Vorladungen im Immobilienskandal Vatopedi in Griechenland

28. November 2009 / Aktualisiert: 08. Februar 2017 / Aufrufe: 401

Der Skandal um den Tausch von Immobilien zwischen dem Staat und dem Kloster Vatopedi der Mönchsrepublik Athos in Griechenland hatte hohe Wellen geschlagen und zu einem gewissen Teil vermutlich sogar zu dem Sturz der Regierung unter Konstantinos Karamanlis beigetragen. Bei diesem Immobilienskandal geht es in erster Linie um den Vistonida-See nebst seinen Uferzonen, welchen das Kloster Vatopedi als angeblicher Eigentümer gegen hochwertige Immobilien aus staatlichem Besitz einzutauschen geschafft und diese fallweise mit exorbitanten Gewinnen weiterverkauft hatte.

Kloster Vatopedi auf Athos in Griechenland
Klosteranlage Vatopedi der Mönchsrepublik Athos in Griechenland (Quelle: Wikipedia)

Seit Mai 2009 ermitteln in der Sache die speziell eingesetzte OLG-Ermittlungsrichterin Irini Kalou und der OLG-Richter Nikitas Christopoulos und haben nun die ersten der insgesamt etwa 30 Beschuldigten vorgeladen, welche zu der Zeit der strittigen Immobilientransaktionen Mitglieder des Gutachtergremiums für staatlichen Grundbesitz und Wechselvermögen des Ministeriums für Landwirtschaftliche Entwicklung waren.

Ebenfalls erwartet wird die Vorladung in die Sache verwickelter Mitglieder des Rechtsausschusses des Staates, aber auch der staatlichen Grundbesitzgesellschaft der Republik Griechenland (KED), an den Transaktionen beteiligter Notare und Rechtsanwälte sowie letztendlich des Abts Efraim und des Mönchs Arsenios des Klosters Vatopedi.

In der Sache des Immobilienskandals Vatopedi ist ein Strafverfahren wegen der Strafbestände der Veruntreuung, des gemeinschaftlichen Betruges, der Abgabe unwahrer Erklärungen, der Legalisierung von Einkünften aus illegalen Aktivitäten, der moralischen Urheberschaft und unmittelbaren Mitwirkung in diesen gegen den Staat gerichteten Handlungen und wegen drei weiterer Vergehen eingeleitet worden.

Der Abt Efraim und der Mönch Arsenios sind bereits beide zu Haftstrafen von je 15 Monaten Verurteilt worden, weil sie in einem gegen das Kloster gerichteten gerichtlichen Verfahren auf illegitime Weise Einfluss auf die damals zuständige Richterin ausgeübt hatten, die ebenfalls zu 15 Monaten Haft verurteilt worden war. Die verhängetn Haftstrafen wurden allerdings alle auf Bewährung ausgesetzt.

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