Inflationsrate in Griechenland bei fast fünf Prozent

9. Mai 2010 / Aufrufe: 1.029

Die Preisexplosion in Griechenland führte im April 2010 zu einer Preissteigerungsrate von 4,8 Prozent und schmälert insbesondere die Kaufkraft der finanziell schwächeren Bevölkerung.

Wie in einem Bericht der griechischen Tageszeitung TO VIMA vom 08. Mai 2010 dargelegt wird, erreichte in Griechenland im April 2010 die Preissteigerungsrate im Vergleich zu April 2009 den Rekordstand von 4,8 %, lag dagegen im April 2009 im Vergleich zu April 2008 bei nur 1,0 %. Weiter wird angeführt, dass in Griechenland die jeweils im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnete Preissteigerungsrate im März 2010 mit 3,9% und im April 2010 mit 4,8 % rund dreimal höher lag als die entsprechenden Mittelwerte innerhalb der Eurozone, die für März 2010 mit 1,4 % und April 2010 mit 1,5 % ausgewiesen werden.

Der Anstieg der Inflationsrate auf ein dermaßen hohes Niveau, obendrein in einer Phase tiefer wirtschaftlicher Rezession, trifft unmittelbar die Einkommen der einkommensschwächeren Beschäftigten und Rentner. In einigen Fällen übertreffen die innerhalb nur eines Jahres (April 2009 – April 2010) verzeichneten Preiserhöhungen jede Erfahrung der vergangenen Jahre. Innerhalb von nur zwölf Monaten stiegen beispielsweise die Treibstoffpreise (Benzin / Diesel) um 50,8 %, die Preise überregionaler Eisenbahnfahrkarten um 36,6 %, die Kfz-Steuern und Mautgebühren um 28,4 %, die Beförderungstarife der Taxis um 22,4 % und die Preise für Transportversicherungen um 18 % an.

Die Teuerungsrate stieg in Griechenland allein innerhalb nur eines Monats (also im April 2010 im Vergleich zu März 2010) um 1,2 % an, und zwar hauptsächlich infolge der Erhöhung der Heizöl- und Kraftstoffpreise und der Erhöhung der Verbrauchssteuern auf Getränke und Zigaretten. Insgesamt gesehen trugen laut der griechischen Behörde für Statistik ELSTAT zu dem Anstieg der Inflationsrate im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat auf 4,8 % speziell folgende Preiserhöhungen bzw. Bereiche zu:

  • Zu 18,5 % der Bereich „Transporte“, namentlich aufgrund der Erhöhung der Kraftstoffpreise, der Kraftfahrzeugsteuer und der Mautgebühren, sowie auch der Preise für Fahrzeuge, deren Ersatzteile und Wartung und Reparatur.
  • Zu 9,8 % der Bereich „Alkoholische Getränke und Tabakprodukte“, namentlich aufgrund der Preiserhöhungen bei (nicht servierten) Getränken und Zigaretten.
  • Zu 7,3 % im Bereich „Wohnung“, namentlich aufgrund der Erhöhung der Heizölpreise, der Wohnungsmieten, der Preise für Güter und Dienstleistungen in Zusammenhang mit Reparatur und Wartung von Wohnungen / Wohnhäusern sowie der Preise für Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und elektrischen Strom.
  • Zu 4,9 % im Bereich „andere Güter und Dienstleistungen, namentlich aufgrund der Preise für Kfz-Versicherungen, der Friseure und Frisiersalons und für Produkte für die persönliche Pflege.
  • Zu 3,5 % der Bereich „Kommunikation“, namentlich aufgrund der der aus den einschlägigen Steuererhöhungen resultierenden Preiserhöhungen im Bereich der Mobiltelefonie.
  • Zu 3 % der Bereich „Bildung“, namentlich aufgrund der Erhöhung der Lehrgelder der Privatschulen, Fremdsprachenschulen, Nachhilfeschulen und Institute für berufliche Spezialisierung.
  • Zu 3 % der Bereich „Hotels – Cafés – Restaurants“, namentlich aufgrund der Erhöhung der Preise (und Steuern) für Erfrischungsgetränke, Kaffee, Alkoholika und Bewirtung außer Hauses.
  • Zu 2,8 % der Bereich „Bekleidung und Schuhe“, aufgrund allgemeiner Preiserhöhungen bei diesen Produkten.
  • Zu 1,3 % der Bereich „Langzeitgüter – Haushaltsartikel und Dienstleistungen“.
  • Zu 0,7 % der Bereich „Erholung – kulturelle Aktivitäten.

Ergänzend sei angemerkt, dass der seit April 2009 für internationale Vergleiche zur Anwendung kommende „harmonisierte Verbraucherpreisindex“ in Griechenland während der Vergleichszeiträume April 2009 – April 2010 um 4,7 % und März 2010 – April 2010 um 1,2 % anstieg.

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