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Griechenland: Können wir nicht ohne Korruption leben?

31. Dezember 2012 / Aktualisiert: 07. Juli 2013 / Aufrufe: 580 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Makedonas

Thema: Schluss mit Immunität der Prominenten in Griechenland

Entweder müssen unsere Führer sich ändern und ihre alten parteilichen Tricksereien vergessen, oder wir müssen sie gegen andere austauschen, ohne politische Vergangenheit

Um die überstürzte und ohne irgendwelche elementaren Verhandlungen mit dem IWF erfolgende Aufnahme (Anmerkung: in das „Rettungsprogramm“) zu rechtfertigen, hatte der ehemalige Premierminister Georgios Papandreou – und zwar sogar im Ausland – erklärt, ein korruptes Land zu regieren. Es ist die übliche Art der Rechtfertigung, mit Verlagerung der Verantwortungen auf andere, und zwar auf eine für das Volk unhöflichste und schmähende Weise.

Nicht so sehr, weil er eine Wahrheit – leider – gegenüber ausländischen Medien äußerte (ein ernsthafter Fehltritt für jeden Politiker, erst recht für den Premierminister), aber hauptsächlich deswegen, weil Herr Papandreou nicht die Last der großen Verantwortung mitempfand, die sowohl er selbst persönlich als auch eine große Anzahl seiner Genossen (und natürlich nicht nur jener, da die „Verstrickten“ keine politische Farbe haben) trägt.

Die Theoretiker argumentieren, die großen Krisen stellen parallel auch eine Gelegenheit zur Entfernung von der Lebensweise, die in die Krise führte, und einen Ausgangspunkt für einen Kurs auf den rechten Weg dar. In unserem Fall (Anmerkung: im Fall Griechenlands) jedoch scheinen entweder die Theoretiker falsch zu liegen oder wir benötigen noch viel Zeit, um in der großen Krise anzugelangen. Anders lässt sich nicht die Tatsache erklären, dass wir weiterhin das selbe tun, als ob wir uns im Jahr 2008 befänden und sich seitdem nichts ereignet habe, und obwohl die Kontrollmechanismen von der Troika verpflichtet wurden, aktiv zu werden und gewisse Ergebnisse zu liefern.

Die Verallgemeinerung ist natürlich immer schlecht, und die erste Person des Plurals verwendend meine ich offensichtlich auch nicht uns alle. Ich kann jedoch nicht wissen, wer von uns sich an die neuen Umstände angepasst hat und ob wir es bewusst oder aus Not getan haben, nachdem wir „unser Leben falsch führten“ und meinten, „unser Leben ändern zu sollen“, wie auch der Dichter sagt. Wie auch immer, das Ergebnis zählt. Nur, dass es nicht sehr ermutigend ist.

Charakteristisch ist der Kommentar der „Guardian“ in Zusammenhang mit dem Fall Papakonstantinou: „In dem in Griechenland herrschenden penetranten Klima, wo die Appelle nach Gerechtigkeit in der Bevölkerung anschwellen, die für das wirtschaftliche Chaos des Landes fast ausschließlich die Fehler der Politiker verantwortlich macht, sind die Ankläger ebenfalls vorsichtig gegenüber einer Hexenjagd, bei der Papakonstantinou, der scharf jede Meldung zurückgewiesen hat, die Liste manipuliert zu haben, ein leichtes Opfer sein wird.

Ich glaube nicht, dass die Enthüllung der Verschwendung öffentlicher Gelder – in nur einer von hunderten existierenden Nichtregierungs-Organisationen (NRO) – irgendjemanden überrascht hat. (Anmerkung: gemeint ist der jüngst aufgedeckte finanzielle Skandal bei der Griechischen Tourismusbehörde EOT) Es ist ein offenes Geheimnis, dass die überwältigende Mehrzahl dieser Organisationen einen leichten Weg zur Befriedigung parteilicher Funktionäre (ein Parteijugend-Vorsitzender hatte fünf NRO!) durch unkontrollierte Bereitstellung der von der Regierung gegebenen Gelder darstellte.

Wie oft haben wir nicht schon über die schmutzige Vergangenheit vieler NRO geschrieben, deren Leiter Gelder aus den fast leeren Portemonnaies des griechischen Volkes stehlen? Aber, abgesehen davon, ist es ein Zufall, dass in Russland der Betrieb dutzender NRO unter der Anschuldigung verboten wurde, sie würden von Ausländern finanziert um Russland zu destabilisieren? Dies ist kein Geheimnis, und es geschieht nicht nur in Russland.

Es ist jedenfalls zu hoffen, dass die Untersuchung sich all den Schamlosen zuwenden wird, die mit listigen Mitteln einerseits die öffentliche Kasse plündern und andererseits ausländischen Zentren, von denen sie mitfinanziert werden, zu Diensten stehen. Und nachdem das Ehrgefühl – unser einmal großer Vorzug – vom Aussterben bedroht ist, möge die Axt der Justiz mit Schwere fallen. Anderenfalls werden wir mit den Politikern abrechnen müssen, welche die schmutzigen Angelegenheiten decken.

Hinzu kam auch der Fall mit dem großen Betrug mit den Schecks des EOT. So viel Dreistigkeit also? Vielleicht haben sie gelernt, so lange Zeit von den Parteimechanismen geschützt zu werden und nahmen an, es werde weiterhin das selbe System herrschen. Nicht, dass es also nicht mehr zutrifft (wo ist die von Herrn A. Samaras versprochene Untersuchung wegen G. Papandreou und des IWF?), aber die Dinge sind schwieriger geworden.

Jeden Tag wird etwas neues enthüllt. Wie die politische Historie lehrt, geschieht dies immer in Epochen, in denen die Führer das Volk nicht zu inspirieren vermögen und die negativen Elemente seines Wesens hervortreten. Was bedeutet, entweder müssen unsere Führer ihr Verhalten ändern und ihre alten Parteitricks vergessen, oder wir müssen sie gegen Führer ohne politische Vergangenheit austauschen.

