Kürzungen bei Sozialleistungen, Renten, Gesundheitswesen in Griechenland

6. Oktober 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 1.699

Der Vorentwurf des Haushaltsplans 2012 in Griechenland sieht unter anderem weitere rigorose Kürzungen bei Renten, Sozialleistungen und im Gesundheitswesen vor.

Der Vorentwurf des griechischen Haushaltsplans für das Jahr 2012 sieht neue Kürzungen vor, von denen Einsparungen in Höhe von schätzungsweise 2,32 Mrd. Euro während der letzten Monate des Jahres 2011 und des gesamten Jahres 2012 hauptsächlich auf dem Sektor der Gesundheitsversorgung und des Sozialwesens erwartet werden.

Konkret wird mit Einsparungen von 740 Mio. Euro aus der Kürzung der Haupt- und Zusatzrenten, 1,1 Mrd. Euro aus der Kürzung der Gehälter auf dem öffentlichen Sektor mittels der neuen Besoldungsordnung, 280 Mio. Euro aus der Aussetzung der Zahlung außerordentlicher Leistungen an die Bediensteten der Justiz und gerade einmal 200 Mio. Euro aus der Zwangsbeurlaubung öffentlicher Bediensteter (2012) erwartet.

Neue Steuererhöhungen und weiterer Abbau des Sozialstaats

Für das Jahr 2012 erreicht die Summe aller Interventionen (neuer und bekannter Maßnahmen des mittelfristigen volkswirtschaftlichen Rahmenprogramms) 2,41 Mrd. Euro und liegt eindeutig weit hinter den Steuermaßnahmen zurück, die sich auf über 3,6 Mrd. Euro belaufen. Die größten Kürzungen finden mit insgesamt 1,58 Mrd. Euro auf dem Sektor des Sozialstaats statt.

Die vorgesehenen Einsparungen bei den Ausgaben der Versicherungsträger und allgemeiner bei dem sozialen Etat erreichen 1,033 Mrd. Euro. Aus der Kürzung der Beihilfen und des Katalogs der Berechtigten der Arbeiterwohlfahrt (OEE), des Trägers für sozialen Wohnungsbau (OEK) und vor allem des Arbeitsamts (OAEED) und anderer sozialer Beihilfen wird ein „Nutzen“ von 250 Mio. Euro erwartet.

Aus der Erhebung einer Sonderabgabe von 8% zu Lasten der unter 60-jährigen Rentner für Bezüge von über 1.700 Euro und der Erhöhung der Solidaritätsabgabe auf Renten von über 1.700 Euro erwartet das Finanzministerium Einsparungen in Höhe von 88 Mio. Euro und aus der Kürzung der Rentenleistungen der Kasse der Seeleute (NAT) um 6% etwa 50 Mio. Euro.

Kürzung der Sozialleistungen um mehr als 1,5 Milliarden Euro

Die nach der Beschneidung des Sozialetats um weit über eine 1,5 Mrd. Euro zweithöchsten Einsparungen werden mit 414 Mio. Euro aus der Reorganisation des öffentlichen Sektors erwartet, einschließlich der „Arbeitsreserve“ (Zwangsbeurlaubung) und „Reduzierung der Personalkosten“, die schätzungsweise 200 Mio. Euro einbringen sollen.

Aus der Reduzierung der Lohnkosten werden für 2012 Einsparungen in Höhe von 370 Mio. Euro erwartet. Die Hauptlast wird auf die Reduzierung der Lohnkosten mit Einschränkung der Einstellungen mittels Umsetzung der Regel 1:10, also zehn Ausscheidungen für jede Einstellung gelegt.

Aus der Reduzierung der staatlichen Betriebskosten sind Einsparungen in Höhe von 83 Mio. Euro vorgesehen, wobei sich die Basismaßnahme auf die Realisierung der elektronischen Lieferantenplattform (E-Procurement) für alle öffentlichen Belieferungen bezieht. Einsparungen in Höhe von 200 Mio. Euro werden schließlich auch bei den Rüstungsprogrammen erwartet.

