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Beginn der Absurditäten in Griechenland

16. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 2.135 4 Kommentare

Autor: Panos Kolokotronis

Thema: Zwangsversteigerung von 100000 Immobilien in Griechenland

Es ist eindeutig, dass das griechische Problem sowohl in der hohen öffentlichen Verschuldung – welchem Problem in ihrer Mehrzahl fast alle europäischen Staaten begegnen – als auch – und hauptsächlich – in allem besteht, was sich auf den öffentlichen Sektor bezieht. In dem Maß, wo die Troika Maßnahmen zur Einschränkung der Verschuldung und die Reorganisation des Staates fordert, kann niemand etwas einwenden, da die Troika nicht von allein nach Griechenland kam, sondern von der Regierung Papandreou eingeladen wurde, die offensichtlich nicht vermochte, die wie auch immer gearteten notwendigen Änderungen durchzuführen und vorzog, im Ausland Hilfe zu suchen. Wie es sich bei der gleichermaßen indirekten wie klaren Äußerung des heutigen Vorsitzenden der PASOK-Partei Evavgelos Venizelos im Parlament, glücklicherweise existieren die Ausländer um uns zu ändern, weil wir es von allein nicht können, außerdem um eine wirklich tragische Erklärung eines Politikers handelt, der Anspruch darauf erhob und erhebt, sich in der ersten Reihe der politischen Entwicklungen zu befinden, und welche Erklärung die Krankhaftigkeit des selbigen politischen Systems des Landes enthüllt.

Dass die Troika eine Reihe von Maßnahmen zur Sanierung der öffentlichen Finanzen und ausgeglichenen Funktion des staatlichen Sektors verlangt oder fordert, ist also nicht absurd. Das Absurde beginnt bei Forderungen wie jener nach der Aufhebungen des Verbots der Zwangsversteigerung der Hauptwohnung für die Kreditnehmer, welche wegen der wirtschaftlichen Umstände auf dem Markt nicht vermögen, ihren Verpflichtungen gegenüber den Banken nachzukommen. Es handelt sich um eine Maßnahme, die auf keinen Fall zur Minderung der öffentlichen Verschuldung beiträgt. Auch steht sie nicht in Zusammenhang mit dem labyrinthischen und ineffizienten öffentlichen Sektor. Sie bezieht sich vielmehr auf einen Versuch zur Stärkung der Liquidität der Banken und gleichzeitigen Verelendung aller Bürger, die davon träumten, ihr eigenes Heim zu haben und – bis neulich – vermochten, mit einem Baukredit eine Wohnung zu kaufen. Diese Entwicklung, also die Tatsache, dass die Griechen im Gegensatz zu den Europäern über Eigentum verfügen, scheint Brüssel offensichtlich heftig zu stören – außerdem ist bekannt, dass der Vertreter der E.U. auch der eingefleischteste Hardliner ist.

Deswegen muss auch die griechische Regierung sehr gut aufpassen, wie sie hinsichtlich dieser Ebene voranschreitet. Weil es eine Sache ist, kontinuierlich mehr Geld von dem Bürger zu fordern, um als Staat den – und zwar ohne Genehmigung der Bürger – gegenüber den ausländischen Staaten eingegangen Verpflichtungen zu entsprechen, und eine andere, Beschlüssen zuzustimmen, welche tausende Menschen obdachlos machen. Die Griechen mögen sich nicht gegen das erheben, was ihnen in den beiden letzten Jahren geschickt aufgezwungen wurde. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie mit gefalteten Händen sitzen bleiben werden, sobald sie an dem Punkt angelangen, ihre Wohnung zu verlieren. Bis heute erfolgt die „Revolution“ vom Sofa aus. Wenn wir jedoch das Sofa verlieren …

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

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Der private Sektor – das große Opfer in Griechenland

13. August 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 705 4 Kommentare

Autor: „BtK“

In Griechenland leben wir in einer virtuellen Realität. Andere Dinge geschehen und andere nehmen viele von uns wahr. In einer Periode, in der ersichtlich ist, dass die Situation in der Wirtschaft außer Kontrolle ist und die unmittelbare Insolvenz droht, weigern sich viele von uns die Realität zu sehen und leben weiterhin in ihrer Welt des Wohlstandes und der Ansprüche. Bezeichnendes Beispiel ist, dass die wie vergangene Tage offiziell bekannt gegebene Arbeitslosigkeit inzwischen 23% überstieg und in ihrer Gesamtheit aus dem privaten Sektor herrührt.

Auf dem öffentlichen Sektor, der den griechischen Steuerzahler mit dermaßen hohen Kosten belastete, verweigern trotz des Drucks der Troika sogar etliche derer, welche die Regierung stützen, nicht nur die Entlassungen auf dem öffentlichen Sektor, aber sogar auch die stattdessen von dem zuständigen Finanzminister Giannis Stournaras vorgeschlagene „Arbeitsreserve“.