Quelle: Voria.gr
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Lagarde-Liste in Griechenland: Das Szenarium der Provokation

29. Dezember 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 570 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Karolos Brousalis

Thema: Parteiausschluss Ex-Finanzministers in Griechenland wegen Lagarde-Liste

Arbeitshypothese: Im Jahr 2010, als Finanzminister, erhielt Giorgos Papakonstantinou die „Liste Lagarde“ und stellte fest, dass darin drei seiner Verwandten angeführt werden. Welche hätte seine unmittelbare Reaktion sein können? An seiner Stelle hätte ich mit den verwandten kommuniziert und sie gefragt, ob sie die angeführten Beträge rechtfertigen können. Wenn ja, würde das Thema mich nicht weiter interessieren. Wenn nicht, hätte ich höchstwahrscheinlich geschaut, wie ich sie decke.

Die idiotischste Weise, dies zu tun, wäre eine Kopie zu erstellen, von der ich die Namen der Verwandten löschen würde, und dafür zu sorgen, das Original zu „verlieren“. Weil das erste, was geschehen würde, sobald bekannt würde, dass die Liste „verloren“ ging, gewesen wäre, die Franzosen zu ersuchen, die Liste erneut zu schicken. Womit meine Manipulation leicht entdeckt werden würde. Und sie würden mir die Aktion der „Blutsbande“ anlasten. Das Logischste wäre gewesen, die Namen der Verwandten von der originalen Liste zu löschen und sie an den nächsten zu übergeben. Da sie nicht verloren gegangen wäre, würde es keinen Grund geben, sie erneut zu beschaffen.

Natürlich gibt es auch die Version, dass ich nichts davon getan hätte, und zwar aus dem einfachen Grund, weil es nicht nötig gewesen wäre: Wären die Beträge nicht zu rechtfertigen gewesen, wären meine Verwandten schlimmstenfalls aufgefordert worden, eine Geldstrafe zu entrichten. Und uns ist allen bekannt, was mit den Geldstrafen der Großen geschieht: Nach einem Dutzend Jahren, falls der Schuldige (noch) lebt, wird er aufgefordert, die verhängte Strafe in Raten abzuzahlen …

Du glaubst also nicht, dass die Liste verloren ging?„, fragt mich Kostas. Nein. So etwas glaube ich nicht. Dass sich hinter ihrem Verschwinden etwas versteckt, ist keine Arbeitshypothese, aber meine tiefe Überzeugung. Ich finde es jedoch tragisch idiotisch, dass das, was sich versteckt, die gelöschten Namen der drei Verwandten sein sollen. Ich kann Giorgos Papakonstantinou Myriaden Dinge anlasten (einige führte Yianis Varoufakis in seinem Artikel „Stürzende Eiche“ an), jedoch keine Idiotie.

Zweite Arbeitshypothese: Am 17 Juni 2011 zieht Giorgos Papakonstantinou um und seine Position als Finanzminister nimm Evangelos Venizelos ein. Der vorherige übergibt dem jetzigen Minister auch die Kopie der Liste, da das Original „verloren“ gegangen war. Der „jetzige“ – wie er außerdem selbst erklärt hat – liest die Liste nicht, womit er auch nicht die Namen der drei Verwandten entdeckt, obwohl sie auf der Liste existieren. Und dies, weil – wie gesagt – Papkonstantinou alles andere als ein Idiot ist.

Venizelos nimmt die Liste also in Empfang und legt sie in seine Schublade. Ein Jahr und ein paar Monate später erinnert er sich wieder an sie und holt sie hervor. Er hat keinerlei Neugierde zu lesen, welche Namen enthalten sind, womit er auch nichts von den Verwandten weiß. Als guter Bürger jedoch, der er ist, eilt er ins Megaro Maximou und übergibt die Liste dem Premierminister. Der sie an die Justiz schickt, ohne dass auch er sie liest. Die menschliche Neugier ist denen, die sich dem Vaterland zu dienen verdingten, ein Fremdwort.

Die Liste kommt bei den Staatsanwälten an. Es kommt auch die neue – originale – aus Frankreich. Sie lesen sie und stoßen auf die Namen der drei Verwandten – welche Namen auf der ihnen übergebenen Kopie fehlen. Ich bin kein Jurist und weiß nicht, wie die Dinge in den Tempeln der Themis funktionieren. Was würde ich an ihrer Stelle denken? Zwei Möglichkeiten: Entweder, dass Papakonstantinou, das Schlitzohr, die Namen gelöscht hat. Oder dass ein Schlitzohr aus dem Umfeld des Evangelos Venizelos (nicht er selbst, seine Ehrbarkeit wird nicht bezweifelt) in dem Wissen, dass die originale Liste kommt, die Provokation ausheckte und die Namen von der Liste löschte, um eine Stunde früher die „Gärtner“ loszuwerden. Außerdem ist allen bekannt, dass die Liebe die Gruppen in der PASOK-Partei überschwemmt.

Was glauben Sie?

Quelle: Protagon.gr
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Kohlenwasserstoffe in Griechenland: Noch eine Psychose?

11. Dezember 2012 / Aktualisiert: 05. Juli 2013 / Aufrufe: 1.260 2 Kommentare

Autor: Panos Kolokotronis

Thema: Minister dämpft Erwartungen aus Gasvorkommen in Griechenland

Die Wahrheit ist sicherlich, dass weder die griechischen Wissenschaftler dermaßen naiv sein können und erst recht nicht die internationalen Agenturen, welche die Berichte der in Rede stehenden Wissenschaftler berücksichtigen, die zu Einschätzungen über die Ebenen der Kohlenwasserstoffe schreiten, über welche Griechenland verfügen könnte. Außerdem können wir nicht den einschlägigen Bericht der Deutschen Bank als zufällig charakterisieren, der anlässlich der letzten Eurogruppe zur Berücksichtigung vorgelegt wurde, noch kann als zufällig charakterisiert werden, dass dieser von Herrn Schäuble – der offensichtlich auch nicht dermaßen naiv ist – auf den Tisch der Finanzminister der Eurozone gebracht wurde.

Athen spricht dagegen durch den Mund des zuständigen Ministers Herrn Livieratos von einer „Psychose“, die er auf die Wirtschaftskrise zurückführt! Speziell bezüglich der Bekanntmachung der Deutschen Bank gefragt, wonach Griechenland einen Nutzen von 214 Mrd. Euro aus der Verwertung der Kohlenwasserstoffe haben könne, äußerte Herr Livieratos sogar, es „werde viel Wirbel um nichts gemacht„, weil der in Rede stehende Bericht auf Vermutungen basiere!

