzahlen. Die Art jedoch, auf welche die wirtschaftliche Planung erfolgt, erinnert mehr an Peitschenhiebe als an einen strategischen Plan zum Wohl des Landes und seiner Einwohner.

Lasst es uns anders sagen: es erfolgt keinerlei ernsthafte Bemühung um den Zufluss von Kapital von Schuldnern des Fiskus, das kostspielige Militär wird nicht abgeschafft, es erfolgen keine Veräußerungen von denen, welche das staatliche Vermögen unbeschadet lassen, es wird kein Fast-Track für mittlere Investitionen etabliert. Stattdessen beziehen sich die Minister der Übereinstimmung darauf, die Beschäftigten des privaten Sektors mit Füßen zu treten und des öffentlichen Sektors zu vertreiben (wobei sich letztere sehr darüber freuen werden, die 450 Euro zu bekommen, wenn sie völlig unbezahlt sind).

Wir sollen uns fragen: wollen wir den Parthenon der „Merkozies“ bauen? Darauf läuft die Sache nämlich hinaus … . Wir werden gemäß der Definition des Aristoteles die Sklaven des Mindestlohns, die Metöken des europäischen Marktes. Wir werden für den Wohlstand der anderen arbeiten.

(Quelle: To Vima, Autorin: Lori Keza)

  1. Ottfried Storz
    16. Dezember 2011, 09:04 | #1

    Zu
    „Werden Griechenland und die übrigen peripheren EU-Staaten die neuen Metöken stellen, die Aufschwung und Wohlstand der dominanten Partner gewährleisten sollen?“

    Scheinbar sind dem Autor selbst grundlegende volkswirtschaftliche Basisdaten nicht bewußt:
    1) Die Lohnstückkosten sind in Griechenland bis 2010 davon gelaufen, d.h. die Löhne stiegen viel stärker als die Arbeitseffizienz-Steigerung,siehe
    http://wko.at/statistik/eu/europa-lohnstueckkosten.pdf
    Viel und hart arbeiten hat wenig mit „effizient arbeiten“ zu tun.

    2) Griechenland ist nicht nur mit aktuell ca. 150 Prozent BIP-Verschuldung das in Europa am stärksten verschuldete Land. Mit ca. 10,5 Prozent Neuverschuldung in 2011 (ca. 10,5 % in 2010, 15,5 % in 2009) ist der Haushalt unverändert Lichtjahre von einer Ausgeglichenheit entfernt.

  2. Thomas
    16. Dezember 2011, 10:43 | #2

    Als ehemaliger DDR Bürger kann ich Ihnen versichern, dass dieser Artikel der damaligen Propaganda der Zeitung „Neues Deutschland“ in nichts nachsteht. Er strotzt nur so von kommunistischen Mief.

    Nicht falsch verstehen, aber das griechische Volk wird nun unsanft aus den schönen Träumen geholt und wird gezwungen der WARHEIT ins Gesicht zu blicken.
    Und diese Warheit lautet:

    1. Der gemeine Grieche ist faul, denkt aber er ist fleissig (er sitzt zwar täglich 8h auf einem Bürostuhl hat aber nix zu tun oder tut von sich aus nix)

    2. Der gemeine Grieche ist ein notorischer Betrüger, Fälscher, Steuerhinterzieher der denkt er sei ehrlich, weil die „anderen“ doch viel schlimmer sind. („Die hinterziehen 100.000€ pro Jahr ich doch nur 10.000€ das steht mir doch zu, und dass mein Vater schon 10 Jahre tot ist geht doch keinen was an kann doch nix dafür wenn die Rente weiter bezahlt wird…)

    3. Der gemeine Grieche wird sich NIE ändern.

    4. Das Zitat von Lord Byron „Griechen sind Türken, die sich für Italiener halten“ stellt mittlerweile eine Beleidigung für jeden Türken dar.

  3. Mark
    16. Dezember 2011, 17:35 | #3

    Frau Lori Keza scheint ja besonders wenig von Wirtschaft zu verstehen.

    Die Griechen haben noch nicht für den eigenen Wohlstand gearbeitet. Das Zwillingsdefizit von Staatshaushalt und Leistungsbilanz spricht da deutliche Worte.

    Dieses Zwillingsdefizit muß und wird verschwinden. Entweder durch Strukturanpassungen (z.B. Absenkung der Löhne, Verwaltung reformieren, etc..) oder durch Bankrott.
    Wer Bankrott ist muß seine Defizite sofort ausgleichen. Da erfolgt die Sturkturanpassung auch über die massive Absenkung des Lebensstandards.

