Neue Mautstellen auf der Egnatia-Autobahn in Griechenland

21. März 2011 / Aktualisiert: 23. März 2011 / Aufrufe: 2.098

Auf der bisher weitgehend mautfreien Egnatia-Autobahn A2 – E90 in Griechenland werden auf Druck der EU demnächst sechs neue Mautstellen in Betrieb genommen.

Das Bau- und Betriebskonsortium „Egnatia Odos AG“ schreitet am 23. März 2011 zur öffentlichen Ausschreibung bezüglich neuer Mautstellen auf der Egnatia-Autobahn A2 / Europastraße E90 in Griechenland. Während der ersten Jahre werden Maut-Einnahmen in Höhe von 70 bis 90 Millionen und ab dem Jahr 2015 in Höhe von jährlich 150 Millionen Euro erwartet, die dringend zur Deckung der hohen Unterhaltskosten der geschlossenen Autostraße benötigt werden.

Neben den bereits existierenden Mautstellen bei Polymylos (Kozani) und Malgara (Thessaloniki) sollen damit über die gesamte Länge der Egnatia-Straße verteilt sechs neue Mautstationen bei Igumenitsa, Giannina, Grevena, Nymfopetra, im Gebiet des Pangeon und bei Komotini in Betrieb genommen werden. Die neuen Mautstellen werden vorerst konventioneller Art sein und so lange in Betrieb bleiben, bis das elektronische Mautsystem installiert und vollständig in Betrieb genommen ist, womit dann auch die Erhebung der Gebühren auf einer völlig anderen Basis erfolgen wird. Laut dem griechischen Ministerium für Infrastrukturen wird das elektronische Mautsystem der Egnatia-Autobahn im Jahr 2012 vollständig installiert und mit den Mautsystemen aller übrigen mautpflichtigen Nationalstraßen in Griechenland kompatibel sein.

Europäische Union droht mit Rückforderungen

Die Lösung der vorläufigen (konventionellen) Mautstationen ergab sich notgedrungen, da das Mautsystem bereits vor Jahren eingerichtet worden sein sollte und seitens der EU, die das Projekt der Egnatia-Autobahn finanziert hatte, inzwischen das Thema der Rückforderung der Gemeinschaftsmittel in Höhe von 3 Milliarden Euro zur Sprache gebracht wurde. Bezeichnend ist ebenfalls, dass für den Unterhalt dieses Großprojekts jährlich ungefähr 70 Millionen Euro benötigt werden. Diese Aufwendungen wurden bisher über Kredite finanziert, was jedoch zu einer unerträglichen Belastung der Egnatia Odos AG führte.

Egnatia-Maut 25% niedriger als auf anderen Mautstrecken

Die Mautgebühren auf der Egnatia-Autobahn sollen um 25% niedriger liegen als die auf den übrigen mautpflichtigen Nationalstraßen in Griechenland geltenden Tarife. Laut Funktionären des Konsortiums Egnatia Odos AG wird außerdem ein gewisser Betrag einbehalten werden, um damit kleinere Projekte im gesamten Einzugsgebiet der neuralgischen Verkehrsachse zu finanzieren.

Die öffentliche Ausschreibung des auf 14 Millionen veranschlagten Projekts der neuen Mautstationen bezieht sich auf die Erbringung von Dienstleistungen zum Betrieb der über die gesamte Länge der Egnatia-Straße verteilten Mautstellen. Konkret umfasst die Ausschreibung neben der Bereitstellung von Personal zur Einnahme der Mautgebühren auch den Transport, die Zählung und die Abführung der Mauteinnahmen sowie den Reinigungsdienst an den Mautstellen und die Belieferung der Stationen mit Verbrauchsmaterialien.

  1. Lina
    23. März 2011, 11:49 | #1

    Können Sie uns bitte noch mitteilen, wer diese Autobahn GEBAUT hat? Welche Firmen waren involviert? Wer profitiert davon?