Wir sollen uns jedoch in Erinnerung rufen, dass die in Rede stehende „Psychose“ auf einer Reihe von Berichten basiert, die vor etlichen Jahrzehnten formuliert wurden und deren Existenz die politischen Führungen nach dem Regimewechsel dementierten. Ebenfalls sollen wir uns an die journalistische Bemühung erinnern, damit diese Berichte an die Öffentlichkeit gelangen, und an die Beleidigungen, welche die sich mit diesen Themen beschäftigenden Kollegen einkassierten – mit charakteristischstem Fall die extrem abfälligen Erklärungen, welche Herr Pangkalos sich auf Herrn Chardavelas beziehend im Parlament geäußert hatte (abwertend schließlich für den ehemaligen Vizepremier selbst).

Mit dem sowohl von London als auch Berlin gezeigten Interesse an den griechischen Kohlenwasserstoffen als gegeben wäre es also gut, die Regierung würde sich nicht auf „inländische Psychosen“ beziehen. Unter dem Strich gibt es keinen Bericht eines strategischen Analytikers, der sich nicht auf die Bedeutung des griechischen Raums bezieht und diese nicht etwa mit den NATO-Basen, sondern mit seiner Aufzeigung als Energie-Player in Verbindung bringt. Speziell wo bekannt ist, dass Westeuropa – ausgenommen Norwegens – keine entsprechenden Reichtum produzierenden Quellen hat und die Notwendigkeit der Abnabelung von Russland voranstellt. Berlin wiederum ist energetisch an Händen und Füßen von Moskau gebunden, wie vor wenigen Jahren mit der zwischen Russland und Ukraine ausgebrochenen Krise wegen des Erdgases aufgezeigt wurde.

Zählen wir alle diese Faktoren zusammen, werden wir erkennen, woher sich die aufschiebende griechische Haltung hinsichtlich all dessen ableitet, was die Bekanntgabe der griechischen ausschließlichen Wirtschaftszone und hauptsächlich das Beharren der Türkei und Ägyptens betrifft, dass Kastelorizo und Gavdos nicht in diese einbezogen werden. Außer wenn auch dies ein weiteres Szenarium wissenschaftlicher Phantasie darstellt, welches die wirtschaftliche Krise begleitet.

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Die traurige Algebra des Schuldenrückkaufs für Griechenland

10. Dezember 2012 / Aktualisiert: 12. Dezember 2012 / Aufrufe: 1.236 5 Kommentare

Autor: Yanis Varoufakis

Thema: Rückkauf griechischer Anleihen zur Reduzierung der Staatsverschuldung

Wir halten also fest: Unter Aufwendung eines (geliehenen) Betrags P für den Rückkauf von Anleihen entspricht der Gewinn des griechischen Fiskus F = P x [(100 – x) / x], wobei F die Milliarden der eliminierten Verschuldung sind und x der Preis für den Rückkauf der Anleihen ist, ausgedrückt als Prozentsatz ihres Nennwerts.

Schauen wir uns ein Beispiel an: Wenn (wie anfänglich bei der Eurogruppe vereinbart worden war) der Rückkauf gegen 28% des Nennwerts der Anleihen erfolgen würde (also x = 28 wäre), würde die Regierung mit den 10 Mrd.Euro, die sie sich von der EFSF leihen wird, um ihre Anleihen von den privaten Inhabern zu kaufen (also P = 10), eine Senkung der Verschuldung um 25,7 Mrd. erzielen. Voraussetzung für eine solche Senkung ist natürlich abgesehen von den 15 Mrd., welche die griechischen Banken zu „verkaufen“ gezwungen sind, dass die Hedgefonds Anleihen im Nennwert von weiteren 25 Mrd. Euro (von den 45 Mrd., über die sie verfügen) zu verkaufen haben. Das Problem ist allerdings, dass allein die Bekanntgabe, der griechische Staat habe sich 10 Mrd. Euro für den Rückkauf geliehen, den Rückkaufpreis der Anleihen rapide erhöht.

Hätte der Staat auf dem vereinbarten Preis von 28% bestanden, hätten die Hedgefunds auf keinen Fall Anleihen von 25 Mrd. Euro angeboten, damit sich der Gewinn von 25,7 Mrd. Euro ergibt – womit Regierung und EU gezwungen wurden, Wasser in ihren Wein zu geben und einen höheren Preis zu bieten, den die Versteigerung auf nahe bei 35% des Nennwerts der Anleihen bestimmen wird. Ergo, x = 35 anstatt x = 28 in der obigen Gleichung. In Werten der Reduzierung der Verschuldung ausgedrückt beschränkt sich somit der Gewinn des Fiskus von 25,7 auf 18,6 Mrd. (was selbstverständlich voraussetzt, dass die Hedgefunds zu diesem Preis wenigstens 14 Mrd. verkaufen werden).

Wir haben natürlich nicht zu vergessen, dass das Ziel der Eurogruppe für den Schuldenrückkauf eine Senkung der griechischen Staatsverschuldung um 31 Mrd. war. Es ist jedoch offensichtlich, dass einige Tage nach der Eurogruppe deren Planung von der Realität gekippt wird. Anstatt einer Senkung um 31 Mrd. Euro wird der Rückkauf im besten Fall eine Senkung um 18,6 Mrd. Eurobringen. Der deutsche Bürger wird ein weiteres Mal zu hören bekommen, dass ein weiterer Plan für Griechenland in Rekordzeit fehlschlug. Das ist jedoch nicht alles. Das Schlimmste ist die Verurteilung der Rekapitalisierung der griechischen Banken zu einem völligen, sensationellen und bezeichnenden Reinfall.

Wie ich an anderer Stelle geschrieben habe, stellt der Schuldenrückkauf als Mittel zur Senkung der öffentlichen Verschuldung ein PSI No. 2 ausschließlich für die griechischen Banken (und parallel eine große Belohnung der Hedgefunds) dar. Womit auch hierin der höchste Unsinn liegt, dass der griechische Steuerzahler sich von dem nordeuropäischen Steuerzahler (im Rahmen der berühmten Tranche) ungefähr 24 Mrd. Euro zu dem Zweck leiht, diese den unter einem dramatischen Kapitalmangel leidenden Banken zu geben. Die Bedingung für diesen neuen Kredit ist jedoch, dass das Finanzministerium den selbigen Banken einen „Haircut“ in der Größenordnung von 14 Mrd. auferlegt.