    Ich denke die Griechen werden es nicht aus eigener Kraft schaffen. Die Vergiftung der Köpfe mit sowjetischen/kommunistischen Ideen ist sehr weit verbreitet.

    Die einzige Hoffnung ist das Ausland. Nur von außen können Veränderungen erzwungen werden die dann die produktiven Griechen wieder nach vorne bringen und die korrupten/faulen in den Mülleimer der Geschichte schieben.

  4. Der Patriarch
    16. Dezember 2011, 22:14 | #4

    Johann Wolfgang von Goethe war ein großer Griechenland-freund. Ich frage mich ob er bei seinen Studienreisen durch GR den Zauberlehrling geschrieben hat. Des Hellenen Schicksal endetet in allen Epochen immer mit dem Satz. “ Die Geister die ich rief die werde ich nicht mehr los „

  5. bin entsetzt
    16. Dezember 2011, 22:35 | #5

    Ja ja, immer nur schnell verurteilen – dann sich wundern wenn sich das „Bild“ dreht und Menschen, die Nichtgriechisch sind, sehr kritisch beäugt werden.

    Anstatt sich wirklich an Tatsachen zu halten, nach Lösungen und der Ursache zu suchen…. da werden ganz schnell „Freunde zu Feinde“. Sobald es um die liebe Kohle geht – da ist der Charakter eines Menschen, – eines Landes – nur zweitrangig, ist sowas wünschenswert? Egal woher das Geld stammt, ob Dreck oder Blut dranklebt, das ist dann völlige Nebensache, oder nicht?
    Ich selbst nehme nicht alles in Schutz – nur, kann man ein Industrieland wie Deutschland mit Griechenland vergleichen?
    Von Anfang an war ich sehr skeptisch – ich kenne keinen Geldanleger der so sozial eingestellt ist und nicht danach die Schraubzwinge anlegt, wenn es bei der Rückzahlung nicht so klappt wie es beabsichtigt war und danach kommt das große Erwachen, kaum versieht man sich und es wird einem die Lebensgrundlage entzogen. Ich glaube, es wird oft Geld verliehen um an Güter oder andere Werte von anderen zu kommen, die die Gläubiger gerne haben möchten.
    Nur – diejenigen die jetzt für diese Schulden einstehen müssen, sind es auch diejenigen, die sie in diese Lage gebracht haben?

    Wie wir wissen, wurden Zahlen sehr wohl offen dargelegt die dann eben „in einer Schublade verschwunden sind“, hätte es sein können, dass das sonst ein schlechteres Bild für die gesamten Eurostaaten gegeben hätte?

    Im Gegensatz zu Deutschland mit ca. 85 000 000 Menschen und Griechenland mit ca. 11 000 000, ein Faktor ca. 1:8, um einen Betrag X zu erreichen, müssen die Griechen den 8fachen Betrag leisten, um an den gleichen X-Betrag wie Deutschland zu kommen…

  6. Christina
    17. Dezember 2011, 06:16 | #6

    Schon mal was von Fremdschämen gehört? Das Niveau dieser Kommentare ist unterirdisch.
    Da ist ein Oliver Storz, dessen Griechisch-Kenntnisse offensichtlich nicht hinreichen, männliche und weibliche Namen zu unterscheiden, und der sich an zwei statistischen Angaben festhält, die offenbar seine Weltsicht bestätigen sollen und die so wahr wie nichtssagend sind und mit dem Artikel eigentlich wenig zu tun haben.
    Und dann ist da noch ein „gemeiner“ Thomas, den wir offenbar besser hinter seiner Mauer gelassen hätten, damit er dort fleissig weiter seinen Rassismus pflegen kann und sich ganz bestimmt NIE ändern muss. Ein gemeiner Deutscher? Igitt, offensichtlich fehlt da was zwischen den Ohren und über der Nase.
    Lori Keza drückt aus, was die Occupy-Leute bewegt. Das klingt erst einmal hilflos und naiv, aber eure Beiträge hören sich auch nicht an, als ob ihr so viel Ahnung von Makro- und Finanzökonomie hättet. Fangt doch einfach mal mit der einfachen Frage an: Wer gewinnt? Und macht Euch einfach mal klar, dass es in Griechenland kein Hartz IV gibt, das vor dem absoluten Absturz bewahrt. Wäre schön, hier Beiträge zu finden, die davon zeugen, dass ihr auch selber DENKEN könnt.