Ist das gerecht? Dass die schmerzhaften Kosten, welche heute das griechische Volk bezahlt, ausschließlich und allein der private Sektor übernimmt?

Nur wenigen Griechen ist heute bewusst geworden, dass die griechische Regierung durch die Erhebung von immer mehr Steuern zu Lasten der Unternehmen, welche auf dem letzen Loch pfeifen und nur noch bedingt betriebsfähig sind, diese entweder in den Konkurs oder die Reduzierung der Kosten, sprich zu Entlassungen führt. Um Gelder für die Deckung der überdimensionalen Lohnkosten 770.000 staatlicher Bediensteter des engeren öffentlichen Sektors zu finden und den ungeheuren Schulden der öffentlichen Unternehmen (DEKO) zu begegnen, verhängt die Regierung also Steuern, die zu den Entlassungen führen, welche das Gerüst des Unternehmertums, aber auch den gesellschaftlichen Zusammenhang zerstören. Ist dies eine gerechte und effiziente Politik? Dass die staatlichen Bediensteten die einzigen Privilegierten in einer Gesellschaft sind, die in der Arbeitslosigkeit versinkt, die – wie alle Demoskopien verzeichnen – dass größte langfristige Problem ist, dem heute unsere Gesellschaft begegnet?

Wir schrieben seit geraumer Zeit, dass die Schwierigkeit für den Herrn Samaras in seinen Bemühungen, die internationale Glaubhaftigkeit Griechenlands wiederherzustellen und die untragbaren volkswirtschaftlichen Defizite einzuschränken, nicht die Kürzung der Löhne und Renten sein wird, die in vielen Fällen sowohl ungerecht als auch unangemessen ist. Es reicht die Unterschrift des Finanzminister unter einem Verwaltungsbeschluss, um sie durchzuführen – und wie sie durchgeführt wurde.

Der schwere Part ist, zu den notwendigen strukturellen Änderungen beim Staat zu schreiten, welcher der große Patient ist und uns in den heutigen Zusammenbruch führte. Und bis zu diesem Augenblick hat die Dreiparteien-Regierung in dieser Richtung nicht das Geringste unternommen. Sich hinter ihrem Finger versteckend drückt sie sich dagegen davor, mit den etablierten Interessen und den starken Zünften zu kollidieren, wie es das Beispiel mit dem Fall der Arbeitsreserve und der Reaktionen der beiden anderen Parteiführer, der Herren Kouvelis und Venizelos aufzeigt, welche die Regierung stützten. Und dieses ist nicht das einzige …

Die Beispiele für diese überholte und katastrophale Logik sind leider zahllos. Und es ist offensichtlich, dass solange die Regierung darauf beharrt, aus Angst vor der Kollision mit Zünften und Interessen nicht ihre Pflicht zu tun, die Anstrengungen welcher Spekulantenkreise auch immer sich verstärken werden, den Bankrott Griechenlands herbeizuführen.

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Ende der Selbstkritik in Griechenland

9. August 2012 / Aktualisiert: 05. Januar 2016 / Aufrufe: 550 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Kostas Giannakidis

Thema: Μαζί τα φάγαμε – Wir haben es (das Geld) gemeinsam durchgebracht

Die Internetbenutzer hängen wie Trauben von der Seite Mazi Ta Fagame des Theodoros Pagkalos herab. Die Vorhaben ist bekannt: Herr Pagkalos sammelt Aussagen und Meinungen von Bürgern, welche die Version der Mitverantwortung dokumentieren, so wie diese in dem – inzwischen klassischen – „Mazi Ta Fagame“ komprimiert wurde. Das Vorhaben wird erfolgreich sein, das ist sicher. Dort drinnen werden sich tausende Geschichten sammeln. Die Frage ist, was jeder von uns dort von Seite zu Seite sehen wird. Die einen werden einen Spiegel der Gesellschaft sehen. Und andere ein verzerrtes Bild. Dort liegt auch der Kern unserer Tragödie. Wir können uns immer noch nicht darüber einigen, aus welchem Grund all dies geschieht.

