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Energieknall in Griechenland kommt

12. Juni 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 1.583 6 Kommentare

Autor: To Pontiki

Thema: Stromversorgung in Griechenland droht Black-out

Alle Gebrechen des griechischen Energiesystems kamen anlässlich der Memorandums-Politik, in der Essenz jedoch wegen der Verzerrung und Funktion des Marktes ohne gesunde Wettbewerbsbedingungen ans Licht.

Die politischen Faktoren, welche das die Energiethemen handhabten, versuchten uns über 12 Jahre davon zu überzeugen, dass ihre gesetzgeberischen Interventionen den gesetzlichen „Lücken“ begegneten und den Rahmen schufen, damit alles wie vorgesehen funktioniert … . Als es jedoch zu der einzig auf die Abzocke von Steuern fokussierten Politik kam, welche die inländischen Troika-Partner aufzwangen, zeigte sich, dass der Kaiser nackt ist! Die Verzerrungen sind sogar dermaßen tief, dass sie bei dem gesamten Spektrum der Energieprodukte Domino-Verhältnisse schaffen.

Die Gesamtheit des Elektrizitäts-Marktes und die … schönen Märkte befinden sich einen Schritt vor dem Erklingen des Kanonenschusses der Insolvenz. Solange die Krise andauert und sich die effektiven Lösungen der Probleme verzögern, um so mehr nähert sich sogar das Energiesystem dem Krach, der drohende Black-out wird schlimmer als ein Alptraum und das reiche Produktionspotenzial des Landes wird bis aufs Äußerste verschmäht.

Energiekrise à la … Kalifornien

Das Kuddelmuddel der Energiekrise beginnt mit der Politik der in den beiden letzten Jahren im Land umgesetzten Politik der Steuerabzocke und Austerität. Dieses Durcheinander hat jedoch alle Energiemärkte mit dem Ergebnis mitgerissen, dass wir nicht … zur Drachme übergehen zu brauchen, aber innerhalb der Eurozone das erste Land darstellen, das zu … Kalifornien werden wird (welches ebenfalls den ersten Staat der Metropole des Kapitalismus darstellte, in dem der Energiemarkt „platzte“ und Millionen Bürger tagelang ohne Strom ließ!).

Alles begann vor zwei Jahren, als – unter dem Vorwand der Bekämpfung der Defizite – die Regierung Papandreou beschloss, Sonderverbrauchssteuern auf alle Energieprodukte zu erheben, welcher Zug die Tarife in die Höhe katapultierte. Parallel verhängte sie auch die Einziehung der Immobilien-Abzocke über die Stromrechnungen der Öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft (DEI) und alternativen Anbieter.

Zusammen mit dem krisen- bzw. hauptsächlich durch die Abzocke bedingten Unvermögen der Haushalte und Kleinunternehmer, ihren Verpflichtungen zu entsprechen, begannen sich ungeheure Schulden an die Elektrizitätsgesellschaft aufzuhäufen, die wiederum mit der Tatsache als gegeben, zu einem Zeitpunkt, wo die Banken alle Finanzierungshähne abgedreht haben, auch nicht zur Aufnahme von Krediten schreiten zu können, in einen wirtschaftlichen Würgegriff geriet.

Die Kettenreaktionen haben also bereits begonnen: Sowohl die DEI als auch die im Endverbrauchergeschäft tätigen Privatunternehmen beginnen, Schulden an die Systemverwalter (LAGIE im Endhandel, ADIME bei dem Transport) aufzuhäufen, welche ihre Schulden an die Erzeuger (wieder die DEI, aber auch Privatleute mit den großen Erzeugereinheiten) nicht begleichen können.

Parallel beginnen sich ebenfalls die Schulden an die Öffentliche Gasgesellschaft (DEPA) zu kumulieren, da ein großer Teil der Stromerzeugung auf Erdgas basiert. Dies führt auch die Gasgesellschaft in eine wirtschaftliche Sackgasse. Sie deklariert ihrerseits das Unvermögen zur Deckung ihrer Verbindlichkeiten, was die Bedrohung der reibungslosen Versorgung des Landes mit Erdgas zum Ergebnis hat, wie es der Präsident der DEPA, Charis Sachinis, in seinem an den Premierminister und die gemeinsam zuständigen Minister (Finanzministerium und Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel) gerichteten Schreiben darlegte.

Sollten die Dinge tatsächlich zu dem schlimmsten Punkt (also der Unterbrechung der Versorgung des Landes mit Erdgas) geführt werden, werden dann fast ein Viertel der Produktion und sogar die modernsten und produktivsten Anlagen außer Betrieb gesetzt werden, während sich hunderttausende Haushalte und Unternehmen in einer absoluten Sackgasse wiederfinden werden!

DEI und Systemverwalter in der Sackgasse

Außerdem wird aufgrund ihrer im roten Bereich befindlichen wirtschaftlichen Lage die DEI nicht zur Beschaffung zusätzlicher konventionelle Brennstoffe (Diesel, Masut usw.) in der Lage sein, um die entstehende Lücke zu decken. Zusätzlich werden sich die Systemverwalter in einer absoluten Sackgasse befinden und außer Stande erklären, selbst jene Erzeuger zu bezahlen, die kleine EE-Einheiten besitzen, und neue große wirtschaftliche Verbindlichkeiten auf dem gesamten Marktspektrum schaffen.

Die von der kommissarischen Regierung, in deren Händen sich die Gefahr des „Knalls“ der Energiebombe befindet, vorqualifizierte Lösung ist die umgehende Gewährung von Krediten an die Betreiber in Höhe von 300 Mio. Euro seitens der staatlichen Hinterlegungskasse. Praktisch verschafft dies dem System eine kleine Atempause, löst das Problem jedoch nicht endgültig.

Geringschätzung und Ausverkauf der nationalen Ressourcen

Sie tun also genau das, was im ganzen Land getan wurde: Sie versuchen, bei uns mit Krediten (im Fall des Memorandums seitens der Troika) die Resultate der einebnenden und auf Steuereinnahmen fokussierten Politik zu „kurieren“, die noch mehr Schulden und noch größere „Löcher“ in die Kassen reißt. In diesem Klima werden die an … Wäscheklammern zur Privatisierung ausgehängten Energieunternehmen – wie die DEPA oder auch die DEI – vollständig abgewertet, mit dem Ergebnis, dass sich die „Krähen“ über ihnen versammeln um sie zu erwerben und sich die Hände reiben, da ihr Marktwert ständig fällt!

Charakteristisch ist, dass der Börsenwert der Öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft unter 275 Mio. Euro sank, was bedeutet, dass die von dem Staat gehaltene Beteiligung auf ungefähr 140 Mio. Euro veranschlagt wird! Also Krümel!