  7. lucy sky
    17. Dezember 2011, 10:58 | #7

    @ Τhomas
    Vielleicht lebe ich in einem anderen Land. Diese Griechen so wie Sie die beschreiben, kenne ich gar nicht. Ich wohne auf einer kleinen Insel, wo viele Menschen vom Tourismus leben. Was ich beobachtet habe, ist, dass als der Euro kam, alles schlagartig teurer wurde. Z.B. das Grundnahrungsmittel Nr. 1, das Brot. Es kostete 200 Drachme, mit dem Teuro stieg es in Rekordzeit auf 2Euro. Das sind dann umgerechnet ca. 680 Drachme. Auf der anderen Seite wurde den Griechen staendig Geld angeboten in Form von guenstigen Darlehen. Was man sonst nur aus dem Fernsehen kannte oder einem von Urlaubern vorgelebt wurde, schien ploetzlich auch fuer den Griechen moeglich. Wenn wir jetzt mal bedenken, dass DE und FR den Euro um jeden Preis durchziehen wollten, obwohl sie wussten (was nachher auch oeffentlich zugegeben wurde – z.B. hoerte ich das in unzaehligen Wahlkampfdiskussionen im Fernsehen vor den letzten Landtagswahlen in NRW), dass GR seine Statistiken gefaelscht hatten (DE u. FR uebrigens auch), und man sich anschaut, wer denn letztendlich von dem „Aufschwung“ in GR profitiert hat (als ich 1997 nach GR zog, hatte ich mit meinem alten Passat das beste Auto im Umkreis, heute sieht es auf griechischen Strassen aehnlich aus wie in DE), dann kann man sehen, dass die Einfuehrung des Euro vor allem der Sicherung eines Absatzmarktes fuer deutsche Exporte diente. Dass dafuer natuerlich auch die Gehaelter anziehen mussten um die Kaufkraft zu staerken, ist selbstverstaendlich.
    Der Grieche wollte nun Europaeer werden, wie es ihm versprochen wurde. Wenige Leute sahen damals die Falle.
    Nun zu der angeblichen Faulheit:
    Leider haben die meisten die all zu „gosszuegigen“ Angebote der Banken angenommen, ihre alten Steinhaeuser renoviert, Heizungen eingebaut, sich Autos gekauft, um bald zu merken, dass bei staendig steigenden Preisen das Geld nicht mehr reicht (1L Milch kostet 1,60 Euro!!!).
    Jetzt sitzen sie ploetzlich auf ihrem Kredit und sind gezwungen, sich noch einen Zweitjob zu suchen. Welch ein Glueck, dass da Aldi und Lidl ploetzlich auftauchen und die Moeglichkeit schaffen, billig einzukaufen (ein L Milch 1 Euro). Alles freut sich und kauft im Discounter. Kleine Laeden muessen zumachen, das Geld geht abermals ins Ausland.
    Die Krise kommt und die Gehaelter werden gekuerzt. Die Selbstmordrate (und zwar konkret aus Verzweiflung wegen der ausweglosen finanziellen Lage) nimmt staendig zu.
    Ich kenne die Faulheit im Finanzamt, in anderen oeffentlichen Diensten. Doch ist dies nicht „der Grieche“. Beamte sind auch Lehrer, die 50% der deutschen Lehrergehaelter bekommen. Bei gleicher Arbeit. Die Griechen wollten doch nur auch Europaeer sein. Weil man ihnen Fortschritt versprochen hat. Sie wollen nicht z.B. 17 Stunden am Tag 7 Tage die Woche fuer 30 Euro/Tag den Sommer ueber als Kellner oder Kuechenhilfe arbeiten (es waere aber wahrscheinlich noch schwieriger, einen Deutschen fuer so eine Arbeit zu begeistern). In den Augen der Bulgaren, die dieses Angebot gerne ergreifen, da sie in 3 Monaten mehr verdienen als in BG das ganze Jahr ueber und sie sich dort damit richtig was leisten koennen, sind die Griechen bestimmt faul.
    Hier auf unserer Insel gibt es viele Selbstaendige. Es konnten sich noch kleine Lebensmittellaeden halten, weil es sich fuer grosse Supermarkt-Ketten bei 1000 Einwohnern nicht rentiert. Da wir auch nicht staendig zum Einkaufen von der Insel koennen (das kostet dann auch nochmal 30 Euro Faehre), muessen wir noch mehr Geld fuer Lebensmittel lassen. Die, die das ganze Jahr hier Arbeit haben, wie Lebensmittellaeden, Metzger, Fischer,… muessen 7 Tage die Woche arbeiten. Hier kann man auch Sonntags einkaufen. Meine Arbeitszeit sind die 17 Stunden/Tag waehrend der Saison. Das allein reicht kaum. Aussehalb der Saison ist es schwierig, Arbeit zu finden.
    Der Grieche ist auch nur ein Mensch. Warum hat der Deutsche das Recht auf hoehere Gehaelter, Sozialhilfe, Kindergeld, Arbeitslosenhilfe, aber der Grieche wird verurteilt, weil er auch moderner Europaeer sein wollte. Viele Griechen haben es satt, als faule Nutzniesser dargestellt zu werden und wollen sowieso die Drachme zurueck haben. Sie wollen kein Geld von deutschen Steuern. Niemand will das hier.
    Es ist verdammt wichtig, Vorurteile aus dem Weg zu raeumen und nicht gleich draufzuhauen.
    Ich schreibe hier nicht, um irgendwen zu kritisieren. Ich moechte zeigen, dass die Wahrheit manchmal etwas anders aussieht, als es zuerst scheint oder als es von den Medien vermittelt wird.
    Ich faende es gut, wenn ein vernuenftiger Dialog entstehen koennte ohne Schuldzuweisungen. Wenn der Grieche wirklich so wenig zum Europa passt, vielleicht wegen anderer Mentalitaet, dann sollte er doch die Chance bekommen, wieder seine eigene Waehrung und seine eigenen Gesetze zu haben. Was hilft es, auf ihm rumzuhacken?