Wie allen bekannt ist, würde jedoch sogar auch ohne den „Schnitt“ die Rekapitalisierung der 24 Mrd. Euro nicht ausreichen, um die Banken solvent zu machen (was auch die EZB eingesteht und erklärt, die griechischen Banken haben abgesehen von der Rekapitalisierung einen unmittelbaren Bedarf, privates Kapital anzuziehen) – zumal jetzt, wo ihnen auferlegt wird, mit einem einzigen Posten einen Wert von 14 Mrd. Euro aus ihren Büchern zu streichen!

Die als großen Erfolg für Griechenland bejubelten letzten Beschlüsse der EU übersetzen sich zusammenfassen in dem folgenden absurden Theater:

Wir leihen uns 10 Mrd. um uns – den insolventen griechischen Banken einen „Cut“ von 14 Mrd. Euro auferlegend – weitere 24 Mrd. Euro von der EFSF zu leihen, um sie den … selben Banken zu geben und dabei wissen, dass sie insolvent bleiben und den Unternehmen nicht einen einzigen Heller an Liquidität gewähren werden.

Wir beschließen Maßnahmen in Höhe von 12,5 Mrd. Euro für 2013, um von dem einen Zweig der EU (der EFSF) diese 24 Mrd. Euro zu erhalten, sowie auch einige andere, aus denen der Löwenanteil zur Abzahlung des anderen Zweigs der EU (der EZB) verwendet werden wird. Anders gesagt, die EU nimmt Gelder aus der einen Tasche, steckt sie in die andere, und derweilen wird die griechische Wirtschaft zu einer Stunde, wo ihr nationales Einkommen sinkt, noch mehr verschuldet.

Als ob all dies nicht reichen würde, gewährleisten die Maßnahmen über die 12,5 Mrd. Euro, dass der Staat für weitere zwei Jahre ein primäres Defizit haben wird (wogegen wir es mit Maßnahmen von gerade einmal 2 Mrd. Euro heute eliminiert haben würden).

Im selben Moment täuschen wir die Bürger der Staaten, die uns Geld leihen, und natürlich das griechische Volk, und sprechen von einer Schrumpfung der öffentlichen Verschuldung auf 124% im Jahr 2020, wobei das günstigste Szenarium (welches mit überschwänglichem Optimismus das Ende der Rezession und einen kleinen Anstieg des BIP prognostiziert) im besten Fall eine Verschuldung in der Größenordnung von 168% für 2020 angibt.

Ich schließe mit einer Frage: Glauben Sie, dass die Fortsetzung dieser Täuschung der öffentlichen Meinung in Griechenland und speziell in Nordeuropa die Position des Landes innerhalb der Eurozone langfristig verbessert? Oder untergräbt sie diese möglicherweise?

Quelle: Protagon (originaler griechischer Beitrag), On the sad algebra of the Greek Debt Buyback (englischer Beitrag des Autors)
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Warum Merkel den Schuldenschnitt für Griechenland hinauszögert

5. Dezember 2012 / Aufrufe: 1.710 18 Kommentare

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Angela Merkel – Die „Patin“!

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte jüngst, ein zukünftiger „Schnitt“ der griechischen Verschuldung sei nicht ausgeschlossen. Warum jedoch hat sie es jedoch nicht jetzt getan, wie auch der Internationale Währungsfond drängte?

Für viele steht die Antwort in Zusammenhang mit den deutschen Wahlen, die im Herbst 2013 stattfinden werden, und dass die deutschen Wähler nicht sehen dürfen, dass der Plan Berlins für Griechenland – also die brutale Austerität – gescheitert ist. Dies ist jedoch die oberflächliche Wahrheit, hinter der sich die große Wahrheit, der geheime Plan befindet.

Anders gesagt, Merkel interessiert sich nicht für die „kurzfristige Währungspolitik“, sondern den großen, langfristigen Plan, der ein Europa unter deutscher Führung ist. Unter diesem Aspekt ist Berlin nicht an der Lösung der Krise, sondern an deren Erhaltung und daran interessiert, dass mittels der als notwendige Einbahnstraße vorgeschobenen volkswirtschaftlichen Kontrolle die „Intervention in die Interna der EU-Mitgliedstaaten – vor allem im Süden und Osten Europas – möglich wird“ (Neue Zürcher Zeitung am Sonntag 27/11/2011).

Deswegen wird die Version der Euro-Anleihen verworfen, die entschlossen in der Bewältigung der Krise wirken würde, und nicht weil „kein politischer Wille“ besteht, wie Christine Lagarde vertrat. Die Schlussfolgerung ist folglich, dass das System Merkel Zeit gewinnen will, weil es verfolgt, ohne die Vorschiebung ideologischer Vorwände, welche die Vergangenheit hochhebeln und die Größe des Plans für ein 4. Reich enthüllen würden, ein „deutsches Europa“ aufzwingen. „Der Plan wird ‚wie der Dieb in der Nacht‘ kommen„, merkt Professorin Gertrud Höhler, Funktionärin verschiedener Konzerne und der Deutschen Bank, in ihrem Buch über Angela Merkel an, welches den Titel „Die Patin“ trägt (Verlag Livanis)!

Das deutsche politische Muster einer „großen Machtallianz“ ohne Opposition wird bereits in die Länder des europäischen Südens – darunter auch Griechenland – exportiert bzw. ihnen aufgezwungen. Ebenfalls agieren in Deutschland und überall in einer Art von Ausnahmezustand, der zur Regel wurde, damit die demokratischen und parlamentarischen Prinzipien umgangen werden. Allgemein sind die heimlichen Deals und „die Umgehung der Rechtsprinzipien, die Untergrabung von Verträgen und Institutionen auf Ebene der Eurozone ein erstes Muster der Forderung nach ihrer (Merkels) Oberherrschaft in der Eurozone.

Die Tatsache, dass sich inzwischen auch die Europäische Kommission Merkels Diktat unterwirft, ist ein Beweis für die Effektivität des Systems M“ (Gertrud Höhler, im selben Buch). Das System M(erkel) scheint schon lange die Grenzen Deutschlands überschritten zu haben und breitet sich in ganz Europa aus, mit Hauptmotiv die Ablehnung der Werte und der demokratischen Prinzipien sowie auch die absolute Relativierung, die auf die berühmte Post-Innovativität, aber auch eine Politik verweist, die nicht als mehr als eine Simulation funktioniert.

