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Archiv für die Kategorie ‘Gesundheitswesen’

Griechenland muss Krankenhausgebühr einführen

8. November 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 1.015 4 Kommentare

Die Bestimmungen des neuen Memorandums sehen die Erhebung einer Gebühr in Höhe von 25 Euro für die Einweisung in ein öffentlichen Krankenhauses in Griechenland vor.

In dem Tsunami der Kürzungen, welche das neue Memorandum vorsieht, sind auch zwei neue Abzocken der Versicherten enthalten, jedoch mit Wirkung ab dem 01/01/2014. Ab diesem Datum „wird die von Seite der Patienten zu Gunsten des EOPYY erfolgende Zahlung des Betrags von einem Euro für jedes von dem jeweiligen Apotheker ausgeführte Rezept sowie auch die Entrichtung des Betrags von 25 Euro für die Einweisung und Behandlung in einem Krankenhaus des nationalen Gesundheitssystems (ESY) festgesetzt„.

Diese Maßnahme rief heftige Gegenreaktionen hervor, wobei die Ärztekammer von Scham und Schande spricht und die Beschuldigung erhebt, die Versicherten würden wie „finanzielle Lasttiere“ behandelt. „Die Versicherten werden bestraft, indem sie jedes Mal, wo sie ein Medikament erhalten oder in einem öffentlichen Krankenhaus behandelt werden, in die Tasche greifen„, führt die Ärztekammer Athen (ISA) in eine Bekanntmachung an.
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Immer mehr Griechen ohne Krankenversicherung

6. November 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 1.395 Kommentare ausgeschaltet

Das Gesundheitsministerium in Griechenland verzeichnet eine beunruhigende Zunahme der Anzahl der Bürger, die keinen Krankenversicherungsschutz haben.

Den steilen Anstieg der Anzahl nicht krankenversicherter Bürger bestätigen die Daten, welche der Gesundheitsminister Andreas Lykourentzos in Beantwortung einer Anfrage des unabhängigen Abgeordneten Nikos Nikolopoulos an das Parlament übermittelte.

Spezieller beliefen sich im Jahr 2010 die Aufwendungen für Patienten mit einem speziellen Krankenheft für Unversicherte auf 72.350.012 Euro für die griechischen Bürger und auf 16.365.952,75 Euro für die Ausländer. Im Jahr 2011 erreichte die selbe Aufwendung für die griechischen Bürger den Betrag von 79.750.836 Euro und für die Ausländer den Betrag von 4.969.610 Euro, während die entsprechende Aufwendung für das Jahr 2012 beunruhigende Ausmaße anzunehmen scheint, da sich allein für das erste Halbjahr die Aufwendung für die griechischen Bürger auf 45.413.417 Euro und für die Ausländer auf 2.856.233,80 Euro beläuft.

Zu dem ab 2011 verzeichneten signifikanten „Knick“ bei den Aufwendungen für nicht krankenversicherte Ausländer ist anzumerken, dass diesen durch einschlägige Regelungen (die im übrigen gleichermaßen die griechischen Bürger betreffen) wie speziell auch den nachstehend angeführten Runderlass der Zugang zu Leistungen des öffentlichen Gesundheitssystems erschwert bzw. verwehrt wird.
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Merck verhängt Lieferstopp gegen Krankenhäuser in Griechenland

5. November 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 710 1 Kommentar

Der deutsche Pharma-und Chemiekonzern Merck stellt die Belieferung der öffentlichen Krankenhäuser in Griechenland mit dem Krebsmedikament Erbitux ein.

Wie der Finanzchef der Gesellschaft, Matthias Zachert, gegenüber der „Börden-Zeitung“ erklärte, beliefert Merck die staatlichen Krankenhäuser in Griechenland aus finanziellen Gründen nicht mehr mit dem Krebsmedikament Erbitux.

Matthias Zachert spricht von „vielen Schwierigkeiten“, denen er in Griechenland begegnete, und stellt klar, dass das Präparat auf dem griechischen Markt weiterhin über private Apotheken erhältlich sein wird.

Wie zahlreiche andere Pharma-Unternehmen war auch Merck von dem „Schnitt“ der griechischen Staatsanleihen betroffen, welche die Firmen mehr oder weniger zwangsweise zur Begleichung anhängiger Verbindlichkeiten akzeptieren mussten.

(Quellen: in.gr, Reuters)

Tollwut-Impfung der Haustiere in Griechenland empfohlen

3. November 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 1.662 Kommentare ausgeschaltet

Anlässlich des seit 1987 ersten offiziell verzeichneten Falls von Tollwut in Griechenland empfehlen Experten die Impfung der Haustiere und streunenden Tiere.