  8. Der Patriarch
    17. Dezember 2011, 10:59 | #8

    Ich weis nicht in welchem Realismus manche Schreiber hier leben. Als Grieche der in Deutschland Unternehmer ist.
    und von GR aus die meiste Zeit arbeitet kann ich aus Erfahrung Vorort berichten.
    Immer wieder musste ich mir die eindimensionalen Ansichten der in GR & D lebenden Menschen anhören.
    Auf einer Bürgerversammlung habe ich mich zu Wort gemeldet und gefragt ob jemand Interesse hätte mit meinem
    Unternehmen eine Produktion in unserer Kleinstadt aufzubauen. Wir sprechen von 30 Arbeitsplätzen.
    Die Bedingungen waren – wir bezahlen ordentlich Steuern und Korruption kommt nicht in Frage.
    Wir haben eine Projektgruppe gegründet – wir hatten eine Masterplan – die Aufgaben wurden an die Beteiligten
    übergeben – Immer Freitags war Lagebesprechung – am Anfang waren 12 Griechen 15 Meinungen nach kurzer Zeit nicht mehr – Alles begann sehr hoffnungsvoll – Die ersten Mitarbeiter wurden zur Einarbeitung nach D eingeladen. Die Beamten der Stadtverwaltung waren höflich und kompetent und sehr schnell mit allen Papieren behilflich – Nur beim Finanzamt kamen wir nicht weiter – vom ersten Tag wollten wir so schnell wie möglich eine Alfa / Afimi – ohne diese konnten wir nicht mit der Arbeit beginnen. Ich habe der Projektgruppe 6 Monate Zeit gegeben alle Probleme aus dem Weg zu räumen. Eine Bedingung bei der Personalsuche war nicht mehr als 5 Mitarbeiter aus einer Familie. In dieser gesamten Zeit ist mir kein einziger fauler Grieche begegnet – Das Ende kam nach 12 Monaten – 20.000 Euro Vorfinanziert und nichts erricht. – geltende Gesetze wurden immer wieder geändert oder waren nicht zu verstehen – Alle Beteiligten haben eingesehen das wir nichts geschaffen haben außer Streit und die Erkenntnis im eigenen Land nichts erreichen zu können. Übrigens Hilfe gab es von keiner einzigen Behörde. Heute produziere ich in Kroatien.

  9. miks
    17. Dezember 2011, 11:59 | #9

    @Thomas
    griechen sind weder türken noch wollen sie italiener sein! die griechen sind seit 5000jahren griechen!ich empfehle den „neunmalklugen“ usern ein ordentliches geschichtsbuch!

  10. bin entsetzt
    17. Dezember 2011, 12:53 | #10

    @ Christina
    Finde ich gut was Du geschrieben hast, es ist so leicht zu verurteilen wenn sie nicht selbst betroffen sind und vom deutschen Staat aufgefangen werden, selbst – wenn sie es selbst verschulden (z.B. Null Bock auf Arbeit…… – Ausnahmen bestätigen die Regel natürlich) – sie sollten sich überlegen wie es ist, keine Arbeit zu bekommen, weil einfach keine da ist.

    Warum ist es heutzutage „so menschlich und normal“ geworden –
    sobald Menschen weniger als andere haben,
    daß sie als „Versager“ abgestempelt werden und diese arme Menschen dann meist nicht mal die Chance bekommen, diese Situation ändern zu können. Und dann noch der Spott von anderen Menschen, die meinen „ihnen könnte das ja niemals passieren“ –
    was für eine hohe Selbsteinschätzung und Stolz sie doch haben………
    ich bezeichne eher diese Menschen die so über andere herabsehen und verspotten als schwach und unfähig, weil sie nicht in der Lage sind, sich in die Lage der wirklich armen Menschen versetzen zu können.

  11. Ottfried Storz
    17. Dezember 2011, 14:19 | #11

    @Christina:
    Die zentrale Frage und Behauptung des Artikels war
    (Zitat) „Werden Griechenland und die übrigen peripheren EU-Staaten die neuen Metöken stellen, die Aufschwung und Wohlstand der dominanten Partner gewährleisten sollen?“

    Sorry, aber das ist Unsinn.
    Wie sollen die Miniländer Griechenland, Irland und Portugal „Aufschwung und Wohlstand der dominanten Partner gewährleisten “ ?!? Wenn 0,x Prozent der EU-Bevölkerung für 40% weniger arbeitet, soll dies angeblich den Wohlstand der dominanten Partner gewährleisten ?!?!?

    Das Gehaltsniveau in Griechenland ist relativ zur Effizienz um gut 30-40 Prozent zu hoch. Es muss allgemein runter. Ein Griechenlandproblem: Der Mindestlohn ist landesweit gleich hoch. in Athen würdest du damit nicht leben können, auf dem deutlich billigeren Land hingegen deutlich einfacher.
    Typisch Griechenland jedoch: Wegen der starken Gewerkschaften und des Widerstands geht man zuerst an den Mindestlohnbereich. Der bringt zwar kaum etwas, ist aber der Bereich, wo der Widerstand am geringsten ist.

    Auch diesem Artikelteil kann ich nur beipflichten:
    (Zitat) „Lasst es uns anders sagen: es erfolgt keinerlei ernsthafte Bemühung um den Zufluss von Kapital von Schuldnern des Fiskus, das kostspielige Militär wird nicht abgeschafft, es erfolgen keine Veräußerungen von denen, welche das staatliche Vermögen unbeschadet lassen, es wird kein Fast-Track für mittlere Investitionen etabliert. Stattdessen ..(Mindestlohnkürzung) „.

    Überschrift, Artikelbeginn und die übliche Troikabeschimpfung sind jedoch total daneben.

    Kritisiert werden müssten die Regierungsparteien bzw. die Regierung für all dies, nicht die Troika. Die Troika hat x-Mal den prioriäten Abbau und Effizienzsteigerung der Verwaltung und deutlich schärfere Steuerhinterziehung angemahnt.

  12. Metoikos
    17. Dezember 2011, 18:10 | #12

    Ich sag ja immer: die Sch…e ändert sich, aber die Fliegen bleiben gleich.
    „Wer gewinnt?“ Schäm schäm schäm, fremd fremd fremd…lol
    „Lasst es uns zugeben. Die meisten von uns haben keinen blassen Schimmer von Wirtschaft.“
    …“wir sagten nicht, dass wir nicht verschuldet sind, wir weigern uns nicht, die Schulden zurückzuzahlen.“
    “Man kann die Realität ignorieren, aber man kann nicht die Konsequenzen der ignorierten Realität ignorieren” – Ayn Rand, 1905-1982
    „Alles was Sozialisten von Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“ – Konrad Adenauer
    “Wer in der Demokratie die Wahrheit sagt, wird von der Menge getötet.” – Platon
    „In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht“ – Kurt Tucholsky …und in GR wird er zum Verursacher!
    „Der Reiche hat die Armen in seiner Gewalt; wer sich Geld leiht, wird zum Sklaven seines Gläubigers.“ – Sprüche 22:7
    „Scherz ist die drittbeste Tarnung, Die zweitbeste: Sentimentalität. Aber die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Komischerweise. Die glaubt niemand“ – Max Frisch

