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Die Wahrheit über den griechischen Schuldenschnitt

20. September 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 843 1 Kommentar

Die … Nummern lügen. Die Zahlen sagen die Wahrheit.

Trotz der systematischen Verdunklungsbemühungen, welche während der letzten beiden Jahre die „Nummern“ des inländischen politischen und medialen Systems unternehmen, stehen die Zahlen in einem direkten Zusammenhang mit der Realität, die bekanntlich beharrlich ist. Lassen wir uns also ein Auge auf die Zahlen und die Realität werfen.

Laut dem stellvertretenden Finanzminister Christos Staikouras also (und nicht etwa irgend einem … dahergelaufenen SYRIZA- oder – noch schlimmer – kommunistischen Ökonomen) stellt sich folgendes Bild dar:

  • Ende 2009 hatte der inländische Sektor – einschließlich auch der Griechischen Bank – Anleihen im Nennwert von 56.9 Mrd. Euro in seinem Besitz.
  • Zur selben Zeit hatten die ausländischen Banken und übrigen ausländischen Träger Anleihen im Wert von … 145 Mrd. Euro inne.

1. Folgerung: Wäre der berüchtigte Schuldenschnitt damals erfolgt, wären die Verluste in ihrer überwältigenden Mehrheit zu Lasten der ausländischen und nicht der griechischen Interessen ausgefallen.

Wie wir uns alle in Erinnerung zu rufen haben, zwitscherten jedoch damals die Regierung, Georgios Papandrou, Wirtschaftsminister Papakonstantinou und allgemein die Nummern des Systems, sie werden nicht erlauben, dass es einen Schuldenschnitt gibt, weil dies die Katastrophe der griechischen Wirtschaft sein wird. Und damals erfolgte kein „Cut“. Schauen wir, was genau geschah:

  • Ende 2011 hatte der inländische Sektor (Bank und Versicherungsträger) Anleihen im Nennwert von 86,2 Mrd. Euro in seinem Besitz, hatte also ungefähr 25 Mrd. Euro mehr aufgebürdet bekommen.
  • Die ausländischen privaten Interessenträger hatten zur selben Zeit ihre Exposition auf gerade einmal … 35 Mrd. Euro beschränkt, sich also von 110 Mrd. entledigt!

2. Folgerung: Während die stolze Regierung des Georgios Papandreou das Land rettete, gab sie den Gläubigern parallel die Zeit, ihre Züge vorzunehmen um die Verluste den griechischen Schultern aufzubürden. Weil offensichtlich all das, dessen sie sich entledigten, den griechischen Banken und den Versicherungskassen aufgebürdet wurde.

Das Resultat dieser politischen Entscheidungen zeigt sich inzwischen klar und offenkundig auf unserer aller Rücken: Die 11,5 Mrd. Euro, nach denen gesucht wird, damit die Finanzierung des Landes fortgesetzt wird, werden aus den Taschen der Beschäftigten, Arbeitnehmer und Rentner kommen. Wenn sich irgendwelche Naivlinge immer noch fragen, wohin diese Gelder fließen, brauchen sie sich nur zu fragen, wohin die vorherigen flossen.

Also alles, was von den Löhnen und Renten weggenommen wurde, alles was unsere Wuchergläubiger uns in den beiden letzten Jahren angeblich geliehen hatten und alles, was sich aus dem Ausverkauf ergeben wird, den sie vorbereiten. Die Gelder fließen an die Banken. Vorrangig und hauptsächlich an die europäischen und in zweiter Linie an die einheimischen Banken, die während der beiden vergangenen Jahre rund 200 Milliarden Euro an staatlichen Bürgschaften für ihre dauerhafte Rekapitalisierung eingesammelt haben. Also den Transfer ihrer Verluste auf die Schultern der Gesellschaft.

3. Folgerung: Hört nicht auf die … „Nummern“. Lest die Zahlen.

Quelle: To Pontiki
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

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Griechenland: Von Siemens zur Schweiz

16. September 2012 / Aktualisiert: 05. Januar 2016 / Aufrufe: 349 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Von Kostas Giannakidis

Thema: Schweizer Banken verweigern Auskunft über Konten griechischer Abgeordneter

Was macht Präsident Petsalnikos? Wie verbringt er die Zeit im Dämmerlicht der Vergessenheit? Ich denke, er wird in Kastoria sein, mit Blick auf den See und in Erwartung eines strengen Winters, der ihn zu Eis verwandeln wird. Und dort oben werden in den Nationalfarben gekleidet Kinder mit ihren Schlittschuhen über die beiden bedeutsamen Initiativen des Präsidenten schreiben.

Die eine hat mit der Sammlung von Geld zur Tilgung der öffentlichen Schulden zu tun. Gewonnen hat Morgan Stanley und verloren haben die Cafeterien an den Schulen. Die andere Initiative verbrauchte ungeheure Mutreserven. Wir verlangten von den Schweizer Banken, uns Informationen über Bankguthaben griechischer Abgeordneter zu geben. Wie jemand, der nackt am See von Kastoria auftritt und der Schwan des Tschaikowski zu sein vorgibt.

Von den schweizerischen Banken zu verlangen, Daten ihrer Kunden herauszugeben, kommt natürlich einem Schreiben an das Weiße Haus gleich, die Übergabe New Yorks zu fordern. In beiden Fällen kann man behaupten, ein gerechtes und tapferes Anliegen gestellt, jedoch eine negative Antwort erhalten zu haben. Das bedarf auch eines Publikums mit einem hohen Grad an Naivität. Man glaubt, es zu haben. Und mir scheint, sie liegen nicht falsch.

