Notstand in Krankenhäusern in Griechenland

14. Juni 2010 / Aktualisiert: 24. August 2013 / Aufrufe: 637

Infolge des Mangels an notwendigen Materialen selbst für elementare medizinische Handlungen herrscht in den öffentlichen Krankenhäusern in Griechenland eine tragische Lage.

Inzwischen werden außer den programmierten chirurgischen Eingriffen auch Notoperationen aufgeschoben, bestimmte diagnostische Untersuchungen können nicht mehr durchgeführt werden und die Sammlung freiwilliger Blutspenden droht landesweit völlig zum Erliegen zu kommen. Der Präsident der Krankenhausärzte Dimitris Varnavas erklärte in einem eindringlichen Appell, dass in den Krankenhäusern ein enormer Mangel herrsche und für den Fall, dass nicht noch in dieser Woche (sprich ab Montag, dem 14. Juni 2010) Maßnahmen ergriffen werden, sogar auch mit dem Verlust von Menschenleben gerechnet werden müsse.

Nachdem die einschlägigen Pharmaunternehmen und Lieferanten wegen offener Forderungen in Höhe von gut 5 Milliarden Euro seit Anfang Juni ein „Embargo“ gegen die öffentlichen Krankenhäuser in Griechenland verhängt haben, beginnt der Blackout im Belieferungssystem des staatlichen Gesundheitssystems zu einem ungeheuren Mangel bei sanitären und medizinischen Materialien zu führen: es gibt keine Spritzen, Gazen, Fäden, Handschuhe, Reagenzien, Beutel, Dialysefilter, Röntgenfilme und sogar nicht einmal mehr Pflaster. Aufgrund dieser Situation müssen inzwischen nicht nur programmierte, sondern auch dringend erforderliche Operationen abgesagt werden.

Die Patienten des öffentlichen Gesundheitssystems haben unsägliche Strapazen zu erleiden. Im Rahmen der Gesamtlage erschwert sich ihre Betreuung zusätzlich und in vielen Fällen sind wegen fehlender Reagenzien die Labors nicht in der Lage, die Diagnosen mit biochemischen Untersuchungen zu unterstützen, während in den Notaufnahmen bestimmte Untersuchungen überhaupt nicht mehr durchgeführt werden können. Der Mangel an orthopädischem Material führt zur Annullierung chirurgischer Eingriffe in den Athener Krankenhäusern KAT und Asklipio Voulas, während in den Provinzkrankenhäusern inzwischen ein Mangel an notwendigen Materialien sogar auch auf Intensivstationen verzeichnet wird.

Zur selben Zeit dauern in ungefähr 20 Krankenhäusern Griechenlands (darunter Tzanio, Geniko Kratiko Nikäas und Attikon) die Arbeitsverweigerungen wegen unbezahlter Notdienst-Schichten an, wobei die Ärzte allerdings betonen, dass sie selbst nach Zahlung der fälligen Vergütungen und Beendigung der Arbeitsverweigerung ihre Arbeit wegen des herrschenden Materialmangels trotzdem nicht aufnehmen könnten.

Nicht zuletzt macht der Mangel an Beuteln für Blut und Reagenzien auch die Sammlung von Blutspenden unmöglich, und die Panhellenische Liga der Verbände der freiwilligen Blutspender warnt davor, dass ab Montag (14. Juni 2010) alle Blutspendestellen im ganzen Land nicht mehr zur Annahme von Blutspenden in der Lage sein werden.

  1. C.K
    15. Juni 2010, 03:03 | #1

    Die Korruption in den griechischen Krankenhäusern ist ein riesen Skandal und MUSS ein Ende haben! Kein Mensch verdient sollche Ärzte und ähnliches Personal! Sie müssen sofort gegen ehrliche Menschen ausgetauscht werden. Sobald das passiert wird sich der Notstand in den griechischen Krankenhäusern auflösen. Offensichtlich versagt der griechische Staat weiterhin, denn die Regierung ist nicht einmal in der Lage die gesundheitliche Versorgung der Menschen zu gewährleisten.

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