Anders gesagt, sogar auch Angela Merkel tut nur so, als ob sie regiere. In der Substanz regieren die Banken und die berühmten Märkte. Dies ist jedoch eine antidemokratische Entwicklung, die uns in die wirtschaftliche und politische Feudalherrschaft zurückführt.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Die Patin!
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Die politischen Delivery Boys in Griechenland

1. Dezember 2012 / Aktualisiert: 04. Juli 2013 / Aufrufe: 625 3 Kommentare

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: 33 Prozent Arbeitslosigkeit auf Privatsektor in Griechenland

Lassen wir es klarstellen: in Griechenland hungern Menschen. Bezweifelt das etwa jemand? Die Kinder hungern, offiziell sind 20.000 unterernährt. Das ist die Substanz. Zweifelt vielleicht jemand daran?

Und trotzdem, einige fokussieren sich auf den Brief der Schulkinder aus Dendropotamos bei Thessaloniki und sprechen von … Populismus. Ist der Brief also gefälscht oder lügen vielleicht die Kinder, wenn sie sagen, ihnen wäre zu Hause der Strom abgeklemmt worden? Und doch ist der ganzen Welt bekannt, dass 30.000 Häusern der Strom abgeschaltet worden ist. Wo liegt also die angebliche Lüge? Oder war vielleicht die Veröffentlichung des Briefs der Kinder durch ihren Lehrer … Populismus?

Im Vorliegenden schauen manche auf den Finger und nicht auf den Mond. Aber was meinen die Herren, wenn sie von der Warte ihrer Sicherheit aus von Populismus sprechen? Bekanntlich ist Populismus die Verwendung von Klischees, welche den Dialog ausschließen, und aus dieser Sicht ist er eine Form der Gewalt. Populismus kann auch die Nutzung unwahrer Tatsachen oder die übertriebene Darstellung wahrer Zustände mit dem Ziel sein, bei der Bevölkerung eine emotionelle Ladung zu verursachen.

Wer jedoch behauptet, der Ruf der kleinen Kinder, die keinen elektrischen Strom oder nichts zu essen haben, sei eine Übertreibung, ist ein blinder und tauber Dickhäuter, der nicht sieht, nicht hört und auch nichts fühlt. Ich würde sagen, er ist ein Schwein, aber die unschuldigen Tiere haben an nichts Schuld. Jeder Versuch, dem Schrei der Empörten und Hungernden gehör zu verschaffen, ist deshalb nicht mehr als ein Versuch, das Zellophan der Heuchelei und Zensur zu zerreißen, welches das Drama der Menschen zu verbergen versucht.

Die ehemalige Bildungsministerin Anna Diamantopoulou zweifelte einmal an, die kleinen Schüler werden vor Hunger ohnmächtig. Später gestand sie ihren Fehler ein. Die selbe Anzweiflung betreiben jedoch jetzt andere. Und hier wird die Höflichkeit fortan zur Mitschuld. Und deswegen werden wir die Beschreibung des Kurt Vonnegut adoptieren, der alle Oberen und deren Herren als „psychopatische Persönlichkeiten, also Menschen ohne Gewissen, ohne Gefühl des Erbarmens oder der Scham …“ bezeichnete. Nur dass diese Persönlichkeiten gar nicht so psychopathisch, sondern völlig neoliberale Pragmatiker sind, die tatsächlich weder Herz noch Gefühle haben. Es handelt sich um die Taliban der Wall Street, der City, von Frankfurt, Berlin, Paris und Brüssel.

Die Absurdität der befolgten Politik der brutalen Austerität trifft letztendlich nur die „unten“, während sie für die „oben“ auf weltweitem Niveau profitabel ist. Auf nationalem Niveau ist sie – hauptsächlich für die peripheren Länder wie Griechenland – jedoch irrational, weil sie ein ganzes Land, ein ganzes Volk auslöscht, außer Einigen, die den Politiker und volkswirtschaftlichen „Delivery Boy“ der Finanzmetropolen spielen und glauben, davonkommen zu werden.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Die politischen Delivery Boys
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Griechenland, Grundstück und Kolonie

25. November 2012 / Aktualisiert: 24. August 2013 / Aufrufe: 502 Kommentare ausgeschaltet

Autorin: Maria Kanellopoulou, Schauspielerin, Abgeordnete der SYRIZA-EKM in Achaia

Das Parlament bestätigte vor wenigen Tagen den nationalen Haushalt. In der Epoche der postmodernen Dreiparteien-„Bankenherrschaft“ unterliegen alle Begriffe der berühmten „Neuen Sprache“ Orwells. Wir sagen das selbe, meinen etwas anderes.

Nationaler Haushalt? National bedeutet, dass er von Griechen für Griechen erstellt wird, dass Griechen für die griechische Gesellschaft rechnen, denken und beschließen. Heute beschließen weder die griechischen Abgeordneten mit freiem Willen, noch geht es um die griechische Gesellschaft. Ich meine die wahre Gesellschaft, die zerschlagene Gesellschaft.

Wenn man Vorberechnungen anstellt, bedeutet dies, dass man sich für die Zukunft bindet. Die Regierung hat jedoch bereits zweihundert vor den Wahlen gegebene Zusagen verschlissen und verhält sich, als habe es niemals programmatische Erklärungen gegeben, und tauft mit einfachen Unterschriften die Brechung ihrer Versprechungen „Akte gesetzgeberischen Inhalts“.

Die Regierung wird keinen Haushalt einhalten, und wir wissen das. So, wie sie nichts von dem einhält, was sie sagt (oder Gott ihr diktiert!). Der Haushalt ist ein formales Verfahren, eine Demonstration institutioneller Höflichkeit, eine Tradition, so wie die Weihnachtslieder, das Lamm zu Ostern, von der gut ist, dass sie – sei es auch nur für die Augen des Volkes – nicht verloren geht. Nicht mehr. Leere Worte.

Ich erliege der Versuchung, 2 – 3 Dinge aus dem Katalog all dessen anzuführen, was sie zu tun versprachen und nicht taten:

  • Sie sagten und versprachen verbindlich, nur eine minimale Anzahl Schulen werden zusammengelegt werden. 1.500 erfahren wir jetzt.
  • Sie sagten uns: das Problem der Beförderung der Schüler zu den Schulen wurde gelöst. Alltäglich erreichen uns jedoch Beschwerden von Eltern und Lehrern, dass das Problem nicht gelöst worden ist.
  • Sie gaben uns tausend Versprechungen bezüglich des Gesundheitssystems, und dann kürzten sie dramatisch die Mittel sogar auch für die Dialysepatienten, die sie obendrein verleumden, den Staat zu bestehlen.
  • Sie sagten uns, sie werden die Schäden an den Häusern der Opfer der Erdbeben und Brände in Achaia und Westgriechenland beseitigen. Die Menschen reichten ihre Papiere ein, und obwohl sie alle Voraussetzungen erfüllen, wohnen sie immer noch in Containern und bei Verwandten.