Die Sache mit dem Antrag an die schweizerischen Banken konzentriert fast die gesamte neuere griechische Geschichte in einigen wenigen Zeilen. Der Präsident des Parlaments, beunruhigt durch die Gerüchte über die Ausfuhr von Abgeordnetengeldern in die Schweiz, verlangte von den Mitgliedern des Parlaments, einer Anfrage an die Banken zuzustimmen um zu erfahren, ob die Männer der Politik den Sparstrumpf in die Alpen geschickt haben. Alle stimmten zu, außer der Nea Dimokratia, die – zu Recht – erklärte, die Anfrage sei lächerlich.

Diesem Argument wurde mit populistischer Rhetorik über die Wahrheit fürchtende Politiker begegnet. Die einzige Wahrheit war jedoch die Lächerlichkeit der Sache. Und es stellt sich die Frage, wie alle anderen Fraktionen zustimmten. Und schön, die Linken würden sagen, nicht zu wissen, wie diese Sachen erfolgen, und unterschreiben mit. Die der PASOK-Partei? Die Wahrheit ist, dass niemand die Absicht hatte, den Ruf des Parlaments zu schützen – alles andere. Sie fanden eine weitere parteiübergreifende Gelegenheit, das Parlament und unsere Intelligenz zu trivialisieren.

Gibt es Abgeordnete, die Geld in die Schweiz geschafft haben? Logischerweise gibt es sie. Wenn obendrein berücksichtigt wird, was in diesem Land alles geschehen ist, dann ist sicher, dass es sie gibt. Sogar auch wenn sie sich selbst nach Zürich begeben hätten, um ein Konto auf ihren Namen zu eröffnen, würde ihnen nicht die Enthüllung ihrer Daten drohen. Das wissen sie selbst, das weiß der gesamte Planet, nur das griechische Parlament (ausgenommen der N.D.) gab vor, es nicht zu wissen. Wer sogar noch vorsichtiger sein will, hat auch eine andere Möglichkeit, Geld in die Schweiz herauszuschaffen. Man bringt es in ein Schließfach, zahlt es auf das Konto eines Dritten ein oder auf das Konto der eigenen Firma auf den Cayman-Inseln. Notfalls kauft man eine fiktive Person aus Liberia und die tätigt die Einzahlung, während man ihren Pass hat. Details, von welchen das griechische Parlament nichts zu wissen vorgab.

Das Schlimmste kam danach: Die Schweizer antworteten negativ im April, das Parlament enthüllte es jedoch erst jetzt. Aus welchem Grund? Ehrlich gesagt vermag ich mir den Grund nicht vorzustellen, habe jedoch den Verdacht, dass es mit der Schande, mit der Scham zu tun hat. Nur dass die Sache ans Licht gelangte, als – sei es auch nur kurz – der außergerichtliche Vergleich mit Siemens wieder in die Aktualität gelangte.

Und Siemens war die Gelegenheit für alle, sich im Licht der Wahrheit zu sonnen. Wir kennen die Menschen und die Mechanismen, die uns die tatsächliche Geschichte der Zeit nach dem Regimewechsel erzählen können. Wir verscharrten die Sache jedoch wie eine Leiche, wie eine eingestandene Schuld. Weil es unmöglich ist zu erfahren, wer Geld in der Schweiz hat. Es war jedoch möglich zu erfahren, wer Geld von Siemens angenommen hat.

Quelle: Protagon
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

(Quelle: in.gr)

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Der unverschämte Stil des Evangelos Venizelos in Griechenland

13. September 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 694 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Panos Kolokotronis

Vermutlich wurde in der Ippokratous (Anmerkung: gemeint ist die PASOK-Parteizentrale) nicht wahrgenommen, was genau in diesem Land geschieht, und dass sie auf parlamentarischer Ebene die dritte Kraft sind, bei weiter fallenden Tendenzen. Anders ist nicht der unverschämte Stil zu erklären, mit dem Herr Evangelos Venizelos seine politische Überlegung darlegt, der als Regierungspartner offensichtlich erachtet, zu Unrecht nicht selbst zu regieren.

In den letzten beiden Tagen wurde Vieles gehört, was die Bürger noch mehr erzürnt als das für die Regierung erwünschte Gefühl der Sicherheit schafft. Und dies, da die politische Rhetorik des Herrn Venizelos gegenüber den übrigen parlamentarischen Fraktionen und hauptsächlich der Nea Dimokratia weiterhin aggressiv ist, ohne Rechenschaftsablage nicht einmal gegenüber dem Volk.

Diese Tatsache reflektiert mehr die Gier der PASOK-Partei und persönlich des Herrn Venizelos, zu regieren, als seine Absicht, zu der gemeinen Sache „beizutragen“. Tatsächlich zeigt sich, dass das Fehlen an Macht und nicht an Ideen oder Politik das ist, was die größten Probleme in der Partei verursacht hat und zentrifugale Kräfte erzeugt. Die Macht ist Alles.

