Bestreikung des Handelshafens Piräus in Griechenland geht weiter

5. November 2009 / Aufrufe: 248
Containerhafen Piräus in Griechenland
Containerhafen Piräus in Griechenland

Am Dienstagnachmittag (04.11.2009) beschlossen die gewerkschaftlichen Organe der Arbeiter und Angestellten des Handelshafens Piräus in Griechenland  die Fortsetzung der Bestreikung der Hafenanlagen bis Montag, den 09. November 2009. Damit spitzt sich nicht nur die Kontroverse mit der Regierung, sondern auch die Konfrontation mit den betroffenen Kreisen in Wirtschaft und Handel weiter zu, die nunmehr auch fatale Auswirkungen auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft befürchten.

Wie verlautbar wurde, beabsichtigt die Regierung derzeit nicht, die Streikenden zwangsweise zu mobilisieren. Seitens der Wirtschaft wurde inzwischen allerdings ein Ultimatum bis zum kommenden Montag gestellt und im Fall der Fortsetzung der Bestreikung über diesen Termin hinaus mit unmittelbaren gerichtlichen Schritten gedroht.

Die Gewerkschaften fordern eine zweimonatige Aussetzung des bereits unter der Regierung Karamanlis zwischen der chinesischen Hafenverwaltungsgesellschaft COSCO und dem griechischen Staat geschlossen Vertrages bezüglich der Übertragung des Hafenmanagements. Die COSCO hat jedoch inzwischen unmissverständlich signalisiert, keinen weiteren Aufschub der Erfüllung des Vertrages mehr dulden zu wollen. Es sei angemerkt, dass die griechische Tochtergesellschaft SEP AG der COSCO laut Vertrag bereits im Oktober den Betrieb hätte aufnehmen sollen.

  1. bommel
    5. November 2009, 04:15 | #1

    Laut einschlägigen Informationen schaut sich die COSCO seit geraumer Zeit auch in Albanien um. Sollte der Deal mit Griechelnad dank der starrköpfigen Gewerkschaftler wirklich „den Bach runtergehen“, werden in Piräus langfristig gesehen bestenfalls noch Paddelboote zur Entladung anlegen … .

  2. Hugo
    6. November 2009, 21:44 | #2

    Bei den besagten „Hafenarbeitern“ handelt es sich nicht etwa um einfache Lohnarbeiter, sondern um Personal im Angestellten- bzw. Beamtenstatus. Der wahre Grund für die Streiks entspringt nicht der Sorge um den eventuellen Verlust von Arbeitsplätzen, da dieses Personal praktisch unkündbar ist. Vielmehr geht es den Streikenden um ihre extraordinären Privilegien: bisher erhalten diese Spezies nämlich für jeden Container einen Bonus, ohne zu der Abfertigung auch nur einen einzigen Handschlag beizutragen. Diese Boni summieren sich auf horrende Summen und führen zu monatlichen Bezügen bis in den sechsstelligen Bereich. Wird allerdings ein privates Unternehmen wie im konkreten Fall die COSCO den Betrieb der Mole 2 im Containerhafen Piräus übernehmen, ist es mit diesen fetten Geschenken natürlich aus. Unabhängig von allen vorgeschobenen Argumenten geht es in Wirklichkeit also primär darum, diese moderne Variante eines unverfrorenen Raubrittertums auf immer und ewig festzuschreiben.

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