Wenn dies bei der Bildung, der Gesundheit, der Unterbringung geschieht, dann kann die Analgesie überall triumphieren, also auch bei der Kultur, die so wie so immer als Luxus galt.

Ich werde als Mensch sprechen, der Jahrzehnte in dem Bereich arbeitete, nicht als Mandarin der Subventionen, nicht als Ausgewählte der Direktoren staatlicher oder anderer Theater, nicht als Berater der Show-Supermärkte, aber als einfacher Arbeiter. Ich möchte für die einfachen Menschen der Kultur sprechen. Weil im Gegensatz zu all dem, was geschickt kultiviert wird, abgesehen von einer kleinen Minderheit bevorzugter und privilegierter zeitloser Menschen der Kunst in diesem Bereich dutzende Menschen leben und arbeiten, welche die Krise heute irreparabel getroffen hat: Schauspieler, Techniker des Fernsehens und des Films, Bühnenbildner, Kuratoren, Autoren, Regisseure, alle zur Arbeitslosigkeit verurteilt, die dokumentiert 97% erreicht.

Mittelalterliche Verhältnisse

Diese Menschen leben heute ohne Sozialversicherung, ohne Krankenheft, ohne die Möglichkeit, eine Rente aus der Arbeit zu erhalten, der sie bis vor kurzem erfolgreich nachgingen. Wenn das öffentliche Fernsehen kein – wie geschuldet – griechisches Programm hat, wenn die privaten Kanäle, welche die öffentlichen Frequenzen als ihr Eigentum betrachten, im Namen des Profits von türkischen Produktionen überschwemmt werden, wenn sie nicht den ihnen entsprechenden vereinbarten Anteil für den griechischen Film zahlen, wenn mit der Abschaffung des nationalen Manteltarifvertrags jeder Regisseur demütigende persönliche Verträge mit den Schauspielern abschließen kann und wenn die fixen Bedürfnisse der Kultur mit der Zuflucht zu Gemeinschaftsprogrammen und eigennützigen Mäzenen gedeckt werden, dann verkommen sowohl die Kunst als auch die Kultur zu Parasiten, zu finanziellen Junkies, die nicht nach der nächsten Dosis suchen um zu leben und aufzublühen, aber um zu sterben.

Alles ist weise eingefädelt. Wenn die Kultur in unserem Alltag fehlt, ergeben sich ungebildete Menschen, Menschen in Unkenntnis der Geschichte, der weltweiten Kultur und Ästhetik kampflos dem Faschismus. Der Weg wurde vorher von dem Lifestyle-Nazismus in den Mittagssendungen, von „Big Brother“ (erinnern Sie sich?) und der Weihung von Seite der Massenmedien krimineller Organisationen geebnet, die sich als politische Partei präsentieren, die „regulär“ im politischen Ring mitspielt. Der Faschismus fällt überall ein, wo vorher Erinnerung und Wissen, deren Treuhänder die Kultur ist, mit Füßen getreten wurden, danach ist die Niederlage der Demokratie leichte Sache. Wenn Städte und Dörfer die Kunst nur aus dem kontrollierten Fernsehen kennen, dann wird unser ganzes Leben ein unendlicher „Theatertiegel“.

Allein und hilflos wird die Kultur zu Privileg und Luxus. Wird sie unterstützt, wird sie zur Eingangshalle des Fortschritts. Im Einführungsbericht des Etats lesen wir jedoch: „die staatlichen Zuschüsse an Theater, Museen, Festivals, Ligen und Sportzentren werden gekürzt …„. Sogar auch das vielbeworbene Griechische Festival wird mit ungefähr einer Million Euro weniger als 2012 bezuschusst werden. Und dies für wenige und imposante Dinge, konzentriert in der Hauptstadt, üblicherweise mit Ausländern, welche den hiesigen ungebildeten Eingeborenen zeigen werden, was Kunst ist.

Und während das Festival – ein unwiderlegbarer Beleg für den Provinzialismus der Regierung – überleben wird, wird die unvergessene Melina sich wegen der Schmähung der öffentlichen Theater, einer Institution, die sie uns aus dem Europa der Kultur und nicht der Banken brachte, im Grab umdrehen. Weil nach Melina Logiken folgten, die erachten, Kultur sei ein Hobby und Künstler so etwas wie Freizeitangler.

«Live your myth in Greece» sagten sie den Ausländern, Kultur und Tourismus in einem Ministerium. Ich antworte auf Griechisch mit den Versen eines wahren Dichters, des früheren Savvopoulos, aber ewigen Nionios: „Griechenland, blinde Sprache in der Geographie, Griechenland, Grundstück und Kolonie.“ Dieses Griechenland schaffen sie, dieses Griechenland wollen wir nicht.

Quelle: To Pontiki
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Diskussion um Griechenlands Euro-Austritt ist eine deutsche Diskussion

14. November 2012 / Aktualisiert: 04. Juli 2013 / Aufrufe: 857 12 Kommentare

Autor: GR-Block

Thema: Griechenland: Fungiert nicht als Filipinas der Deutschen

Es ist eine Falschaussage, die griechische Bevölkerung habe sich verschuldet. Es ist der Staat, den die 300 Abgeordneten mit ihren Lobbys verschuldet haben. Dagegen waren die Privatkredite, wegen der griechischen Bauernmentalität, niemlas das Problem. Jetzt aber, wo ihre Einkommen halbiert sind, wird so mancher Privatkredit platzen noch bevor der Staat Konkurs geht. Denn der Grieche bekommt keine „Hilfs-“ Kredite.

Der Grieche gibt in seinem Leben nur halb soviel Geld aus für Autos wie wir. Wer in Griechenland nur Porsche und Mercedes sieht, sollte sich fragen, ob er nicht in den falschen Kreisen verkehrt. Auch wird man kaum einen Griechen am Potsdamer Platz erleben, der einfach mal so 1000€ für einen Auslandsurlaub hinauswirft. Stattdessen gibt er zuhause Fressgelage, von denen schon so mancher Tourist profitierte.

Auch wenn sich die Deutschen den Titel Exportnation verliehen haben, stimmt es nicht, dass GR nicht exportiert. Genau dort muss GR aber seine Hausaufgaben machen, nicht im Tourismus und Transportwesen. Das geht aber aber nur, wenn korrupte Lobbys (ND, PASOK) das Parlament und korrupte Unternehmen (SIEMENS, MERCEDES, FERROSTAAL, MAN usw.) das Land verlassen. In Brüssel müssen Rechte eingefordert werden, alte marktverzerrende Absprachen und Korruptionsgesetze müssen weg.

Es muss Wiedergutmachung bezahlt werden. Es nützt nichts, dass ein Staat MERCEDES wegen Korruption in GR verurteilt, wenn hinterher das abgeschlossene Geschäft trotzdem durchgeführt wird und die Strafe weit unter dem Schaden liegt. SIEMENS hat sich dadurch heraus gerettet, dass ein nicht gewählter Brüsseler für 6 Monate GR regierte und dabei schnell einen Deal mit SIEMENS unterschrieb, der eine weiter Verfolgung unmöglich machte. Und SIEMENS behielt alle Geschäfte. Noch mehr Firmen gehen bankrott. Wir alle wissen, dass seinerzeit Herr Papadimos die grandiose Leistung vollbracht hatte, mit Hilfe amerikanischer Finanzberater GR in den EURO zu hieven.

Es kann nicht angehen, dass wir hier deutsche Unternehmen steuerlich entlasten, wenn sie Schmiergelder im Bereich 1,3 Mrd. € (SIEMENS) auf dem Planeten verteilen und davon gewaltige 100 Mio. € in dieses eine Land GR drücken. Es ist eine Rassenhetze, wenn dann eine deutsche Organisation, die sich „International“ nennt, uns vorrechnet, die Griechen zahlen pro Jahr 1.600 € Schmiergelder, und dabei u. a. die 100 Mio. mit einrechnet.

Der griechische Unternehmer kann mit den mittel- und westeuropäischen Schmiergeldern nicht mithalten. Athener Lobbys kann er nicht auf seine Seite holen. Hier müssen Brüssel und Berlin Hausaufgaben machen. Wenn stattdessen an den Einkommen geschraubt wird, bricht die Binnennachfrage zusammen, griechische Unternehmen gehen bankrott und noch mehr Heuschrecken fallen über das Land her. Diese schaffen aber weniger Arbeitsplätze. Weil sie ja besser organisiert sind. Sie produzieren lieber in ihrer Heimat und in China, brauchen folglich die EU-Süderweiterung nur als Absatzmarkt.

Die Diskussion GR-raus-aus-dem-EURO oder wehe-ihr-wollt-raus-aus-dem-EURO ist eine deutsche Diskussion. Die Griechen hatten unter nur zaghaft die Möglichkeit erwogen, ob die damalige Entscheidung, im EURO zu sein, falsch war. Bis auf die KKE (5%) hat keine Partei die Drachme auf dem Programm gehabt. Warum die EU auf Anraten Deutschland sich auf eine junge Partei eingeschossen hatte, war für die Griechen unbegreiflich. Wir wissen den Grund. Kein Parlament darf im Handstreich die alteingesessenen Lobbys ausbooten und neu anfangen. Milliardenschwere Investitionen und Schmiergelder würden dadurch verbrannt werden. Zum Teufel mit der Demokratie.

Ja, jetzt läuft es wieder wie am Schnürchen. Die gewaltigen Staatseinkäufe bei diesen Firmen bleiben auf hohem Niveau. Stattdessen bieten die relativ geringen Gehälter nur unzureichendes Einsparungspotenzial. Das hat mehrere Vorteile für unsere Industrien. Durch die fehlende Binnennachfrage brechen lästige lokale Konkurrenten zusammen. Danach „überredet“ man die Politik mit viel Kreditaufwand, das Land zu „retten“. Die immer noch regierenden Lobbys kaufen weiterhin bei den gleichen korrupten Firmen ein und zahlen überhöhte Kreditzinsen an unsere Banken anstatt auf dem Weltmarkt dem günstigsten Anbieter den Zuschlag zu geben. Früher nannten wir das „übelsten Staatskapitalismus“, heute heißt es „nachhaltiges Wirtschaften“.

Warum trinkt Griechenland den Schierlingsbecher?

11. November 2012 / Aktualisiert: 03. Juli 2013 / Aufrufe: 1.403 1 Kommentar

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Sparmaßnahmen in Griechenland treffen wieder die Schwächsten

Sie tranken und ergötzten sich daran, ihn zu quälen. Erflehte sie an, und jene drohten, ihn aufzuspießen. Ihre Befriedigung stieg analog zu dem Schmerz, den sie ihm verursachten. Ihm gelang die Flucht und sein Folterer wurde verhaftet. Jedoch wurde der Täter schließlich freigelassen und das Opfer begegnet der Sanktion der Abschiebung! (Anmerkung: Gemeint ist der jüngst bekannt gewordene Fall eines illegalen Immigranten aus Ägypten, der in Salamina von seinem griechischen Arbeitgeber und einer Gruppe weiterer Männer schwer misshandelt wurde, um dem Opfer laut dessen Aussage einen höheren Geldbetrag abzupressen.)

Die Hobbesche Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, wo der Kannibalismus von Salamina bis Berlin und New York eskaliert. Weil das, was mit dem ägyptischen Immigranten geschah, auch gegen Griechenland erfolgt, welches laut der New York Times das Plädoyer seiner Richter – Gläubiger, des Schäuble, der Merkel, des Draghi und der Lagarde befolgend den „Schierlingsbecher trinkt“.

Warum jedoch befolgen wir die Haltung des Sokrates? Welcher „Polis“ und welchen Gesetzen unterwerfen wir uns? Die Antwort ist, dass wir den Gesetzen des mafiösen Kapitalismus, des IWF und der Europäischen Zentralbank gehorchen, die nicht akzeptieren, den Verlust ihrer zinswucherischen Gewinne aus einem neuen „Schnitt“ der griechischen Verschuldung hinzunehmen.

Was verbirgt sich jedoch hinter der Folterung der Griechen? Das Spiel um die Vorherrschaft zwischen den USA und Deutschland. Die Vereinigten Staaten verfolgen, den Eindruck zu schaffen, dass der Euro zusammenbricht, damit sie alle europäischen Investitionen anziehen. Wie es auch geschah. Auf diese Weise hielt Obama die Krise und die Rezession der amerikanischen Wirtschaft in Schach. Das Problem des Ausbleibens der Investitionen und des Aufschwungs betrifft folglich nicht nur Griechenland, sondern ganz Europa.