Und noch etwas zuletzt: Die Anhänger des Memorandums und der angeblich liberalisierten Märkte führen in ihren Berichten fast … stolz an, der Repräsentant des IWF in Athen, Bob Traa, sei vollumfänglich über den drohenden Blackout informiert, und meinen, dass er der Finanzierung des Systems durch die staatliche Hinterlegungskasse nicht widerspreche. Was bedeutet dies? Würden sie das System infolge des wirtschaftlichen Würgegriffs zusammenbrechen lassen, wenn Bob Traa nicht einverstanden wäre? Gibt es denn nicht einmal mehr eine Spur der Scham?

(Quelle: To Pontiki)

SYRIZA als Machtpartei in Griechenland

7. Juni 2012 / Aufrufe: 533 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Stavros Christakopoulos

Die Präsentation des Programms der SYRIZA-Partei am vergangenen Freitag (01 Juni 2012) gab in Griechenland den Startschuss zur … Polarisierung des Wahlkampfs.

Die beiden gegnerischen Pole gingen in die Zielgrade zu den Wahlen am 17 Juni 2012 – fast von den selben Startpositionen, jedoch mit einigen Fakten sehr viel klarer als vorher. Hauptsächlich jedoch mit der Signalgabe, dass bei den Wahlen nun zwei Machtparteien gegeneinander antreten werden.

Zugegeben, bis zum Freitag stellte sich folgendes Bild dar:

  • Auf der einen Seite gab es die Nea Dimokratia (N.D.), mit ihrer allen bekannten Agenda, jedoch auch den politischen Lasten, welche die gemeinsame Regierung mit PASOK und LAOS im Rahmen der Regierung Papadimos auf ihrem Buckel kumulierte.
  • Auf der anderen Seite hatten wir die SYRIZA, mit dem Elan der Wahlen des 06 Mai, aber auch einer Verwirrung bezüglich ihres Programms, über das häufiger – und gewöhnlich diffamierend – die Wahlgegner sprachen als sie selbst. Damit war am Freitag Schluss.

Das neu begonnene politische Kapitel wird von einigen neuen Fakten gekennzeichnet, von denen unbekannt ist, wie sie in den nächsten Tagen funktionieren werden:

  1. Wie vorstehend gesagt begann die Polarisierung am Freitag, weil nun, nachdem das Volk endlich ein allgemeines Bild der Programme beider Parteien hat, es auf der Zielgeraden zu den Wahlen sein endgültiges Wahlkriterium gestalten kann.
  2. Die SYRIZA wendete sich am Freitag zum ersten Mal direkt – ohne mediale und sonstige Vermittlungen – auch an die konservativen oder „in der Mitte angesiedelten“ Wähler und sprach sie erstmalig offen mit einem Machtvorschlag und nicht nur der „Mitgift“ der Proteststimme an.
  3. Jetzt wird sich entscheiden, ob Tsipras den nicht linksgerichteten Wähler wirklich „erschreckt“ oder aber geschafft hat, ihm „vertrauter“, vielleicht akzeptabel zu werden oder sogar – und in welchem Grad – eine alternative Machtlösung zu bieten.
  4. Ebenfalls wird sich nun entscheiden, ob der linksgerichtete Wähler von dem „Paket“ der SYRIZA und des Tsipras zufriedengestellt und in seiner am 06 Mai getroffenen Entscheidung bestätigt wird.
  5. Da die Polarisierung sich in den kommenden Tagen verstärken wird, wird sich entscheiden, ob die hinsichtlich ihrer Kraft kleineren Parteien dem gebieterischen Druck zur Wahl einer Regierung widerstehen können werden.
  6. In dem Raum zwischen ND und SYRIZA angesiedelte Parteien mit einer Wählerschaft, die im Zielsegment beider Parteien liegt, sind von einem noch höheren Druck aus dem Dilemma der Wahl einer Regierungsmacht und folglich mit Schrumpfung bedroht.

Die Antworten auf die vorstehenden Themen werden unter anderem – ungewiss, in welchem Maß – von gewissen „qualitativen“ Fakten bestimmt werden, welche die letzten Meinungsumfragen dokumentierten.

  • Das Dilemma bezüglich des Verbleibs im Euro oder eines Ausscheidens scheint zwar die ND zu konspirieren, jedoch eine sehr viel geringere „Funktionalität“ und Erwiderung im Raum der PASOK-Partei und eine noch geringere bei den Unabhängigen Griechen, den Unentschlossenen usw. zu haben. In der Mehrzahl scheinen die Leute … „nicht anzubeißen“.
  • Die Strömung zum Umsturz des nach dem Regimewechsel (Anmerkung: nach der Junta) etablierten Machtsystems, so wie diese am 06 Mai verzeichnet wurde, hat ihre Dynamik nicht nur nicht ausgeschöpft, sondern – wie alle Demoskopien dokumentieren – seit dem Folgetag der Wahlen die „Aktie“ der SYRIZA in die Höhe getrieben, die etliche Einheiten über ihrem Wahlergebnis „gehandelt“ wird.

Auf der anderen Seite wird die ND nicht nur einen Kampf um die Macht, sondern auch die Existenz führen: verliert sie, geht sie verloren. Der nächste Tag wird sie in gegenseitiger Zerfleischung vorfinden, nach einer Orientierung, Führung und vielleicht neuen Identität suchend.

Die sich zwingend bildenden Fragen sind zwei:

  1. Ob die ND es schaffen wird, eine Verlängerung ihres Lebens zu erhalten, oder ob die Lebenszeit des verbliebenen Pols des nach dem Regimewechsel etablierten Machtsystems bereits abgelaufen ist.
  2. Ob die SYRIZA davon überzeugen kann, außer der Rolle des Protestträger bereits auch die Führung der Regierung eines zusammenbrechenden Landes übernehmen zu können.

Eine Antwort werden wir auf die eine oder andere Weise in den nächsten Tagen erhalten. Vorläufig ist die billige Feststellung, dass im Gegensatz zu der ND die SYRIZA eine Niederlage ohne Knirschen überstehen kann.

Abschließend sei – hoffentlich korrekt – die Einschätzung eines Freundes mitgeteilt, der … nicht zu den Anhängern der SYRIZA zählt. Er sagte also am Freitagnachmittag:

Der griechischen Gesellschaft ist bewusst, dass sie mit diesen Beiden (Anmerkung: gemeint sind ND und PASOK) für viele Jahre erledigt ist. Anstatt also untätig in der Mitte der Ebene zu sitzen und von den Maschinengewehren durchsiebt zu werden, sehe ich als wahrscheinlicher, dass sie losstürmen wird, um die Höhe einzunehmen. Und wenn sie dabei fallen muss, dann wenigstens kämpfend und in Würde.