Details des griechischen Spar-Etats 2012

In Einzelheiten erwartet das Finanzministerium auf dem Niveau der Einsparung von Ausgaben die nachstehenden Resultate:

Beschreibung der Interventionen und Maßnahmen 2011
(Mio. €)
2012
(Mio. €)
Rationalisierung der Lohnkosten 641 370
Eindämmung der Lohnkosten durch Einschränkung der Einstellungen (Umsetzung der Regel 1:10 für 2011 und 1:5 bis 2015), Aussetzung der Gehaltsreifungen, bessere Nutzung des personellen Potentials usw. 271 109
Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit von 37,5 auf 40 Stunden und Reduzierung der Kosten für Überstunden, weitere Reduzierung der vergütungsberechtigten Ausschüsse und anderer Zusatzvergütungen 100 170
Reduzierung der mit befristeten Verträgen Beschäftigten (um 50% im Jahr 2011 und um 10% in jedem Folgejahr) 262 35
Umsetzung von Programmen freiwilliger Teilzeitbeschäftigung und unbezahlten Langzeiturlaubs auf dem öffentlichen Sektor 8 56
Reduzierung von Betriebskosten 182 83
Reduzierung der Bezuschussung des Presseversands 12 11
Einbehaltung von 11% der öffentlichen Betriebskosten (ausgenommen unflexibler Ausgaben wie Staatsbetriebe, Mieten, Reinigungsdienste) 130 0
Reduzierung der Kosten für Belieferung der Griechischen Bank 40 0
Realisierung der elektronischen Lieferantenplattform (e-procurement) für alle öffentlichen Belieferungen 0 42
Rationalisierung öffentlicher Aufwendungen (Energie, Telekommunikationen, Anmietung von Immobilien) und vollständige Umsetzung des integrierten Informationssystems (OPS) 0 30
Abschaffungen / Fusionen von Trägern und Reduzierung von Subventionen 304 150
Reduzierung der Fördermittel an Träger außerhalb der allgemeinen Regierung 233 50
Aktionspläne zur Abschaffung und Zusammenlegung allgemeiner Regierungsträger und Reduzierung der Fördermittel 71 100
Reorganisation öffentlicher Unternehmen und Organismen 0 414
Stützung der Einnahmen der Verkehrsträger und anderer öffentlicher Unternehmen und Organismen 0 0
Pläne zur Reorganisation öffentlicher Unternehmen und Träger 0 119
Veräußerung strategischer Aktivitäten 0 25
Reduzierung der Personalkosten 0 200
Reduzierung bei Betriebskosten und Einsparungen aus Abschaffungen oder Zusammenlegungen von Aktivitäten 0 70
Reduzierung der Rüstungskosten 0 200
Reduzierung der Betriebskosten 0 0
Einsparungen aus dem Rüstungsprogramm (davon sind 600 Mio. €, die sich auf die Jahre 2012, 2013 und 2015 beziehen, bei dem Grundszenarium berücksichtigt worden und werden aus diesem Grund nicht der Summe der Interventionen hinzugerechnet) 0 200
Einsparung von Kosten und Verbesserung der Resultate des Gesundheitssektors 50 214
Sonderabgabe auf Unternehmen, die von dem Rauchverbot befreit werden 40 0
Steigerung der Einnahmen der Krankenhäuser mittels (I) Sondervereinbarung über die Erbringung von Leistungen an private Versicherungsgesellschaften, (II) Belastung von Ausländern für Leistungen und (III) Einschränkung der Leistungen an Unversicherte 10 30
Neu Gesundheits-Charta 0 64
Zentrales System für die Belieferung von Krankenhäusern und Fakturierung ärztlicher (Be-) Handlungen 0 50
Inbetriebnahme eines nationalen Trägers primärer Gesundheitsversorgung 0 70
Rationalisierung der ärztlichen und pharmazeutischen Aufwendungen 230 337
Digitalisierung und Kontrolle handschriftlicher Rezepte und Ausweitung des Systems der elektronischen Rezeptausstellung 35 173
Erweiterung der Liste nicht verschreibungspflichtiger bzw. -fähiger Medikamente 30 10
Neu Preispolitik für Medikamente (2011) 100 -70
Einführung des Garantiepreises für Medikamente 65 224
Reduzierung der Aufwendungen der Sozialversicherungsträger (OKA) und Rationalisierung sozialer Aufwendungen 863 1.033
Rationalisierung der Beihilfen und des Katalogs der Leistungsberechtigten von OEE – OEK und OAED und anderer Sozialleistungen 270 250
Strenge Überprüfung und Datenrecherche zur Umsetzung der Kriterien für die Gewährung von Rentenzahlungen und und Beihilfen 215 160
Reduzierung der Abfindung an Rentner analog zu den Beiträgen 165 -65
Angleichung der Zusatzrenten 50 370
Erhebung einer Abgabe von 8% zu Lasten von Rentnern im Alter von unter 60 Jahren für Beträge von über 1.700 €, unter Ausnahme jener, die von Rechts wegen entlassen wurden (z. B. Bedienstete des Militärs, der Sicherheitskräfte usw.) und Erhöhung der Solidaritätsabgabe auf Renten über 1.700 Euro 88 88
Einschränkung der Aufwendung der Kasse für Seeleute (NAT) für Renten (Reduzierung um 6%) 50 50
Strengere Überprüfungen der Kataloge der berechtigten Empfänger von Behindertenrenten 25 80
Kürzungen bei den Hauptrenten der OGA und Mindestrenten anderer Versicherungskassen und Verschärfung der Kriterien der Berechtigten auf Basis des dauerhaften Wohnsitzes 0 100
Bewertung und Rationalisierung sozialer Programme 0 0
Reduzierung der Subventionen für TAP – OTE 0 0
Rationalisierung der Aufwendungen der Träger der lokalen Selbstverwaltung 150 250

