Türkei kauft Flugzeugträger Foch

7. April 2021 / Aufrufe: 677
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Das ehemalige Schmuckstück der französischen Flotte wurde von Brasilien in die Türkei verkauft und soll möglicherweise doch nicht wie vereinbart abgewrackt werden.

Der ehemalige Flugzeugträger „Foch“, der von Brasilien gekauft und in „NAe Sao Paulo“ umbenannt worden war, ging in türkische Hände über. Der 1963 für die französische Marine gebaute Flugzeugträger war im Jahr 2000 für 12 Millionen Dollar an die Kriegsmarine Brasiliens verkauft worden.

Für zwei Jahrzehnte wurde der Flugzeugträger „Sao Paulo“ das wichtigste Kriegsschiff Brasiliens, die für seine Modernisierung benötigten Reparaturen beliefen sich aber auf 250 Millionen Euro. 2017 beschloss Brasilien, sich seiner zu entledigen.

Cihat Yaycı schlägt neue Mission für die Foch in der Türkei vor

Wie die türkische Zeitung „Aydinlink“ enthüllt, wurde der Flugzeugträger jüngst bei einer Auktion der Kriegsmarine Brasiliens von der türkischen Gesellschaft SÖK Denizcilik für 1,6 Millionen Euro gekauft. Anfänglich als … Schrott! Die brasilianische Website OpexNews berichtet, das ehemalige Flaggschiff der Marine Brasiliens werde über den Atlantik geschleppt und bis Juni 2021 in Smyrna eintreffen werden.

Die türkische Gesellschaft SÖK Denizcilik verpflichtete sich, die Stahlkomponenten des Flugzeugträgers gemäß den Beschlüssen der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) und den Anforderungen des Basler Übereinkommens zu demontieren und zu recyceln. Ankara scheint allerdings andere Pläne zu haben.

„Aydinlik“ spricht jedenfalls von „einer neuen Mission für die ‚Foch‘, die in diesem Jahr ihren 58 Geburtstag feiert„. Anstatt den Flugzeugträger abzuwracken, schlägt der Admiral a. D. Mustafa Cihat Yaycı und ehemalige Stabschef der türkischen Kriegsmarine die Renovierung des Flugzeugträgers vor, „damit er für die Ausbildung des Personals für Flugzeugträger genutzt wird, welche die Türkei in Zukunft bauen wird„.

Auf diese Weise „werden wir Zeit einsparen„, meint der Veteran, der im vergangenen Jahr den Dienst zu quittieren gezwungen wurde, da ihm von dem Verteidigungsminister Hulusi Akar Kürzungen bei den Anschaffungen der Marine vorgeworfen wurden. „Obwohl im Ruhestand, fährt der Admiral fort, großen Einfluss zu haben„, merkt die auf Geostrategie-Themen spezialisierte Website Nimrod an. „Er ist einer der Protagonisten des Plans ‚Blaue Heimat‘, des politisch-militärischen Programms, das den aggressiven Schutz der türkischen Seegrenzen unterstützt„, betont die Website Nimrod.

Im Gespräch mit „Aydinlink“ erklärte Admiral Cihat Yaycı, „die Nutzung des Flugzeugträgers zur Ausbildung wird unser Know-how steigern. Daher ist es sehr wichtig, dass wir einen Flugzeugträger zur Verfügung haben, um den diversen Arbeitsgruppen zu gestatten, effizient in ihren Aufgaben ausgebildet zu werden. Damit wir Simulationen vorbereiten, um dem Personal eine ‚imaginäre Ausbildung‘ zu gewähren.

Der ehemalige Flugzeugträger „Foch“ hat eine Länge von 265 m und auf Deckebene eine Breite von 51 m und ein Gewicht von 24.000 Tonnen. Er hatte eine Besatzung von 1.000 Personen und vermochte 40 Flugzeuge zu befördern.

(Quelle: dimokratianews.gr)

  1. LiFe
    7. April 2021, 21:49 | #1

    Die Wirtschaft völlig am Boden, aber einen Flugzeugträger anschaffen, der den Brasilianer seit dem Kauf an Kosten für Wartung und Reperatur nur Kopfzerbrechen bereitet hatte … wenn sich der Sultan da nicht verzettelt hat. Wenn doch, an wem wird er seinen Ärger auslassen? Wer wird Schuld haben?

  2. GR-Block
    11. April 2021, 11:43 | #2

    In der Tat ein ungewöhnlicher Vorgang. Die Finanzlage des türkischen Staates ist angespannt und braucht internationale Finanzhilfen wie einst GR. Damals kam Merkel nach Athen mit Zusagen und einem Kaufvertrag für 2 deutsche U-Boote als Bedingung.
    Hat FR jetzt etwa das Gleiche getan. Denn, Brasilien hatte den Flugzeugträger französischer Bauart eigentlich deshalb 2017 außer Dienst gestellt, weil eine Reparatur zu teuer gewesen sei im Vergleich zum anschließend getätigten Kauf der britischen „Ocean“. Dadurch verlor die franz. Waffenindustrie eine seit 2000 wichtige Einnahmequelle durch stetige „Restauration“. Schließlich ist der Flugzeugträger der älteste der Welt, eine echte Antiquität. Die UNO überlegt schon, ob sie ihn zum Weltkulturerbe erklären soll.

    Es darf spekuliert werden: Macron hat in den letzten Jahren, anders als Merkel, besonders laut gegen den EU-Beitritt der TR gewettert. War das etwa nur das Druckmittel? Jetzt wo Erdogan in die Bredouille kommt, muss er den alten Kahn übernehmen, darf dann aber auf franz. Unterstützung rechnen, beim Beitritt und bei Finanzspritzen?
    Aber nein, so blöd kann doch die EU nicht sein … oder doch? Halt, Entwarnung! Die EU ist nicht blöd, sie ist schlau … blöd sind nur die Völker der EU. Denn sie geben ihr Geld an die Brüsseler Kommission, ohne dass ihr dortiges Parlament Einfluss nehmen darf, mit welchem „Diktator“ paktiert wird.
    Demokratie a la fEUdalismus.

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