Wird es so geschehen? Die Wahlurne – und nur die Wahlurne – wird es zeigen …

(Quelle: To Pontiki)

Alexis Tsipras – das absolute Böse in Griechenland

5. Juni 2012 / Aufrufe: 1.024 11 Kommentare

Autor: Katerina Angelidaki

Niemals zuvor wurde so viel Gift und Galle gespuckt. Fast niemand – nicht einmal Politiker mit einem langen und extrem zweifelhaften politischen Werdegang – konzentrierte jemals so viel Raserei auf sich wie der Vorsitzende der (sogenannten „linksradikalen“) SYRIZA-Partei. Alle, „innerhalb und außerhalb der Mauern„, haben sich auf ihn gestürzt um ihn lebendig zu fressen.

Tsipras ist der Feind No. 1 des Vaterlandes. Solltet Ihr in wählen, sind wir ruiniert. Lasst Euch nicht einfallen, ihn zu wählen, er wird uns auslöschen.“ Einschüchterungen, Drohungen, Beleidigungen, Ironie, Verhöhnungen – gegen jemanden gerichtet, der neuerdings das absolute Böse im Land verkörpert.

Und ich frage mich: Ist es möglich, dass heutzutage ein einziger Mensch in der Lage ist, eine ganze Nation zu vernichten? Ja, natürlich. Sofern er Tsipras heißt. Ist es möglich, dass alle, die ihn mit einem solchen Hass beschimpfen, nicht daran denken, im selben Moment einen Super-Volkshelden und das potentielle Idol einer ganzen Gesellschaft aufzubauen? Ja, natürlich. Sofern sie zu dem politischen und medialen Establishment zählen, welches den Ball verloren hat und dem Gegner ein Beinchen zu stellen organisiert, um wieder das Spiel zu übernehmen.

Ich hatte beschlossen, mich in dieser Rubrik über keine Partei zu äußern. Und ich tue es wieder nicht. Ich spreche ausschließlich über das Niveau der Polemik gegen den Vorsitzenden der SYRIZA, verärgert, weil sich fast alle darauf eingeschossen haben, sich seiner als Sündenbock für den Zusammenbruch Griechenlands zu bedienen.

Also, nein! Kein Tsipras ist Schuld daran, dass wir dort angelangt sind, wo wir angelangt sind. Nicht Tsipras ist Schuld daran, dass unsere Politiker unfähig sind. Nicht Tsipras ist Schuld daran, dass keins der beiden Memoranden erfolgreich war. Tsipras hat auch keine Schuld an unserer kannibalischen politischen Kultur, die frisches Blut gewittert hat und unverschämt Menschen frisst.

Der Vorsitzende der SYRIZA ist natürlich streng für seine Strategie in dieser kritischen Stunde zu beurteilen. Auf keinen Fall darf jedoch das gehetzte griechische Volk in Bezug darauf eingeschüchtert werden, wem es seine Stimme geben wird. Es wird sie nach eigenem Gutdünken abgeben.

Das absolute Böse ist niemals ein einzelner Mensch. Wer auch nur eine antike Tragödie gelesen hat, weiß, dass niemand die persönliche Macht weder für den absoluten Ruhm noch die düsterste Katastrophe inne hat. Es sind Viele nötig, damit ein Land zerstört wird.

Das absolute Böse ist heute die fürchterliche Lage Griechenlands, das Werk vor allem jener, die es regierten. Bei allem anderen handelt es sich um Tricks und schändliche Vorwände.

(Quelle: To Pontiki)

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Leben, um zu arbeiten, oder arbeiten, um zu leben?

4. Juni 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 1.427 7 Kommentare

Eingereicht von: Griechenfan

Thema: Griechen arbeiten mehr als Deutsche

Erfindergeist, Sparen an teuren Materialien, Kreativität. Daran mangelt es in den Industrieländern, es kann anders gehen. Genau das hat mich nach Griechenland geführt. Nichts ist gerade und nichts perfekt. Das ist das Leben. Oder ist das Leben in Deutschland so toll? Ist es nicht schön, ein Rad neu zu erfinden?

Ich war dabei, als in Patras vor Jahren Behindertenbusse in die Fähre sollten. Sie waren sehr niedrig und es war ein Problem, sie auf die Rampe zu bekommen. Alle haben mitdiskutiert und Lösungen vorgeschlagen. Es hat eine Stunde gedauert und dann geklappt. Damals war ich als Deutsche etwas genervt, war ich doch an die Zeiteinhaltung gewöhnt und Diskussionen um solche Dinge nicht gewöhnt. Eine wirklich arrogante Haltung. Hier waren Menschen wirklich ernsthaft dabei, eine Lösung zu finden, weil sie die modernen Geräte wie in Deutschland nicht hatten. Ich habe es später sehr bewundert, zumal es dann eine Lösung gab.

Wir haben eine alte Ruine gekauft, mit sehr viel Selbstarbeit. Der Elektriker kam und hat uns Leitungen verlegt. Jeder Deutsche hätte die Hände über den Kopf geschlagen. Da wurde ein Loch gehauen auf einer wackeligen Leiter (da würden die Behörden für Sicherheit in Deutschland Strafen verhängen), Gewerkschaft? Der Lehrling musste ein Holz suchen, was hinein gehauen wurde. Der Anschluss angebracht und Zement drauf. Und? Die Lampe hängt heute noch. Geht doch. Wenn Ersatzteile nicht da waren, wurde eben mit viel Kreativität Alternativen gesucht. Manchmal hat es lange gedauert, aber … es hat immer geklappt. Ist das nicht das Leben?

Es geht immer nur um Produktivität und um Profit, um auf den Märkten mithalten, nicht mehr um das Leben. Es wird gesagt … und ich denke, da ist etwas Wahres dran: “In Deutschland lebt man, um zu arbeiten. In Griechenland oder anderen Ländern arbeitet man um zu leben”.

In der Tat haben hier viele Menschen mehrere Jobs um sich über Wasser zu halten. Ich habe noch nie so viel arbeitende und fleißige Menschen gesehen. Klar, es ist oft nicht so produktiv und in den Behörden gibt es nicht so sehr qualitativ ausgebildete Menschen. Es kann nerven und nimmt viel Zeit in Anspruch. Griechenland hat immer hinterher gehinkt. Aber vergesst nicht, es ist ein kleines Land mit sehr viel weniger Einwohnern als Deutschland und mit sehr viel weniger Technologie. Weniger Arroganz wäre hier angebracht.

Ja, und die Griechen wissen es ihr Leben zu feiern und miteinander zu sein. So viel Großzügigkeit und Herzenswärme. Und wisst ihr was? Ich habe noch nie so gute Ärzte erlebt. Sie haben zwar keine Sprechstundenhilfe und die Räume sehen nicht so edel aus wie in Deutschland. Aber sie nehmen sich Zeit und sind sehr genau. Sehr gute Diagnostiker und schauen nicht auf die Uhr, ob der Patient zu viel Zeit in Anspruch nimmt, weil ja Zeit Geld ist. Nein. Sie schicken Dich auf eine Reise, die etwas unbequem ist, weil Du erst mal hierhin und dahin musst. Blutuntersuchungen etc. zur Krankenkasse, um das abzuklären. Viele Wege für ein wirklich gutes Ergebnis. Klar ist es nicht so gut organisiert wie in Deutschland, aber sehr effektiv. Hier ist der Patient noch ein Mensch und keine Massenware.