(Quelle: To Vima)

  1. AfypnisiTwra
    6. Oktober 2011, 06:13 | #1

    Warum nur lese ich in dieser Liste nicht auch so was wie
    „Reduzierung der unverschämt hohen Bezüge der 300 Parlamentarier“ oder „Streichung zumindest einiger Privilegien der Parlamentarier, Minister etc.“?
    Oder „Kontrolle des ins Ausland verbrachten Kapitals und ggf. Besteuerung des Selben“ und „Erhöhung der Steuern auf Privatjachten“?

    Wir kämpfen hier langsam mit dem Problem, täglich was zu essen auf dem Tisch zu haben, während in den Häfen Jachten parken, die in eine ganz andere Welt zu gehören scheinen als in die, in der wir leben, während die 300 Jungs im Parlament in immer neuen Armani-Anzügen rumlaufen und deren Kinder an teuren Unis im Ausland studieren, während unserer Kinder nicht mal mehr Bücher in den Schulen haben!!!

    Liebe Landsleute, schuat genau hinn, was hier bei uns in Hellas abläuft, denn ich bin davon überzeugt, dass ihr hier die Vision eurer eigenen Zukunft live miterleben könnt. Es ist nicht die Frage nach dem OB, nur noch nach dem WANN …

  2. Romanus
    6. Oktober 2011, 10:41 | #2

    @ AfypnisiTwra

    Absolut richtig.

  3. Homer
    6. Oktober 2011, 11:19 | #3

    @ AfypnisiTwra

    Solange genau diese von ihnen genannten Hauptprobleme nicht angegangen werden, solange wird Griechenland auch keine Zukunft mehr haben. Die Frage, warum hier nicht effizient nachgehakt wird, liegt doch auf der Hand: die Politik – und das schließt alle Parteien mit ein – ist heillos in eben diese Machenschaften verstrickt; eine Offenlegung dieses Sumpfes aus Korruption, Günstlingswirtschaft und Steuerbetrug würde für weit über 90 Prozent der gr. Politiker einer Selbstanzeige gleichkommen. Die Konsequenzen daraus wären wohl katastrophal und würden den Resten der ohnehin schon angeschlagenen Demokratie den Todesstoß versetzen. Was danach kommt, möchte ich mir lieber nicht ausmalen. Allerdings sehe ich auch keine Alternative dazu, den kompletten politischen Apparat auszutauschen und Griechenland rein verwaltungstechnisch und ordnungspolitisch gesehen endlich ins 21. Jahrhundert zu befördern. Pasok und ND, das ist wie die Wahl zwischen Pest und Cholera! Dieses Land hat soviel zu bieten, jedoch erstickt es sich selbst, da man die Geschicke unfähigen Egomanen anvertraut hat, die ihrem Götzen, dem Kapitalismus, auf fast schon krankhafte Weise huldigen und die Selbstbereicherung zur Wissenschaft erhoben haben. Es wird Zeit, dass der Grieche und die Griechin aufwachen und sich ihr Land zurückerobern. Es gibt so viele intelligente Menschen (insb. auch Griechen in der Diaspora), die dieses Land in eine goldene Zukunft führen könnten – wenn man sie nur bittet und läßt. Die Rückeroberung kann derzeit aber nur über die Straße gelingen. Alles andere – also das permanente Aufnehmen von Krediten, das Ausbluten der allerletzten Reste der Wirtschaft und der Betrug an der Jugend – sind keine Lösung. Sie verschlimmern die Lage und bieten Griechenland den Zockern und Ausbeutern auf dem Silbertablett dar. Wenn dann noch die Jugend die Flucht ergreift und ihrer Heimat den Rücken kehrt, ist Griechenland verloren…

