Bürger in Griechenland ziehen Maßnahmen dem Bankrott vor

8. Mai 2010 / Aktualisiert: 24. September 2017 / Aufrufe: 289

Laut einer Erhebung der Kapa Research zieht die Mehrzahl der Bürger in Griechenland die harten Sparmaßnahmen der Regierung dem Staatsbankrott vor.

Im Rahmen einer für die Sonntagsausgabe der griechischen Zeitung To Vima am 06. Mai 2010 durchgeführten demoskopischen Erhebung der Kapa Research erklärten 55,2 % der befragten Bürger, das Maßnahmenpaket der Regierung zu akzeptieren (37,1 % ja, 18,1 % eher ja), gegenüber einem Anteil von 44,6 %, der sich ablehnend äußert (36,3 % nein, 8,3 % eher nein).

Gemäß dem Ergebnis der Umfrage ziehen 56,3 % der Befragten die Kürzungen der Löhne und Gehälter einem Bankrott des Landes vor, wobei 74,8 % erklären, dass Griechenland in der Eurozone bleiben müsse. Von 71,3 % der Befragten wird von den Oppositionsparteien eine einverständliche Kooperation mit der Regierung verlangt, wogegen 22,2 % dynamischen Widerstand fordern. Die Frage, ob nach den tragischen Ereignissen am Mittwoch (05. Mai 2010) die Demonstrationen aufhören müssen, beantworteten 45,3 % der Befragten mit „ja“ oder „eher ja“ und 53,2 % mit „nein“ oder „eher nein“.

Außerordentlich interessant fällt die Antwort der Befragten auf folgende Frage aus: „Falls die Regierung Papandreou nicht ihren Erwartungen entspricht, woher erwarten Sie eine Lösung?“ 66 % erklärten „ich weiß nicht / ich antworte nicht“, 14,3 % „aus dem Zentrum“, 10 % „von den Rechten“ und 9,7 % „von den Linken“.

Im Rahmen dieser demoskopischen Erhebung der Kapa Research wurden in ganz Griechenland insgesamt 1.030 volljährige Personen nach der Methode der telefonischen Erhebung (elektronischer Fragebogen) befragt.

Frühere Erhebung der Public Issue

Vor den dramatischen Ereignissen, die sich im Umfeld der Massenkundgebungen am 05. Mai 2010 in Athen abspielten, hatte im Auftrag der griechischen Zeitung Kathimerini die Public Issue eine Erhebung durchgeführt, deren Ergebnis ein deutlich abweichendes Bild von der Haltung der Gesellschaft reflektierte.

Konkret wurde die Erhebung der Public Issue am Dienstag, dem 04. Mai 2010 durchgeführt, und zwei Drittel (66 %) der Befragten sprachen sich gegen die Maßnahmen aus. Weiter sprachen sich 68 % der insgesamt 527 Befragten für die Demonstrationen aus und 39 % erklärten die Bereitschaft zu einer aktiven Teilnahme an den Protesten.

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