Betrachten Sie das Problem nun in einer anderen Dimension: Der Wirtschaftsstaatsanwalt Peponis lud den ehemaligen Vertreter Griechenlands im IWF vor, damit dieser ihm erklärt, was er meinte als er behauptete, dem IWF sei bekannt gewesen, dass das Programm Griechenlands kein Ergebnis haben werde. Und schön, als allgemeine Stellungnahme mag dies gerechtfertigt sein – wir leben in Griechenland, griechische Politiker sollten das Programm umsetzen. Panagiotis Roumeliotis hatte es jedoch konkretisiert. Falls Sie sich erinnern, er hatte geäußert, Papandreou habe einen Vorschlag von Strauss-Kahn zur Umschuldung abgelehnt. Als Meldung ist dies interessant und nur Strauss-Kahn könnte sie von Vermutungen reinigen. Roumeliotis hatte ebenfalls geäußert, dass wir Kredite zu hohen Zinsen von unseren Partnern aufnahmen und keine Verhandlungen über den Zeitraum der volkswirtschaftlichen Angleichung führten. Diese Anschuldigungen sind tatsächlich diskutierbar, speziell jene bezüglich des Zinssatzes. Hinter die Positionen des ehemaligen Repräsentanten stellen sich Etliche, die noch weiter gehen. Es gibt parlamentarische Parteien, welche erachten, es sei falsch gewesen, Kredite aufzunehmen und uns nicht China, Russland, den Mönchen von Athos und dem Öl in der Ägäis zugewendet zu haben. Gleichfalls gibt es in Parlament und Gesellschaft Kräfte, welche sich bereit erklären, die Verschwörung zum Völkermord an den Griechen zu beweisen. Resultat? Wir können uns nicht nur nicht über das einig werden, was uns widerfahren ist. Wir sind auch nicht fähig, uns darüber zu einigen, was wir getan haben oder was wir im weiteren Verlauf tun müssen.

Für jede von Pagkalos publizierte Geschichte „mazi ta fagame“ wird es auch jemanden geben, der protestieren und behaupten wird, nichts „durchgebracht“ zu haben. Für jede von der Regierung ergriffene Maßnahme wird es tausende andere geben, die glauben, dass es einen anderen Weg gibt. Und es würde einen anderen Weg geben, wenn Pagkalos und seine „Kaste“ in den vergangenen Jahren ihre Arbeit getan hätten. Es ist nicht nur eine Beleidigung des Rechtsempfindens. Es ist auch eine Ausgrenzung des gesunden Menschenverstandes aus der Diskussion, die wir zu führen versuchen. Selbst wenn Pagkalos Recht gehabt hätte, hat er dieses auf der Strecke der letzten drei Jahre verloren. Was zum Teufel haben sie unternommen, damit wir es nicht alle zusammen „durchbringen“? Wie viele Steuerhinterzieher nahm er in die Zange und wie viele Institutionen modernisierte er? Die Periode der Selbstkritik war erforderlich und zog zu Recht über unsere Leben. Sie verging ungenutzt. Jetzt darf sich niemand mehr fragen, ob wir es zusammen durchgebracht haben, ohne Antworten darauf zu geben, was danach geschah, und auf all das, was heute geschieht.

Quelle: Protagon
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Heißer August in Griechenland

4. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 361 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Panos Kolokotronis

Thema: Neues Sparpaket über 11,5 Mrd. Euro in Griechenland

Nach der Hitzewelle … kommt der Schauer. So war es immer und so wird es bleiben, wie zumindest Meteorologen einschätzen, laut denen der August wie üblich kühler sein wird.

Für die griechische Gesellschaft und Politik jedoch zeigen sich die Dinge umgekehrt, da der August einer der heißesten Monate sein wird, wenn wir das Maßnahmenpaket berücksichtigen, welches die Regierung umgehend vorantreiben muss, damit sich das für das Land negative Klima in Europa ändert. Weil klar ist, dass Gegner der Regierung derzeit weder Herr Schäuble noch Herr Rösler sind, die praktisch genau das Selbe erklären wie vor einigen Tagen in Athen auch der Kommissionspräsident Herr Barroso: Dass Griechenland nicht den Luxus der Zeit habe und schnellstmöglich die Reformen realisieren müsse, zu denen es sich verpflichtet hat.

Praktisch sagen also die europäischen Funktionäre nichts anderes als die Regierung. Nur bedienen sie sich einer unterschiedlichen Rhetorik und vermeiden im Fall der Herren Barroso und Junker jede Bezugnahme auf ein Ausscheiden des Landes aus der Eurozone, wie es vorsätzlich und immer vehementer alle Nase lang Herr Rösler anführt – und zwar mehr um zu beweisen, dass er die europäische Wirtschaftspolitik „mitgestaltet“, als um Druck auszuüben. Unter dem Strich bringt er mit diesen Äußerungen das europäische Konstrukt ins Schwanken und erleichtert es nicht, wie ihm gleichermaßen indirekt wie klar Herr Junker beschied.

Unabhängig von diesen Äußerungen ist es eine Tatsache, dass die Regierung sich entschlossen zeigt, diesen schwierigen Weg fortzusetzen. Es mag sich das Thema zusätzlicher Zeit stellen, damit umgehend eine Reihe struktureller Interventionen erfolgt, die – wie beispielsweise die Privatisierungen – mit dem öffentlichen Sektor in Zusammenhang stehen, und danach untersucht wird, in welchem Maß neue Eingriffe bei Löhnen und Renten nötig sind, jedoch ist klar, dass sich die Koalitionspartner auf einer gemeinsamen Resultante bewegen.