„Nein“ zur Panik, „Ja“ zur Informierung und zur Impfung aller Haustiere und streunenden Tiere empfehlen Wissenschaftsexperten anlässlich des Wiederauftretens des Tollwut-Virus in Griechenland nach 25 Jahren, da der letzte Fall im Jahr 1987 verzeichnet worden war. Das Tollwut-Virus wurde am 19 Oktober 2012 in Paleokastro / Kozani bei einem Fuchs diagnostiziert, und die Experten hatten mehr oder weniger damit gerechnet, dass so etwas geschehen könnte.

Das griechische Ministerium für landwirtschaftliche Entwicklung und Lebensmittel hat bereits die Europäische Union informiert, welche die Umsetzung eines Programms zur Impfung der Füchse verlangte. Das Programm wird von mehrjähriger Dauer sein, 2013 beginnen und zu 75% von der EU finanziert werden. Parallel sind die Verfahren zur Impfung der streunenden Tiere und der Herdenhunde in Kozani und den angrenzenden Präfekturen eingeleitet worden.
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Griechenland verhängt Exportstopp für Medikamente

24. Oktober 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 887 Kommentare ausgeschaltet

Angesichts der dramatischen Versorgungslücken auf dem Gesundheitssektor untersagt Griechenland bis auf weiteres den Export aller pharmazeutischen Produkte.

Die griechische Arzneimittelbehörde (EOF) verhängte am 23 Oktober 2012 mit sofortiger Wirkung eine vorläufige globale Aussetzung des Exports und des innergemeinschaftlichen Vertriebs aller pharmazeutischen Produkte, als außerordentliche Maßnahme zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und zur Vermeidung von Medikamenten-Engpässen in Zusammenhang mit dem Inkrafttreten der neuen Preisliste für Medikamente.

Der Beschluss kommt umgehend zur Anwendung und ist vorläufigen Charakters. Ebenfalls wird die Aussetzung der Bildung von Lagerbeständen nahegelegt und die Bereitstellung pharmazeutischer Produkte für den inländischen Markt durch alle an dem Vertrieb Beteiligten (Pharma-Unternehmen, Zwischenhändler, Apotheker) verfügt. Der EOF wird den Verlauf der Umsetzung der „Empfehlung“ verfolgen und im Fall der Nichtbefolgung zu einem Verbot der Exporte und zur Verhängung der einschlägigen gesetzlich vorgesehenen Sanktionen schreiten.

Ergänzend sei angemerkt, dass mit Wirkung für die Pharma-Firmen ab 22 Oktober 2012 und die Endverbraucher ab 01 November 2012 eine neue Preisliste gilt, die für rund 12.500 Medikamente durchschnittliche Preissenkungen von bis zu 16% vorsieht, woraus das griechische Gesundheitsministerium sich Einsparungen in Höhe von 400 Mio. Euro verspricht. Die Pharma-Unternehmen erklären sich jedoch außer Stande, ihre Produkte auf auf Basis der neuen Preisliste fakturieren zu können, was prompt zu einer weiteren Verschärfung der Versorgungslage führte.

Der Verband der Pharmazeuten von Attika merkt charakteristisch an: „Die Versorgungslücken bei Medikamenten haben alles Bisherige übertroffen und stellen einen Rekord in der Geschichte des griechischen Markts dar. Medikamente wie Kortison-Präparete, Antidepressiva, Parkinson- Medikamente, Krebsmedikamente, Insulin-Präparate, Herz- und Schilddrüsenmedikamente fehlen auf dem Markt.

(Quelle: Zougla.gr, in.gr)

Ärzte der Welt beklagen humanitäre Krise in Griechenland

12. Oktober 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 1.506 8 Kommentare

Die Ärzte der Welt sehen in Griechenland einen sehr schwierigen Winter kommen und sind über die humanitäre Krise besorgt, die zunehmend einen dauerhaften Charakter annimt.

Einen Ruf der Besorgnis sendet der Präsident der Ärzte der Welt, Nikitas Kanakais, wegen der humanitären Krise in Griechenland, die „tendiert, Merkmale der Beständigkeit anzunehmen„, und wegen des „sehr schwierigen Winters, der kommt„.

Im Gespräch mit in.gr beschreibt er die Bilder, denen er alltäglich in den Multi-Praxen der Organisation begegnet, ist erzürnt über die Verlegenheit, mit welcher der Staat das Griechenland der Armut und der Verelendung beobachtet, und zögert nicht sich mit denen anzulegen, welche die Hilfe für die Armen für politische Zwecke nutzen. „Wir sagen nicht ‚Hilfe nur für Griechen‘, wir sagen ‚Hilfe nur für Menschen‘„, unterstreicht er.

Vor einem Jahr machten die Griechen, welche sich um Hilfe an die Ärzte der Welt wendeten, etwa 30% aus. Wie bei einer Pressekonferenz der Organisation gesagt wurde, ist dieser Anteil in diesem Jahr höher. „Es kommen nunmehr Menschen, die vor einem Jahr nicht einmal eingestanden, ein Problem zu haben. Und dieses Problem wird mit Sicherheit stärker werden. Zu der Bevölkerung, die Problemen begegnet, sind inzwischen Menschen hinzugekommen, die Arbeitslosenhilfe bekamen und jetzt keine mehr erhalten, Menschen, die ihre Arbeit verloren haben, Menschen, die gewisse Ersparnisse hatten und die nun aufgebraucht sind„, erklärt Herr Kanakis.
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Selbstbeteiligung für Medikamente in Griechenland bis 60 Prozent

9. Oktober 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 734 Kommentare ausgeschaltet

Der Träger für Gesundheitsleistungen in Griechenland hat eine Referenzpreisliste für Medikamente in Kraft gesetzt, die zu Selbstbeteiligungen von bis zu 60% führt.

Die Strapazen der Einwohner Attikas mögen inzwischen auch offiziell ein Ende gefunden haben, da die Apotheker wieder Kassenrezepte „auf Rechnung“ ausführen, jedoch stehen den Versicherten des Nationalen Trägers für Gesundheitsleistungen (EOPYY) neue Abenteuer bevor, da für 780 Präparate neue Referenzpreise in Kraft gesetzt wurden.

Dies bedeutet praktisch, dass der EOPYY fortan nur noch den Preisanteil deckt, der dem niedrigsten Preis des Wirkstoffs je Medikamentenkategorie entspricht, was zum Ergebnis hat, dass die (zu der bisherigen zusätzliche) Selbstbeteiligung der Versicherten in gewissen Fällen 50% – 60% des Gesamtpreises erreicht.

Konkret handelt es sich um eine Liste, die von der Elektronischen Sozialversicherungsführung (IDIKA) ausgegeben wurde und sich auf die Sätze der Vergütung bezieht, welche der EOPYY bei den in Rede stehenden Präparaten gewährt. Die Liste enthält den Einzelhandelspreis des jeweiligen Medikaments und den Referenzpreis, welchen der Träger vergütet. In etlichen Fällen werden jedoch große Abweichungen zwischen dem Einzelhandelspreis und dem Referenzpreis beobachtet, womit sich hohe Selbstbeteiligungen der Versicherten ergeben.

Beispielsweise ist für das Präparat Solian ein Einzelhandelspreis von 52,07 Euro und ein Referenzpreis von 20,47 Euro vorgesehen. Der Versicherte hat also die Differenz von 31,60 Euro aus eigener Tasche zu zahlen, womit der EOPYY gerade einmal 39,3% der Gesamtaufwendung deckt und der Versicherte 60,7% zuzahlt. Signifikante Abweichungen werden auch bei anderen Präparaten festgestellt, wie beispielsweise Alcidolin mit einem Einzelhandelspreis von 37,23 Euro und einem Referenzpreis von 16,44 Euro (zusätzliche Selbstbeteiligung des Versicherten 56%) und Algofren mit einem Einzelhandelspreis von 5,22 Euro und einem Referenzpreis von 2,51 Euro (zusätzliche Selbstbeteiligung 52%).

(Quelle: Vradyni, S. 17)

Athen stellt Epidemie-Bombe in Griechenland dar

1. Oktober 2012 / Aktualisiert: 04. Oktober 2013 / Aufrufe: 1.423 3 Kommentare

Griechenlands Hauptstadt Athen wird als urbane Epidemie-Bombe charakterisiert, da Infektions- und Geschlechtskrankheiten mittlerweile als etwas … Übliches gelten.

Es geht um konkrete epidemiologische Daten, die zwar keine vollständig kartographierte und abgeschlossene wissenschaftliche Studie darstellen, jedoch klar die ungeheure Größe des Problems für die öffentliche Gesundheit wiedergeben, welches die griechische Hauptstadt und ihre Einwohner überschattet.

Die sich auf von den Stäben des KEELPNO erfolgte Aufzeichnungen beziehenden Daten wurden von dem zuständigen Gesundheitsminister Andreas Lykorentzos in Beantwortung einer einschlägigen Anfrage des Abgeordneten und ehemaligen Athener Bürgermeister Nikitas Kaklamanis an die Öffentlichkeit gegeben, der in einem früheren Zeitraum im Stadtrat versucht hatte, das Ausmaß des Problems zu definieren, damit jedoch sowohl auf kommunaler als auch staatlicher Ebene auf taube Ohren stieß.

Hauptgrund für die ungeheure Gefahr und die Ausbreitung von Epidemien und sexuell übertragenen Krankheiten sind die unglücklichen – legalen und illegalen – Immigranten. Wie von den Wissenschaftlern des KEELPNO festgestellt wurde geht es um Epidemien und Krankheiten wie HIV-Infektion, Hepatitis B und C, Malaria, Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten mit steilem Anstieg hauptsächlich der Syphilis, Gonorrhö und Warzengeschwüre, sowie auch Hautkrankheiten wie Krätze und nicht zuletzt Parasitenbefall.
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Träger für Gesundheitsleistungen in Griechenland ist insolvent

21. September 2012 / Aktualisiert: 23. September 2012 / Aufrufe: 5.391 10 Kommentare

Der Nationale Gesundheitsträger in Griechenland ist definitiv zahlungsunfähig, während die Kosten der pharmazeutischen Versorgung skandalös explodieren.

Bei der erfolgten Begegnung des stellvertretenden Gesundheitsministers Marios Salmas am 17 September 2012 in den Geschäftsräumen des Nationalen Trägers für Gesundheitsleistungen (EOPYY) mit Trägern der Zweige der primären und sekundären Zweige der Gesundheitsversorgung in Griechenland erfolgte die offizielle Mitteilung, dass die Kasse insolvent ist und die fälligen Verbindlichkeiten an die Erbringer von Gesundheitsleistungen – ausgenommen der Apotheker – nicht zu begleichen vermag.

Weiter wird die skandalöse Explosion und privilegierte Begleichung der Aufwendungen für die pharmazeutische Versorgung moniert, die anstatt der ursprünglich angesetzten 33% des Etats inzwischen auf 62% veranschlagt wird, wogegen die Aufwendungen für Klinikärzte und paraklinische Leistungen mit insgesamt gerade einmal 6% berücksichtigt werden.

In ihrer nach der Begegnung mit dem Vizeminister veröffentlichten Bekanntmachung führen die Ärzte des Nationalen Trägers für Gesundheitsleistungen (ENI-EOPYY) an:
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Schattenhandel bulgarischer Ärzte in Griechenland

17. September 2012 / Aktualisiert: 30. November 2015 / Aufrufe: 868 Kommentare ausgeschaltet

In der Präfektur Xanthi in Griechenland blüht mit ärztlichen Leistungen bulgarischer Ärzte ein neuer Zweig der ausgeprägten lokalen Schattenwirtschaft auf.

Ärztliche Hausbesuche zu Preisen von 5 – 10 Euro, aber auch den Verkauf von Medikamenten … in ihrem Wohnzimmer bieten den Einwohnern – hauptsächlich der Bergdörfer –  der Präfektur Xanthi in letzter Zeit bulgarische Gewerbetreibende an und üben eine neue Art des „Schattenhandels“ aus, der in den letzten Monaten nahe der Grenzen zu blühen begonnen haben scheint.

Wenn auch bisher keine offizielle Anzeige bei der Ärztekammer oder dem Verband der Pharmazeuten in Xanthi erfolgt ist, stellt das Phänomen bulgarischer Ärzte (oder angeblicher Ärzte), welche über die Grenze kommen um auf griechischem Boden ärztliche Leistungen feilzubieten oder auch Präparate zweifelhafter Qualität zu verkaufen, ein offenes Geheimnis dar – mit allem, was dies für die öffentliche Gesundheit und den Verlust von Einnahmen für den griechischen Fiskus bedeutet.

Das Problem mit dem Schattenhandel aus dem inzwischen über fünf Grenzübergänge mit Griechenland verbundenen Bulgarien ist riesig, da es keinerlei substantielle Kontrolle gibt. Während wir bisher von Griechen wussten, die sich für ärztliche Behandlungen nach Bulgarien begaben, sehen wir in letzter Zeit sogar auch Ärzte oder Apotheker aus Bulgarien, die mit ihren Taschen durch die Kaffeehäuser der Dörfer ziehen und nach Kunden suchen. Sie klopfen an die Türen der Häuser und bieten Untersuchen für 5 Euro an„, betont im Gespräch mit der AMPE der Präsident der Handelskammer Xanthi, Stylianos Moraitis.
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