  2. admin
    23. März 2011, 14:26 | #2

    @ Lina
    Die Egnatia Odos AG ist eine „DEKO“ (sprich ein Staatsunternehmen, siehe Definitionen), weiterführende Informationen bieten die verlinkten Quellen (der zweite Verweis zu Beginn des Beitrags führt leider vorubergehend ins Leere, sollte jetzt jedoch wieder funktionieren).

  3. 23. März 2011, 17:51 | #3

    Sind schon ein paar mal auf der Egnatia gefahren, lohnt sich auf jedenfall auch noch mit der Maut :), ist sehr leer und man kann angenehm und schnell fahren!

  4. Maria
    23. März 2011, 19:10 | #4

    Wie hoch sind die Mautgebühren?

  5. admin
    23. März 2011, 20:12 | #5

    @ Maria
    Zur Höhe der zukünftigen Mautgebühren auf der Egnatia-Autobahn liegen derzeit noch keine konkreten informationen vor.

  6. Dakis
    27. März 2011, 20:55 | #6

    Mautstelle Malgara, 2 EUR fuer PKW.Dies ist die eine (alte) Mautstelle nahe Thessaloniki,
    dort wo sich die Egnatia (A2) mit der P.A.Th.E.* (A1) kreuzt. (*Patras-Athen-Thessaloniki-Evzoni) : Eine neue Mautstelle (Polimylos) ist zwischen Veria-Kozani in Betrieb mit 2,80 EUR
    Maut. Insgesamt sind 13(!) Mautstellen vorgesehen auf der 670km-Trasse zw.Igoumenitsa
    und der tuerkischen Grenze.
    Nachdem sich 2010 landesweiter Unmut ueber die Verdoppelung der landesweiten Maut-
    gebuehren sich in der Buergeraktion „KEINE MAUT ! – Ich zahle nicht !“entlud,beschloss die
    Regierung die Hoehe der Maut zu ueberdenken,die geplante Egnatia Maut um 25% zu
    senken und eine elektronische Maut ab 2012/13 einzufuehren um das „offene“ Mautsystem
    (punktuelle Pauschalmaut) gegen ein geschlossenes, entfernungsabhaengiges System zu ersetzen.Dann koennen auch „Kenner“ nicht mehr wie bisher die Mautstellen „umfahren“….
    quelle: http://www.keramoti.net

  7. Dakis
    27. März 2011, 21:18 | #7

    Bauherr und Betreiber ist die Egnatia Odos AG, welche dem Ministerium fuer oeffentliche Arbeiten (Υ.ΠΕ.ΧΩ.Δ.Ε.) unterstand. Seit 2010 heisst die neue Bezeichnung des
    Ministeriums YPEKA. (Ministerium fuer Umwelt,Energie und Klimawandel)
    Der Bau wurde mit Ausschreibungen von kleinen Teilstuecken 10-30km realisiert und schon
    Anfang der 90er Jahre begonnen im Auftrag des Ministeriums noch bevor die Egnatia AG
    ins Leben gerufen worden war. Somit waren am Bau eine Vielzahl griechischer und
    auslaendischer Baufirmen involviert, um einige zu nennen AEGEK, J.P.AVAX.,Technodomiki-
    TEB-AKTOR . Einen Streckenabschnitt bei Kavala hat die oesterr. Alpine Bau GmbH uebernommen. Die Strecke zeichnet sich aus durch eine Vielzahl von Bruecken und Talquerungen. Kritik wird laut an 2 sogenannten „benachteiligten“ Streckenabschnitten
    in den Gebirgen bei Metsovo und bei Kavala: dort steht nur eine schmale Notspur zur
    Verfuegung und das Tempo ist auf 70 km/h limitiert,was nicht dem Anspruch an eine
    Autobahn/Schnellstrasse gerecht wird.

Kommentare sind geschlossen