Dass der Wille zum „Wechsel der Szenerie“ bis zum Herbst besteht, bestätigte praktisch jüngst auch der Regierungssprecher, der in einem Radio-Interview erklärte, dass der ausgetragene Kampf ein Kampf gegen die Zeit sei und „eine mühsame Anstrengung auf allen Bereichen erfolge„, nicht nur im Thema der Maßnahmen, aber auch bei den Privatisierungen und Fusionen und Schließungen von Organismen.

Wie der Regierungssprecher erklärte, ist das Ziel der Regierung jedenfalls klar: „Wir müssen jene schützen, denen bereits viele Opfer abverlangt worden sind, aber langsam müssen wir auch die Rückgewinnung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit einleiten, weil man nicht behaupten kann, unabhängig zu sein, wenn man jeden Tag einen neuen Kredit benötigt …

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Gibt es in Griechenland keine Aufklärer?

1. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 855 6 Kommentare

Autor: Peter Adam

Thema: Alle Überflüssigen mögen sterben – auch in Griechenland

Hallo liebe Landsleute und Freunde des griechischen Volkes.

Ich schreibe als Grieche und Patriot, der schon lange Zeit in Deutschland lebt, sich jedoch noch sehr gut an die Zeit erinnert, als Griechenland noch seine ursprüngliche Währung, die Drachme hatte. Ich bin nun 50 Jahre alt und vielleicht kann man hier meinen Standpunkt dadurch besser verstehen.

All die Jahre im Euroraum ging es dem griechischen Volk scheinbar gut. Man hatte eine harte Währung, man konnte konsumieren und es ging dem Volk relativ gut. Doch ohne hier zu polemisieren möchte ich Griechenland wieder in der Drachme sehen, denn kein Mensch kann die Augen davor verschließen, dass das Volk unter den momentanen Zuständen immer weiter, für nichts und wieder nichts, verelenden wird, wenn nicht radikal gegengesteuert wird. Aufgrund seiner stetig schwindenden Wirtschaftskraft kann Griechenland sich den Euro als Währung nicht mehr leisten.

Natürlich wäre eine Rückkehr zur Drachme schmerzhaft, vor allem für diejenigen die bisher vom Euro profitiert haben und nun, aus Angst vor den zu erwartenden Verlusten, ein Horrorszenario nach dem anderen entwerfen. Aber ist der Horror nicht schon längst in unserem geheiligten Land angekommen? Weshalb erlauben wir als Gesellschaft es, das Kranke und Schwache so sehr leiden müssen? Weshalb hat das Volk nicht den Mut zusagen: „Genug ist genug“.

Vor dem Euro waren wir schon ein armes Volk, aber wir hatten medizinische Versorgung für alle, unser Land gab genug her, damit alle satt wurden, und unsere Sozialstrukturen waren weitestgehend in Ordnung. Gibt es denn wirklich keine Aufklärer, die dem Volk sagen was Sache ist? Wer bringt den Mut auf zu sagen, dass Griechenland den Euro verlässt, aus Gründen, die nach all den Horrorberichten und unhaltbaren Zuständen auf der Hand liegen?

Vorstellbar wäre doch, das Beispiel Argentiniens oder Islands zu praktizieren, was zwar hart werden würde, jedoch dem ganzen Volk eine größere Chance des Überlebens lässt als alle Spardiktate und Kürzungen, die uns in die Knie zwingen wollen. Wir haben als Griechen schon immer einen maroden Staat gehabt, aber noch nie einen, der sich bei den Banken und den Nordeuropäern wegen ein wenig Luxus anbiedert. Es ist einfach würdelos um Euros zu betteln, wenn man auch einen Weg der nationalen Einheit, der Wahrhaftigkeit und des Glaubens beschreiten könnte, der Griechenland seine Freiheit zurückgibt, zu tun was immer es zu tun beliebt, der unser Volk von den Knien holt und uns erlaubt, auf die Früchte unserer eigenen Arbeit stolz zu sein.

Das ist meine ganz persönliche Meinung, und ich habe durchaus Ideen wie man dies bewerkstelligen könnte. Da man aber nicht auf das hört, was ich sagen will, bin ich als Einzelner machtlos.

Deutsche Dickköpfigkeiten

29. Juli 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 602 3 Kommentare

Autor: Panos Kolokotronis

Dass erneut das Thema einer neuen Umschuldung der griechischen Verschuldung auf den Tisch gebracht wird, stellt keine überraschende Nachricht dar.

Die in der Wirtschaft gut Bewanderten nehmen von Anfang an wahr, dass die Weise, auf welche der „Haircut“ der Verschuldung erfolgte, und speziell seine monatelange Verzögerung eine neue Umschuldung unausweichlich machen würde. Unter dem Strich bezog sich der „Haircut“ auf ungefähr 100 Mrd. der Verschuldung und die Kreditaufnahme auf … 130 Mrd. Euro. Die griechische Verschuldung ist weit davon entfernt, überlebensfähig zu sein, und den Funktionären des Internationalen Währungsfonds war dies bekannt und stellte sogar einen Punkt der Reibung mit Brüssel und Berlin dar.