Ich höre jetzt auf zu schreiben, weil mir so viel einfällt, was ich nicht schreiben kann. Klar, Griechenland ist nicht perfekt, manchmal nervt es mich so unendlich, aber ich bin auch Deutsche, die die Wurzeln nicht so ganz abschütteln kann. Aber …. ich fühle mich hier so viel besser aufgehoben trotz aller Widrigkeiten. Mensch sein, Mensch sein dürfen. In die Landschaft pinkeln können, Kapern sammeln, den Garten verwildern lassen dürfen, ohne dass sich Nachbarn aufregen oder ich eine Verwarnung bekomme. Mein Haus anmalen kann, wie ich es will. Das ist Griechenland für mich. Nachbarn, die sich um mich kümmern und umgekehrt. Nicht anonym sein.

Okay, ich werde emotional, aber das ist Leben. Ich will nicht, dass sich das alles ändert. Es heißt nicht, dass ich mit Allem hier konform bin. Das steht mir auch nicht zu, denn ich bin Zuwanderin und habe meine Wurzeln woanders. Ob die gut oder schlecht sind …. ?? Aber mein Herz schlägt in Griechenland, es ist ganz bewusst mit allen Widrigkeiten gewollt. Ich stehe dazu und möchte nie etwas Anderes.

Ich wünsche mir für Griechenland ein Land voller Stolz. Mit Veränderungen, die effektiv sind, aber nicht die Mentalität verändern. Die stark sind, das griechische Volk zu schützen und die Eigenheiten zu bewahren. Ich hoffe sehr, dass Griechenland, das Volk sich erhebt und sich vor dem Eurotrauma schützen kann. Hier geht es um ein Exempel und da wird über Leichen gegangen. In dem Sinne … Griechenland den Griechen! Ich hoffe, dass SYRIZA die Wahlen am 17 Juni 2012 gewinnt. Weg mit ND und PASOK. Ist zwar auch etwas unsicher, aber es gäbe eine Chance.

Die kritischsten Wahlen in Griechenland

23. Mai 2012 / Aktualisiert: 17. Juni 2012 / Aufrufe: 523 7 Kommentare

Autor: Michalou

Die kritischsten Wahlen in Griechenland … schön, wir schreiben auch mal Blödsinn, damit die Zeit vergeht … .

Das Volk hat gesprochen und die Löwen zu Hühnchen gemacht … . Die Bemühungen der politischen „Leuchten“ um die Bildung einer Vasallen-Regierung fielen ins Leere … . Diesmal fruchteten die – von wo auch immer kommenden – Erpressungen jedoch nicht. Das Panikgerede des Staatspräsidenten, der das Thema einer „nationalen Bedrohung“ stellte, damit eine Regierung zur Realisierung des Memorandums gebildet wird, sprich dass sie uns weitere 11,5 Mrd. Euro aus den Taschen ziehen, und der Rekapitalisierung der Banken mit den 50 Mrd. Euro, ist verflogen.

Als sein Mitstreiter stand ihm auch der Präsident der sogenannten Griechischen Bank, Provopoulos, zur Seite, der betonte, dass „allein gestern 800 Millionen Euro (700 in bar und 100 in Anleihen) von den griechischen Banken abgezogen wurden„. In der kritischsten Periode des Landes interessiert sich das politische Establishment, welches das Land in diese Lage gebracht hat, nur für sein Überleben … . Antonis, Beni und ein Ausbund von Technokraten beharren darauf, zu unserem Wohl“ zu regieren und haben unsere Spucke offensichtlich als Nieselregen aufgefasst.

Und in all diesem Klima der Panikmache natürlich auch wieder die Statements des Herrn Schäuble und anderer Nachfahren der SS, dass z. B. Deutschland einen fertigen Plan habe … (Frage des Autors: sind auch Backöfchen vorgesehen?). Sie sagen, unser Ausscheiden aus dem Euro vorbereitet zu haben, und sonstiges derartiges Zeug. Es gibt jedoch auch Analysen wie jene von Mark Grant, dem Autor des berühmten Buches „Out of the Box“, in dem er meint, Europa könne schließlich Griechenland gar anbetteln, das Geld zu nehmen, damit nicht ganz Europa zerstört wird. Er führt sogar an, dass die Gesamtverschuldung unseres Landes 1,3 Billionen Dollar betrage, was 40,60% des BIP Deutschland entspricht!

Andererseits führt die JP MORGAN an, dass die unmittelbaren Verluste eines Ausscheidens Griechenlands den Betrag von 400 Mrd. Euro erreichen würden !!! Natürlich würde es auch für Griechenland Konsequenzen geben, die jedoch so oder so über unserem Kopf schweben. Zur selben Zeit schreibt sogar Reuters … Wenn sie Griechenland aus dem Euro „herausdrücken“, werden die Folgen für Europa unberechenbar sein … . Griechenland, als kleine periphere Wirtschaft der Eurozone, wird sich irgendwann – vielleicht nach einem Jahr – wieder aufraffen, wann sich jedoch die Eurozone erholen wird, ist ungewiss.

Bringen wir es also zu Ende, machen wir die Wahlen und setzen wir einen Anfang … wir haben viel Arbeit vor uns, und je länger wir es hinauszögern, um so mehr werden wir nachher geradezubiegen haben … .

(Quelle: To Pontiki)

Griechenland: Der Weltuntergang und Alexis Tsipras

19. Mai 2012 / Aktualisiert: 17. Juni 2012 / Aufrufe: 884 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Marikaki

Alexis Tsipras, Vorsitzender der Allianz der Radikalen Linken in Griechenland, wird vielleicht Bundeskanzlerin Merkel bezaubern und den Weltuntergang abwenden können.

Höchstwahrscheinlich wird sich die Vorhersage der Mayas über den Weltuntergang einige Monate früher als in dem berühmten Kalender bestimmt erfüllen und seine Bedrohung über den griechischen Wahlen ausbrechen. Als einziger Weg zu Abwendung wird sich die Stimme für Vangelis Venizelos (PASOK) und hauptsächlich Antonis Samaras (Nea Dimokratia) erweisen, der vor Tsipras nicht etwa die Waffen strecken, sondern Mann gegen Mann mit den Kräften des Chaos und des Populismus ringen wird.

Der Blitz, der in das Flugzeug einschlug, welches Hollande nach Merkel brachte, ist bereits als Maskottchen der beiden Memorandums-Parteien … der beiden ehemaligen „Machtparteien“ in Beschlag genommen worden, und unter den ihm sehr wahrscheinlich angetragenen Projekten befinden sich auch der Schlag gegen kritische Infrastrukturen des Staates und der Versicherungsträger und speziell die Ausschaltung der Datenverarbeitungssysteme, mit höherem Zweck das Unvermögen zur Zahlung der Löhne und Renten.

