Bauern blockieren weiterhin Grenzübergang Promachonas in Griechenland

12. Februar 2010 / Aktualisiert: 13. Februar 2010 / Aufrufe: 583

Demonstrierende Bauern blockieren in Griechenland weiterhin den griechisch-bulgarischen Grenzübergang Promachonas. Der Grenzübergang Ormenio ist dagegen wieder passierbar.

Obwohl im übrigen Griechenland die protestierenden Landwirte inzwischen praktisch alle Straßenblockaden aufgehoben haben, beschlossen die Bauern an der Grenzblockade bei Promachonas in der Präfektur Serres laut der „offiziellen“ Erklärung eines Mitgliedes des Koordinationskomitees einstimmig, die Blockade des Grenzüberganges nach Bulgarien so lange aufrecht halten zu wollen, bis die griechische Regierung ihren unmittelbaren finanziellen Forderungen nachgeben wird.

Die Bauern ließen zwar zeitweise PKW und Busse, jedoch keine der zahlreichen auf beiden Seiten der Grenze eingeschlossenen Lastwagen passieren, deren Fahrer nicht einmal elementarste Bedürfnisse befriedigen können und zusätzlich den äußerst widrigen Witterungsbedingen ausgesetzt sind.  Aufgrund interner Streitigkeiten mit den Organen der protestierenden lokalen Bauern hat inzwischen auch das griechische Rote Kreuz seine Hilfskräfte von der Grenzblockade bei Promachonas abgezogen.

Da es wiederholt zu Handgreiflichkeiten kam, ist im Bereich der Straßenblockade inzwischen ein starkes Polizeiaufgebot präsent, um gewalttätige Ausschreitungen zwischen den Bauer und den aufgebrachten Lastwagenfahrern zu verhindern. Obwohl von der Staatsanwaltschaft bereits vor geraumer Zeit die Einleitung der gesetzlich vorgesehenen Maßnahmen angeordnet wurde, weigern sich die Ordnungskräfte jedoch nach wie vor, der Anordnung Folge zu leisten.

Selbst der Umstand, dass auf griechischer Seite viele Lastwagen eingeschlossen sind, welche inländische – allerdings aus anderen Gegenden Griechenlands stammende – Agrarprodukte ins Ausland bringen sollen, lässt den insgesamt nur einige Dutzend Personen zählenden harten Kern der revoltierenden Bauern der Präfektur Serres völlig unberührt. Am Donnerstag (11. Februar 2010) kam es sogar zu einem „heißen“ Gefecht zwischen Polizeikräften und einer Gruppe randalierender Bauern, was allerdings in den überregionalen Massenmedien bisher nicht weiter erwähnt wurde.

Blockade am Grenzübergang Ormenio in Evros wurde aufgehoben

Nachdem die meisten der übrigen Straßen- und Verkehrsblockaden in Griechenland inzwischen aufgehoben wurden, hat sich die allgemeine Verkehrslage wieder weitgehend normalisiert. Am Donnerstag, dem 10. Februar 2010, beschlossen schließlich auch die Bauern in der Präfektur Evros, ihre Traktoren von den Blockaden am griechisch-bulgarischen Grenzübergang Ormenio und bei Kornofolia abzuziehen.

In einer entsprechenden Bekanntmachung des Dachverbandes der lokalen Organisationen der Landwirte wird betont, „dass die Kleinbauern der Präfektur Evros und ganz Griechenlands sich der despotischen, verleumderischen und zersetzenden Haltung der Regierung und ihrer Mechanismen sowie auch der Taktik der Führungen der Parteien Nea Dimokratioa und Laikos Orthodoxos Synagermos, die sich von Anfang an mit der Regierungspolitik identifizierten und gegen den Kampf der Bauern richteten, erhobenen Hauptes erfolgreich entgegengestellt haben„.

Aktuelle Lage am Grenzübergang Promachonas
In der Nacht des 11. Februar 2010 wurde der Grenzübergang vorübergehend für den gesamten Verkehr geöffnet, sodass auch die eingeschlossenen Lastwagen endlich die Grenze überqueren konnten. Am Samstag morgen wurde dagegen der Verkehr völlig unterbrochen, selbst PKW und Bussen wurde die Durchfahrt nicht mehr gestattet, ab 23:00 Uhr soll dagegen der für einen gewissen Zeitraum wieder allen Fahrzeugen der Grenzübergang gestattet werden. Nach dem drzeitigen Stand der Dinge wird sich jedenfalls wenigstens bis zum kommenden Dienstag (16. Februar 2010) an der Lage kaum etwas ändern.

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