Wer hört noch auf die Experten?

4. April 2021 / Aufrufe: 1.694

Die Realität erlegt einen anderen Rahmen zur Handhabung der Pandemie des Coronavirus SARS CoV 2 auf und die einzigen Waffen sind Impfungen und Tests.

In Griechenland waren am vergangenen Freitag (02 April 2021) die Ereignisse für die weiteren Möglichkeiten zur Handhabung der Krise aufzeigend. Im Parlament erfolgte eine Debatte auf (Partei-) Führungsebene, mit genau diesem Thema. Und dabei zeigte sich, dass ein solches Prozedere absolut keinerlei Sinn hat.

Premierminister Kyriakos Mitsotakis präsentierte Angaben aus seiner einjährigen Erfahrung mit gesundheitlicher und wirtschaftlicher Krise. Die Fakten, die mehr oder weniger bekannt sind und – leider oder glücklicherweise – die einzige Richtschnur zu Bewertung der Handhabung sind. Dies geschieht mithilfe der Statistik, und wer sie anfechten möchte, findet Tricks mit einzigem Ziel, bei seinem kleinen Publikum Eindruck zu schinden.

Antwort auf die Pandemie sind Impfungen und Tests

Vorwürfe vom Typ „Du hast es verbockt„, „Du befindest Dich außerhalb der Realität„, „Ihr seid überall gescheitert“ und diverse andere solche Statements kollidieren letztendlich mit selbiger Realität: es ist überall auf der Welt offensichtlich, dass es für die Handhabung der Pandemie weder eine Anleitung noch Regeln und auch keine magische Lösung gibt. Ab dem Moment, wo man sie nicht alle einsperrt, und sofern wir von einer demokratischen Regierungsführung sprechen, kochen alle mehr oder weniger im selben Kessel.

Die einzige Lösung sind die Impfungen und die Tests. Und wenn wir einzige sagen, meinen wir einzige. Wer eine andere hat, schuldet sie zu präsentieren und wir sie zu unterstützen. Damit also nicht alle herum suchen und die nutzlosen Hahnenkämpfe vermieden werden, werden in dieser Phase der Pandemie die Antworten von den Ländern wie beispielsweise Israel, Britannien usw. gegeben, wo die Impfungen zügig voranschreiten.

Unter diesem Prisma und nach allem, was am vergangenen Freitag auf einer anderen Ebene geschah, beginnt erkennbar zu werden, dass das bisher geltende Handhabungsmodell an seinen Grenzen angelangt ist, wenn nicht gar überschritten hat.

Die Existenz und Konferenz des Infektiologen-Ausschusses entwickelt sich zu einem die Dinge komplizierenden Parameter. Am vergangenen Freitag konferierten sie außerordentlich, um ohne einen großen Umsturz epidemiologischer Fakten etwas anderes als all das zu beschließen, was sie am Mittwoch beschlossen hatten. Und während der Neustart des Klein-Einzelhandels bekannt gegeben worden war, wurde schließlich beschlossen, dies soll unter Ausnahme dreier Gebiete geschehen: Thessaloniki, Kozani und Patras.

Experten-Ausschuss beginnt Glaubwürdigkeit zu verlieren

Die Gewerbetreibenden der Branche signalisieren bereits, den Beschluss des Ausschusses ignorierend ihre Läden öffnen zu werden, und somit werden wir ab Montag am Folgetag eine offensichtlich ereignisreiche Phase des Dramas beobachten, wo die Bürger oder die Gewerbetreibenden die Bekanntmachungen einfach missachten werden.

Viele, sogar auch Wissenschaftler, führen bereits an, der Ausschuss habe seine Glaubwürdigkeit verloren. Nicht wegen mangelnden Vertrauens, sondern weil einerseits, „wo viele Hähne krähen …“ (im Vorliegenden über 30), und andererseits, weil die Verbote nicht mehr umsetzbar sind. Es existieren natürlich auch die politischen Ambitionen mancher von Diesen, welche die Dinge noch mehr durcheinanderbringen.

Wie auch immer, das Dogma „Gesundheit geht vor“ wird faktisch gekippt oder mittlerweile anders interpretiert, und wenn die Bürger das, was immer die Regierung oder die Wissenschaftler sagen, anders sehen, sind die Optionen nicht viele.

Es mag leicht verständlich werden, dass die Bereitschaft der meisten erschöpft worden ist, das selbe zu hören, was sie seit einem Jahr vernehmen. Was nunmehr gebraucht wird, ist einfach ein realistischer Rahmen zur Umsetzung von Maßnahmen und Anweisungen, nicht zur Einschränkung, sondern zum Überleben unter Bedingungen einer Freiheit – der Bürger und des Virus. (Wer manche der Experten wie Theodoros Vasilakopoulos in ihren öffentlichen Platzierungen beobachtet, wird verstehen.) Jede andere Debatte ist nutzlos und schädlich.

(Quelle: protagon.gr, Autor: Angelos Kovaios)

  1. Ellen K.
    5. April 2021, 16:12 | #1

    Sollen dann die, die machen wollen wie sie wollen, aber auch darauf verzichten, im Falle eines Falles ins Krankenhaus zu dürfen. Die Plätze sollen dann bitte nicht nur für Privatpatienten frei sein, sondern auch für diejenigen, die sich an Vorschriften halten und das Impfalter noch nicht haben.

  2. Sandra
    5. April 2021, 19:31 | #2

    Griechenland war sooo gut nach der ersten Welle, durch Disziplin auch viel besser als alle anderen europäischen Länder. Den Sommerurlaub 2020 konnte man in Griechenland sehr relaxt und angstfrei genießen, viele Touristen haben dies für 2021 eigentlich als Ziel. Portugal hat sich gerade – zwar spät – daran ein Beispiel genommen und ist jetzt fast „durch“ und kann vermutlich demnächst erfolgreich in die Saison 2021 starten.

    Es wäre wirklich ein Drama, wenn jetzt – bei noch ansteckenderen und gefährlicheren Virus-Mutationen auch für junge Menschen wie z.B. B.1.1.7 – die Vorsicht im Land nachlässt. Wenn Griechenland jetzt zu schnell oder riskant öffnet und damit quasi ungebremst in die Dritte Welle läuft, dann wird es im Sommer 2021 kein Urlaubsland sein. Das wäre zwar schade für die vielen Touristen, die sehr gerne gekommen wären. Aber vor allem wäre es – auch mit Blick auf das labile Gesundheitssystem – ein absolutes Drama für die Menschen (und deren Angehörige) in Griechenland, die sterben bzw. schwer erkranken werden und die die gesundheitlichen Langzeitfolgen wie Longcovid ertragen müssten, auch das schwächt Gesundheitssystem und Wirtschaft. Für die Wirtschaft allgemein wäre es – das zeigen mittlerweile mehrere valide Studien – sowieso besser und nachhaltiger, wenn die Menschen vor Ansteckungen und dem damit verbundenen Leid geschützt werden: No-Covid-Länder haben ihre Wirtschaft am besten geschützt #YesToNoCovid

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