  4. Mark
    6. Oktober 2011, 13:04 | #4

    Die nötigsten Maßnahmen in Griechenland sind meiner Meinung:
    – Aufbau eines Rechtstaates = Polizei / Staatsanwaltschaft / Gerichte müßen effizient funktionieren!!! Die jetzige Rechtstaatlichkeit in Griechenland gleicht eher der in Nigeria.
    – Rückbau des Staatswesens = Massenentlassungen von Beamten! Nicht 30.000 Frühverrentung. Sondern eher 300.000 sofort freisetzen.

    Aber, beides wird nicht passieren, PASOK & ND setzen darauf das die Troika GR durchfüttern wird und es sich deswegen nicht lohnt seine Klientel madig zu machen.
    Ich sehe auch keine Bürgerbewegung die so etwas wie die Reduzierung der Beamtenschaft fordert.
    Im großen und ganzen leben die Griechen in einem Staat der nie Ihr Staat wurde.
    Es erscheint mir das Griechenland wie ein Echo des Osmanischen Reiches fungiert, wo die Herrschenden Priviligien verteilen im gegenzug für Unterstüzung oder Geld.
    Nicht Umsonst gibt es in GR auch Familiemclans die seit ewigen Zeiten mitregieren. Ganz so wie Familiendynastien beim Sultan.
    Für Lord Byron waren die Griechen nichts weiter als Türken, die sich für Italiener halten. Dem ist eigentlich nichts weiter hinzuzufügen.
    P.S.: Ich bin Grieche.

  5. AfypnisiTwra
    6. Oktober 2011, 14:38 | #5

    @Mark,
    grundsätzlich mögen Sie durchaus recht haben, wobei ich einräumen möchte, dass die EU-Regierung dieses Land viele Jahre lang hat genauso wirtschaften lassen, wie sie es heute kritisiert. Erst jetzt, wo es zu spät ist, fällt es auf, dass hier alles im Argen liegt? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt …
    Zu der Entlassung von 300.000 Beamten möchte ich nur fragen, was dann mit denen eigentlich geschehen soll. Ich meine, wir sprechen hier von einem Beamtenapparat, der nicht einfach so wegradiert werden kann. Man sollte sich, auch wenn es IMMER NUR UM GELD UND KAPITAL ZU GEHEN SCHEINT, mal bewusst machen, dass es hier auch um MENSCHEN geht. Um Familien, um Kinder, die nicht mal mehr über Bücher für den Schulunterricht verfügen. Ich persönlich kann diese Bücher nicht alle von der DVD des Kultusministeriums als Pdf-datei speichern und zum Drucken bringen, das würde ein Vielfaches dessen kosten, was das Drucken in einem Verlag ausgemacht hätte. Und ich stehe da nicht alleine …
    Und da Arbeitslosengeld nur für ein Jahr gezahlt wird, es aber kaum eine Chance auf irgendeinen Arbeitsplatz für diese 300.000 Beamten gibt (keiner würde den jungen Leuten, die von Universität und Ausbildung abgehen und dann in den Cafeterias jobben müssen, den Job wegnehmen), was soll dann mit diesen MENSCHEN geschehen?

    Ja, nicht wenige Griechen haben als Bürger sicherlich bei dem Raubbau, der hier herrscht, mitgemacht, da beißt die Maus keinen Faden ab.
    Massenentlassungen, MediaMärkte, Lidl-Filialen und die Deutsche Telecom (die nur darauf gewartet zu haben scheint, dass die OTE endlich dichtgemacht wird) sind sicherlich keine Lösung für irgendeine Zukunft der Menschen in diesem Land hier, ganz im Gegenteil, die machen das letzte Stückchen griechischer Wirtschaft auch noch kaputt.

