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Archiv für die Kategorie ‘Gesundheitswesen’

Alle Überflüssigen mögen sterben – auch in Griechenland

1. August 2012 / Aktualisiert: 20. März 2021 / Aufrufe: 9.807 22 Kommentare

Die radikale Demontage des Gesundheitssystems in Griechenland bestätigt erneut die neoliberale Logik der volkswirtschaftlichen Sanierung zu Lasten der sozial Schwachen.

Es mag schwer zu glauben sein, jedoch ist die Praxis der Modernisierung und der Reformen, welche das neoliberale System (IWF, Weltbank & Co) umsetzt, zynisch simpel: Alle „Überflüssigen“ haben zu sterben.

Etwa so spart der Staat Geld, um es zu den Gläubigern – Zinswucherern zu leiten, etwa so laufen die wirtschaftlichen Ergebnisse ab. Außerdem aus diesem Grund erfolgt der entscheidende Schlag der Reformen, welche der IWF auferlegt, im Bereich der Gesundheit. Dort, auf dem Gesundheitssektor, haben die Interventionen unmittelbare Ergebnisse, da die außerhalb des Schirms eines staatlichen Gesundheitssystems befindlichen Menschen ganz einfach ohne Hilfe sterben.
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Elektrizitätsgesellschaft schaltet Sterbeklinik in Griechenland den Strom ab

20. Juli 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 1.125 3 Kommentare

In Griechenland schaltete die Elektrizitätsgesellschaft einer Sterbeklinik den Strom ab, weil die – zu Unrecht erhobene – Immobilienabgabe von 600 Euro nicht bezahlt wurde.

In eine wirtschaftliche Sackgasse mit unvorhersehbaren Folgen ist die Sterbeklinik im Athener Stadtbezirk Kypseli wegen der Nichtbezahlung der Schulden des Nationalen Trägers für Gesundheitsleistungen (EOPYY) in Höhe von 3 Millionen Euro geführt worden. Dies hat unter anderem zum Ergebnis, dass bei den bettlägerigen Patienten Symptome von Unterernährung und Versorgungslücken bei Basismedikamenten und medizinischem Material verzeichnet werden. Ebenfalls ist das Personal seit März 2012 unbezahlt und, das Schlimmste von allem, die Elektrizitätsgesellschaft Schritt nun zur Unterbrechung der Stromversorgung eines Gebäudes des Asyls.

Wie bei einer Pressekonferenz die Präsidentin der Stiftung, Ioanna Iliadi, am Donnerstagmorgen (19 Juli 2012) beklagte, unterbrach die Öffentliche Elektrizitätsgesellschaft (DEI) die Stromversorgung eines Gebäudes der Sterbeklinik, in dem eine kleine Anzahl greiser Patienten beherbergt wird, wegen der Nichtentrichtung der allgemein „Abzocke“ genannten Immobilien-Sonderabgabe in Höhe von 600 Euro und trotz der Tatsache, dass das Finanzministerium der Leiterin des Asyls in einem Schreiben versichert hatte, die Stiftung sei wegen ihres gemeinnützigen Zwecks von der Sonderabgabe ausgenommen.

(Es sei angemerkt, dass nach einem Sturm der öffentlichen Entrüstung die DEI die Stromversorgung wieder herstellte und den Vorgang unter Berufung auf einen „Fehler“ zu rechtfertigen versuchte: man habe das Asylgebäude für ein Wohnhaus gehalten!)

Patienten sind hilflos dem Gesundheitsträger EOPYY ausgeliefert

Die in der Sterbeklinik in Kypseli behandelten 235 schwerkranken Patienten sind fortan auf Gnade und Ungnade dem EOPYY ausgeliefert„, führte Frau Iliadi an und sprach von Analgesie des EOPYY, da dieser immer noch nicht seine Schulden an die Stiftung für die Behandlungskosten seiner Versicherten entrichtet hat.

Die Sterbeklinik ist eine gemeinnützige karitative Stiftung, die ohne staatliche Zuschüsse mit Mitteln betrieben wird, welche aus der Verwertung ihres Immobilienvermögens und den Schenkungen privater Personen herrühren. Sie erbringt ihre Leistungen an Patienten, welche an ernsten gesundheitlichen Problemen leiden und kontinuierlicher ärztlicher Betreuung bedürfen, da 80% der Fälle bettlägerig sind. Die übrigen Patienten begegnen Mobilitätsproblemen und neurologischen Leiden, welche der erhöhten Betreuung durch spezialisiertes medizinisches und Pflegepersonal benötigen.

Der Zustand unserer Patienten verschlimmert sich von Tag zu Tag, weil es ihnen an Grundnahrungsmitteln mangelt„, führte die Leiterin der medizinischen Dienststelle der Sterbeklinik, Anna Danopoulou, an.

Zahlungsstopp des EOPYY bringt Menschenleben in Gefahr

Wegen dieser Situation stellte die Stiftung dem EOPYY eine außergerichtliche Beschwerde zu, damit der Träger seine Verantwortung gegenüber den Patienten wahrnimmt. Parallel wurden Schreiben an Gesundheitsminister Andreas Lykourentzos, Finanzminister Giannis Stournaras und Arbeitsminister Giannis Vroutsis geschickt, in denen die tragische Lage beschrieben wird, in welche die Stiftung geraten ist. „Unser nächster Schritt wird sein, uns an den zuständigen Staatsanwalt zu wenden, da fortan Menschenleben in Gefahr sind„, erklärte Frau Iliadi.

Auf der anderen Seite wird wegen der Wirtschaftskrise ein Anstieg der Anträge auf Aufnahme neuer Fälle verzeichnet. „Immer mehr Leute stellen Anträge, damit wir die Pflege eines bettlägerigen Mitglieds ihrer Familie übernehmen, weil die wirtschaftliche Möglichkeit zu seiner Pflege zu Hause wie früher nicht mehr existiert. Das Asyl füllt eine wesentliche Lücke, die auf dem öffentlichen Sektor der Fürsorge besteht„, führte Frau Iliadi an, während der Vorsitzende des Berufsverbands der Beschäftigten, Pantelis Xenos, sich auf die übermenschlichen Anstrengungen bezog, welche das seit März 2012 unbezahlte Personal der Einrichtung unternimmt, um das hohe Niveau der Gesundheitsleistungen aufrecht zu erhalten, welche den Patienten des Asyls erbracht werden.

(Quelle: in.gr)

Stunde Null für Sozialversicherungsträger in Griechenland

15. Juli 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 5.618 8 Kommentare

Die finanzielle Situation der Sozialversicherungsträger in Griechenland hat sich dermaßen zugespitzt, dass inzwischen sogar die Rentenzahlungen unmittelbar gefährdet sind.

IKA (Versicherungsträger für Arbeitnehmer)
1,4 Mrd. € erreicht das „schwarzes Loch“ bis Ende des Jahres
450 Mio. € beträgt der Einnahmeverlust je Prozentpunkt der Arbeitslosigkeit
280 Mio. € beträgt der Anstieg der Aufwendungen für 2012
OAEE (Versicherungsträger für Selbständige)
830 Mio. € erreicht das „schwarzes Loch“ bis Ende des Jahres
35% beträgt der Rückgang der gezahlten Beiträge
OGA (Versicherungsträger für Landwirte und Landarbeiter)
36% der Pflichtversicherten zahlen keine Beiträge
Sozialkassen der Staatsbeamten
52.000 Anträge auf Abfindung sind anhängig
2 Mrd. € betragen die Kosten der Abfindungen
EOPYY (Nationaler Träger für Gesundheitsleistungen)
1,4 Mrd. € betragen die aufgelaufenen Schulden der eingegliederten Träger