Die Führungsstäbe von Antonis (Samaras) und Vangelis (Venizelos) hecken bereits „Verlautbarungen“ der Art „Tsipras druckt in der Parteizentrale an der Koumoundourou Drachmen“ aus. Auch wenn dies die Menschen direkt zu den Bankautomaten schicken wird, um abzuheben was ihnen verblieben ist, und mit all dem Verantwortungsgefühl, das Antonis und Vangelis steuert, den Zusammenbruch der Banken noch vor dem neuen Wahlgang verursacht.

Nea Dimokratia und PASOK werden den Wählern großmütig verzeihen

Gemäß den leitenden Köpfen der beiden Führungsstäbe kann sich dies sogar als eine Taktik von kritischer Bedeutung erweisen: irgendwo dort und unter Aufbringen ihrer höchsten Großherzigkeit werden sie dem griechischen Volk verzeihen, das sie am 06 Mai 2012 nicht gewählt hatte, und einen neuen großzügigen Kredit von IWF und EU zur unmittelbaren Rekapitalisierung der Banken versprechen – einen Kredit, der Griechenland bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag im Euro halten und die Rettung des (unter Kosten) verscherbelten Landes ab dem Punkt beschleunigen wird, an dem sie durch die Wahlen unterbrochen wurde.

Natürlich wird auch Tsipras nicht mit gefalteten Händen der Provokation und der Strapazierung des europäischen Profils zuschauen. Er wird Stratoulis und Lafazanis losschicken, um – ohne Gewalt, nur mit der Überzeugungskraft des sterilen Protests – Merkel bis zum Gebäude des SYN zu schleppen, damit sie sich eigenen Auges davon überzeugt, dass die beiden Hätschelkinder des Euro-Klerus unverschämt lügen und im Poker um ein paar zehntausend Proteststimmen gegen die führende SYRIZA-Partei praktisch den gesamten europäischen Überbau als Einsatz verzocken.

Merkel, die in all der Hetze gerade noch in ihren Taschen nach Blitzen für Rigilli und Ippokratous suchte (Anmerkung: gemeint sind die Parteizentralen von Nea Dimokratia und PASOK), wird ihren Blick auf das von Selbstvertrauen erfüllte Gesicht des Alexis Tsipras werfen und sich wahrscheinlich nicht der Überlegung verweigern können, dass „Alexis aus der Nähe besehen dank dieser Natürlichkeit der aus ihm heraussprudelnden Kraft sexier ist„. Vermutlich wird sie sich sogar mächtig darüber ärgern, zwei Jahre lang gezwungen gewesen zu sein, sich mit einem Haufen von Stinkern zu treffen, mal mit jenem Rotzbengel Giorgakis, mal mit dem bestialischen und potthässlichen Venizelos und schließlich mit Roboter-Greis Lukas Papadimos.

Dort, innerhalb der geschwärzten Wände und der unordentlichen Büros der Koumoundourou wird Merkel im Antlitz des Alexis Tsipras den Charme des Europas der Völker entdecken und Griechenland eine Gelegenheit geben, indem sie billiges Geld gewährt und bilateral den Zahlungsstopp und alles andere verkündet, was das SYRIZA-Programm begehrt.

Und Tsipras wird – nachdem er Griechenland und Europa gerettet hat – mit Obama telefonieren …

(Quelle: To Pontiki)

Weg mit dem Euro, weg mit der Finanzdiktatur!

13. Mai 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 830 7 Kommentare

Eingereicht von: Carlos

Thema: Warum die Rettung Griechenlands fehlschlug

Und ich wollte den Euro auch nicht. Was kam denn nach der D-Mark? Alles wurde teurer, eigentlich war – so betrachtet – 1 DM ein Euro. Ich wollte nie dieses Europa, diese Gleichmacherei. Denn das funktioniert nicht! Jedes Land hat Eigenheiten, und dazu gehören auch manche Gesetze. Für andere Länder mögen sie dumm klingen, erfüllen aber hier Bedürfnisse. In Deutschland gibt es Hartz IV, in Griechenland nicht. Also gab es durch die Pasok-Partei andere soziale Hilfsleistungen wie beispielsweise für Angehörige, Witwen usw.

Ich mag auch nicht mehr hören, wie das ausgenutzt wurde. Von Blinden, die keine Blinden waren, von Angehörigen, die Todesfälle verschwiegen und weiterhin die Renten kassierten. Das gibt es auch in diesem tollen Deutschland. Betrügereien mit Hartz IV, Sozialbetrug. Ich finde das nicht toll, kein Thema. Aber das hat Griechenland nicht in den Ruin geführt. Das hat der Euro getan. Seitdem geht Griechenland auf Talfahrt. Früher sind gerne Touristen gekommen und fanden es gut, mit ihrer D-Mark hier günstig Urlaub machen zu können. Der Spaß ist vorbei. Denn nun gibt es seit etlichen Jahren den Euro. Der Normalbürger in Griechenland hat nie so viel Geld wie in Deutschland verdient. In Südeuropa herrscht Schmalspur. Die Banken verdienen sich goldene Nasen und ich möchte nicht mehr hören, dass Deutschland dafür bluten muss. Die Südländer bluten aus.

Hier in Griechenland gibt es so viel Armut. Ich finde es sehr beschämend, hier solche schrecklichen Kommentare lesen zu müssen. Wenn ich nicht Angst hätte, dass die „Rechten“ hier übernehmen, wünschte ich mir eine neue Wahl in der Hoffnung, dass dann eine gemäßigte Linke hier das Land regieren kann. Weg mit dem Euro und der sogenannten Solidargemeinschaft. Griechenland kann das schaffen, schließlich wäre es nicht das erste Mal. Die Demokratie ist hier entstanden und wahrnehmbar, immer noch. Viele haben keine Krankenversicherungen mehr, werden dennoch in jedem Krankenhaus behandelt, wenn ein Notfall vorliegt. Ich liebe dieses Land immer mehr und habe noch nie soviel Sympathie empfunden. Die Griechen sind einfallreich und lassen sich nicht unterkriegen. Weg mit dem Euro, und wir leben mit Phantasie, Kreativität und Solidarität.

Hunger und Verelendung wird produziert und gewollt. Wir leben auf einer Erde, die genug für alle Menschen auf diesem Erdball hat. Es ist nicht gewollt. Wo bliebe der Profit? Ich bin nach Griechenland ausgewandert, weil ich diesen Perfektionismus in Deutschland hasste. Ich habe hier gearbeitet und mich sehr wohl gefühlt. Es gibt nichts „Gerades“ auf der Welt und jedes Land ist … anders „gerade“. Das ist Europa für mich. Jedes Land ist anders. Und gerade das ist doch sehr schön, oder? Die Deutschen haben die Bayern, mit Weizenbier und Brezeln, im Norden die Fischbrötchen und Matjes. Die Griechen haben den Tsatsiki, die Italiener die Pizza usw.