Alles übrige im Stil „wir lassen uns von niemandem Zurechtweisungen des Typs schaut nicht auf die politischen Kosten gefallen, weil wir dies zeigten und etwas Respekt gegenüber dem gefordert wird, was wir getan und was wir als Last gestemmt haben“ kann nun viel diskutiert werden. Weil klar ist, dass alle politischen Träger sich mit den politischen Kosten als Richtschnur bewegen. Niemand würde nach Ersatzmaßnahmen für die speziellen Besoldungsordnungen suchen, wenn er nicht die politischen Kosten fürchten würde.

Wenn der Forderung der Troika nach 150.000 Entlassungen auf dem öffentlichen Sektor stattgegeben worden ist, können wir uns nicht hinter unserem Finger verstecken. Außer wenn wir – ganz einfach – daran interessiert sind, das Lebensniveau der Gesellschaft insgesamt zu senken. Renten und Löhne zu kürzen, weil wir sie als hoch erachten, anstatt eine wirkliche Rationalisierung des öffentlichen Sektors durchzuziehen und den Rentner der IKA vor der Kürzung seiner Rente zu bewahren.

Kann Herr Venizelos abends vielleicht nicht schlafen, weil die Arbeitslosigkeit gallopiert? Aber war es nicht die PASOK-Partei, welche auch die Stage-Verträge schuf, um befristete Einstellungen auf dem öffentlichen Sektor vorzunehmen? Und war nicht die PASOK-Partei jene, die sie abschaffte und sich nicht einmal für Inhaber von Doktortiteln interessierte, die in die Arbeitslosigkeit gestürzt wurden, obwohl sie gegenüber anderen sehr viel höher qualifiziert waren, um die staatlichen Beamtenposten zu besetzen?

Was wiederum die Bezugnahme des Herrn Venizelos in den ihm zugeschriebenen Spitzfindigkeiten bezüglich der Entscheidungen betrifft, welche der Finanzminister traf, ist das Einzige, was wir in Erinnerung rufen können, dass er im September vergangenen Jahres nicht wie von ihm selbst geäußert „in eine sehr schwierige Lage geraten war“, als er die Abzocke mittels der DEI bekannt gab (Anmerkung: gemeint ist der Beschluss bezüglich der Immobilien-Sonderabgabe mittels der Stromrechnungen.)

Außerdem hatte er bei Bekanntgabe der in Rede stehenden Abzocke erklärt, das gesamte (private) Immobilienvermögen werde auf mehr als eine Billion Euro veranschlagt Ein Minister also, der den Wert des fremden Eigentums veranschlagt, als ob der Bürger das Haus seines Großvaters zu verkaufen habe, weil die Politiker in den letzten Jahrzehnten Misswirtschaft mit den öffentlichen Geldern betrieben, hat weder Schuldgefühle, noch befindet er sich in einer „sehr schwierigen Lage“.

Und noch Etwas zuletzt. Wenn ein Politiker gegenüber den Bürgern den Finger schwenkt, sollte er sich besser auch an die entsprechende Geste von Seite der Bürger gewöhnen. Außerdem ist in der Demokratie alles bidirektional, nicht nur einmal alle vier Jahre, oder?

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Griechenland: Unser verbliebenes Kleingeld für ihren letzten Schuss

9. September 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 851 5 Kommentare

Autor: Kostas Logaras

Thema: „Letzte Maßnahmen“ in Griechenland

Wie wenig Scham muss ein Mensch haben, den seine „Ratengläubiger“ verpflichten, sein Wort zu halten und seine Unterschrift zu respektieren? Na? Wie weit kann die rote Linie seiner Erniedrigung reichen, wenn sie ihn gewaltsam zwingen, seriös zu werden?

Erröten unsere griechischen Politiker nicht, wenn bei den Begegnungen mit ihren Amtskollegen diese sie am Ohr ziehen und von ihnen – wie von Schuljungen – verlangen, endlich das einzuhalten, was sie beschlossen haben? Die notwendigen Änderungen, denen sie zustimmten, die Reformen, die sie genehmigten und unterzeichneten, damit das Land aus der Dritte-Welt-Sphäre hinaus gerät? Damit endlich der öffentliche Sektor von der parteilichen Feudalherrschaft befreit wird.

Nein, sie schämen sich nicht. Genau genommen haben sie in der Stunde, wo sie das Versprechen geben – jenen, dass sie ihr Wort halten, und uns, dass diese Maßnahmen auch die letzten sein werden – im selben Moment in ihrem Sinn (wie der Spieler im Kasino, der sich Geld leiht, um seinen Verlust wettzumachen) „gib es mir jetzt, wo es mir pressiert, und danach sehen wir„. Und sobald die anderen den Kopf wegdrehen, widmen sich die Nichtsnutze ihren üblichen Praktiken: Untätigkeit und Gleichgültigkeit, Verschwendungen und Einstellungen ihrer Verwandten. Wahrscheinlich haben sie keine Scham. Hätten sie ein solches Gefühl, wären die Dinge anders.

Wenn ich sie also sehe, wie sie mit eingezogenem Schwanz denen „draußen“ ihr Versprechen geben, ja, von nun an werden sie sich konsequent zeigen, erinnere ich mich an die Ratenverkäufer der 60er Jahre. Die durch die Nachbarschaften zogen und bei denen die Hausfrauen Tischdecken, unechten Schmuck, Bettlaken und solches Zeug auf Pump kauften. Wenn jedoch die Stunde kam, die Rechnung zu bezahlen, versteckten sich manche von diesen, gerissen und unseriös, im Haus und schickten die Kinder vor, um dem Ratenkassierer auszurichten „meine Mama ist nicht da„. Fortgesetzt und systematisch.