Laut den detaillierten Daten, welche von dem Panhellenischen Verband der Bediensteten der Träger für Sozialpolitik (POPOKP) präsentiert wurden, befinden sich die griechischen Versicherungsträger im Zustand der Auflösung. Detailliert stellt sich die Situation der Kassen folgendermaßen dar:
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Ärzte kehren Gesundheitssystem in Griechenland den Rücken

25. Juni 2012 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 2.357 8 Kommentare

Da in Griechenland immer weniger private Ärzte mit dem staatlichen Gesundheitssystem kooperieren, müssen gesetzlich Versicherte die Arztkosten zunehmend selbst tragen.

Mit der Hand im Portmonee befinden sich die gesetzlich Versicherten des Nationalen Trägers für Gesundheitsleistungen in Griechenland (EOPYY). Außer ihren Medikamenten sind sie nun immer häufiger aufgefordert, auch das Honorar der Ärzte zu entrichten, welche wegen unbezahlter Vergütungen ihre Verträge mit dem EOPYY kündigen bzw. erst gar keine Zusammenarbeit mit dem Träger eingehen.

Schätzungen zufolge ist das „Reservoir“ der 9,5 Mio. Versicherten zu Diensten stehenden privaten Ärzte von 5.000 auf ungefähr 4.000 geschrumpft, und der Präsident des Panhellenischen Ärzteverbands (PIS) Michalis Vlastarakos vertritt, die Ärzteschaft hege Vorbehalte bezüglich der Zukunft der neuen Gesundheitskasse. Der Ärzteverband hat sogar davor gewarnt, zu Klagen und Sicherungsmaßnahmen nebst Pfändung von Vermögensteilen des Organismus zu schreiten, wenn die mit dem EOPYY liierten Ärzte nicht bezahlt werden.

Diejenigen, die letztendlich sowohl im wörtlichen als auch übertragenen Sinn die Zeche zahlen, sind auch in diesem Fall die Millionen Versicherten, deren Belastungsgrenzen jedes Mal getestet werden, wenn sie in ihrem Gebiet einen Arzt mit einem freien Termin zu finden versuchen. Häufig erinnert dieses Verfahren wegen des Plafonds bei den Arztbesuchen, die pro Arzt wöchentlich nicht mehr als 50 überschreiten dürfen, an eine … unmögliche Mission.
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Gesundheitsträger EOPYY in Griechenland ist zahlungsunfähig

1. Juni 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 760 2 Kommentare

Der nationale Träger für Gesundheitsleistungen in Griechenland vermag nicht einmal den laufenden, geschweige denn den aufgelaufenen Verbindlichkeiten zu entsprechen.

Der neue Nationale Träger für Gesundheitsleistungen (EOPYY) in Griechenland verfügte am vergangenen Dienstag (29 Mai 2012) über Barmittel in Höhe von gerade einmal 5 Millionen Euro, während seine unbeglichenen Verpflichtungen gegenüber Ärzten, Apothekern, Pharma-Unternehmen und privaten Kliniken mehr als 1,5 Milliarden Euro betragen. Dieses Bild, welches den finanziellen Zusammenbruch des EOPYY zeigt, vermittelten der Vorsitzende und die beiden stellvertretenden Vorsitzenden des Trägers den Vertretern der Nea Dimokratia (ND).

Die Geschäftsräume des EOPYY besuchten am Mittwoch die ND-Funktionäre Dimitris Vartzopoulos, Gerasimos Giakoumatos und Manolis Angelakas. „Bis heute ist die Finanzierung des EOPYY problematisch. Die Kassen, welche in den Träger eingegliedert wurden, sind zahlungsunfähig, und die staatlichen Bezuschussung des EOPYY ist um 500 Millionen Euro geringer„, führten die Vertreter des Trägers an.

Laut den Angaben der Verwaltung des EOPYY belaufen sich die bis Ende 2011 aufgelaufenen Schulden der in den EOPYY eingegliederten Kassen auf 3,6 Milliarden Euro. Die derzeitige fatale Situation entstand, nachdem im Rahmen der Vereinbarungen und Auflagen der Troika die Gesundheitszweige der gesetzlichen Versicherungsträger Hals über Kopf in den EOPYY eingegliedert wurden, ohne parallel für eine hinreichende finanzielle Ausstattung des Trägers Vorsorge zu tragen.

Ergänzend sei angemerkt, dass die Apotheken bereits seit Mitte vergangener Woche global keine Kassenrezepte mehr „auf Rechnung“ ausführen und den Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen verschriebene Medikamente nur gegen Barzahlung aushändigen.

(Quelle: in.gr)

Krankenhaus in Griechenland hält Säugling als Pfand zurück

24. Mai 2012 / Aktualisiert: 29. März 2018 / Aufrufe: 1.071 2 Kommentare

In Griechenland sollen wiederholt öffentliche Krankenhäuser die Herausgabe von Babies verweigert haben, um die Begleichung der Entbindungskosten zu erzwingen.

Während sich die Katastrophen-Szenarien für Griechenland fortgesponnen werden, kommt eine Reportage des BBC um Öl in das Feuer zu gießen und auf offenkundigste Weise zu zeigen, dass die Situation in dem Land gefährlich aus dem Ruder gelaufen ist. Laut einer aktuellen Reportage der BBC drohte neulich zum wiederholten Mal eine griechische Entbindungsklinik einer Mutter damit, ihr nicht ihr neugeborenes Kind herauszugeben, wenn sie nicht die Entbindungskosten bezahlen würde!

Vor wenigen Tagen begab sich „Anna“ (dies ist nicht ihr wirklicher Name) in ein Krankenhaus, wo sie per Kaiserschnitt entbunden wurde. Die Kosten des Eingriffs beliefen sich auf 1.200 Euro. Als die Mutter meinte, den Betrag nicht zahlen zu können, „bedrohten“ sie die Verantwortlichen des Krankenhauses, ihr das Baby bis zur Begleichung des gesamten Betrags nicht herausgeben zu werden. „Die Mutter war in der selben Lage wie derzeit tausende Menschen in Griechenland, die entweder arbeitslos oder ohne Versicherung beschäftigt sind. Der griechische Staat gewährt eine Krankenhausbehandlung nur Versicherten„, führt die Reportage an.

„Anna“ erhielt ihr Kind schließlich dank einer Ärztin, die mit dem Direktor des Krankenhauses telefonierte und ihn dazu brachte, das Kind herauszugeben. Die Ärztin meinte jedenfalls, dass an dieser Lage nicht die Krankenhäuser schuld seien, sondern der Staat dafür verantwortlich sei, der keine Vorsorge für die Millionen Menschen getroffen habe, die arbeitslos und folglich ohne Versicherung sind.

„Anna“ lebt in einer Baracke im Bezirk Loutsa. Trotz ihres äußerst spärlichen Einkommens musste sie sich gegenüber dem Krankenhaus verpflichten, die Kosten der Entbindung in Raten abzustottern! Laut vielen Ärzten ist „Anna“ nicht die erste Mutter, die mit der Drohung konfrontiert wurde, ihr neugeborenes Baby erst nach Begleichung der Entbindungskosten ausgehändigt zu bekommen. Ebenfalls gelangten in letzter Zeit Fälle an das Licht der Öffentlichkeit, in denen öffentliche Krankenhäuser mittellosen hochschwangeren Frauen die Aufnahme kurzerhand verweigerten.

(Quellen: Proto Thema, Greek hospitals tighten payment rules)

Versicherte in Griechenland ohne Medikamente

17. Mai 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 371 Kommentare ausgeschaltet

Den Versicherten aller in den neuen Gesundheitsträger eingegliederter gesetzlicher Krankenkassen in Griechenland droht die Gefahr, ohne Medikamente zu bleiben

Der Panhellenische Pharma-Verband (in dem die Berufsverbände der Apotheker in Griechenland organisiert sind) gab bekannt, ab dem 23 Mai 2012 die Ausführung von Kassenrezepten auf Rechnung des neuen einheitlichen Nationalen Trägers für Gesundheitsleistungen (EOPYY) einzustellen, da sich laut dem Verband die kumulierten Verbindlichkeiten an die Apotheken auf insgesamt 540.000 Euro belaufen.

Für den selben Tag (Mittwoch, 23/05/2012) ist sind ein 24-stündiger panhellenischer Streik und eine Protestkundgebung der Apotheker geplant. Die Apotheker fordern die umgehende Begleichung der Schulden des EOPYY und verlangen parallel auch eine „mutige“ Verlängerung der Zahlungsziele von Seite der Pharma-Industrie.

Schließlich charakterisieren die Apotheker das Thema der ausreichenden Finanzierung des EOPYY als höchstwichtig und fordern alle Parteien auf, eine konkrete Position zu beziehen (siehe auch Gesundheitsträger EOPYY in Griechenland versinkt in Schulden).

(Quelle: Zougla.gr)

Krankenhaus auf Lesbos in Griechenland kappt Verpflegung

16. Mai 2012 / Aktualisiert: 03. April 2014 / Aufrufe: 1.421 1 Kommentar

Das öffentliche Krankenhaus in Mytilini auf der Insel Lesbos in Griechenland strich wegen Geldmangels sogar den Joghurt vom Speiseplan der Patienten.

Unglaublich, aber wahr: Im öffentlichen Krankenhaus der Stadt Mytilini (Mytilene) auf der Insel Lesbos bekommen wegen Geldmangels die Patienten keinen Joghurt mehr zu essen!

Angesichts der leeren Kassen des Krankenhauses und der Tatsache, dass die lokalen Lieferanten, denen bereits beachtliche Beträge geschuldet werden, die Einrichtung nicht mehr zu beliefern vermögen, verlangte Dimitris Katsifarakis, Leiter des „Vostanio“-Krankenhauses in Mytilini, von den Ärzten und dem gesamten Personal „blutige“ Einsparungen auf allen Bereichen. In der Erkenntnis, nicht einmal mehr die einfachste und gesundeste Nahrung, nämlich Joghurt für die Patienten bestellen zu können, beschloss er, die Verpflegung der Kranken einzustellen!

Wie Dimitris Katsifakis erklärte, weist das Krankenhaus regulär einen Betriebsüberschuss von ungefähr 5 Millionen Euro aus. Dieses Geld befindet sich jedoch leider in anderen Händen bzw. wird von den Krankenkassen geschuldet, und auch das Gesundheitsministerium vermag den finanziellen Bedürfnisse des Krankenhauses von Mytilene nicht zu entsprechen.

(Quelle: LesvosNews.gr)

Versorgungsprobleme bei Krebsmedikamenten in Griechenland

13. Mai 2012 / Aufrufe: 632 1 Kommentar

In Griechenland erlag ein Krebspatient seiner Krankheit, die Genehmigung seiner dringend benötigten Medikamente wird jedoch 40 Tage nach seinem Tod immer noch bearbeitet.

Eine unglaubliche Geschichte, die zum wiederholten Mal die Analgesie der Gesundheits- und Behandlungsmechanismen gegenüber unmittelbare Hilfe bedürfenden Patienten aufzeigt, stellt jene eines 60-jährigen Krebspatienten aus dem Gebiet bei Pyrgos in Griechenland dar, der vor 40 Tagen verstarb, während bei dem neuen Nationalen Träger für Gesundheitsleistungen (EOPYY) immer noch die Genehmigung seiner Medikamente anhängig ist.

Das „Abenteuer“ des 60-Jährigen begann, als sein Versicherungsträger TEWE in den EOPYY eingegliedert wurde. Vorher erhielt er seine kostspieligen Medikamente zur Behandlung der Krebserkrankung ganz normal mit seinem Versicherungsheft. Mit der Zusammenlegung der Kassen Anfang 2012 wurde jedoch von ihm verlangt, die erste und letzte Biopsie beizubringen. Der Patient reichte die Befunde umgehend ein, woraufhin ihm von den Sachbearbeitern des EOPYY beschieden wurde, er müsse von dem „Rezept-Ausschuss“ untersucht werden, um die benötigten Medikamente zu erhalten.

Der Mann erklärte betroffen, dann eben den Bescheid abwarten zu werden. Seine Krankheit verschlimmerte sich jedoch und vor 40 Tagen schied er aus dem Leben, ohne bis dahin benachrichtigt worden zu sein, wann er vor dem Ausschuss erscheinen soll, um die teuren Medikamente bewilligt zu bekommen, die er sich auf eigene Kosten nicht leisten konnte.

Gewisse Spezialisten, denen der Fall bekannt ist, erachten, dass der Zeitraum, über den der Patient ohne Medikamente blieb, für sein Leben entscheidend war. Wegen der Art der Krankheit kann natürlich niemand vorwegnehmen, was geschehen wäre, wenn der Patient die Medikamente erhalten hätte. Jedenfalls verwehrte der empfindungslose harte Bürokratie-Staat einem Menschen das Recht auf die Hoffnung, mit seiner Krankheit zu ringen und sein Leben zu verlängern.

Es sei angemerkt, dass in Griechenland im staatlichen Gesundheitssystem speziell bei teuren Krebsmedikamenten seit etlichen Monaten enorme Versorgungsschwierigkeiten bestehen, da Kassenrezepte für diese Medikamente im Rahmen der Bekämpfung missbräuchlicher Verschreibungen nur von Krankenhaus-Apotheken ausgeführt werden dürfen, die jedoch wegen ungeheurer finanzieller Probleme die Medikamente häufig nicht bereitstellen können.

(Quelle: Newsbeast.gr)

HIV-positive Prostituierte in Griechenland inhaftiert

6. Mai 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 1.281 3 Kommentare

In Griechenland wurden weitere 16 mit AIDS infizierte Prostituierte in Untersuchungshaft genommen und trotz aller Proteste mit Foto und Daten in den Medien angeprangert.

Nach der Ende April 2012 gerichtlich verfügten Inhaftierung einer HIV-positiven russischen Prostituierten wurden in Athen während der vergangenen Tage – also bezeichnenderweise kurz vor den anstehenden Parlamentswahlen am 06 Mai 2012 … – weitere 16 mit AIDS infizierte Prostituierte aufgegriffen und nach ihren Vernehmungen vor verschiedenen Untersuchungsrichtern unter der Anklage der beabsichtigten, versuchten und vollendeten schweren Körperverletzung in Untersuchungshaft genommen.

Gegen eine andere Prostituierte, die sich nach einer Gesundheitskontrolle ebenfalls als HIV-positiv erwies, wurde ein Schnellgerichtsverfahren wegen beabsichtigter schwerer Körperverletzung zu Lasten einer unbekannten Anzahl von Personen eingeleitet. Von Seite der Polizei wurden wie auch in allen vorherigen Fällen das Foto und die persönlichen Daten der Frau publiziert.

Vor den Gerichtsgebäuden versammelten sich ungefähr einhundert Menschen, die gegen die – im übrigen heftig umstrittene – Veröffentlichung der Fotos und persönlichen Daten der verhafteten Frauen protestierten. Es sei angemerkt, dass die Mehrzahl der inhaftierten HIV-positiven Prostituierten griechischer Staatsangehörigkeit sind.

(Quelle: in.gr)