Ich fände es sehr traurig, wenn all das irgendwann vermischt würde. Wird es aber vermutlich irgendwann einmal, denn die Länder vermischen sich. Aber, die Landeseigenheiten sollten bleiben, das fände ich doch sehr schön. Warum sollte ich sonst noch in ein anderes Land reisen, außer weil mir Sonne und Strand gefallen? Lasst uns alle mutig sein, akzeptieren, dass es andere Gewohnheiten und Gesetze gibt.

Weg mit dem Euro, weg mit der Finanzdiktatur. Schöpfen wir neu aus unserer eigenen Kraft. Ich weiß, dass viele, die diesen Beitrag lesen, es völlig einfach finden. Es klingt nicht nur sehr einfach, es ist auch einfach … !

Ihr seid schwach, wenn ihr kein Team bildet

10. Mai 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 505 4 Kommentare

Eingereicht von: Climateatheist

Thema: Offener Brief aus Griechenland an Angela Merkel

Verehrte Poppi Errikou Konti.

Du hast durchaus Recht in Deiner Kritik an unserer deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sei versichert, dass wir konservativen liberalen Deutschen diese Ex-Kommunistin Merkel auch nicht leiden können. Merkel log sich in die Politik, weil sie die Lüge verbreitete, dass aufgrund steigenden Kohlendioxids sich die Welt erwärmen würde und wir alle sterben würden, wenn wir nicht viele Milliarden in Angelas Klima-Lügenwelt investieren würden.

Wir jüngere Generation derjenigen Deutschen, die bei Euch alten Griechen grausame Massaker im zweiten Weltkrieg angerichtet haben, wissen haargenau, was unsere Vorfahren Euch angetan haben. Wir werden uns allerdings für die Fehler unserer Väter nicht entschuldigen, weil es nicht unser eigener Fehler war. Unser Fehler ist, dass wir durch Schweigen dazu beigetragen haben, Eure kostbaren griechischen Ressourcen zu plündern. Wir haben das nicht mir Vorsatz getan. Nein, es war viel erbärmlicher.

Wir „jungen Deutschen“, also jene, die deutlich nach 1945 geboren wurden, haben aus intellektueller Faulheit und Arroganz Eure Probleme nicht wahrgenommen. Wir haben gedacht, die Welt sei nach dem Ende des Kalten Krieges eine neue Welt geworden. Wir haben uns geirrt und wir erwachen erst jetzt so langsam aus dieser Illusion.

Ein Fehler, liebe Poppi, liegt darin, dass Ihr Eure eigenen griechischen Fehler (nämlich eine kräftige Aufgeblasenheit) über viele Jahre ignoriert habt. Ihr habt auch Eure eigene, selbstverschuldete Militärdiktatur nicht überwunden. Ihr habt bis heute eure Probleme zu gerne und viel zu leicht auf Dritte verschoben, um bloß nicht selbst aktiv werden zu müssen.

Dabei habt Ihr den gleichen Feind wie die Europäer (nämlich die Türkei) vor der Nase sitzen. Ihr habt den gleichen Fehler gemacht, wir wir es getan haben: ihr habt lieber euren Bauchnabel betrachtet als Eure Feinde wahrgenommen, seit dem wir den Kalten Krieg gegen die UdSSR im Jahre 1989 gewonnen hatten. Insofern sind wir Deutsche mehr Griechen als Ihr Griechen Deutsche seid!

Wir haben alle gedacht, dass die grausigen Diktatoren-Zeiten vorbei gegangen seien. Da haben wir uns alle aber kräftig geirrt! Und zwar alle Deutschen und auch alle Griechen.

Ergo müssen wir uns endlich aufraffen und unsere demokratischen Tugenden wieder nach außen kehren! Wir müssen Demokraten sein und auch STOLZ auf unsere Demokratie sein! Ihr Griechen habt uns Europäern über die Römer vor 2000 Jahren indirekt sowohl die vorsokratische, ionische Moral als auch die Demokratie als auch die Mathematik des Aristoteles vermacht. Ihr müsst nun selbst wieder den Aristoteles in Eurem Herzen entfachen und Eure eigenen Ressourcen benutzen!

Wir Deutschen sind ein heterogenes Volk. „Den Deutschen“ hat es nie gegeben. Bei uns gibt es Franken, Sachsen, Württemberger, Saarländer, Ostfriesen, Nordfriesen, Niedersachsen, Preußen und wer weiß noch alles für Deutsche. Bei Euch Griechen gibt es Athener, Ioniker, Insulaner auf diversen ionischen Inseln, Nord-Griechen und was weiß ich noch alles. In Zeiten der Krise sind die Deutschen jedoch zu etwas fähig, was wir euch Griechen voraus haben. Wir können TEAMS bilden. Ihr jedoch denkt noch zu stark in Stammeszugehörigkeiten. Das ist ein FEHLER, werte Griechen!

In diesem speziellen Punkt kann ich Euch als Deutscher nur raten, dass Ihr Griechen euch ein Beispiel an uns nehmt, auch wenn dies vermessen klingt. Ihr seid schwach, wenn ihr kein TEAM bildet. Ihr müsst nicht ewig ein TEAM bilden. Aber in Krisenzeiten muss man als VOLK an einem Strang ziehen! Und genau das müsst ihr tun! Ihr müsst gemeinsam an einem Strang ziehen, Eure Ressourcen heben und Euch von der verlogenen EU abkapseln. Dann werdet ihr wieder wohlhabend und dann habt ihr auch wieder den Luxus, Euch gepflegt gegenseitig an die griechische Gurgel gehen zu können. Wir Deutsche machen das auch und es macht Spaß, weil wir mittlerweile halbwegs genau wissen, wo wir in diesem Fall die Grenze zu ziehen haben. Wüssten wir das nicht, würden wir nicht die Zahlmeister der Europäischen Union sein …. aber eben nicht mehr lange 😉

Das griechische Volk hat eben so wenig wie Italiener, Spanier, Portugiesen, Engländer, Franzosen, Irländer über seine Verhältnisse gelebt, wir wurden in den letzten Jahren nur schlicht und einfach belogen und betrogen – dank einer völlig außer Kontrolle geratenen Wirtschaftpolitik und der Lüge des unendlichen Wachstums zugunsten Weniger.

Es wird Zeit, unsere Demokratie zurückzuerobern

25. April 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 1.080 13 Kommentare

Eingereicht von: doedelf

Thema: IWF legt Grabstein für Griechenland

Zu meiner Person: Ich bin deutscher, typischer oberer Mittelstand, kleines Haus, viel Arbeit gutes Geld (IT). Ich bin über den Griechenland Blog gestolpert als ich eine Quelle (die ich auch lesen kann) gesucht habe die mir einen ungefilterten Blick auf Griechenland geben kann (und nicht die typische Mainstream Brainwash Maschine der Springer Presse).

