Türkei droht Griechen mit Blutrache

29. März 2021 / Aufrufe: 1.577

Devlet Bahceli warnt Griechenland, die Geduld der Türken zu strapazieren.

Erdogans Regierungspartner Devlet Bahçeli, der von offenen Rechnungen seit der griechischen Revolution von 1821 sprach und Griechenland offen bedroht, erregte mit seinem neuen nationalistischen Geschwafel erhebliches Getöse und führte unter anderem an:

Der Aufstand des Peloponnes war blutgetränkt und die vernichtende Katastrophe, die ihre Narbe in der Geschichte der türkischen Nation hinterließ.

Die Gegner werden für das Blut türkischer Moslems zahlen müssen

Mein Rat an die Enkel der Verbrecher, die das Blut der moslemischen Türken tranken, ist, nicht unsere Geduld zu strapazieren und sofort mit ihren Provokationen und Belästigungen aufhören zu müssen. Unsere Revanche für den Aufstand des Peloponnes ist noch nicht gegeben worden. Und die Rechnung ist noch nicht bezahlt worden„, führt er in einem provokanten Post in den sozialen Medien an und fügt an:

Der Aufstand des Peloponnes war blutgetränkt und die vernichtende Katastrophe, die ihre Narbe in der Geschichte der türkischen Nation hinterließ. Während dieses Aufstands fand ein Genozid in seiner absoluten Bedeutung statt. Es wurden rund 40.000 moslemische Türken abgeschlachtet. Welches Beispiel soll aus diesem Genozid für die Menschheit gezogen werden!

Wenn der Moment kommt, werden die Gegner natürlich gezwungen sein, den Preis für dieses Blut zu zahlen„, endet er.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. LiFe
    30. März 2021, 12:57 | #1

    Ausgerechnet in einer Zeit der Pandemie, die wir heute erleben müssen werden vergangene Krisen neu aufgerollt und sämtliche Schuld auf Enkelgenerationen abgewälzt, die nichts, aber auch gar nichts mit der damaligen Schuld der Großeltern im geringsten zu tun haben. Dafür gibt es andere Wege, wie man mit dem Geschehen, die sich in der Vergangenheit abgespielt hatten umgeht und diese aufarbeitet. Hier wird nicht verleugnet, sondern historisch verarbeitet, damit sich das nicht wiederholt. Man gründet Vereine, trifft sich kulturell und bemüht sich um Freundschaften. Ich kenne Enkel aus jeweiligen Ländern, deren Großväter feindlich gegenüberstanden, die Freundschaft geschlossen haben und sie möchten nach vorne blicken, wie man miteinander anstatt gegeneinander in Koexistenz leben kann. Weil das am vernünftigsten ist. Das müssen Politiker unterstützen. Junge Menschen brauchen Hoffnung, Lebensfreude und Zeit sich zu bilden, damit sie ihre Zukunft planen können.

    Koexistenz beschreibt das gleichzeitige Vorhandensein verschiedener Systeme. Verstanden wird darunter oft das friedliche, aber unabhängige Nebeneinander zweier (mehrerer) Dinge.

    Ich wünsche allen Geduld und Hoffnung, dass alles wieder gut wird. Bleiben sie gesund.

  2. Ne ist klar
    31. März 2021, 12:07 | #2

    Was ist mit den osmanischen Massakern?
    Zb. Kasos, Psara oder Chios, um nur paar zu nennen?

  3. Ellen K.
    1. April 2021, 12:29 | #3

    Wann werden die Menschen lernen, dass Kriege nie Gewinner sondern immer nur Verlierer haben. Wann wird verstanden, dass das Habenwollen beendet werden muss um Menschen und Tieren eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Wann werden wir verstehen, dass uns Religion – gleich welcher Art – trennt, wenn sie nicht einer friedlichen Zukunftsplanung dient und Menschen ohne Fanatismus in Freundschaft und Verständnis für andere Kulturen vereint.
    Gerade in der Türkei sind die damaligen Fehler – unter Atatürk – nie aufgearbeitet worden und bis heute werden selbst Gemeinschaften im Islam ausgegrenzt oder bedroht.

  4. GR-Block
    2. April 2021, 05:28 | #4

    Es ist schon ärgerlich, was die letzten Jahre dem Nationalbewusstsein der Türken zumuten. Seit über einem Jahrzehnt müssen sie erleben, dass ihre westlichen Nachbarn trotz schwerster Wirtschaftskrise ums Verrecken nicht verrecken wollen. Stattdessen stürzt ihre eigene Währung ab und damit der Wohlstand des eigenen Mittelstandes in die Armut. Initiierte Scheinkämpfe der Regierung gegen innere Feinde (Gülen-Bewegung, Militärputsch) glaubt kaum ein halbwegs informierter Mensch im Lande.

    Seit einem halben Jahrzehnt mischt die Regierung im südlichen Nachbarland verdeckt oder offen militärisch mit, und kommt in Sachen neuer Lebensraum in den syrischen Kurdengebieten trotzdem keinen Schritt weiter. Ganz im Gegenteil, die Kurden erhalten NATO-Waffen und deren Nationalstolz wird hochgekocht. Überhaupt entwickelt sich der Syrienkrieg ganz anders als erwartet. Kaum ein Europäer lässt sich mit Flüchtlingen mehr erpressen. Und ein russisches Flugzeug über Syrien abzuschießen, war auch nicht gut für das nur kurz aufflammende türkische Selbstbewusstsein. Der Sultan musste in Moskau Abbitte leisten und durfte bei laufender Kamera (peinlich, peinlich) im Vorzimmer lange warten. Typisch Putin, der ist halt ein großer Staatsmann, kein Laienprediger.

    Auch bei der Verteilung der Kohlenwasserstoffe im Ostmittelmeer gehen die Türken leer aus. Vor fast einem halben Jahrhundert hatten sie Zypern geteilt und damit auch ihre dortigen „Landsleute“ von den Bodenschätzen im Mittelmeer abgeschnitten. Böse Falle. Beim Versuch, mit Kanonenbootpolitik und Allianzen in Libyen, dachte Arkadaş Erdogan, alte Zeiten des Imperialismus aufleben zu lassen, hatte sich aber verzettelt. Denn die Kollegen aus den alten Kolonialmächten spielen nicht mit. Das könnten sie heute ihren Wählern nicht gut erklären. Einzig Angela hält ihm die treue Hand und weitere U-Boote hin. Sie hat ja nach reichlich 16 Jahren nichts mehr zu verlieren.

    Ausgerechnet in dieser emotional geladenen Zeit muss der Zwerg im Westen seine antitürkische Revolution zum 200-ten Male feiern, aman aman. Und Staatsführer der ganzen Welt gratulieren den blutrünstigen Hellenen. Das befeuert doch nur die Kurden. Ja warum haben sie denn nicht die prächtige Feier zum 563. Jahrestag der Plünderung Konstantinopels gewürdigt. Eine Million Türken waren auf den Straßen, um dem Sultan zu gratulieren.
    Aber wartet nur ab. Nächstes Jahr feiert die Welt den 100. Jahrestag der Befreiung Smyrnis von ihren Ureinwohnern. Von wegen Koexistenz. Erdogan wird geduldig in allen Vorzimmern ausharren, bis er die Einladungen an seine Kollegen Staatsführer persönlich überreichen kann. Dann wird sich keiner drücken. Smyrni wird das Fanal der türkisch-griechischen K.O.-Existenz.

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