Sogar auch jetzt, wo die Rateneintreiber der Troika im Land eintreffen (gelobt sei die Stunde), kommt es in mir hoch, mich zu erheben und der Mattscheibe des Fernsehers zuzurufen: Glaubt ihnen nicht, sie sind alle drinnen! Jahrzehnte verstecken sie sich nun hinter ihrem Finger. Verschwender, skrupellos und völlig unfähig – ausgenommen einiger Weniger -, irgend etwas auf die Reihe zu bringen oder die Situationen effektiv zu handhaben. Glaubt ihnen nicht, was sie sagen. Sie sind alle Zuhause, Koalition und Opposition.

Sobald ihr jedoch den Rücken kehrt und weggeht, werden sie sich wieder ihrer bekannten Taktik hingeben: Sie werden die nutzlosen Organismen der Parteidrohnen erhalten, die Bezüge der Parlamentsbediensteten erhöhen, den Cliquen der geschlossenen Berufsgruppen nachgeben, den unmöglichen Forderungen der Justizdiener stattgeben und die kirchlichen Führer demütig um Verzeihung bitten.

Und beim nächsten Mal, kurz bevor ihr kommt, werden sie – tragisch verhängnisvoll und unfähig – erneut über die Arbeitnehmer und Rentner herfallen. Wie der eingangs von mir angeführte Spieler im Kasino oder, noch schlimmer, wie die Junkies, die (auch diese für ihren Schuss) das letzte Kleingeld aus dem Sparstrumpf ihrer Mutter klauen. Weil sie nur mit dieser machen können, was sie wollen.

Quelle: Protagon.gr
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

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In Griechenland zahlen wieder die Schwächsten die Zeche

2. September 2012 / Aktualisiert: 05. Januar 2016 / Aufrufe: 454 1 Kommentar

Autor: Jorgos Lakopoulos

Thema: 72 Maßnahmen zur Einsparung von 11,9 Mrd. Euro in Griechenland

Wie unfähig und gleichzeitig unmoralisch können Regierungen sein, um das Memorandum beständig auf dem Rücken der Schwächsten umzusetzen? Ein einfacher Blick auf das aktuelle Maßnahmenpaket zeigt, dass auch diesmal die Rentner die Zeche zahlen werden.

Die Arbeitnehmer – das andere Lasttier des Memorandums-Abenteuers – mögen die Augen schließen und auf den … Aufschwung „in zwei Jahren“ warten, den ihnen der Premierminister zugesagt hat – weiß Gott, wie er darauf gekommen ist. Die Rentner können jedenfalls bis dahin ihre Augen regulär und endgültig geschlossen haben.

Das am meisten Empörende ist die Phrase „die Opfer zahlen sich aus“ – abstoßender Slogan der Regierungen seit 2010. G. Papandreou benutzte ihn bis zum Überdruss um zu zeigen, dass der Leidensweg kurz sein wird und das dem Land aufgebürdete Märtyrerkreuz aus Rosenblättern besteht. Nachdem er schließlich das Universum zerschlug, spaziert er nun international herum und spricht unbekümmert darüber, was er für „sein Volk“ getan habe.

Nun beteuert auch Samaras erneut, die Opfer würden sich auszahlen und fügt – abgekupfert von Papakonstantinou – an, die Maßnahmen „werden die letzten sein“. Konkret und unmittelbar umzusetzen sind allerdings die Maßnahmen nur bei den Kürzungen der Löhne und Renten. Was den Aufschwung und die Reformen betrifft, verweilen sie noch im Stadium der Unterhaltung.

Natürlich weiß der Premierminister, dass es nicht die letzten Maßnahmen sein werden, so wie er ebenfalls weiß, dass es nicht nur 11,5 Mrd. Euro, sondern mehr sein werden – abgesehen davon, dass alles von den Einschätzungen entschieden wird, welche die Troika anstellen wird. Trotz allem versucht auch er, „Algen als Seidenbänder zu verkaufen“ (sprich das Volk an der Nase herumzuführen) und bricht – à la Merkel – wegen der Opfer in Tränen aus, gibt sich jedoch auch sicher, dass der Austritt aus dem Euro dank der Maßnahmen seiner Regierung abgewendet werde. Im analogen Fall des Hodschas jedenfalls krepierte der Esel, als er diesen gerade daran gewöhnt hatte, nichts zu fressen.

Noch erzürnender ist der Slogan bezüglich „sozialer Gerechtigkeit“, der von den beiden anderen Parteien der Koalitionsregierung kommt. PASOK und DIMAR verhöhnen das Volk indem sie so tun, als ob sie verhandeln und sich widersetzen würden. Genau gesagt strengen sie sich an, rote Linien und anderes dummes Gefasel sicherzustellen. Was zum Schluss herauskommt, wird für das Einkommen derer, die sie „in Schutz nehmen“, immer schwerer. Ob Venizelos und Kouvelis sie etwas weniger schützen sollten?

Schlussfolgerung? Der totale Misserfolg der einer nach der anderen folgenden dritten Regierung, auf gesunde Weise Einnahmen zu finden, richtet sie ein weiteres Mal gegen die Schwächsten und legt diesen sogar schon fast nahe, dafür dankbar zu sein, dass sie ihnen nicht noch mehr wegnehmen werden? Sie haben aber allerdings gar nichts mehr, um es ihnen wegnehmen zu können.

