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Griechenland: Immigranten „mutieren“ zu Flüchtlingen

13. Dezember 2015 / Aufrufe: 4.011 1 Kommentar

In Griechenland festsitzende Wirtschaftsflüchtlinge versuchen, sich auf Lesbos erneut und diesmal als asylberechtigte Kriegsflüchtlinge registrieren zu lassen.

In Griechenland „festhängende“ Wirtschaftflüchtlinge, denen an der Grenze zur ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Mazedoniens (FYROM) die Einreise in das Nachbarland bzw. die Durchreise in Richtung anderer europäische Länder verweigert wurde, kehren für neue „Papiere“ nach Mytilini / Lesbos zurück

Ihr Ziel ist, nachdem sie die Papiere vernichten, die sie bereits nach ihrer ersten Registrierung bei dem „Hot Spot“ in Mytilini erhalten haben, sich erneut als aus Ländern kommende Bürger – also Syrer, Iraker oder Afghanen – registrieren zu lassen, die einen Asylanspruch haben, und so die Grenzen mit endgültigem Ziel ein Land in Nord- oder Westeuropa zu passieren.

Verschiebung der Schlepper-Routen aus der Türkei

Zu diesen Schlussfolgerungen gelangen Polizei- und Hafenbehörden der Insel Lesbos, die beobachten, dass das Phänomen der Rückkehr von Immigranten auf Linienschiffen nach Mytilini in den letzten Tagen und speziell am 11 Dezember 2015 zunahm, wo – wie ein Amtsträger der Hafenpolizei charakteristisch meinte – in Mytilini mit dem Linienschiff mehr als 50 Immigranten aus Piräus eintrafen. Sieben von ihnen wurden sogar festgenommen, da sie im Besitz gefälschter behördlicher „Laufzettel“ waren, die sie zum Preis von je 50 Euro von Verkäufern solcher gefälschter Unterlagen in Athen erworben hatten.

Derweilen ist der Zustrom von Immigranten und Flüchtlingen im Norden der Insel Lesbos fast völlig abgerissen. Informationen zufolge sind an der gegenüberliegenden kleinasiatischen (türkischen) Küste in dem Gebiet bei Ayvalık starke Milizeinheiten stationiert worden und unterbinden dort die Abfahrt nach Lesbos übersetzender Boote. Der Umstand hatte allerdings die Verlagerung des „Zentrums“ für Abfahrten von Flüchtlingen und Immigranten auf türkischer Seite in die Region zwischen den Gebieten Altinova südlich von Ayvalık und Bademli südlich von Dikili – sprich gegenüber der Ostküste von Lesbos – zum Resultat.

Die Hauptanlegestelle der Immigranten und Flüchtlinge auf Lesbos liegt somit nun im weiteren Gebiet bei der Inselhauptstadt Mytilini, von Thermi nördlich und bis zum Flughafen südlich der Stadt. Jedoch gehen nunmehr auch in selbiger Stadt Mytilini Immigranten und Flüchtlinge an Land. Am 11 Dezember 2015 kamen in dem Gebiet von Fykiopetra bis Blokia, also im Bereich der Stadt nördlich ihres Hafens, fünf Boote mit mehr als 250 Personen an. Insgesamt erreichte die Anzahl der an diesem Tag seit 9 Uhr morgens in ihrer überwältigenden Mehrzahl an der Ostküste der Insel eingetroffenen Ankömmlinge 2.000 Personen. Sie wurden allesamt zu dem Registrierungs- und Identifizierungszentrum bei Moria gebracht und dort erfasst.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

Maßnahmen zur Bewältigung der Flüchtlingsströme nach Griechenland

15. April 2015 / Aktualisiert: 04. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.772 1 Kommentar

Griechenlands Regierung beschloss angesichts des massenhaften Eintreffens über die Türkei geschleuster Immigranten- und Flüchtlinge vier Sofortmaßnahmen.

In einer Konferenz unter dem Vorsitz des Premierministers Alexis Tsipras befasste die Regierung Griechenlands sich mit dem brennenden Thema der über die Türkei eintreffenden Flüchtlingsströme und traf konkrete Beschlüsse.

Nach dem Wirbel, der durch die Erklärungen der zuständigen Ministerin Tasia Christodoulopoulou, aber auch die in den letzten Tagen von den türkischen Küsten eintreffende Massenflut der Immigranten hervorgerufen wurde, schreitet die griechische Regierung zu einer Reihe von Maßnahmen, um dem Problem zu begegnen.
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Odyssee der Flüchtlinge in Griechenland

22. Oktober 2012 / Aufrufe: 920 3 Kommentare

Nichtstaatliche Organisationen monieren die erniedrigende Behandlung der Flüchtlinge in Griechenland und bezichtigen die Regierung, Asylanträge vorsätzlich zu verhindern.

Vor der Ausländer-Direktion Attika, in der Straße Petrou Ralli, am frühen Samstagmorgen. Dutzende, hunderte Ausländer drängeln sich in der Hoffnung, unter den glücklichen 20 oder noch weniger Personen zu sein, die in dieser Woche einen Asylantrag einreichen werden können. Es gibt keinerlei Art der Einhaltung einer Reihenfolge. Wer zuerst (herein) kommt, mahlt zuerst, alle anderen gehen leer aus.

Die Warteschlange beginnt sich ab Anfang jeder Woche zu bilden. Gegen Mitte der Woche erscheinen häufig Polizisten mit Schlagstöcken und Tränengas und lösen die Schlange auf. Am späten Freitagabend wagt niemand mehr, sich von seinem Platz zu bewegen, nicht einmal zur „Toilette“ hinter der Mauer zu gehen, um nicht die Reihe zu verlieren. Um 6 Uhr am Morgen des Samstag werden dann die „ersten“ 20 einen Asylantrag einreichen.
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