Archiv

Artikel Tagged ‘schäuble’

Märchen …

13. Juli 2012 / Aufrufe: 469 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Dimitris My

Alle Märchen, die etwas auf sich halten, tragen Sorge, einen Drachen zu haben. Und die Tragödien einen Sündenbock. Giannis Stournaras stellt einen seltenen Fall dar, der alle Qualifikationen aufweist, beide Rollen zu verkörpern. Die des Drachen, im Märchen der Koalitionsregierung der nationalen Verantwortung, und des Sündenbocks in der aktuellen griechischen Tragödie.

Vielleicht entging dem neuen (eingesetzten) Finanzminister, dass der einzige, der ihm bei der Einnahme des Ministersessels etwas Herzliches und Unterstützendes zu sagen fand, Schäuble war. Möglicherweise nimmt Herr Stournaras – weil auch nicht gewählt, sondern eingesetzt – nicht wahr, dass die Leute, die meisten Leute auf besonders simple Weise denken und sagen „zeig‘ mir Deine Freunde, damit ich Dir sage, wer Du bist …„.

Höchstwahrscheinlich hat Herr Stournaras keine direkte Wahrnehmung der Realität, welche – im Durchschnitt, wie auch er selbst in seiner Sprache sagen würde – die griechische Gesellschaft durchlebt. Eine Realität, die bei immer größeren Teilen der Bevölkerung enthüllt wird, da sie die Kopfsteuer-Bescheide vom Finanzamt erhalten. Für all diese Bevölkerungsteile des leidenden Landes stellt die Erscheinung eines „Freundes von Schäuble“ offensichtlich den idealen Sündenbock dar … . Einen Bock, auf den bereits auch der Führer der PASOK-Partei zeigt, der seinerseits nach dem idealen Prügelknaben sucht.

Wir unterstellen keinesfalls, Herr Stournaras sei naiv, sich in den inländischen Spielen politischer Balancen benutzen zu lassen. Vielmehr ist absolut sicher, dass er bewusst übernommen hat, seine Rolle zu spielen, ohne daran zu denken, zu einem Opfer gemacht zu werden. Ihm ist bekannt, dass die politische Kraft im Griechenland des Memorandums weniger von dem inländischen Machtsystem vertreten wird und sich auch nicht aus dem Willen des Volkes ableitet. Ihm ist bekannt, dass sein Überleben vorrangig und hauptsächlich davon abhängt, wie erfolgreich er die Rolle spielen kann, die seine wichtigen Unterstützer von ihm verlangen, wie Schäuble …

Quelle: To Pontiki
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Reichenbach im Premierministeramt in Griechenland

3. April 2012 / Aufrufe: 910 12 Kommentare

Die Regierung in Griechenland hat dem Volk geflissentlich verschwiegen, dass mit dem zweiten Memorandum auch die Bestellung eines Oberaufsehers vorgesehen wurde.

In Brüssel, Berlin und Washington bereitet man sich auf alle möglichen Szenarien nach den Wahlen vor. Die Gläubiger bewegen sich auf Basis der Meinungsumfragen, welche in den griechischen Zeitungen publizierten werden, und nehmen bereits jetzt vorweg, dass ein Mehrparteien-Parlament mit gegen das Memorandum gerichteten Abgeordneten und Parteien eine Verhärtung ihrer Politik gegenüber Griechenland herbeiführen wird. Es befindet sich also eine weitere Erpressung im Gange, dieses Mal über die Wahlurne … .

Der IWF will offensichtlich eine Koalition der Nea Dimokratia (ND) mit der PASOK-Partei, damit die Regierung leichter zu handhaben ist. Ebenfalls wird erachtet, dass die tragische Entwicklung der griechischen Wirtschaft die Vorsitzenden der beiden Parteien dazu treiben wird, die Regierung zumindest für die ersten sechs Monate mit Technokraten zu besetzen, die von der Flut der neuen Maßnahmen im Juni und Oktober 2012 „schadlos“ mitgerissen werden können, damit die Parteien nicht ihre erstklassigen Funktionäre „verheizen“.

Obwohl die Gläubiger den Verbleib des Lukas Papadimos im Amt des Premierministers wünschen, ist ihnen natürlich sehr wohl bekannt, dass sich weder Antonis Samaras (ND) noch Evangelos Venizelos (PASOK) in dieser Richtung bewegen, zumal keiner der beiden Parteiführer ein Vertrauensverhältnis zu dem derzeitigen Premierminister Papadimos unterhält. Mit den Empfehlungen aus Washington und Berlin, die fortan die Fäden der Entscheidungen über Griechenland in den Händen halten, schicken sich die Gläubiger somit an, die Gürtel nach den Wahlen abrupt zuzuziehen.
Gesamten Artikel lesen »