Dagegen feiern die Steuerhinterzieher Party, und all jene, die in den letzten Jahren Kredite, Subventionen, Provisionen verschlungen haben, lungern bequem herum, während sich die Regierung anschickt, die Volkswirtschaft mit den zwanzig Euro zu retten, die sie dem Rentner wegnimmt, weil er – wie sie sagt – vor Jahren eine zu hohe Abfindung erhielt.

Müssen all jene, die durch Aufträge, Verträge, Zuschüsse usw. unendlich viel mehr erhielten, gar nichts zurückzahlen? Sollten die drei politischen Führer der Koalitionsregierung vielleicht beginnen, diese Spezies in Schutz zu nehmen?

Quelle: Protagon
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Braucht Griechenland (kein) zusätzliches Geld?

30. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 440 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Tasos Telloglou

Thema: 13 + 1 Sparmaßnahmen in Griechenland 2013 – 2014

Berlin weiß, dass es – ob es will oder nicht (und es will nicht) – bis November 2012 nicht das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro verursachen kann. Bei den jüngsten (24 August 2012) griechisch-deutschen Gesprächen fragte Finanzminister Wolfgang Schäuble die griechische Delegation, ob Griechenland in der Lage sein wird, seine Verpflichtung bezüglich der Verschuldung von 120% des BIP im Jahr 2020 einhalten zu können.

Es sei daran erinnert, dass dieses Ziel strikt damit verbunden ist, ob der IWF die Finanzierung des griechischen Programms fortsetzen wird. Sollte sich der IWF über die Einhaltung dieses Ziels nicht sicher sein, wird er entweder von der EZB und den anderen Zentralbanken verlangen, ihre eigenen griechischen Anleihen (in Höhe von 60 Mrd. Euro) zu „schneiden“, oder von Frau Merkel und den anderen mehr Geld verlangen.

Frau Merkel wird von ihrem Parlament keine neue Abstimmung über zusätzliche Gelder für Griechenland verlangen. Wird jedoch beispielsweise der Betrag für die Rekapitalisierung der Banken der entsprechenden Hilfe für Spanien „gleichgestellt“, wird das Ergebnis das selbe oder möglicherweise ein noch größeres Volumen als der Schnitt der griechischen Anleihen im System der EZB haben. In diesem Fall wird natürlich eine Abstimmung im deutschen Parlament, aber auch die Eingliederung der rekapitalisierten griechischen Banken in das System der europäischen Bankenaufsicht notwendig sein – wovon aus verschiedenen Gründen nicht sicher ist, dass die griechischen Banken und europäischen Institutionen es wollen.

In Berlin glaubt man jedenfalls, dass die „Zahlen nicht aufgehen“, und dies wurde klar gegenüber der griechischen Delegation zum Ausdruck gebracht – welche nicht die Schlussfolgerung verneint, das Problem jedoch auf die vorherigen Geschehnisse zurückführt. Eins davon war, dass die Herren Samaras und Venizelos sich im vergangenen Frühjahr mit dem damaligen Premierminister Papadimos auf diese „Zahlen“ geeinigt hatten. Ein zweites, dass seit März bis heute viele Sandkastenübungen und wenige praktische Schritte erfolgte.

Nach den amerikanischen Wahlen wird Deutschland in ein Wahljahr eintreten und seine Wirtschaft, wenn nicht gar in eine Rezession geraten, so doch jedenfalls ohne Wachstum bleiben. Unter diesen Umständen kann man nichts verteilen, schon gar nicht an andere Länder. Die Zeit ist minimal. Da alles – auch die neuen Maßnahmen – auf die Schultern der Kleinen und Mittleren fallen – was inzwischen sogar die Gesinnungsgenossen des Herrn Samaras, Juncker und Merkel, erkannt haben -, ist die Regierung aufgefordert, an das „Portemonnaie“ und das Vermögen der mächtigen Freunde der drei politischen Führer Hand anzulegen. Sie hat drei Monate.

Quelle: Protagon.gr
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Elefanten und Beamten in Griechenland

29. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 495 1 Kommentar

Autor: Dimitris Kampourakis

Thema: Arbeitsreserve anstatt Beamten-Entlassungen in Griechenland

Der Mann ist leitender Angestellter bei einer privaten Firma, die Personalbewertungen durchführt. Während ich dachte, es gäbe nur sehr wenige solcher Firmen, teilte er selbst mir mit, dass es in den europäischen Ländern sehr viele gebe und einige von diesen bereits Mitarbeiter suchen, um Niederlassungen in Griechenland zu eröffnen, da sie Geld gerochen haben. Thema unserer Unterhaltung war die Bewertung der staatlichen Bediensteten und wie sie einheitlich und glaubwürdig auf einem öffentlichen Sektor erfolgen kann, der tausende verschiedene Zuständigkeiten und Arbeitsgegenstände hat. Bei der Gelegenheit fragte ich ihn jedoch auch nach seiner Meinung darüber, wie die berüchtigte Reduzierung des übermäßig aufgeblähten öffentlichen Sektors am besten zu erfolgen habe.

Mich überraschte weder seine Ansicht (aus der Unterhaltung hatte ich die Optik wahrgenommen, die er von den Dingen hat) noch der Zynismus des von ihm genutzten Beispiels. So sehr sein Vorschlag auch technokratisch vollständig zu sein schien, so sehr ich auch die einseitige Verteidigung der öffentlichen Bediensteten in einem Land als verzerrt erachte, das von schutzlosen Arbeitslosen überquillt, ließ mich etwas in seinen Worten erschauern. Ich vermittle sie möglichst getreu und denke, den Kern seiner Überlegung wiederzugeben:

Es ist nicht mein Job, zu beurteilen, ob der Staat viele oder wenige Beamten hat. Das ist der Job der Politiker. Wenn diese jedoch befinden, es müsse eine Reduzierung der Anzahl der Beamten geben, sind die mir zu Ohren kommenden Maßnahmen wie Versetzungen, Arbeitsreserve, Vorruhestand oder freiwilliges Ausscheiden für das angebliche Ziel, welches die Erhöhung der Produktivität des öffentlichen Sektors ist, völlig katastrophal. Der Weg ist einer und der einzige: die umgehende Entlassung aller, die überflüssig sind. Jedoch keine Entlassungen ohne Kriterien.

Der eine Teil der Entlassungen muss nach einer Bewertung je Dienststelle und Dienstgrad erfolgen. Man bewertet die neu eingestellten Beamten und entlässt die letzten, danach die älteren und entlässt wieder die letzten, und im weiteren Verlauf Abteilungsleiter und Direktoren und macht das selbe. Der zweite Teil der Entlassungen wird aus der Schließung nutzloser Organismen herrühren. Wenn beschlossen wird, dass ein Organismus nicht benötigt wird, schließt man das Gebäude ab und alle dort Beschäftigten werden ohne Ausnahme entlassen, von dem gestern eingestellten Büttel bis hin zum dienstältesten Direktor.

Der Betrieb einer Behörde stützt sich auf die Hierarchie und die Weitergabe von Wissen und Erfahrung. Wenn sie heute die öffentlichen Bediensteten um 30.000 reduzieren wollen und die Sache so steuern, dass 30.000 Direktoren, Dienststellenleiter und altgediente Beamten ausscheiden, wird die Funktion der Behörden sich nicht verbessern, sondern zusammenbrechen. Die bereits niedrige Produktivität wird in den Keller sinken. Die verbleibenden jungen Leute werden plötzlich gefordert sein, eine Aufgabe zu bewältigen, von der sie keinen Schimmer haben. Man wirft niemals nur die höheren Stufen einer Hierarchie hinaus, weil die Verbleibenden nur kleine Bruchstücke einer großen Aufgabe kennen und es niemanden mehr gibt, um diese zusammenzufügen. Entweder beschneidet man zu gleichen Teilen und proportional die gesamte Hierarchie oder man schneidet ganze Stücke ohne Ausnahme weg.“

Als ich ihn fragte, in welchem Land und bei welchen Behörden dieses von ihm beschriebene extreme und keinerlei gesellschaftliche Kriterien beinhaltende Modell angewendet worden ist, antwortete er mir mit einem Beispiel, das mich sprachlos machte:

„Es ist nicht nur die Wissenschaft des Unternehmensmanagements, die es uns lehrt, aber auch die Natur selbst. In den großen Parks zum Schutz der wilden Lebens, die in den 60er und 70er Jahren in Afrika geschaffen wurden, vergrößerten sich die Elefantenherden mangels natürlicher Feinde so sehr, dass in den Parks irgendwann die verfügbaren Ressourcen für ihre Ernährung schwanden. Damit nicht ihre gesamte Population unter Hunger leidet, beschlossen die Biologen, sie selektiv zu reduzieren. In den ersten Jahren und in Ausübung einer … sagen wir sozialen Politik, töteten sie die greisen Tiere, die ihren biologischen Zyklus fast vollendet hatten, und erhielten die jüngeren am Leben.

Und während man erwartet hätte, alles würde natürlich verlaufen, beobachteten die Biologen, dass die am Leben gebliebenen Elefanten schrittweise ein merkwürdiges und launisches Verhalten zeigten. Unbegründete Nervosität, Panikreaktionen, Entfernung von den alten genutzten Trampelpfaden, Unvermögen zur Auffindung der Wasserlöcher, Zerfall des Zusammenhalts der Herden, Rückgang der Geburten und Ähnliches kennzeichneten ihr Verhalten. Die Biologen kamen schnell zu dem Schluss, dass die Abschlachtung aller älteren Tiere die natürliche Weitergabe der Erfahrung und des Wissens der Ahnen von den älteren Tieren an die jüngeren unterbrach, mit dem Ergebnis, dass diese sich schwer taten, zu überleben. Wann immer sie die Reduzierung der Population wünschen, wählen sie seitdem eine Herde aus und töten sie vollständig, von dem ältesten männlichen Tier bis hin zu den Neugeborenen.

Arme Altelefanten, Elefantinnen und Elefäntchen des öffentlichen Sektors, wehe Euch, wenn mein Gesprächspartner schließlich den Job bekommen wird …

Quelle: Protagon
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Wenn die Griechen Steuern zahlen würden

27. August 2012 / Aufrufe: 1.171 9 Kommentare

Autor: Takis Michas

Die Epoche, die wir in Griechenland durchleben, wird nicht nur als die Epoche der großen Krise in die Geschichte eingehen. Sie wird auch als die Epoche der großen Mythen in den Annalen verbleiben. Einer dieser Mythen, der nach den Vorfällen auf Hydra eine neue Blüte erleb, istt: „Wenn die Griechen ihre Steuern zahlen würden, hätten wir nicht die Schulden und Defizite, die wir heute haben.

Dieser Mythos, der die Krise auf die auf die Steuerhinterziehung zurückführt, ist leider nicht nur einfach in Griechenland, sondern auch im Ausland weit verbreitet. Natürlich steht er in keinem Bezug zur Realität. Es trifft genau das Gegenteil zu: Gäbe es in Griechenland keine Steuerhinterziehung, wären die Schulden und Defizite noch höher!

Angenommen, die Steuerhinterziehung in Griechenland ist wirklich groß. Bedeutet dies, dass die Defizite geringer wären, wenn die Bürger die ihnen entsprechenden Steuern zahlen würden? Sicherlich nicht. Die Defizite und Kredite entstanden, um im Rahmen des von „Kundenbeziehungen“ beherrschten politischen Systems den riesigen und antiproduktiven öffentlichen Sektor zu füttern. Wenn nun alle Griechen ihre Steuern zahlten, wäre das Einzige, was geschehen würde, dass der öffentliche Sektor noch größer und seine Gehälter noch höher wären. Wenn es keine Steuerhinterziehung gäbe, würden die staatlichen Bediensteten 3 Millionen tangieren, das Durchschnittsgehalt bei den öffentlichen Unternehmen 5.000 Euro betragen und die ERT nicht einfach nur mehr Personal als der CNN, sondern mehr als CNN und BBC zusammen beschäftigen! Ebenfalls wäre die Anzahl der „Behinderten“-Renten dreimal höher als heute, und nicht nur die unverheirateten Töchter staatlicher Beamten, aber auch die verheirateten sowie die Enkel und Urenkel hätten einen Rentenanspruch!

Mit anderen Worten, wenn es keine Steuerhinterziehung gäbe, würden die Defizite und Kredite im besten Fall auf den selben Ebenen wie heute verbleiben. Höchstwahrscheinlich würden sie jedoch auf noch höheren Niveaus liegen. Weil ganz einfach der öffentliche Sektor noch größer als heute wäre, mit dem Ergebnis, dass die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes sich auf einem noch niedrigeren Niveau als heute befinden würde.

Die Folgen einer Handlung differieren von Gesellschaft zu Gesellschaft und hängen von der führenden Logik ab, die im gegebenen Raum vorherrscht. Beispielsweise trägt in Dänemark die Entrichtung der Steuern zur Senkung der Defizite bei. In Griechenland dagegen, wo die vorherrschende Logik jene des Kundensystems ist, bedeutet die Entrichtung von Steuern einfach nur die Ausweitung des öffentlichen Sektors, während die Defizite – im besten Fall – auf dem selben hohen Niveau verbleiben.

Quelle: Protagon
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Finanzamt auf der Lost-Insel

24. August 2012 / Aktualisiert: 05. Januar 2016 / Aufrufe: 535 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Kostas Giannakidis

Zu der Stunde, als die Beamten der Wirtschaftspolizei Hydra zu verlassen versuchten, begab ich mich an Bord eines Fischkutters im Hafen einer anderen Insel, viele Meilen von der Geburtsstätte der Helden der Revolution entfernt. Ich hatte keine Ahnung, was sich auf Hydra ereignete. Ich nehme an, dass es auch nicht der junge Mann wusste, der auf dem Deck des Kutters hinter einem hölzernen Tisch saß. Der Kutter führt alltäglich kleine siebenstündige Rundfahrten durch. Es werden drei Inseln besucht, während die Mannschaft Fleischspießchen, Salat und Wassermelone serviert. Der Preis beträgt dreißig Euro.

Ich gab dem jungen Mann einhundert Euro und verlangte drei Tickets. Er gab mir einen Zehner und einen Blick voller Ratlosigkeit zurück. Was ich sonst noch wollte? Ich wollte eine Quittung. Vor sich hatte er einen Quittungsblock. „Der Herr möchte eine Quittung„, meinte er zu einem Typ, der das Sagen zu haben schien. Plötzlich tauchte auf dem Tisch eine Quittung auf, die den Stempel des Unternehmens aufwies, nicht registriert war, und das Datum war per Hand geändert worden. Höchstwahrscheinlich handelte es sich um eine Quittung vom 13. August, die in eine Quittung des 18. umgewandelt wurde.

Die ist alt„, meinte ich. „Sie ist neu„, sagte mir jener, der das Sagen hatte. „Wir haben sie vorhin für Leute ausgestellt, die es sich schließlich anders überlegten und weggingen.“ Was für ein Durcheinander … . „Du stellst keine Quittungen aus„, sagte ich ihm. „Bleib hier und schau zu, ich stelle welche aus„, beschied er mir. Er stellte keine aus. „Es sind Tickets, die sie in ihren Hotels gekauft haben„, warf jemand ein. Blödsinn. Und warum gab er mir eine alte Quittung?

Es versteht sich, dass an der Bar des Kutters Kaffee und Erfrischungsgetränke zu niedrigen Preisen feilgeboten wurden, natürlich ohne Quittung. Quittungen tauchten auch nicht auf den drei Inseln auf, welche wir besuchten. Nun schön, die eine ist unbewohnt. Auf den anderen? Kann es auf den anderen jedoch angehen, eine Quittung von dem Grenzbewohner zu verlangen, der einen Stand aufgebaut hat und Kaffe und Sirupfrüchte verkauft? Und überall die selbe ekelhafte Antwort: „wir haben gerade einmal einen Monat, um auch etwas Arbeit abzubekommen. Wenn wir das Finanzamt bezahlen, werden wir kein Geld haben, um unsere Kinder anzuziehen„. Wirklich? Willkommen im Club.