  13. Pankraz
    18. Dezember 2011, 01:23 | #13

    Thomas :Als ehemaliger DDR Bürger kann ich Ihnen versichern, dass dieser Artikel der damaligen Propaganda der Zeitung “Neues Deutschland” in nichts nachsteht. Er strotzt nur so von kommunistischen Mief.Nicht falsch verstehen, aber das griechische Volk wird nun unsanft aus den schönen Träumen geholt und wird gezwungen der WARHEIT ins Gesicht zu blicken. Und diese Warheit lautet:1. Der gemeine Grieche ist faul, denkt aber er ist fleissig (er sitzt zwar täglich 8h auf einem Bürostuhl hat aber nix zu tun oder tut von sich aus nix)2. Der gemeine Grieche ist ein notorischer Betrüger, Fälscher, Steuerhinterzieher der denkt er sei ehrlich, weil die “anderen” doch viel schlimmer sind. (“Die hinterziehen 100.000€ pro Jahr ich doch nur 10.000€ das steht mir doch zu, und dass mein Vater schon 10 Jahre tot ist geht doch keinen was an kann doch nix dafür wenn die Rente weiter bezahlt wird…)3. Der gemeine Grieche wird sich NIE ändern.4. Das Zitat von Lord Byron “Griechen sind Türken, die sich für Italiener halten” stellt mittlerweile eine Beleidigung für jeden Türken dar.

    Hört, hört!
    Offensichtlich wäre es besser gewesen, man hätte die Mauer wieder hochgezogen, damit Personen wie sie niemals in den Genuß der Meinungsfreiheit gekommen wären. Auch sie sollten der Wahrheit ins Gesicht sehen, denn es gilt nicht nur zu zu meinem Bedauern leider immer noch das treffende Zitat von Winston Churchill über die Befindlichkeit des “gemeinen Germanen“: “Man hat Sie (die Deutschen) entweder an der Gurgel oder zu Füßen.“ Augenblicklich hat ihn, den “gemeinen Germanen“ wohl ganz Europa an der Gurgel, denn mit seiner aggressiven Wirtschaftspolitik und dem stumpfen Populismus mancher Käseblätter und ihrer Anhänger drückt er nahezu alles an die Wand. Und auf den gemeinen Griechen, auf den haut er besonders gerne ein, denn er ist ruiniert, er kann sich nicht wehren, es gibt ihn nur 10 Millionen mal und er lebt in einem kleinen unbedeutenden Land. Für den verwöhnten Leistungsfetischisten aus ‚Germania Perfekta‘ also eher uninteressant. Aber zum Draufkloppen eignet er sich, der Grieche. Und wer weiß, vielleicht erfinden Leute wie sie einfach mal die Geschichte neu? Denn wer ökonomisch am Boden liegt, dem kann man auch die Identität nehmen, gell?
    Wollen wir nur hoffen, dass diese ökonomische und mediale Populismus nicht zur Retourkutsche wird, denn wer den anderen die Luft zum Atmen nimmt und somit kein Geld mehr für seine Produkte einnimmt, der steht vielleicht ganz schnell ziemlich dumm und nackt da. Und dann können wir wohl davon ausgehen, dass wir den “gemeinen Germanen“ wieder zu Füßen haben, ja?

    Übrigens habe ich ja schon mal hier und da gearbeitet und stellen sie sich vor: ich habe Deutsche gesehen, die sitzen 8h faul auf ihrem Bürostuhl und sie trinken Kaffee und sie tratschen und leisten………………………..eigentlich nichts. Es gibt sogar deutsche Politiker, die leisten……..nichts! Es ist auch nicht davon auszugehen, dass sie sich ändern werden, denn dafür sind einfach die Muskeln nicht mehr genügend trainiert, das Gewebe sehr schlaff, die Knochen schon ziemlich morsch und das Gehirn zu trocken.
    Und in manchen Kreisen tratschen sie sogar darüber, wie man am besten Steuern hinterziehen und sein Geld möglichst unauffällig ins asiatische Steuerparadies transferieren kann. Ts, ts, also so was!

    Auch Ihnen einen besinnlichen 4. Advent! 🙂

  14. Ralf
    18. Dezember 2011, 10:58 | #14

    @ Lucy Sky

    Vielen Dank für diesen guten und ausgewogenen Beitrag. Wahrscheinlich das Beste was ich hier bisher gelesen habe und so nahe an der Wirklichkeit!
    Ich freue mich, dass auch viel griechische Selbstkritik mit dabei war, da der gemeine Grieche dies nur selten hier in Worte fassen kann.

    @ Der Patriarch

    Vielen Dank auch für Ihren Beitrag! Heute hat es sich einfach mal gelohnt diesen Blog aufzurufen, den ich übrigens täglich besuche!

    Solche Qualität müßten wir hier öfters lesen, aber leider ist auch viel so Schmarn, wie die von Thomas und Mark dabei.

    Schade ist nur, dass eben nur durch solch schlechte Beiträge eine so ausgewogene Antwort erzielt werden konnte.