Jetzt haben wir eine zweite Runde des „Schlagabtausches“ aus Amerika, bei dem Moody’s in Kürze zur Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs schreiten wird. Paradoxerweise fordert die Bewertung Frankreichs auch Wolfgang Schäuble, das Spiel der Amerikaner spielend. Warum geschieht dies wohl? Weil Berlin verfolgt, Europa den deutschen Stempel aufzudrücken, ohne die Macht mit irgend jemand zu teilen. Dies – also die deutsche kurzsichtige und besessene Politik – unterstützt jedoch die amerikanischen geopolitischen Ziele.

Mit anderen Worten, die Halbzeit wird zwischen USA und Deutschland ausgetragen. Das Endspiel erfolgt jedoch zwischen USA und China. Deutschland hat bereits verloren, da seine Wirtschaft an dem Staub der Ruinen des europäischen Südens erstickt. Selbst im ehemals mächtigen Frankreich sehen wir die neue Armut auf den „barbarischen Märkten“ aufmarschieren und gebrauchte Kleidung und Schuhe verkaufen. Wie jener Obdachlose auf dem Markt in Frankfurt, der vor Jahren die Schuhe von seinen Füßen zog und sie zum Verkauf anbot.

Kurz gesagt, Verelendung überall. Warum jedoch befolgen wir angesichts der Lage weiterhin die Haltung des Sokrates? Und dies, wo es offensichtlich ist, dass die griechische Wirtschaft nicht mehr lange durchhält, wenn sie nicht die Gelder bekommt? Warum beharren wir weiterhin darauf, die neuen heftigen Austeritäts-Maßnahmen umzusetzen? Die Finacial Times Deutschland schreiben bereits über gesellschaftliche Destabilisierung und „anstehende Erhebung“ in Griechenland. Warum stellt in diesem zukünftigen Chaos die Rückkehr zur Drachme eine schlimmere Hölle dar als jene, in der wir uns bereits befinden?

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Warum trinken wir den Schierlingsbecher?
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Gegensätze der Armut in Deutschland und Griechenland

25. Oktober 2012 / Aufrufe: 1.464 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Die grundsätzlichen Gegensätze in Europa

Neue Darstellung, neue inspirierende Werte, Würde, nationale Unabhängigkeit (wir sind kein Protektorat), Worte und Phrasen, die sich an die leidenden und alles Schreckliche ertragenden Arbeitnehmer und Rentner richten. Ziel ist die Reduzierung der Schwankungen im Inneren der Parteigebilde der Regierungspartner, aber auch der Minimalisierung der politischen Kosten im Rahmen der Gesellschaft. politischen Kosten im Rahmen der Gesellschaft.

Manche erachten, die Reaktionen der von drei Parteien gestützten griechischen Regierung beziehen sich auf die Einzahlung der berühmten Tranche der 31,5 Mrd. Euro auf ein Sperrkonto (Spiegel). Andere, dass die neuen Änderungen im arbeitsrechtlichen Bereich dem bereits aufgelösten gesellschaftlichen Gerüst mit der ungeheuren Arbeitslosigkeit und der fortan offensichtlichen humanitären Krise den Gnadenschuss versetzen wird. Deswegen stellen die arbeitsrechtlichen Regelungen die letzte Verteidigungslinie der Regierung gegenüber der Troika dar. Letztere scheint sich jedoch nicht all zu sehr um das Elend der griechischen Gesellschaft zu kümmern, trotz der Tatsache, dass darüber in ganz Europa gesprochen wird.

„Griechenland leidet, die Austerität tötet“, lautet der Titel einer Sendung im Radio France Inter. Ein stärkerer Beweis für die Verelendung der Griechen wird aber von der Mechanismen der Kommission selbst und konkret von der Eurostat geliefert, die sich auf die Gefahr für die Arbeitslosen in Deutschland bezieht, unter die Armutsgrenze zu fallen, da 70% der Arbeitslosen ein Einkommen von unter 952 Euro monatlich zur Verfügung haben (Quelle: Le Monde). Dieser Betrag liegt unter 60% des Durchschnittseinkommens der Deutschen und stellt die sogenannte „relative Armut“ dar.

Wenn jedoch dies für die Arbeitslosen Deutschlands gilt, was sollen dann die Griechen sagen, wo der Mindestlohn 586 Euro monatlich beträgt, also die Hälfte des Einkommens des „relativ armen“ deutschen Arbeitslosen? Warum eigentlich die einleuchtende Sensibilität für die deutschen Arbeitslosen und die Gefühllosigkeit für die Lage der griechischen Arbeitnehmer und Rentner und noch mehr der Arbeitslosen? Weil erstere der Hegemonialmacht Europas, Deutschland angehören. Zuallererst aber, weil diese mit ihrem erhöhten Konsum – wegen des Rückgangs der Nachfrage im europäischen Süden – die Last der deutschen Produktion zu stemmen haben.

Auf politischer Ebene richtet die bessere Lage der deutschen Arbeitnehmer gegenüber den übrigen Europäern sie leicht gegen die Arbeitnehmer der peripheren Staaten des Südens (ein Stück trockenes Brot mehr für die englischen Arbeiter gestattet der Bourgeoisie, sie leicht gegen ihre irländischen Kollegen zu richten – Irländisches Thema, Karl Marx).

Abgesehen davon wird die Kluft zwischen denen „oben“ und denen „unten“ immer größer, während der Reichtum sich in immer weniger Händen konzentriert. Bereits zu Beginn der Krise, im Jahr 2008, besaßen 50% der ärmsten deutschen Haushalte 1% des nationalen Reichtums, während 10% der reichsten Deutschen entsprechend 53% inne hatten (Eurostat). Heute ist die Konzentration des Reichtums noch größer geworden.

Mit diesem als gegeben wird offensichtlich, dass in Europa ein grundsätzlicher Gegensatz zwischen Norden – Süden und ein Gegensatz im Inneren der verschiedenen Statten zwischen denen „oben“ und denen „unten“ existiert, wobei die Mittelschichten vollständig verraucht sind, während Länder wie Griechenland inzwischen auf das Irland des 19. Jahrhunderts verweisen, also auf die Epoche des großen Hungers.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Gegensätze
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog