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Archiv für die Kategorie ‘Gesundheitswesen’

Ärzte warnen vor humanitärer Krise in Griechenland

6. August 2012 / Aufrufe: 507 Kommentare ausgeschaltet

Die Ärztekammer Athen warnt, dass weitere horizontale Kürzungen im Gesundheitswesen in Griechenland in eine humanitäre Krise und gesellschaftliche Explosion führen werden.

Die Ärztekammer Athen schlägt Alarm wegen der Lage, die auf dem Sektor der Gesundheit herrscht, und warnt, dass die von der Troika verlangten weiteren Kürzungen horizontalen Charakters eine gesellschaftliche Explosion und humanitäre Krise verursachen werden.

Anlässlich der Publikationen, laut denen auf Anweisung der Troikaner Kürzungen von insgesamt 2 Milliarden Euro im Gesundheitswesen und mehr als 800 Millionen Euro bei dem EOPYY erfolgen sollen, erklären wir als Ärztekammer von Athen, dass die Umsetzung einer solchen Maßnahme die wissenschaftlichen Kriterien für den Raum der Gesundheit überschreitet, die Abschaffung tausender Arbeitsplätze in der Gesundheit Tätiger und die Abwertung der Gesundheit auf allen Stufen der Versorgung bedeuten würde und die Bürger gezwungen werden, für ihre Gesundheit tief in die Tasche zu greifen, sofern sie es sich leisten könne, während die Unvermögenden der Gnade Gottes überlassen bleiben„, führen die Ärzte in ihrer Bekanntmachung an.

Die Ärzte betonen sogar, dass sie sich einer solchen Entwicklung entgegen stellen werden und „es eine Allianz tausender Gesundheitswissenschaftler aus ganz Europa geben werde, damit eine „Gesundheits-Charta des europäischen Bürgers“ geschaffen wird, die den Regierungen der europäischen Ländern die Gewährleistung der elementaren medizinischen Versorgung vorschlagen und von diesen einfordern wird, gleichberechtigt für alle Mitglieder Europas und unabhängig davon, ob das jeweilige Land sich in einer wirtschaftlichen Krise befindet oder nicht„.

Sie merken ebenfalls an, dass diejenigen, die derzeit das Schicksal der Gesundheit des griechischen Volkes handhaben, die kostenlose Behandlung für alle Kleinrentner, Niedrigverdiener und unversicherten und arbeitslosen Bürger sicherstellen müssen. „Geschieht etwas derartiges nicht, wird sich die vorgezeichnete humanitäre Krise mathematisch in eine gesellschaftliche Explosion verwandeln, mit unvorhersehbaren Folgen auf griechischem und europäischem Niveau.

(Quelle: in.gr)

Neue Abzocke im Gesundheitssystem in Griechenland

4. August 2012 / Aufrufe: 600 1 Kommentar

In Griechenland steht eine drastischer Erhöhung der Gebühren für telefonische Vereinbarung eines Termins bei Ärzten des staatlichen Gesundheitssystems an.

Ab dem 06 August 2012 soll in Griechenland die landesweite Rufnummer 184 abgeschaltet werden, die bisher die Versicherten des Nationalen Trägers für Gesundheitsleistungen (EOPYY) anrufen mussten, um Arzttermine zu vereinbaren. An Stelle der alten Rufnummer treten fortan die Rufnummern 14884 und 14900.

Wie die Vertreter der Ärztekammer Athen (ISA) monieren, werden sich damit jedoch für die Versicherten die Kosten für jeden Anruf signifikant erhöhen. Während bisher jeder Anruf – der im übrigen vollautomatisierten Telefonzentrale – mit einer (1) Ortsgesprächsgebühreneinheit (derzeit 0,03 Euro) zu Buche schlug, werden für den Erhalt eines Arzttermins fortan je Anruf 0,99 Euro über die Nummer 14884 und 1,08 Euro über die Nummer 14900 fällig, sofern der Anruf über das Festnetz erfolgt. Wird der Anruf dagegen über ein Mobilnetz getätigt, beträgt die Gebühr 1,18 Euro / Minute.

Der Präsident der ISA, Giorgos Patoulis, und der Generalsekretär Stathis Tsoukalos erachten es unter den derzeitigen schwierigen Umständen für die Versicherten als unmöglich, solche Beschlüsse durchzusetzen. „Es kann nicht angehen, bis um das 40-fache die Gebühren für den Versicherten zu erhöhen, um einen Termin beim Arzt zu erhalten. Es ist nicht statthaft, die Versicherten zu zwingen, ein weiteres Mal tief in die Tasche greifen zu müssen. Bedenken sie die Belastung, die sie mit ihrem Beschluss den Versicherten verursachen, die gezwungen sind, vielfache Anrufe zu tätigen um verschiedene Termine zu bekommen„, betonen sie in einem Schreiben an den Präsidenten des EOPYY, Gerasimos Voudouris.

Die Vertreter der ISA fordern den Präsidenten des EOPYY auf, „… nicht zur Realisierung eines Beschlusses zu schreiten, der sogar die Vereinbarung eines Arzttermins zu einer teuren Sache macht„.

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass infolge der Proteste der Präsident des EOPYY inzwischen eine Neuverhandlung der Konditionen mit den Betreibern der Servicenummern in der Hoffnung angekündigt hat, niedrigere Gebühren zu erreichen.

(Quelle: in.gr, in.gr)

Alle Überflüssigen mögen sterben – auch in Griechenland

1. August 2012 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 9.608 22 Kommentare

Die radikale Demontage des Gesundheitssystems in Griechenland bestätigt erneut die neoliberale Logik der volkswirtschaftlichen Sanierung zu Lasten der sozial Schwachen.

Es mag schwer zu glauben sein, jedoch ist die Praxis der Modernisierung und der Reformen, welche das neoliberale System (IWF, Weltbank & Co) umsetzt, zynisch simpel: Alle „Überflüssigen“ haben zu sterben.

Etwa so spart der Staat Geld, um es zu den Gläubigern – Zinswucherern zu leiten, etwa so laufen die wirtschaftlichen Ergebnisse ab. Außerdem aus diesem Grund erfolgt der entscheidende Schlag der Reformen, welche der IWF auferlegt, im Bereich der Gesundheit. Dort, auf dem Gesundheitssektor, haben die Interventionen unmittelbare Ergebnisse, da die außerhalb des Schirms eines staatlichen Gesundheitssystems befindlichen Menschen ganz einfach ohne Hilfe sterben.
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Elektrizitätsgesellschaft schaltet Sterbeklinik in Griechenland den Strom ab

20. Juli 2012 / Aufrufe: 1.079 3 Kommentare

In Griechenland schaltete die Elektrizitätsgesellschaft einer Sterbeklinik den Strom ab, weil die – zu Unrecht erhobene – Immobilienabgabe von 600 Euro nicht bezahlt wurde.

In eine wirtschaftliche Sackgasse mit unvorhersehbaren Folgen ist die Sterbeklinik im Athener Stadtbezirk Kypseli wegen der Nichtbezahlung der Schulden des Nationalen Trägers für Gesundheitsleistungen (EOPYY) in Höhe von 3 Millionen Euro geführt worden. Dies hat unter anderem zum Ergebnis, dass bei den bettlägerigen Patienten Symptome von Unterernährung und Versorgungslücken bei Basismedikamenten und medizinischem Material verzeichnet werden. Ebenfalls ist das Personal seit März 2012 unbezahlt und, das Schlimmste von allem, die Elektrizitätsgesellschaft Schritt nun zur Unterbrechung der Stromversorgung eines Gebäudes des Asyls.

Wie bei einer Pressekonferenz die Präsidentin der Stiftung, Ioanna Iliadi, am Donnerstagmorgen (19 Juli 2012) beklagte, unterbrach die Öffentliche Elektrizitätsgesellschaft (DEI) die Stromversorgung eines Gebäudes der Sterbeklinik, in dem eine kleine Anzahl greiser Patienten beherbergt wird, wegen der Nichtentrichtung der allgemein „Abzocke“ genannten Immobilien-Sonderabgabe in Höhe von 600 Euro und trotz der Tatsache, dass das Finanzministerium der Leiterin des Asyls in einem Schreiben versichert hatte, die Stiftung sei wegen ihres gemeinnützigen Zwecks von der Sonderabgabe ausgenommen.

(Es sei angemerkt, dass nach einem Sturm der öffentlichen Entrüstung die DEI die Stromversorgung wieder herstellte und den Vorgang unter Berufung auf einen „Fehler“ zu rechtfertigen versuchte: man habe das Asylgebäude für ein Wohnhaus gehalten!)

Patienten sind hilflos dem Gesundheitsträger EOPYY ausgeliefert

Die in der Sterbeklinik in Kypseli behandelten 235 schwerkranken Patienten sind fortan auf Gnade und Ungnade dem EOPYY ausgeliefert„, führte Frau Iliadi an und sprach von Analgesie des EOPYY, da dieser immer noch nicht seine Schulden an die Stiftung für die Behandlungskosten seiner Versicherten entrichtet hat.

Die Sterbeklinik ist eine gemeinnützige karitative Stiftung, die ohne staatliche Zuschüsse mit Mitteln betrieben wird, welche aus der Verwertung ihres Immobilienvermögens und den Schenkungen privater Personen herrühren. Sie erbringt ihre Leistungen an Patienten, welche an ernsten gesundheitlichen Problemen leiden und kontinuierlicher ärztlicher Betreuung bedürfen, da 80% der Fälle bettlägerig sind. Die übrigen Patienten begegnen Mobilitätsproblemen und neurologischen Leiden, welche der erhöhten Betreuung durch spezialisiertes medizinisches und Pflegepersonal benötigen.

Der Zustand unserer Patienten verschlimmert sich von Tag zu Tag, weil es ihnen an Grundnahrungsmitteln mangelt„, führte die Leiterin der medizinischen Dienststelle der Sterbeklinik, Anna Danopoulou, an.

Zahlungsstopp des EOPYY bringt Menschenleben in Gefahr

Wegen dieser Situation stellte die Stiftung dem EOPYY eine außergerichtliche Beschwerde zu, damit der Träger seine Verantwortung gegenüber den Patienten wahrnimmt. Parallel wurden Schreiben an Gesundheitsminister Andreas Lykourentzos, Finanzminister Giannis Stournaras und Arbeitsminister Giannis Vroutsis geschickt, in denen die tragische Lage beschrieben wird, in welche die Stiftung geraten ist. „Unser nächster Schritt wird sein, uns an den zuständigen Staatsanwalt zu wenden, da fortan Menschenleben in Gefahr sind„, erklärte Frau Iliadi.

Auf der anderen Seite wird wegen der Wirtschaftskrise ein Anstieg der Anträge auf Aufnahme neuer Fälle verzeichnet. „Immer mehr Leute stellen Anträge, damit wir die Pflege eines bettlägerigen Mitglieds ihrer Familie übernehmen, weil die wirtschaftliche Möglichkeit zu seiner Pflege zu Hause wie früher nicht mehr existiert. Das Asyl füllt eine wesentliche Lücke, die auf dem öffentlichen Sektor der Fürsorge besteht„, führte Frau Iliadi an, während der Vorsitzende des Berufsverbands der Beschäftigten, Pantelis Xenos, sich auf die übermenschlichen Anstrengungen bezog, welche das seit März 2012 unbezahlte Personal der Einrichtung unternimmt, um das hohe Niveau der Gesundheitsleistungen aufrecht zu erhalten, welche den Patienten des Asyls erbracht werden.

(Quelle: in.gr)

Stunde Null für Sozialversicherungsträger in Griechenland

15. Juli 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 5.560 8 Kommentare

Die finanzielle Situation der Sozialversicherungsträger in Griechenland hat sich dermaßen zugespitzt, dass inzwischen sogar die Rentenzahlungen unmittelbar gefährdet sind.

IKA (Versicherungsträger für Arbeitnehmer)
1,4 Mrd. € erreicht das „schwarzes Loch“ bis Ende des Jahres
450 Mio. € beträgt der Einnahmeverlust je Prozentpunkt der Arbeitslosigkeit
280 Mio. € beträgt der Anstieg der Aufwendungen für 2012
OAEE (Versicherungsträger für Selbständige)
830 Mio. € erreicht das „schwarzes Loch“ bis Ende des Jahres
35% beträgt der Rückgang der gezahlten Beiträge
OGA (Versicherungsträger für Landwirte und Landarbeiter)
36% der Pflichtversicherten zahlen keine Beiträge
Sozialkassen der Staatsbeamten
52.000 Anträge auf Abfindung sind anhängig
2 Mrd. € betragen die Kosten der Abfindungen
EOPYY (Nationaler Träger für Gesundheitsleistungen)
1,4 Mrd. € betragen die aufgelaufenen Schulden der eingegliederten Träger

Laut den detaillierten Daten, welche von dem Panhellenischen Verband der Bediensteten der Träger für Sozialpolitik (POPOKP) präsentiert wurden, befinden sich die griechischen Versicherungsträger im Zustand der Auflösung. Detailliert stellt sich die Situation der Kassen folgendermaßen dar:
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Ärzte kehren Gesundheitssystem in Griechenland den Rücken

25. Juni 2012 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 2.249 8 Kommentare

Da in Griechenland immer weniger private Ärzte mit dem staatlichen Gesundheitssystem kooperieren, müssen gesetzlich Versicherte die Arztkosten zunehmend selbst tragen.

Mit der Hand im Portmonee befinden sich die gesetzlich Versicherten des Nationalen Trägers für Gesundheitsleistungen in Griechenland (EOPYY). Außer ihren Medikamenten sind sie nun immer häufiger aufgefordert, auch das Honorar der Ärzte zu entrichten, welche wegen unbezahlter Vergütungen ihre Verträge mit dem EOPYY kündigen bzw. erst gar keine Zusammenarbeit mit dem Träger eingehen.

Schätzungen zufolge ist das „Reservoir“ der 9,5 Mio. Versicherten zu Diensten stehenden privaten Ärzte von 5.000 auf ungefähr 4.000 geschrumpft, und der Präsident des Panhellenischen Ärzteverbands (PIS) Michalis Vlastarakos vertritt, die Ärzteschaft hege Vorbehalte bezüglich der Zukunft der neuen Gesundheitskasse. Der Ärzteverband hat sogar davor gewarnt, zu Klagen und Sicherungsmaßnahmen nebst Pfändung von Vermögensteilen des Organismus zu schreiten, wenn die mit dem EOPYY liierten Ärzte nicht bezahlt werden.

Diejenigen, die letztendlich sowohl im wörtlichen als auch übertragenen Sinn die Zeche zahlen, sind auch in diesem Fall die Millionen Versicherten, deren Belastungsgrenzen jedes Mal getestet werden, wenn sie in ihrem Gebiet einen Arzt mit einem freien Termin zu finden versuchen. Häufig erinnert dieses Verfahren wegen des Plafonds bei den Arztbesuchen, die pro Arzt wöchentlich nicht mehr als 50 überschreiten dürfen, an eine … unmögliche Mission.
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Gesundheitsträger EOPYY in Griechenland ist zahlungsunfähig

1. Juni 2012 / Aufrufe: 734 2 Kommentare

Der nationale Träger für Gesundheitsleistungen in Griechenland vermag nicht einmal den laufenden, geschweige denn den aufgelaufenen Verbindlichkeiten zu entsprechen.

Der neue Nationale Träger für Gesundheitsleistungen (EOPYY) in Griechenland verfügte am vergangenen Dienstag (29 Mai 2012) über Barmittel in Höhe von gerade einmal 5 Millionen Euro, während seine unbeglichenen Verpflichtungen gegenüber Ärzten, Apothekern, Pharma-Unternehmen und privaten Kliniken mehr als 1,5 Milliarden Euro betragen. Dieses Bild, welches den finanziellen Zusammenbruch des EOPYY zeigt, vermittelten der Vorsitzende und die beiden stellvertretenden Vorsitzenden des Trägers den Vertretern der Nea Dimokratia (ND).

Die Geschäftsräume des EOPYY besuchten am Mittwoch die ND-Funktionäre Dimitris Vartzopoulos, Gerasimos Giakoumatos und Manolis Angelakas. „Bis heute ist die Finanzierung des EOPYY problematisch. Die Kassen, welche in den Träger eingegliedert wurden, sind zahlungsunfähig, und die staatlichen Bezuschussung des EOPYY ist um 500 Millionen Euro geringer„, führten die Vertreter des Trägers an.

Laut den Angaben der Verwaltung des EOPYY belaufen sich die bis Ende 2011 aufgelaufenen Schulden der in den EOPYY eingegliederten Kassen auf 3,6 Milliarden Euro. Die derzeitige fatale Situation entstand, nachdem im Rahmen der Vereinbarungen und Auflagen der Troika die Gesundheitszweige der gesetzlichen Versicherungsträger Hals über Kopf in den EOPYY eingegliedert wurden, ohne parallel für eine hinreichende finanzielle Ausstattung des Trägers Vorsorge zu tragen.

Ergänzend sei angemerkt, dass die Apotheken bereits seit Mitte vergangener Woche global keine Kassenrezepte mehr „auf Rechnung“ ausführen und den Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen verschriebene Medikamente nur gegen Barzahlung aushändigen.

(Quelle: in.gr)

Krankenhaus in Griechenland hält Säugling als Pfand zurück

24. Mai 2012 / Aktualisiert: 29. März 2018 / Aufrufe: 935 2 Kommentare

In Griechenland sollen wiederholt öffentliche Krankenhäuser die Herausgabe von Babies verweigert haben, um die Begleichung der Entbindungskosten zu erzwingen.

Während sich die Katastrophen-Szenarien für Griechenland fortgesponnen werden, kommt eine Reportage des BBC um Öl in das Feuer zu gießen und auf offenkundigste Weise zu zeigen, dass die Situation in dem Land gefährlich aus dem Ruder gelaufen ist. Laut einer aktuellen Reportage der BBC drohte neulich zum wiederholten Mal eine griechische Entbindungsklinik einer Mutter damit, ihr nicht ihr neugeborenes Kind herauszugeben, wenn sie nicht die Entbindungskosten bezahlen würde!

Vor wenigen Tagen begab sich „Anna“ (dies ist nicht ihr wirklicher Name) in ein Krankenhaus, wo sie per Kaiserschnitt entbunden wurde. Die Kosten des Eingriffs beliefen sich auf 1.200 Euro. Als die Mutter meinte, den Betrag nicht zahlen zu können, „bedrohten“ sie die Verantwortlichen des Krankenhauses, ihr das Baby bis zur Begleichung des gesamten Betrags nicht herausgeben zu werden. „Die Mutter war in der selben Lage wie derzeit tausende Menschen in Griechenland, die entweder arbeitslos oder ohne Versicherung beschäftigt sind. Der griechische Staat gewährt eine Krankenhausbehandlung nur Versicherten„, führt die Reportage an.

„Anna“ erhielt ihr Kind schließlich dank einer Ärztin, die mit dem Direktor des Krankenhauses telefonierte und ihn dazu brachte, das Kind herauszugeben. Die Ärztin meinte jedenfalls, dass an dieser Lage nicht die Krankenhäuser schuld seien, sondern der Staat dafür verantwortlich sei, der keine Vorsorge für die Millionen Menschen getroffen habe, die arbeitslos und folglich ohne Versicherung sind.

„Anna“ lebt in einer Baracke im Bezirk Loutsa. Trotz ihres äußerst spärlichen Einkommens musste sie sich gegenüber dem Krankenhaus verpflichten, die Kosten der Entbindung in Raten abzustottern! Laut vielen Ärzten ist „Anna“ nicht die erste Mutter, die mit der Drohung konfrontiert wurde, ihr neugeborenes Baby erst nach Begleichung der Entbindungskosten ausgehändigt zu bekommen. Ebenfalls gelangten in letzter Zeit Fälle an das Licht der Öffentlichkeit, in denen öffentliche Krankenhäuser mittellosen hochschwangeren Frauen die Aufnahme kurzerhand verweigerten.

(Quellen: Proto Thema, Greek hospitals tighten payment rules)

Versicherte in Griechenland ohne Medikamente

17. Mai 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 355 Kommentare ausgeschaltet

Den Versicherten aller in den neuen Gesundheitsträger eingegliederter gesetzlicher Krankenkassen in Griechenland droht die Gefahr, ohne Medikamente zu bleiben

Der Panhellenische Pharma-Verband (in dem die Berufsverbände der Apotheker in Griechenland organisiert sind) gab bekannt, ab dem 23 Mai 2012 die Ausführung von Kassenrezepten auf Rechnung des neuen einheitlichen Nationalen Trägers für Gesundheitsleistungen (EOPYY) einzustellen, da sich laut dem Verband die kumulierten Verbindlichkeiten an die Apotheken auf insgesamt 540.000 Euro belaufen.

Für den selben Tag (Mittwoch, 23/05/2012) ist sind ein 24-stündiger panhellenischer Streik und eine Protestkundgebung der Apotheker geplant. Die Apotheker fordern die umgehende Begleichung der Schulden des EOPYY und verlangen parallel auch eine „mutige“ Verlängerung der Zahlungsziele von Seite der Pharma-Industrie.

Schließlich charakterisieren die Apotheker das Thema der ausreichenden Finanzierung des EOPYY als höchstwichtig und fordern alle Parteien auf, eine konkrete Position zu beziehen (siehe auch Gesundheitsträger EOPYY in Griechenland versinkt in Schulden).

(Quelle: Zougla.gr)

Krankenhaus auf Lesbos in Griechenland kappt Verpflegung

16. Mai 2012 / Aktualisiert: 03. April 2014 / Aufrufe: 1.238 1 Kommentar

Das öffentliche Krankenhaus in Mytilini auf der Insel Lesbos in Griechenland strich wegen Geldmangels sogar den Joghurt vom Speiseplan der Patienten.

Unglaublich, aber wahr: Im öffentlichen Krankenhaus der Stadt Mytilini (Mytilene) auf der Insel Lesbos bekommen wegen Geldmangels die Patienten keinen Joghurt mehr zu essen!

Angesichts der leeren Kassen des Krankenhauses und der Tatsache, dass die lokalen Lieferanten, denen bereits beachtliche Beträge geschuldet werden, die Einrichtung nicht mehr zu beliefern vermögen, verlangte Dimitris Katsifarakis, Leiter des „Vostanio“-Krankenhauses in Mytilini, von den Ärzten und dem gesamten Personal „blutige“ Einsparungen auf allen Bereichen. In der Erkenntnis, nicht einmal mehr die einfachste und gesundeste Nahrung, nämlich Joghurt für die Patienten bestellen zu können, beschloss er, die Verpflegung der Kranken einzustellen!

Wie Dimitris Katsifakis erklärte, weist das Krankenhaus regulär einen Betriebsüberschuss von ungefähr 5 Millionen Euro aus. Dieses Geld befindet sich jedoch leider in anderen Händen bzw. wird von den Krankenkassen geschuldet, und auch das Gesundheitsministerium vermag den finanziellen Bedürfnisse des Krankenhauses von Mytilene nicht zu entsprechen.

(Quelle: LesvosNews.gr)