  15. Ottfried Storz
    18. Dezember 2011, 17:24 | #15

    @Lucy Sky:
    Mit deiner Behauptung, das DURCH die Euro-Einführung „alles schlagartig teurer wurde“ ist statistisch unzutreffend. Die Inflationsrate in Griechenland lag von 1970 bis 1995 zwischen 10 und 30 Prozent. Von 1995 bis Euro-Einführung bei über 6 Prozent, danach unter 5 Prozent.

    Weltweit verteuert haben sich im letzten Jahrzehnt insbesondere die Energiepreise – und viele andere Rohstoffpreise, wie auch der Getreidepreis, so dass weltweit die Brotpreise deutlich stärker als die Inflationsrate stiegen.
    Dieser Preisanstieg hat jedoch überhaupt nichts mit dem Euro zu tun.
    Als Beleg z.B. diese Statistik, es gibt jedoch Dutzende ähnlicher Statistiken:
    http://de.global-rates.com/wirtschaftsstatistiken/inflation/verbraucherpreisen/vpi/griechenland.aspx

    Weitaus wichtiger ist jedoch die Entwicklung der inflationsbereinigten Nettolohnentwicklung. Diese sind nach Euro-Einführung in Griechenland sehr deutlich stärker angestiegen.
    D.h. die Griechen haben von 2002 bis 2010 deutlich mehr verdient, als in der Vorzeitraum.

    Ein erneuter Wechsel auf die Drachme ist ebenfalls keine Alternative, weil unverändert auch nach 50 Prozent Schuldenerlaß hohe Kredite in dann viel höher bewerteten Euro existieren würde. Die Drachme läge nach Einschätzung aller Fachleute zwischen 40 und 60 Prozent UNTER dem Euro, bei gleichbleibender Höhe. D.h. die griechischen Löhne wären in wenigen Monaten auf Euro-Basis nur noch halb so hoch. Da Griechenland jedoch kaum noch produziert, wären alle importierten Güter (Rohstoffe !, Fahrzeuge, Maschinen, Lebensmittel etc) plötzlich doppelt so teuer.

  16. lucy sky
    19. Dezember 2011, 08:06 | #16

    @Ottfried Storz
    Sie haben vollkommen Recht mit der Inflation. Doch wollte ich beschreiben, wie es fuer den einfachen Griechen war. Dadurch, dass die Waehrung nicht mehr abgewertet werden konnte, ging die Inflationsrate zurueck. Aber genau dadurch wurde hier alles fuehlbar teurer. Ich rede nicht von theoretischen Zahlen, ich beschreibe das Leben in Griechenland (also das, worauf es ankommt). Satistiken und Zahlen kann man nicht essen. Ich will es mal so sagen. Die Inflation wollte so weitermachen wie zuvor, wurde aber im Euro festgehalten. Das ging ganz schnell. Das kann jeder Urlauber bestaetigen. Billiger Griechenlandurlaub war auf einmal nicht mehr drin.
    Klar sind auch die Gehaelter gestiegen (waere dem nicht so, haette DE nichts vom Euro inGR gehabt), aber nicht ganz so wie die Lebenshaltungskosten. Das ist (neben abschreckender Steuerpolitik und Oeffnung des Marktes fuer China) auch ein Grund dafuer, dass GR seit dem Euro noch weniger produziert bzw. dass die griechischen Produkte ueberteuert sind. Es gibt sogar Menschen, die genau diese Entwicklung vorausgesehen haben ;-). Zur Einfuehrung des Euro habe ich (obwohl von Wirtschaft kaum Ahnung) diese Bedenken mehrfach geaeussert.
    Ich habe auch keine Loesung parat (sonst waere ich Oekonom und wuerde irgendwann vielleicht mal den Nobelpreis kriegen), ich moechte nur zeigen, dass den gemeinen Griechen KEINE Schuld trifft, ausser der, nur den Kaese aber nicht die Falle gesehen zu haben.

  17. Ottfried Storz
    26. Dezember 2011, 22:09 | #17

    Letztlich ist all dies egal, denn Griechenland ist nicht reformfähig – und damit auch dauerhaft ökonomisch tot.
    Stattdessen Parteienstreit um Ideologielappalie und Besitzstandwahrungsfechte, Linke mit Denken der 70er (wie der Autor oben), „früher-war-fast-alles-besser“-Gefasel oder typisch griechischen Verschwörungstheorien.