Die Sackgasse befindet sich vor uns, sofern sie natürlich auf ihrer harten Linie beharren – sowohl in Berlin, das keiner verträglicheren volkswirtschaftlichen Politik zustimmt, als auch der Internationale Währungsfonds, der bereits durchsickern ließ, ein neues Hilfspaket von seiner Seite nicht mit gutem Auge zu untersuchen. Kurz gesagt spielte er den Ball der zusätzlichen Finanzierung Deutschland zu, das außerdem auch der einzige Nutznießer der Erhaltung der Krise in der Eurozone ist.

Es ist kein Geheimnis, dass bei jeder „Zuspitzung“ der Kurs des Euro gegenüber dem Dollar mit der Folge nachgibt, dass die deutschen Produkte in den Drittländern einen Nachfrageschub erfahren. Zusätzlich gelten die deutschen Anleihen als dermaßen sicher, dass sie inzwischen nicht mehr das Interesse der Märkte und Investoren anziehen. Fakten eines wirtschaftlichen Umfeldes, welche die Risiken und Verzerrungen reflektieren, welche die selbige deutsche Politik verursacht – und bis zu einem gewissen Grad die Lohnerhöhungen rechtfertigt, die vor kurzem Berlin in einem Versuch bekannt gab, den deutschen Inlandsmarkt zu stimulieren.

Auf jeden Fall ist offensichtlich, dass die deutsche Politik hinsichtlich der Länder der Eurozone eine gewaltsame Politik ist. Speziell gegenüber Griechenland scheint sie auch boshaft zu sein, wenn wir uns auf den langen Katalog der negativen Bezugnahmen des Finanzministers des Landes – Philipp Rösler – fokussieren, dem die Bundesbank Deutschlands sogar nicht zu entgegnen zögerte, sie erachte, das Gebilde der Eurozone umfasse konkrete Länder und werde ohne diese Länder praktisch nicht bestehen … .

Es handelt sich um eine Position, die nicht zum ersten Mal zum Ausdruck gebracht wird. Es ist bekannt, dass sowohl die Bundesbank als auch die deutschen Unternehmer die Gefahr für die deutsche Wirtschaft aus einen eventuellen Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone betont haben und die Kanzlerin unmissverständlich auffordern, eine nachgiebigere Politik zu wählen.

Was Deutschland in den nächsten Monaten tun wird, bleibt abzuwarten, obwohl klar ist, dass es Europa seine Wirtschaftspolitik aufzwingend praktisch ganz Europa vertritt. Werden die europäischen Länder und die USA ihm dies wohl weiterhin gestatten?

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

29 deutsche Hersteller empfehlen Euro!

25. Juli 2012 / Aktualisiert: 04. Oktober 2013 / Aufrufe: 496 1 Kommentar

Autor: Giorgos Loverdos

Was gilt denn nun eigentlich? Wird die Eurozone zusammenbrechen, wenn Griechenland ausscheidet, oder nicht?

Die Wahrheit ist, dass die Spezialisten, Ökonomen, Bankiers und unsere Politiker und verwirrt haben …. Ich spreche nicht von den einheimischen, die uns so wie so in Verwirrung halten. Einige vertreten, den Europäern sei es „schnurzpiepegal“, ob wir ausscheiden, andere, dass es unsere stärkste Karte sei und ein Ausscheiden den Zusammenbruch verursachen könnte …

Danach kamen die Nachplapperer, welche meinten, sie werden uns ausschließen … weil wir schlechte Europäer seien. Dann kamen andere Nachplapperer, welche meinten, sie können uns nicht ausschließen, wenn wir es nicht wollen! Alle gewannen Zeit und es herrschte die Ansicht vor, Zeit gewonnen und alles „geregelt“ zu haben und nun keinen Zusammenbruch Griechenland zu befürchten. Mit anderen Worten, wenn ihr zusammenbrechen wollt, ist das eure Sache.

Inmitten all dieser Erklärungen – zwischen Unsinn und Oberflächlichkeit – stellte sich auch Rösler mit seinen „Einschätzungen“ ein. Mit dem spezifischen Gewischt des Vizekanzlers erklärt er, „das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro verursacht keine Angst mehr„! Und abgesehen von der Lächerlichkeit sind all diese Erklärungen für den Wahlkampf und internen Verbrauch bestimmt, zur Manipulation von Gewissen, Aktien und Börsen.

Letztendlich fanden sich auch die „guten“ Europäer ein, die uns zwischen Limousine und rotem Teppich sagten, wir würden bleiben und sie wollen uns, wenn wir brav sind und alles verramschen, wie sie uns raten … . Stopp! Das „Verramschen“ sagten sie nicht so! Sie sagten „Reformen“, „Reduzierung des öffentlichen Sektors, „Schrumpfung des Staates“, „Privatisierung“.