    Und noch einmal gehe ich zurück zu denjenigen, die nach wie vor Gehälter von weit über 2.000 Euro/Monat einstreichen: Warum wird bei denen nicht eingespart? Und warum muss der kleine Grundschulleher gehen, während das Parlament voll ist an unfähigen Schmarotzern, deren Aufgabe nur darin besteht, alles abzunicken, was Regierung und Troika fordern?
    Die einzige, logische Antwort darauf ist erschreckend ……

  6. AfypnisiTwra
    6. Oktober 2011, 14:52 | #6

    Homer :@ AfypnisiTwra Die Rückeroberung kann derzeit aber nur über die Straße gelingen. Alles andere – also das permanente Aufnehmen von Krediten, das Ausbluten der allerletzten Reste der Wirtschaft und der Betrug an der Jugend – sind keine Lösung. Sie verschlimmern die Lage und bieten Griechenland den Zockern und Ausbeutern auf dem Silbertablett dar. Wenn dann noch die Jugend die Flucht ergreift und ihrer Heimat den Rücken kehrt, ist Griechenland verloren…

    Ich kann Ihnen nur zustimmen, ja, Sie haben in jedem Fall recht.
    Nach den 12 Jahren in Hellas denke ich „die Griechen“ gut genug zu kennen, dass sie über kurz oder lang einen richtigen Aufstand in Kauf nehmen werden, um sich die Luft zum Atmen wieder zu verschaffen.
    Dazu möchte ich Ihnen folgende Info geben:
    Als die Demos in Athen im Sommer dazu geführt hatten, dass Menschen mit ganzen Busse aus anderen Gebieten des Landes in die Hauptstadt gereist sind, um an den Kundgebungen teilzunehmen, kam es still und leise zu einer Anordnung der Regierung: Alle Waffen, die Reservisten in den Grenzgebieten Nordgriechenlands in ihren Häusern bewahrt hatten (so wie es von der Regierung gefordert war), sind in einer ruhigen und kaum bemerkten Aktion eingesammelt worden. Ich lebe im Grenzgebiet zur FYROM, daher weiß ich davon.
    Also scheint es, dass auch die Regierung langsam das Gefühl bekommen hatte, es könne zu mehr als zu Demonstrationen mit Transparenten und Parolen kommen.

    Und die Jugend hat ebenso bereits angefangen, insbesondere nach Deutschland auszuwandern, wie nicht wenige Langzeitarbeitslose unter den Erwachsenen, allein von dem Ort, in dem ich lebe, weiß ich inzwischen 10 Alleinstehende und um die 3 Familien …

  7. Mark
    6. Oktober 2011, 19:27 | #7

    @Afypnisi
    Es geht nicht das der Privatsektor die überhöhten Gehälter und Pensionen der Beamten erarbeiten muss.
    Es ist schlichtweg irrelevant ob die EU Griechenland lange hat rumschlampen lassen oder nicht. Die Griechen sind für ihr tuen und auch für ihre wahlentscheidungen selbst verantwortlich.
    Die Beamten sind schlichtweg Blutsauger. Nicht nur das es zuviele und zu teuer sind, nein sie sind auch häufig ausgesprochen faul, dumm und korrupt. Natürlich nicht alle, aber leider die meißten.
    Die Forderungen der Troika sind die letzte Möglichkeit Griechenlands sich zu modernisieren.
    Schauen sie die Geschichte Griechenlands seit 1830 an. Alle, aber auch wirklich alle Modernisierungen kamen nur auf Druck von außen.
    Der moderne Grieche hat sein antikes Erbe weggeschmissen und spuckt darauf. Stattdessen wandert man auf ausgetretenen Pfadendes osmanischen Reiches.

    Ich habe gargargarkein Mitgefühl für die Beamten die rausfliegen oder ihre gehälter gekürzt bekommen. Sie haben dies alles meist durch illegale erpresserische Streiks erhalten.
    Hier und jetzt ist es Zeit diese Blutsauger ans arbeiten zu bringen.
    Sie wissen sicherlich das die hauseigentumsquote in GR sehr hoch ist. D.h. Viele griechen können durch den verkauf ihrer Immobilie 2-3jahre locker durchhalten.
    In Deutschland bekommt man hartz4 auch erst wenn man kein Vermögen mehr hat.

  8. Der Name
    7. Oktober 2011, 00:33 | #8

    Es geht hier nicht darum die teilweise merkwürdigen Wünsche der Troika zu Erfüllen sondern das Land zu Reformieren um diesen und ggf. zukünftige Stürme zu Überleben….. Sehr viele Griechen sehen dies zu Recht so! Und die Gewerkschaften?

    Tatsächlich ist einer der wichtigsten Aufgaben der griechischen Regierung das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen um die Unterstützung der Menschen zu bekommen. So hart es auch ist, aber es müssten ALLE Korrupten, faulen, unfähigen Beamte sobald wie möglich gehen. Das würde vielen und auch zukünftige Beamten zu DENKEN geben und außerdem jede Menge Geld Sparen. Gleichzeitig müssen ALLE Reichen ihre Steuern ab sofort bezahlen um beispielsweise die Arbeitslosen zu versorgen bis neue Lösungen gefunden sind. Diese oben genannten Beamten haben einiges gut zu machen. Sie könnten gegen Arbeitslosengeld Mithelfen das Land aufzubauen. Es gibt viel zu tun. Die Gewerkschaften können die Beamten beim Aufbau Unterstützen….!

    Und bei der nächsten Wahl andere komplett neue und möglichst fähige Politiker wählen. Das wäre ein weiteres wichtiges Zeichen. Griechenland muss es schaffen! Es wäre nicht das erste Mal!

  9. ein grieche der keine Arbeit mehr hat
    7. Oktober 2011, 01:43 | #9

    Ich lebe mit meiner Frau seid 5 Jahren hier in Griechenland ( Süden ), es war sehr schwer hier Arbeit zu finden aber wir haben es doch irgendwie geschafft zum Überleben ( 2 Personen, 1 Hund und 2 Katzen ) und hatten damals 2005 gerade mal 300 Euro im Monat Verdient ( und das bei diesen Lebensmittelpreisen ). Nach 2 Jahren hatten wir ca 1000 Euro im
    Monat ( 2007 ) und ein Auto mit Griechischen Kennzeichen ( wir haben gespart und uns auch Maschinen für die Oliven Ernte Gekauft ).
    UND jetzt ( 2011 )keine Arbeit mehr weil die Trojka und die in dem Hosenanzug ( Merkel genannt ) noch mehr will das wir Sparen ???????????????????????
    Bitte von was für einem Geld sollen wir uns noch das Brot Kaufen ( 1,90 Euro / 850 gr ), wie sollen wir wenn wir Arbeit bekommen diesen teuren Sprit kaufen ( 1 L 1,69 Euro ), Butter beim Lidl (1,29 Euro 250 gr ) oder mal ein Bier trinken ( Lidl Billigbier 0,5 L 59 Cent ) ???????
    Es gibt noch so viele Sachen die ich hier gerne Schreiben würde aber ich weis nicht mehr wie wir Überleben sollen :-(((((((((
    Ich kann ja mal zur Bank gehen und fragen ob wir auch Geld bekommen von dem Hosenanzug damit wir uns was zum essen kaufen können , aber wir kennen die Antworten von unseren Freunden ( Griechen ) : Vergiss es denn es bekommt kein kleiner Betrieb mehr Geld :-((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((

    P.S. und die Franzosen wollen einen nur noch max. 2 Euro die Stunde bezahlen
    und wir wissen langsam nicht mehr von was wir leben sollen

    mfg

  10. Mark
    7. Oktober 2011, 11:11 | #10

    @ein grieche der keine Arbeit mehr hat
    Du solltest dich nicht beim Hosenanzug beschweren. Sie ist nicht deine Volksvertreterin. Sie vertritt deutsche Interessen.

    Nachdem ich gestern die neuesten Umfragen gelesen habe ist es mir nur noch bewusster geworden. Dieses Volk bekommt das was es verdient, nämlich am ende die Drachme und einen bulgarischen Lebensstandard.
    PASOK 22,5% – ND 31,5% – KKE 10,5% – SYRIZA 9,5% – LAOS 9% – Dem.Linke 5% – Grüne 3% – sonstige 9% – Nichtwähler 34%

    Ist das nicht unglaublich, 22,5+31,5+10,5+9,5 = 74% der Abgegeben Stimmern entfallen auf die Parteien die dieses Land in diese Misere gesteuert haben.
    Aber bestimmt werden auch hier die Griechen wieder einen schuldigen finden der im Ausland sitzt.
    Der griechische Wähler ist offenbar der Meinung das sein Pelz gewaschen werden müsste er aber nicht nass werden will.

  11. Apateonas
    7. Oktober 2011, 11:47 | #11

    @ Mark
    Bravo! Das allermeiste sehe ich genauso.
    Wo es ein wenig zu Differenzieren gibt, ist, dass nicht alle Beamten Traumgehälter erhalten.
    Es gibt auch welche, die unter 1000 Euro bekommen und jetzt ziemlich beschnitten werden, was ich nicht so gerecht finde. Mein Vorschlag: Warum nicht die Vorhandenen Recourcen besser Nutzen? Soll die Regierung mit vorhandenen Beamten, neue Abteilungen Gründen, die z.B. die Steuerfahndung oder andere wichtige Arbeiten, wie das Katasterwesen etc. unterstützen. Die Löhne sollten dem Privatsektor angepasst werden und es müsste eine Schulung oder Training stattfinden um neue Aufgaben übernehmen zu können. Dabei sollte ein gewisser Druck ausgeübt werde, um die Leute spüren zu lassen, dass sie, wenn sie sich querstellen oder unfähig sind rausfliegen. Natürlich auch dem Alter angepasst.
    Aber zu allererst müssen die Traumgehälter, egal ob Parlamentarier oder Bahnfahrer, drastisch reduziert werden!
    Hier ein passender Artikel zu dem Thema, bei dem mir ein wenig der Mund nach dem Lesen offen stand (Thema Traumgehalt):
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,770889,00.html

  12. Ottfried Storz
    7. Oktober 2011, 14:21 | #12

    Alles ganz traurig.
    Nur hast du den falschen Ansprechpartner gewählt:
    Nicht Frau Merkel, sondern deine Regierungen und Parteien sind für extreme Ineffizienz der Verwaltungen, des Staates und des Steuerwesens verantwortlich.

    Statt permanent irgendwelche Verbrauchssteuern zu erhöhen, hätte der Staat ja bereits viel früher deutliche Einsparungen in x-anderen Bereichen und effizientere Steuereintreibung von Unternehmen und Großverdienern umsetzen können.
    Hat er aber nicht.
    Das ihr jetzt leidet, ist nicht Fehler von Frau Merkel, sondern von ND und PASOK – und derjenigen Menschen, die diese korrupten Parteien jahrzehntelang gewählt haben.

  13. Maria
    7. Oktober 2011, 17:47 | #13

    @Ottfried Storz , ja das stimmt Fr. Merkel trifft keine Schuld an die Mißwirtschaft von Griechenland, höchstens von Deutschland!
    Schuld sind auch nicht nur ND oder PASOK sondern alle die gr. Parteien die Jahrelang das Volk betrogen und belogen haben, Paparigas usw. Alle die, großkotzig, Renten über 2000€, Mindeslöhne für 1000€ oder Rentenalter ab 55 Jahre (egal wie lange man gearbeitet hatte), versprochen haben und genau wussten, dass die Kassen leer waren! Also, keine Chance „ehrliche“ Parteien zu wählen, alle sind korrupt egal ob Griechenland, Deutschland oder sonst anderswo!

  14. Maria
    7. Oktober 2011, 18:55 | #14

    Nachdem ich, in einer Sendung der ARD(Monitor v. 6.10.11) gesehen habe, wie Fr. Merkel an einem Tisch mit Ackermann, die „Suppe“ zusammen geckocht haben, was die Krise von GR betrifft, bin ich nun, zu dem Ergebnis, dass Fr. Merkel tatsächlich viel dazu beigetragen hat, dass Griechenland immer tiefer in der Krise steckt! Hauptsache, Ackermann & Co. könnten seine „Geschäfte“ auf kosten von Griechenland machen!
    So sind eben alle korrupte, auf Kosten der andere, leben!

  15. Mani LA
    7. Oktober 2011, 19:13 | #15

    Doch, Maria, ehrlichere Parteien sind machbar. Man muss bei Errichtung einer Demokratie „nur“ peinlich darauf achten, dass der von staatlichen Umverteilungsversprechen (scheinbar, denn der Kredit laeuft gegen sie selbst) profitierende Waehleranteil deutlich unter 50% bleibt, der von Fleiss und Rechtschaffenheit profitierende deutlich darueber. Ein Wahlrecht fuer staatliche Sklaven (Beamte) ist wie deren Streikrecht natuerlich ein Unding!

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