Ich bin es leid immer dieses Griechenland Bashing zu hören, das in den unterschwelligen Kommentaren á la “Hätten sie halt nicht über ihre Verhältnisse leben sollen blabla” anklingt.

Liebe deutsche Mitbewohner, kurz zum mitschreiben: Das griechische Volk hat überhaupt nicht über seine Verhältnisse gelebt, es hat keine Dauerparties geschmissen, genauso wenig wie die Italiener, die Spanier, Portugiesen, Engländer, Franzosen, Irländer und und und. Wir wurden nur schlicht in den letzten Jahren betrogen, belogen und verarscht. Dank einer völlig außer Kontrolle geratenen Wirtschaftpolitik, der Lüge des unendlichen Wachstums zu Gunsten von wenigen, haben viele, vieles oder sogar alles verloren. Macht doch mal die Augen auf wer wirklich die Kohle gescheffelt hat. Kleiner Tipp: OECD Studien (und die sind noch brav geschönt – occupy und die oberen 1 – 10% sind kein Fake).

Zu Griechenlands Schulden und die angeblichen Rettungszahlungen: Diese Zahlungen gehen fast komplett an Griechenlands Gläubiger und ratet mal wer die sind: WIR!

Wir Deutschen geben uns schlicht und ergreifend selbst Geld. Wenn Griechenland nämlich pleite wäre (Russland war das auch mal), würden einfach die Bonds platzen und wären nichts mehr wert. Jeder der die inne hat würde einfach einen Verlust erwirtschaften. Wegen des Risikos des Zahlungsausfalls wurden diese Geldgeber (die vornehmlich Deutsche Bank, Goldmann Sachs, Allianz und ein wenig MBB und deutsche Rüstungsindustrie heißen) mit horrenden Zinsen beglückt. Sie kannten das Risiko, und nun versuchen sie sich einfach davor zu drücken, poltern auf “Lassen wir Griechenland nicht pleite gehen (Ist schließlich unser Geld …)”.

Das Schlimme dabei ist, das wir alle verlieren. Die Griechen echtes physisches Eigentum durch Privatisierungserlöse, und wir Deutschen weil wir Staatsgeld rüber pumpen (das tatsächlich aus unseren Steuergeldern besteht), das hierher zurück kommt und direkt in den Taschen der Investoren aus der Griechenland-Rally fließen. Und nein, glaubt bloß nicht, dass eure kleinen mickrigen Rentenfonds und Versicherungen dahinter stecken, das sind … wie war der Begriff doch gleich … ach ja, Peanuts!

Diese Staatsschuldenkrise ist keine, sie ist nur der verlängerte Atem der Finanzkrise. Wir zahlen weiterhin schön brav und blöd unsere eigene Finanzindustrie und ihre Wetten im großen globalen Kasino aus. Öffnet die Augen – schaut wie stark die Steuerquoten und Sozialabgaben bei uns abgebaut wurden “weil es ja den Markt belebt”, und nun haben wir alle über unsere Verhältnisse gelebt? Hallo? Nee, haben wir nicht, uns wurden nur einseitig die Einnahmen weggekürzt. Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer, Einkommenssteuer > 50 %, Kapitalertragssteuer pauschal auf 25 %. Wir würden heute ohne die Senkung, die lediglich einem ganz kleinen Teil der Bevölkerung zugute kam, jedes Jahr ca. 50 – 100 Mrd. mehr im Staatssäckel haben.

Glaubt Ihr eigentlich, dass nur wir in D-Land so veräppelt und betrogen wurden? Glaubt Ihr, die selben Leute hätten nicht auch in Griechenland gewütet? Wer hat Griechenland damals in die EU geschrieben? Goldman Sachs! Bei welchen Arbeitgeber war Griechenlands Chef vorher Boss? Goldman Sachs! Sorry, die tarnen ihre Unverfrorenheit beim Abzocken nicht mal mehr, das ist denen scheißegal!

Wer mehr wissen will: NachDenkSeiten, Buchtipps: “Generation Laminat” von K. Fischer und “Stresstest Deutschland” von Jens Berger (Spiegelfechter). Da geht es zwar primär um Deutschland aber die Mechanismen, das was schief läuft und was nun Griechenland als erstes EU Land brav ausbaden darf werden dort beschrieben und sind sicherlich übertragbar.

Liebe Griechen, lasst euch von den ewig deutschen Meckerern nicht runter ziehen. Tretet den Oberen gehörig in den Allerwertesten und wehrt euch gegen diese unmenschliche Behandlung. Falls “die da oben” damit durchkommen und euch brechen, werden sie umgehend mit dem nächsten Land in Europa weitermachen. Irgendwann ist auch Deutschland dran, und ich möchte auch mein Kind nicht in ein SOS-Kinderdorf zum Essen schicken müssen.

Es wird Zeit das wir unsere Demokratien zurück erobern. Am besten ginge das, indem wir Europäer schlicht zusammen halten und diesen „Geldadel“ dahin schicken wo der Pfeffer wächst (wobei die da ja auch schon dick im Ausbeutergeschäft sind).

Gruß

Danke an die Medien und Politiker in Griechenland und Deutschland!

23. April 2012 / Aufrufe: 3.088 19 Kommentare

Eingereicht von: anonym

Thema: Warum lassen wir uns gegeneinander aufhetzen?

Danke an Griechenlands und Deutschlands Medien und deren Politiker für die Bemühungen, beide Nationen von einander zu entfernen! Danke dafür, dass – obwohl wir uns im Jahr 2012 befinden und angeblich gut durch Medien aufgeklärt werden – wir uns immer noch verhalten, wie all die Jahrhunderte davor! Feindbild wird aufgestellt, und da wir nun aufgeklärt sind und nicht mehr mit Bomben werfen wollen, geht es auch mit Hetz- und Hasstiraden! Ich habe Angst, Angst davor, wohin diese Eurokrise Europa und vor allem meine beiden Heimatländer, Griechenland und Deutschland bringen wird?!

Ich bin nur eine unwichtige unbedeutende griechische Bürgerin, die keine akademische Bildung hat und somit ein Laie ist, die mit keinen fachkundigen Fakten argumentieren kann, sondern nur mit menschlichen und sozialen Werten. Ich beobachtet die ganze Zeit die Krise mit wachsamen Augen und ängstlichen Gefühlen. Ich versuche, mich durch Zeitungsberichte und Fernsehdiskussionen aus beiden Ländern zu informieren und Antworten auf die vielen Fragen zu erhalten, die mir die ganze Zeit durch den Kopf gehen. Solche Fragen, wie: „was passiert hier gerade, wohin geht das Ganze und wer und warum hat das Interesse, dass eine Völkerverständigung und Annäherung, die funktionierte, plötzlich nicht mehr funktioniert?!

Ich möchte nicht, dass auf beiden Seiten durch falsch gesetzte Schlagzeilen, Vorurteile, politische Kommentare und Interessen der Fokus von den eigentlichen Problemen und den Verursachern der Krise abgelenkt wird! Ich möchte mich bei dem deutschen Volk entschuldigen, für die dreisten Dummheiten, die aus Griechenland gezeigt werden. Dummheiten, die meistens von Extremisten und Minderheiten kommen, wie die Verbrennung deutscher Flaggen und nazistischen Szenarien. Oder auch Karikaturen und Artikel in Zeitungen, Kommentare die meistens von verantwortungslosen griechischen Journalisten und Politikern geschrieben und gesprochen werden, denen nicht bewusst zu sein scheint, welche Verantwortung sie dafür tragen und welches Unheil sie Griechenland damit bescheren! Es können nur die unverdauten alten Geschichten sein, die den Unmut und solche Reaktionen verursachen, und die berechtigte Angst um die Zukunft. Dieses Verhalten wird wohl auch gerne von Gedankenlosen, Extremisten und der politischen Elite propagiert, akzeptiert und befürwortet um so von sich und der Wahrheit abzulenken, und sie möchten anscheinend auch gerne – warum auch immer – das Unheil über Griechenland bringen!

Zusätzlich möchte ich mich auch bei dem griechischen Volk entschuldigen, für die dummen Vorurteile und Äußerungen, die aus Deutschlands Medien, von Politikern und Bürgern kamen und kommen, denn es kann keine Böswilligkeit sein, sondern nur reine Unwissenheit, die das verursachte oder teils immer noch verursacht, und ebenfalls die berechtigte Angst um die Zukunft. Ich möchte das tun, weil eine Entschuldigung auf beiden Seiten schon längst fällig gewesen wäre und nicht oft genug hätte gesagt und geschrieben werden können. Da es leider auf beiden Seiten weder die politische Elite noch die Medien für notwendig halten, nicht fähig oder zu stolz sind es zu tun, möchte ich damit anfangen!

Vielleicht gibt es da draußen mehr von den stillen Bürgern, denen ich aus dem Herzen spreche und die wie ich von beiden Nationen die Seele in ihrem Herzen tragen oder einfach Vernunft und Verantwortungsgefühl in sich haben und auch genau so wie ich unheimlich traurig und verärgert darüber sind, was medientechnisch und politisch auf beiden Seiten veranstaltet wird.

Ich verstehe es einfach nicht, warum zwei Nationen sich plötzlich gegenseitig aufstacheln und sich gegenseitig beleidigen und erniedrigen? Ich verstehe es nicht, warum Medien und Politiker dieser Respektlosigkeit kein Ende machen, warum auf beiden Seiten zugelassen wird, dass sich Hass entwickelt und falsche oder einseitige Eindrücke und Vorurteile breit machen. Warum bekennen sich nicht auf beiden Seiten die politische Elite, ihre Berater und die Verursacher (Banken?) endlich zu ihrer Schuld, weil die Schuld für diese Krise nur sie tragen! Wir kleine einfache Bürger können für die Krise nichts und möchten einfach nur die Wahrheit und Schuldeingeständnisse hören und die Schuldigen bestraft sehen.

Denn es war nicht das griechische Volk, das sich mit falschen Zahlen in den Euro eingeschlichen hat, und es war nicht das deutsche Volk, das Griechenland trotz bekannter falscher Zahlen unbedingt in den Euro herein haben wollte. Das haben alles die damals gewählten Politiker entschieden, ohne die damit verbundenen Konsequenzen und Risiken in Betracht zu ziehen! Man hat gewusst, dass GR mit seinen Finanzen nicht gut wirtschaftet, und ohne Grenzen zu setzen hat man sich den Mist weiter angeschaut, und erst als es zu spät war, wurden radikale Reformen erzwungen (so wird es von der griechischen Polit-Elite dargestellt), die alle nur auf dem Rücken der normalen Bevölkerung ausgetragen werden.

Aber nein, anstatt die Politiker und deren Komplizen an den Pranger zu stellen, attackieren und schaden wir, die normale Bevölkerung, uns lieber gegenseitig – also die, welche am wenigstens für die Finanzkrise können und am Ende aber die Zeche dafür bezahlen müssen! Und es wird egal sein, welcher Nation wir Bürger gehören, es werden wir, die normalen Bürger der europäischen Bevölkerung sein, die es tragen müssen, und die Verursacher reiben sich ins Fäustchen, während wir es inzwischen geschafft haben, uns gegenseitig zu schaden und zu hassen!

Ich bin schockiert und frage mich, wann kommen wir zur Besinnung? Wir normalen Bürger wollen doch alle nichts anderes, als ein Leben, in dem wir in Frieden leben können. Arbeit, mit der wir Geld verdienen, um die Bildung unserer Kinder, ein Dach über dem Kopf, Urlaub und normale Freizeit bezahlen und uns leisten können. Wir wünschen uns und wollen doch nur Politiker und eine Wirtschaftselite, die gerecht und ehrlich sind. Die Fundamente aufbauen, sie erhalten und schützen können, auf dem man demokratisch, sozial und menschenwürdig leben, arbeiten und sterben kann! Das ist der kleine Traum eines fast jeden normalen Bürgers, nicht mehr und nicht weniger, mehr schafft ein normaler Bürger auf ehrliche Weise sowieso selten. Aber auch diese kleinen oder mittelgroßen Träume werden langsam von der rücksichtslosen Wirtschafts- und Finanzelite und von den machtlosen, unter Druck gesetzten Politikern, kaputt gemacht.

Die Mittelschicht wurde und wird enorm geschwächt, die Armen werden immer mehr, während die skrupellosen und gewissenlosen Machtgierigen sich bereichern und vermehren und auf Kosten der arbeitenden Normalbürger immer reicher werden. Sie vergessen dabei aber, dass ein Sozial- und Wirtschaftsstaat von der Mittelschicht getragen wird, und wenn die den Bach herunter geht, wird ein Staat seine demokratischen und sozialen Verpflichtungen nicht ausüben können. Also frage ich mich, warum eine Wirtschaft und Finanzelite das Interesse hat, dass die Menschen immer weniger in der Tasche haben, immer mehr und mehr leisten müssen, um immer weniger und weniger zu verdienen, während deren Taschen immer voller und voller werden und auch noch die Unterstützung der politischen Elite dafür bekommen!!??

Kann es mir und allen anderen „dummen“ stillen normalen Bürgern jemand ehrlich erklären? Nein, natürlich nicht! Wer sollte sich schon trauen, der Bevölkerung die Wahrheit zu sagen? Es könnte ja sein, dass dann die Richtigen die Wut und den Unmut zu spüren bekommen könnten!

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