Abgesehen von den notwendigen Strukturreformen und Streichungen von Ausschüssen, DEKO und anderer Gewichte ist nur schwer zu verstehen, warum ein goldene Eier legender Organismus dem Staat kein Geld einbringen würde, den Privatunternehmer aber reich machen wird. Außer der Privatunternehmer, der den Organismus X kauft, tendiert zum wirtschaftlichen Selbstmord.

Jetzt kauen sie uns also die andere Kamelle vor: Zieht alle Reformen durch, befolgt Memoranden und Kreditvereinbarungen, und so um 2020 werdet ihr über den Berg sein! Dies äußerte Frau Fekter, die Österreicherin!

Inmitten dieses Wirrwarrs kam auch die Information, unsere Verlängerung sei bereits auf vier Jahre beschlossen worden, oder, wer es vorzieht, bis 2016. Der IWF hat die Entscheidung bereits im März getroffen, jedoch zieren sie sich, um es später als „Erfolg“ der nationalen Trikolore zu präsentieren. Kurz gesagt werden sie uns mitteilen, die Neuverhandlung sei geglückt und der Tod werde langsamer sein …

Jetzt hatten wir jedoch auch etwas Offizielles … . Die Zentralbank Deutschlands sagte uns, lasst den Blödsinn über den Austritt aus dem Euro! Das geht nicht, auch wenn ihr Euch auf dem Boden herumwälzt! „Zusammen haben wir begonnen, zusammen werden wir fortfahren„, erklären die Deutschen und fügen Wirtschaftsmodelle, Papiere, Pläne bei.

Sie kommen also zu dem Schluss, mit ihren Modellen sei es für kein Land der Eurozone von Vorteil, zu einer nationalen Währung zurückzukehren. Merkel treu bestreuen die deutschen neoliberalen Bankiers das Rezept mit volkswirtschaftlichen Gewürzen …

29 deutsche Waschmaschinenhersteller schwören also auf den Euro …

Unter dem Strich arbeiten alle für ihren Part … . Sogar auch Barnier sagte uns neulich anlässlich der Deutschen Telekom und der OTE offen ins Gesicht: „auf Basis des Memorandums hat sich die griechische Regierung verpflichtet, keinerlei Art von „Privilegien“ für die staatlichen Unternehmen öffentlichen Interesses oder strategischer Bedeutung zu fordern„. Richtig, so etwas sagten auch die französischen Adeligen zu Beginn des Jahres 1789 …

Wenn wir schließlich pleite gingen, würde sich dann etwas tun oder würden sie uns letztendlich die Tür schließen und „gute Reise“ wünschen? Erst neulich beschlossen die unpersönlichen, bösen und teuflischen Spekulanten, die niemals einen Namen hatten, Italien und Spanien einen kleinen Streich zu spielen … . Mit einigen Etats von Bundesländern, Provinzen … ein paar Milliarden … zum Anlass. Börsen stürzten ab, in Mailand fiel sie in den Keller, dutzende Milliarden gingen verloren, überall Panik, Erklärungen Zuständiger und Bemühung um Handhabung …

Stellt euch einmal vor, ein ganzes Land stürzt in den Abgrund:

  1. Große Aufruhr bei Obligationen, Derivaten und all dem übrigen toxischen Zeugg
  2. Verluste für Banken, Privatleute, Staaten
  3. Gelegenheit zu Finanzattacken überall …
  4. Vollumfänglicher Beweis, dass der Euro verwundbar ist und seine Existenz nicht verteidigen kann …
  5. Ein Land, welches seine eigene Zukunft sucht, abseits von dem Euro und den unpersönlichen Spekulanten …

Nein, abgesehen von dem Willen Deutschlands, die Errungenschaften zu verteidigen, gilt für den Euro nichts gegeben … . Die „namhaften“ Europäer der deutschen Achse haben noch etwas Zeit, um zu sich zu gelangen … . Danach wird das Problem heftig an ihre Tür klopfen … wie es bereits für Deutschland, Holland und Luxemburg geschah … . Wenn man auf einer Rasierklinge balanciert, gibt es nur eine Perspektive …

Quelle: To Pontiki
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Fremde in der selben Stadt

19. Juli 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 335 Kommentare ausgeschaltet

Autorin: Kate Kazanti (Κατέ Καζάντη)

Ja, in den Städten wohnten und bewegten sich die Fremden in der gesamten Geschichte immer nahe beieinander. Die selbe Angst der Andersartigkeit quält die Neuankömmlinge eben so wie auch die Einheimischen. Auf diese Weise entstehen die Gettos.