    In den letzten zwei Jahren ist Griechenland in allen relevanten Punkten kaum weitergekommen: Weder Privatisierung, noch Verwaltungsvereinfachung und -effizienzsteigerung, noch Beamtenabbau, Ständeabbau, Korruptionsabbau, Beschlagnahme von illegalen Vermögen etc etc etc.
    Das einzige, was im Wochentakt kommt, sind neue und oder höhere Steuern.
    Dieses Griechenland ist nicht reformierbar und wird daher wirtschaftlich bald auch von Bulgarien, Rumänien und anderen Staaten überholt.

    Empfehlenswert diese aktuelle Zustandsbeschreibung:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,805502,00.html

    „Wie sehr das Reformtempo unter Papademos erlahmt ist, wird an vielen Stellen deutlich:
    Das Privatisierungsprogramm ist völlig zum Erliegen gekommen. Bis 2015 soll Staatsbesitz für 50 Milliarden Euro verkauft werden, bislang sind lediglich 1,7 Milliarden Euro erlöst worden. Begründung: Man wolle erst den Anleihentausch über die Bühne bringen.
    Die Öffnung der geschlossenen Berufsgruppen ist weiterhin nicht vollzogen.
    Der Stellenabbau im Staatsapparat ist ein Fiasko: Statt wie geplant 30.000 werden bis Ende 2011 nur rund tausend öffentliche Angestellte in eine sogenannte Arbeitsreserve verschoben.
    Behörden werden nur schleppend zusammengelegt oder aufgelöst.
    Die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung verzögert sich, ebenso wie die des maroden Gesundheitssystems.“

  18. Medley
    29. Dezember 2011, 18:15 | #18

    @ lucy sky

    „Wenn wir jetzt mal bedenken, dass DE und FR den Euro um jeden Preis durchziehen wollten“

    Frankreich wollte den Euro um jeden Preis durchziehen, um so mehr wirtschafts- und währungspolitische Macht(in Europa) zu haben. Schon vergessen, dass der Herr Mitterand den Herrn Kohl mit der Forderung erpresst hatte, dass er nur zur Wiedervereinigung seinen Segen gibt, wenn Deutschland seine Mark her-, bzw. aufgibt?

    „heute sieht es auf griechischen Strassen aehnlich aus wie in DE), dann kann man sehen, dass die Einfuehrung des Euro vor allem der Sicherung eines Absatzmarktes fuer deutsche Exporte diente. “

    Deutschland expotiert seinen Güter auf einen Weltmarkt mit 7 Milliarden Menschen. Griechehland hat 11 Millionen Einwohner und ist daher viel zu unbedeutetnd, als das solche Erwägungen bei er Einführung des Euro bei uns eine Rolle gespielt hätten. Zudem konnte die deutsche Automobilindustrie ja garnicht wissen, ob die Griechen nun ausgerechnet deutsche Premium-Fahrzeuge bevorzugen oder nicht doch vielmehr französiche, italienische oder japanische Kleinwagen.

    „Warum hat der Deutsche das Recht auf hoehere Gehaelter, Sozialhilfe, Kindergeld, Arbeitslosenhilfe…?“

    Löhne sind immer !!! an die Produktivität des Tätigen gekoppelt. Und deutsche Arbeitnehmer haben nunmal einen höhere !!!betriebswirtschaftliche!!!! Produktivität und daher auch ein „Recht auf hoehere Gehaelter, Sozialhilfe, Kindergeld und Arbeitslosenhilfe.“ Bitte aber Produktivität nicht zwingend mit Fleiss verwechseln. Wenn ein Schneider vor 200 Jahren für einen Anzug 2 Wochen benötigte, so war er nämlich mitnichten fauler als eine angelernte Hilfskraft, die heutzutage eine Machine betätigt, die in der Zeit 5000 Anzüge herstellt. Daher erhält die heutige Hilfskraft auch, von der Kaufkraft her gesehen, einen viel höheren Lohn als der damalige hochqualifizierte facharbeitende Schneidergeselle.

    ————————

    @Christina #6

    „Fangt doch einfach mal mit der einfachen Frage an: Wer gewinnt?“

    NEIN!!! Fangt doch einfach mal mit der einfachen Frage an: Wer verliert?

    Richtig! Vornehmlich doch wohl die Investoren, die nun jeden Tag bibbern und bangen müssen, ob sie denn ihr verliehenes Geld, sprich ihr EIGENTUM!!! auch jemals wieder vollständig haircutfrei zurückbezahlt bekommen. Würden sie jemand ihr Erspartes verleihen, wenn sie Angst hätten, ob sie es auch wieder zurückerhalten? Na? Sehn sie. Eben drum!

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