Wieder auf der großen Insel angekommen, zeigte meine elementare Reportage, dass die meisten Geschäftsinhaber nur Griechen Quittungen geben. „Wenn die SDOE kommt, gibt mir mein Buchhalter per SMS Bescheid„, gestand ein lokaler Händler ein.

Nun werden Sie mich fragen, um welche Insel es sich handelt. Ich werde es Ihnen gerne sagen. Es sind alle Inseln. Es sind die Inseln, wo die SDOE eine Deliktrate von 100% feststellt. Ich überlegte mir, wenn auf der Lost-Insel Griechen wohnten, würden der Schwarze Rauch und der Polarbär das Finanzamt bestehlen. Es sind all jene Inseln, wo im Winter der Fernseher mit einschlägigen Gesten bedacht wird, wenn Nachrichten laufen und sie Merkel verfluchen, weil sie unser Leben kaputt gemacht hat. Diese kleinen Mistkerle, unsere großen Feinde.

Quelle: Protagon.gr
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Scharlatane mit Quacksalben zur Rettung Griechenlands

19. August 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 716 9 Kommentare

Autor: Kostas Melissopoulos

Was tun wir, wenn eine zur Heilung des Patienten verabreichte Therapie dessen Zustand verschlimmert und in mit mathematischer Präzision in den Tod führt? Was unternimmt also der Arzt? Das Simpelste: er wechselt das Medikament. Was geschieht, wenn er es nicht tut? Offensichtlich wird auch er für den „Tod“ mitverantwortlich sein, aber das ist den „Verwandten“ völlig gleich, da ihnen nichts ihren Menschen zurückbringen wird. Die gemeine Logik sagt also, den Scharlatan mit den Quacksalben rechtzeitig zum Teufel zu jagen und einen Profi zu suchen, der sein Werk versteht.

Ein makaberer, jedoch notwendiger Prolog. Unser Land liegt auf dem Krankenbett und die Troika und alle, die sie steuern, spielen die Rolle des Scharlatans, der uns mit Quacksalben zu retten versucht. Unser Zustand verschlimmert sich jedoch immer mehr.

Und man fragt sich: So viele schlaue Wirtschaftlerköpfe und niemand bemerkt etwas? Neulich wurde bekannt, dass die Präsidentin des IWF Christine Lagarde vertrat, die Verschuldung Griechenlands müsse auf ein „überlebensfähiges Niveau“ gesenkt werden um ihrem wohltätigen Fond zu gestatten, eine weitere Rate von Milliarden Euro zu gewähren. Der Lagarde ist zumindest sehr wohl bekannt, dass die tiefe Rezession in Griechenland das Programm zur Rettung des Landes um … Lichtjahre von seiner Bahn abgebracht hat. Und offensichtlich will sie retten, was von dem Geld ihres „Ladens“ zu retten ist.

Lesen Sie dies und ziehen sie Ihre Schlüsse: 68.000 griechische Kleinunternehmen schlossen in den ersten 6 Monaten des Jahres 2012. 190.000 Unternehmen erklärten, innerhalb der nächsten 12 Monaten von der Insolvenz bedroht zu sein. 1 von 4 Unternehmen in Griechenland vermag nicht, den Tilgungen seiner Kredite nachzukommen. 1 von 2 begegnet Schwierigkeiten bei der Zahlung der Löhne der Beschäftigten. Der durchschnittliche Umsatzrückgang der kleinen und mittleren Unternehmen im ersten Halbjahr 2012 betrug 34,5%. Und all dies bei mäßigen Berechnungen und ohne Lust, imponieren zu wollen, da die Realität immer schlimmer ist als das, was sich auf dem Papier darstellt.

Hier haben wir es nicht mit Rezession zu tun, sondern mit einer Politik der verbrannten Erde, die nicht einmal der härteste Eroberer anwenden würde. Das Einzige, was die Politik der Troika erreicht, ist die Zerstörung der griechischen Wirtschaft, die Auflösung des gesellschaftlichen Gerüsts und die Verwandlung des bis vor wenigen Jahren (sei es auch mit geliehenem Geld) blühenden Landes in eine endlose Landschaft der Depression und der Verzweiflung.

Die eine Version ist, dass sie uns abstrafen, damit wir ein Exempel für andere Länder werden, die in Zukunft Griechenland „nachahmen“ wollen. Blödsinn! Deutschland ist seit 25 Jahren Champion bei den Betrügereien mit den EU-Mitteln. Die andere Version lautet, dass sie das Land zerschlagen und für ein Stück Brot „kaufen“ wollen. Das Sichere ist jedenfalls eins: Ohne eine mutige Entschuldung wird Griechenland bankrott gehen, und zwar sogar sehr bald. Und wenn unser Land gerettet wird, wird es dieses nur dem Wunsch Einiger zu verdanken haben, die sich Merkels Plänen entgegenstellen und Griechenland aus ihren Gründen am Leben halten wollen, sei es auch auf der Intensivstation.

All dies annulliert jedoch natürlich nicht im Geringsten die ungeheure Verantwortung des griechischen Volkes und seiner Führer. Darüber wird jedoch … Theodoros Pagkalos schreiben. Nehmen wir ihm nicht seine Arbeit weg!

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

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