Auch wenn die Stadtbezirke Panteleimonas oder Kypseli eine schlechte Kopie eines Astoria afrikanischen Typs darstellen, in einem – dem Wichtigsten – unterscheidet sich unser multikulturelles Athen von New York: es ist bettelarm. Und weil abgesehen von der bewussten Angst vor der Kriminalität der unbewusste Schrecken vor der Unsicherheit plausible Auswege sucht, hassen wir den Fremdling sogar auch wenn er nicht kriminell ist. Sein Verhalten ist eins von den Dingen, die nicht vorhersehbar sind, weil der Fremde der unbekannten Konstanten ähnelt, die jede Gleichung unlösbar macht. „Wenn eine ausgewählte Kategorie von Ausländern aus ihren Häusern und Geschäften vertrieben wird, wird das Gespenst der Unsicherheit für kurze Zeit beschworen, das Abbild des fürchterlichen Ungeheuers der Unsicherheit wird zeremoniell verbrannt„, schreibt Sigmund Baumann. Aber das Ungeheuer selbst hat natürlich nicht sein letztes Wort gesprochen.

Die Getto-Wohnbezirke im Zentrum Athens trennt von den Nachbarbezirken ein imaginärer Zaun, der mittels der Abwesenheit der Kleingruppen all jener sichtbar wird, die eine nationale oder farbliche Dissonanz darstellen. Mehr als vierzig Afrikaner spielten um Mitternacht auf dem Kypselis-Platz Fußball, ein in anderen Nachbarschaften seltenes außergewöhnliches Schauspiel. Eine Szene wie im Film, friedlich, jedoch weiter unten werden ohne Ende Kleindiebstähle begangen. Wer kann die Sicherheit all jener, Griechen und Ausländer, garantieren, welche dieser bedürfen?

Zu einer Stunde, wo laut Galbraith die zufriedene Mehrheit der Überflussgesellschaft dramatisch zu einer immer kleineren Minderheit schrumpft, scheint sich die Sicherheit des Bürgers zusammen mit dem sogenannten Migrationsthema nicht in guten Händen befinden. Die Konzentration von Polizeikräften neben Bankfilialen, wenn etwas weiter der Drogenhandel floriert, die miese Beleuchtung, die Gleichgültigkeit und Nachlässigkeit, die Kreise zu zerschlagen, welche den Paria-Migranten ausnutzen – dies ist das Verhalten der Behörden gegenüber dem Problem. Hier liegt das Feld des Ruhmes für die wackeren Burschen der „Chrysi Avgi“. Die neue Kultur ist die Kultur der Not und der Angst, zu einer Stunde, wo alles was wir nötig hätten, die Pflege einer versöhnlichen und aufbauenden Kultur wäre. Werden die alten Normalitäten nicht zurückkehren, werden sich keine neuen Gleichgewichte zeigen.

Die Politik der Solidarität ist jedoch nicht nur ein großes Palaver. Sie enthält konkrete Aktionen, die niemals befolgt wurden. Die westliche Welt mag bei dem Anblick der aus ihrer Heimat vertriebenen Frauen und Kinder bis zu Tränen gerührt werden, hasst jedoch den Vater – Immigranten – Arbeiter und zittert vor ihm.

Unter dem Licht der griechischen Sonne entfällt die gesellschaftliche Schichtenbildung. An den Stränden sind Parias und Patrizier nicht zu unterscheiden. Außerdem präsentieren die halbnackten Körper eine erschreckende Ähnlichkeit. Die ethnologischen Unterschiede werden durch das Sonnenbaden ebenfalls eliminiert, da wir alle dazu neigen, dunkelhäutiger zu werden.

Das Heilmittel für die Leiden der Gesellschaft ist nicht die Philanthropie christlichen Typs mit den kurzen Beinen, die – wie das Erzbistum betont – im Sommer Urlaub macht. Das Heilmittel ist, dass jeder in seinem Herzen und seinem Verstand separiert, wer der tatsächliche Feind ist.

Quelle: Vradyni, S. 24
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Blut und Nahrung nur mit griechischem Ausweis

16. Juli 2012 / Aufrufe: 373 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Michalou

Thema: Chrysi Avgi unterhält Blutbank nur für Griechen

Die Chrysi Avgi stellt kostenlos Nahrung ausschließlich für Griechen bereit, aber auch … Blut! Schön, das Land befindet sich in einer Krise, aber mit einer solchen geistigen Krise hat niemand gerechnet, oder ist auch dies in der „Rechnung“ des Verfalls enthalten, die wir zu bezahlen aufgefordert sind?

Bisher wusste ich, dass der „Humanismus“ sich hauptsächlich auf die griechischen Bürger bezieht. Warum sollen wir jedoch so etwas tun – es ist nicht das selbe, dem System eine „Backpfeife“ zu verpassen oder dem Leben!

Diese neonazistische Partei erreicht jedoch, mit dieser Art kommunikativer Tricks die volkstümlichen Viertel mit sich zu ziehen, in der Altersgruppe von 25 – 44 Jahren, aber auch bei den ungelernten Arbeitnehmern / flexibel Beschäftigten (24,5%) sowie auch den Arbeitslosen (12,2%). Sogar auch bei den Arbeitgebern / Unternehmern mit einem Anteil von 20,3% ihrer Stimmen! Es ist offensichtlich, dass mehr als einer von fünf griechischen Arbeitgebern und Unternehmern die Anhänger Hitlers wählt (!) … . Die chauvinistischen Griechen beißen am Ende auf solche Tricks an!

Letztendlich sind wir Zuschauer bei einem Horrorfilm, mit Hauptdarstellern auf der absurden Bühne unser gesamtes politisches System und jetzt mit seinen Applaudierenden und als Regisseur die Chrysi Avgi, die praktisch das Destillat einer Gesellschaft der radikalen Rechten, der Exekutionen, der Folterungen, der Verfolgungen, der abgeschlagenen Köpfe ist … .

Und das Böse, welches die Regierenden all diese Jahre verübt haben, scheint keinen Einhalt mehr zu haben, da der ausbrechende Volkszorn keinerlei Logik haben wird.

Quelle: To Pontiki
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Machtphantasien

15. Juli 2012 / Aktualisiert: 05. Januar 2016 / Aufrufe: 495 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Kostas Giannakidis

Thema: Neues Sparpaket über 11,5 Mrd. Euro in Griechenland

Die Troika wird am 23 Juli 2012 nach Griechenland zurückkommen, und zwar nicht um dem Jahrestag der Wiederherstellung der Demokratie Ehre zu zollen, sondern um sich mit all dem zu beschäftigen, was dem glücklichen Ausgang des nationalen Abenteuers folgte. Bis dahin schuldet die Regierung, einen Rahmen von Maßnahmen zu präsentieren, die 11,5 Milliarden Euro abwerfen. Simpel gesagt hat sie zehn Tage zur Verfügung, um überzeugende Vorschläge auszuarbeiten. Das hört sich absurd an. Und ist es. Man könnte sagen, ein Pinselstrich der Lächerlichkeit in dem durchlebten Drama.

Das Land machte zwei Wahlkämpfe durch, damit sich das politische Umfeld für die Neuverhandlung gestaltet. Es benötigte praktisch drei Monate, um eine neue Regierung und neue Parteibeziehungen zu bestimmen. Nützlich und erforderlich. Der Ausdruck des Willen des Volkes und die Funktion der Demokratie stehen über allem. Ich weiß jedoch nicht, was in der konkreten Periode bedeutsamer war: den unverfälschten Willen des Volkes zu aufzuzeichnen oder substantielle Grundlagen für die Neuverhandlung der Kreditvereinbarung zu setzen? Um es anders zu formulieren, ich verstehe nicht, was es ist, was Samaras schaffen kann und Papadimos nicht fertigzubringen vermochte.

Mir mag gesagt werden, die Stärkung der SYRIZA kann für die Regierung bei den Verhandlungen eine Karte gegenüber der Troika darstellen. Schön, bisher brachte sie jedoch nicht einmal einen einzigen Tag der Verlängerung. Mir mag entgegnet werden, die Regierung zeige keinen Verhandlungseifer. Und ich werde fragen, ob jemand die anderen bereit sieht, darüber zu diskutieren. Im Vorliegenden gehört die Diskussion um „nationales Maulheldentum“ und „Kernwaffen“ fortan der Sphäre der Fiktion an und war möglicherweise auch niemals aus dieser herausgekommen.

Zehn Tage also. Nicht einmal 300 Stunden, damit es eine dokumentierte Achse von Maßnahmen gibt, die 11,5 Milliarden abwerfen. Es dürfte keinen historischen Begriff geben um es zu beschreiben, „Schlamperei“ und „Blödheit“ entbehren des spezifischen Gewichts. Glaubt jemand, dass es Raum und Zeit geben wird, damit die Innovation aufblühen und die Entschlossenheit vorherrschen wird? Glaubt jemand, die Gläubiger würden mit der Verhängung von Studiengebühren für Langzeitstudenten, der Verlängerung der Wehrdienstzeit und der Belastung der Kirche mit der Hälfte der Lohnkosten der Geistlichen überzeugt werden? Werden Sie überzeugt?

Ich neige zu glauben, dass sich inzwischen das gesamte System verschworen hat, um die Selben zu besteuern und die Widersprüche zu erhalten, welche es nähren. Wir befinden uns seit mehr als zwei Jahren in diesem Strudel und haben immer noch nicht fertiggebracht, ein gerechtes und funktionelles Steuergesetz zu schaffen. Auch nicht ein einzige ernsthafte Privatisierung ist „gelaufen“, nicht ein einziger Träger ist geschlossen worden.

De facto werden die Vertreter der Troika, wenn sie sich an den Tisch setzen, zuerst einmal die Maßnahmen fordern, welche sicher etwas abwerfen, und danach werden sie der Phantasie der Unseren gestatten, sich auszudrücken. Anschließend geben sie ihnen vielleicht auch Blätter, um die Maßnahmen zu malen – sagen wir einen Pastor, der vor einer Kirche und einer Bank steht.

Quelle: Protagon
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog